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Montag, 29. März 2010, von Elmar Leimgruber

Vorsicht Pollenflug!

Pollenflugkalender Bozen:
Diese und weitere Grafiken auf provinz.bz.it/pollen

Mit dem Frühling kommen die Blüten und mit den Blüten kommen die Pollen: Die Augen jucken, die Nase ist verstopft, das Atmen fällt schwer: Für Pollenallergiker kann der Frühling zur Qual werden. Zwar nicht für Abhilfe, aber doch immerhin für eine ausreichende Information, damit man den Pollen möglichst aus dem Weg gehen kann, sorgen auch in diesem Jahr wieder das Biologische Labor der Südtiroler Landesumweltagentur und weitere Sevicedienste im Internet.

Etwa 15 Prozent der Bevölkerung leiden an einer Pollenallergie. Um den Kontakt mit den Allergie auslösenden Pollen möglichst vermeiden und Medikamente gezielt einsetzen zu können, ist es für sie wichtig, über den aktuellen Pollenflug informiert zu sein, schreibt das Südtiroler Biologische Landeslabor: es arbeitet deshalb wöchentlich einen Pollenflugbericht aus, der im Südtiroler Bürgernetz (www.provinz.bz.it/pollen) einsehbar ist. Wer will, kann sich den aktuellen Bericht auch per E-Mail schicken lassen.

Und hier noch nützliche Ratschläge der Südtiroler Landesumweltagentur für Pollenallergiker:

  • Während der für Sie kritischen Pollensaison sollten Sie Aufenthalte im Freien einschränken. Vermeiden Sie insbesondere jene Orte, an denen die für Sie gefährlichen Pflanzen wachsen. An warmen, sonnigen, trockenen und leicht windigen Tagen ist die Luft besonders pollenreich.
  • Nach einem Aufenthalt im Freien ist es ratsam zu duschen, um eventuell von den Haaren eingefangene Pollen auszuwaschen.
  • Die während des Tages getragenen Kleidungsstücke sollten Sie nicht im Schlafzimmer aufbewahren. Außerdem sollten Sie die Wäsche nicht im Freien trocknen (Gefahr der Anlagerung von Pollen).
  • Die Pollenkonzentration in Innenräumen kann durch den Einsatz von Klimaanlagen oder Lüftungssystemen mit speziellen Filtern verringert werden. Vergessen Sie nicht, die Filter sorgfältig und regelmäßig zu reinigen.
  • Für den Urlaub sind Aufenthalte am Meer oder im Gebirge zu empfehlen: Die tagsüber vom Meer Richtung Festland wehende Brise ist kaum mit Pollen belastet. In höheren Lagen hingegen ist die Pollenproduktion meist geringer.
  • Bei der Urlaubsplanung in ferne Orte sollten Sie die Pollenflugkalender Ihres Reiseziels konsultieren. Die Blütezeit der für Sie kritischen Pflanzen unterscheidet sich möglicherweise von der Ihres Heimatortes.
  • Beim Autofahren sollten Sie die Fenster schließen.
  • Wenden Sie sich an den Facharzt. Er kann durch gezielte Untersuchungen die für Ihre Beschwerden verantwortlichen Pollenarten ermitteln und Sie über Therapiemöglichkeiten informieren.

Weitere Polleninfodienste im Netz:

Österreich: http://www.pollenwarndienst.at/

Deutschland: http://www.polleninfo.org/

Schweiz: http://www.pollenundallergie.ch/Polleninfo/pollenprognose

Europa: http://www.polleninfo.org/index.php?language=de&nav=&module=states&action=first_page&row=0&id_parent=60

Samstag, 27. März 2010, von Elmar Leimgruber

Autofahren bei Müdigkeit ist lebensgefährlich

Die Raststation Hinterbrühl auf der A 21 (NÖ)
Foto: asfinag.at

Rund 16 Prozent der tödlichen Unfälle auf Österreichs Autobahnen- und Schnellstraßen sind laut Asinag  auf Übermüdung zurückzuführen. Schätzungen und internationale Untersuchungen  gehen demnach sogar von rund 30 Prozent aus: wer nachts nur vier Stunden Schlaf bekommt, reagiert danach im Auto als habe er 0,5 Promille im Blut. Schläft man eine ganze Nacht nicht, entspricht das 0,8 Promille.

Die Ergebnisse der Unfallforschung sprechen eine eindeutige Sprache, schreibt auch der ÖAMTC: Nur wer ausgeschlafen hinter dem Steuer sitzt, kann brenzlige Situationen im Straßenverkehr rechtzeitig erkennen und entsprechend darauf reagieren.

Ärzte und Schlafforscher, Psychologen, Fahrtechniker und Straßenbauer sind sich darüber einig, dass zu viele Lenker übermüdet hinter dem Steuer sitzen und damit gefährliche Situationen – nicht selten mit tödlichem Ausgang – heraufbeschwören. Inwieweit man dieser Gefahr der Übermüdung vorbeugen kann, war Thema eines Expertenforums, das der ÖAMTC in Kooperation mit der Asfinag, der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin ÖGSM/ASRA, dem Institut für Schlaf-Wachforschung (ISWF) und der Medizinischen Universität Wien durchgeführt hat.

“Die Menschen schlafen heute bis zu zwei Stunden weniger als noch vor hundert Jahren. Wer schläft, gilt mancherorts sogar als faul und unproduktiv – das Gegenteil ist aber der Fall”, erklärte der Schlafforscher Wolfgang Mallin, Oberarzt am LKH Hörgas-Enzenbach bei Graz und Leiter des dortigen Schlaflabors: “Es ist Aufgabe des Arztes, betroffene Patienten über ihre eingeschränkte oder fehlende Fahrtauglichkeit zu informieren”.

“Entgegen allen Beteuerungen der Werbung und Lifestyle-Blätter ist Schlaf nach wie vor die beste Methode, um Müdigkeit und Schläfrigkeit abzubauen”, sagt Gerhard Klösch von der Medizinischen Universität Wien und Vorsitzender des Instituts für Schlaf-Wach-Forschung (IWSF). Nicht Aufputschmittel oder laute Musik sind probate Hilfen um gegen Müdigkeit anzukämpfen, sondern kurze Schlafpausen, sogenannte Power-Naps von maximal 20 bis 30 Minuten Dauer.

Die Asfinag gestaltet als Antwort auf dieses Problem Raststationen und Rastplätze sukzessive moderner und attraktiver, um zum Anhalten und Ausruhen einzuladen. Weiters werden Verkehrskontrollplätze errichtet, wo unter anderem auch die Lenk- und Ruhezeiten kontrolliert werden können. Österreichweite Kampagnen sollen das Bewusstsein der Kraftfahrer schärfen wie z. B. mit der Aktion “Mach mal Pause!” Zudem sind im hochrangigen Straßennetz mittlerweile Randabsicherungen durch Leitschienen oder Rumpelstreifen üblich, die im Kontakt mit den Fahrzeugreifen ein warnendes Geräusch erzeugen.

Trotz all dieser Bemühungen sind wissenschaftliche Studien zum Themenbereich “Sekundenschlaf und Straßenverkehr” nach wie vor dringend notwendig”, sind sich alle Referenten einig. Hilfestellungen gibt es einige. “Letztendlich liegt es in der Verantwortung jedes einzelnen Lenkers, in welchem Zustand er sich ins Fahrzeug setzt”, sagte ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger abschließend.

Freitag, 26. März 2010, von Elmar Leimgruber

Arbeiterkammer will Finanzmärkte bändigen (Info+Kommentar)

AK-Präsident Herbert Tumpel mit Arbeitern
Foto: AK/Peter Rigaud

Europa braucht einen Kurswechsel in der europäischen Wirtschaftspolitik: Damit die Konjunktur weiter gestärkt wird, muss die EU die Finanzmärkte bändigen,  eine Finanztransaktionssteuer einführen, die Krisenkosten fair verteilen und neue Beschäftigungsprogramme entwickeln. Dafür plädiert der Präsident der Arbeiterkammer (AK), Herbert Tumpel anlässlich des gerade stattfindenden EU Gipfels. Bei diesem wird der Europäische Rat die neue EU-Strategie für Wachstum und Beschäftigung beschließen.

Europa riskiert laut Tumpel eine gefährliche soziale Krise, wenn nicht rasch weitere Maßnahmen folgen, um ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum anzuschieben. “Ich erwarte mir vom Europäischen Rat ein klares Signal, dass die Belebung der Konjunktur und die Senkung der Arbeitslosigkeit absolute Priorität haben. Nur dann kann es auch gelingen, die Budgetdefizite mittelfristig in die den Griff zu kriegen”, ist der AK-Chef überzeugt.

In der EU sind laut AK derzeit fast 23 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit, besonders dramatisch ist die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen. Fast jeder fünfte der unter 25-Jährigen ist arbeitslos. Diese dramatische Entwicklung am Arbeitsmarkt ist eine Folge des Kollaps der Nachfrage und hat nichts mit starren Löhnen oder zu großzügigen Sozialleistungen zu tun. “Seit Jahren hat Europa die Förderung der Binnennachfrage vernachlässigt und zu sehr auf den Export gesetzt. Das muss jetzt anders werden,” fordert Tumpel:

+ Die Finanzmärkte müssen endlich gebändigt werden. Dort wird schon wieder genauso hemmungslos spekuliert wie vor der Krise, und die Neuregulierung des globalen Finanzsystems verläuft mehr als schleppend.

+ Es muss endlich der Steuerbetrug wirkungsvoll bekämpft werden. Allein in der EU haben wir laut EU- Kommission Ausfälle durch Steuerbetrug von geschätzen 200 bis 250 Milliarden Euro jährlich. Das entspricht immerhin 1,6 Prozent des BIP der EU-27.

+ Die Kosten müssen jene zahlen, die die Krise verursacht haben. Die EU könnte schon morgen eine Finanztransaktionssteuer beschließen. Gemeinsam mit der Bankensteuer würde das neue Einnahmen für öffentliche Investitionen im Sinne der Ziele der EU 2020-Strategie bringen.

+ Wir brauchen Beschäftigungsprogramme. Wenn der Markt nicht Beschäftigung schafft, dann muss die Politik eingreifen. Es gibt Beschäftigungspotentiale in vielen Bereichen, zum Beispiel Bildung, Gesundheit, Soziales.

+ Wir müssen die eigenen Wachstumskräfte stärken: Die USA fallen als Weltkonsument aus, China kann diese Rolle bei weitem nicht einnehmen. Wachstum schafft Europa derzeit nur mit öffentlicher Nachfrage. Daher dürfen die Konjunkturprogramme erst zurückgefahren werden, wenn der Aufschwung selbsttragend ist. Das ist dann der Fall, wenn genügend Menschen in Jobs sind und gut verdienen.

Vorausgeschickt: Ich fürchte, wir stehen leider derzeit nicht am Ende einer schweren Wrtschaftskrise, sondern wir stehen vor einer ganz immensen (noch nie dagewesenen) Wirtschaftskrise (Griechenland ist erst der Anfang: Portugal, Spanien und Italien werden folgen…), die uns in spätestens zwei Jahren erreichen wird, wenn nicht weltweit die nötigen vorbeugenden Schritte unternommen werden.

Tumpel hat in einigen Bereichen also vollkommen recht: die Spekulationen in grossem Rahmen vor allem im Bereich Unlautere “Wetten”: Profit und Abzocken, indem Unternehmen oder gar ganze Staaten ind en Bankrott geritten werden, müssen ausnahmslos verboten und strengstens geahndet werden! Und jene, die bisher durch solche unlauteren Machtspielchen zu Lasten anderer in grossem Rahmen spekuliert haben und grosse Gewinne eingefahren haben, sollten nachträglich auch noch zur Kasse gebeten werden.

Zudem: Auch der Steuerbetrug im grossen Rahmen muss nachhaltig und international bekämpft werden. In diesem Zusammenhang erneuere ich meine Forderung, dass die Schweiz von sich aus Steuersünder bekanntgeben muss.

Auch die von der österreichischen Regierung geplante Bankensteuer ist sinnvoll. Mehr noch: Genauso wie Versicherungen durch das Finanzministerium überwacht und geprüft werden und grosse Teile ihrer Gewinne an die Versicherten weitergeben müssen, muss dies auch bei Banken so kommen; und zwar selbstverstöndlich ohne zusätzliche Kosten für Konsumenten. Eine Finanztransaktionssteuer macht meines Erachtens aber nur ab einer gewissen noch zu definierenden Höhe Sinn.

Und ich bin auch mit Tumpel -entgegen dem Standpunkt der Wirtschaftskammer- einer Meinung, dass sogenannte “flexiblere Löhne” das Arbeitslosenproblem nicht lösen können: Die Menschen müssen vom Lohn leben können und das Soll-Ziel müssen daher Angestelltenverhältnisse sein. Sonst muss wiederum die öffentliche Hand mit Sozialleistungen eingreifen, was wiederum zu schweren Belastungen für alle führt. Sozialleistungen in ihrer Grundversorgung müssen übrigens nach meiner Überzeugung für alle Menschen auch dauerhaft erhalten bleiben müssen.

Was aber die von Tumpel geforderten Konjunktur- oder Beschäftigungsprogramme betrifft: klingt ja alles nett, bringt aber nix, wenn man nicht auch konkret sagt, was der Staat tun soll, um mehr Beschäftigung und eine Steierung der Konjunktur zu erreichen und natürlich auch, wie dies finanziert werden soll. Eine neue “Schuldenpolitik” ist jedenfalls -ausser im äusserten Notfall- strikt abzulehnen: schon aus Verantwortung den künftigen Generationen gegenüber.

Donnerstag, 25. März 2010, von Elmar Leimgruber

Gold für Bio-Lagrein der Landwirtschaftsoberschule Auer (Südtirol)

Bioweinpreis 2010: Grosses Gold

Beim diesjähigen Bioweinwettbewerb in Deutschland erhielten von insgesamt 411 Weinen 15 großes Gold, 56 Gold, 111 Silber und 89 eine Empfehlung. Der erstmals von den Unternehmen “Wine System AG” und “DLG TestService GmbH” sowie vom Sensorikexperten Martin Darting ausgeschriebene und von der EU offiziell anerkannte internationale Qualitätswettbewerb stand Weinen und Schaumweinen offen, die aus Trauben aus ökologischem Anbau gewonnen worden sind.

Bioweinpreis 2010: Gold-Rotweine
Gold für den Bio-Lagrein “Happacherhof” aus Auer (Südtirol)

Die höchsten Auszeichnungen als Grosses Gold (96-100 Punkte) erhielten ein Syrah-Cabernet aus Südafrika, gefolgt von einem Chianti-Sangiovese aus der Toscana, einem Shiraz und einem Garnaza aus Frankreich und mehrere Qualitäts-Bioweinen aus Deutschland. Grosses Gold erhielten weiters zwei Riesling-Weine aus Deutschland, Schaumweine aus Deutschland und Österreich und ein Dessertwein aus Katalonien (Spanien).

Gold (90-95 Punkte) ging nach Südafrika, Italien, Südtirol, Griechenland, Frankreich, Spanien, Deutschland, Australien und Österreich.

Bioweinpreis 2010: Gold für Weiss-, Schaum- und Dessertweine

Die aus 18 Personen bestehende Fachjury, die Inhaltsstoffe und Geschmackseigenschaften bewertet, überzeugte unter anderem auch der Lagrein 2007 Riserva aus dem kontrolliert biologischen Anbau am Happacherhof, dem Übungshof der Oberschule für Landwirtschaft in Auer. Der Wein ist in der Übungskellerei entstanden und wurde beim internationalen Bioweinpreis mit Gold prämiert.

Mittwoch, 24. März 2010, von Elmar Leimgruber

Caritas und Hospizbewegung fordern: Sterbehilfeverbot in die Verfassung

Caritasdirektor Michael Landau<BR>Foto: Wilke
Wiens Caritasdirektor Michael Landau
Foto: Wilke

Der Wiener Caritasdirektor Michael Landau und die Präsidentin des Dachverbandes “Hospiz Österreich” Waltraud Klasnic fordern die Verankerung des Euthanasieverbots in der österreichischen Verfassung: “Der Mensch soll an der Hand eines anderen Menschen sterben und nicht durch die Hand eines anderen Menschen”, erinnerte Landau kürzlich an die Worte Kardinal Königs:

“Der Umgang mit Menschen am Ende des Lebens ist entscheidend für das menschliche Antlitz einer Gesellschaft. Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, ein klares Zeichen für ein Nein zur Euthanasie zu setzen und ein klares Ja zur Hospizarbeit zu sagen. Wer aktive Sterbehilfe nicht will, muss für optimale Sterbebegleitung Sorge tragen”, betonten Landau und Klasnic übereinstimmend.

“Jeder Mensch hat das Recht, in Würde zu sterben. Das schließt den Anspruch auf Sterbebegleitung und bestmögliche Schmerzbehandlung mit ein. Das Recht, in Würde zu sterben und das Verbot der Tötung auf Verlangen müssen endlich in der Bundesverfassung explizit verankert werden”, ergänzte Klasnic. Schon 2001 habe der Nationalrat einstimmig einen umfassenden Entschließungsantrag zum Thema Hospizarbeit und Sterbebegleitung angenommen. Mit diesem verbindlichen Rahmen sollte sichergestellt werden, dass es auch künftig in Österreich keinen Raum für aktive Sterbehilfe geben soll.

“Ein in der Verfassung verankertes Verbot der Euthanasie wäre nicht nur ein Bekenntnis zum Leben, sondern auch ein Signal über die Grenzen unseres Landes hinaus”, betonten Landau und Klasnic. Die öffentliche Hand müsse ihre Verantwortung wahrnehmen und zusätzlich für den raschen Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung (mobil, teilstationär und stationär) sowie für eine gesicherte Finanzierung in diesen Bereichen sorgen. Der Dachverband “Hospiz Österreich” vertritt mehr als 200 Hospiz- und Palliative Care-Einrichtungen in Österreich. Das Mobile Caritas Hospiz ist seit rund 20 Jahren für Menschen am Ende des Lebens im Einsatz. Die Nachfrage nach den Hospizdiensten steigt kontinuierlich an.

Diesem Anliegen, den Wünschen und Forderungen Landaus und Klasnics schliesse ich mich vollinhaltlich an.

Dienstag, 23. März 2010, von Elmar Leimgruber

Claus Gatterer Journalistenpreis 2010 ausgeschrieben

Der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) schreibt den PROF. CLAUS GATTERER-PREIS 2010 aus. Der Prof. Claus Gatterer- Preis in Höhe von 5.000 Euro wird als höchste Auszeichnung für journalistische Leistungen vergeben, die im Sinne des Lebenswerkes von Prof. Claus Gatterer einen überdurchschnittlichen Beitrag für den österreichischen und Südtiroler Journalismus darstellen:

Schutz der gesellschaftlichen Minderheiten, Verteidigung sozialer Randgruppen, Eintreten für zu Unrecht benachteiligte und missachtete Gruppen oder Personen, kritisches Bewusstsein gegen Ignoranz und Gleichgültigkeit in der Gesellschaft. Im Hinblick auf die nivellierenden Gesamttendenzen der modernen Medienlandschaft ist die kritische und eigenständige Haltung der Kandidaten an ihrem bisherigen gesamten Verhalten zu messen, wenn auch eine besondere, hervorragende journalistische Leistung die Maßgabe der Nominierung sein sollte.

Einreichungsfrist ist der 5. Mai 2010, 24.00 Uhr (Poststempel). Vorschläge für Preisträger können alle Mitglieder des Österreichischen Journalisten Clubs sowie Redaktionen aller Print-und Funkmedien in Österreich und Südtirol in deutscher und ladinischer Sprache (mit deutscher Übersetzung) einreichen. Die Anträge sind zu richten an den Österreichischen Journalisten Club, Kennwort “Prof. Claus Gatterer-Preis 2009″, A-1010 Wien, Blutgasse 3.

Montag, 22. März 2010, von Elmar Leimgruber

Diagonale 2010: “La Pivellina” ist Film des Jahres

Tizza Covi und Rainer Frimmel lieferten mit “La Pivellina” den Film des Jahres
Foto: diagonale.at Arno Friebes

Der beste österreichische Spielfilm 2009/2010 ist “La Pivellina” von Tizza Covi und Rainer Frimmel. Sie erhielten den Großen Diagonale-Preis des Landes Steiermark in Kooperation mit der CINESTYRIA-Filmkunst. Im Bereich Dokumentationsfilm ging der Große Diagonale- Preis an die Regisseurinnen Brigitte Weich und Karin Macher für “Hana, dul, sed … “, während Sudabeh Mortezai für “Im Bazar der Geschlechter” und Simone Bader und Jo Schmeiser für “Liebe Geschichte” lobend erwähnt wurden.

Der Grosse Diagonale- Schauspielpreis 2010 wurde bereits bei der Eröffnung der Diagonale am 16. März an Klaus Maria Brandauer überreicht. Weitere Schauspielpreise gingen an Franziska Weisz in Der Räuber von Benjamin Heisenberg und Andreas Lust in Der Räuber von Benjamin Heisenberg. Bester Nachwuchsfilm des Jahres 2009/2010 wurde “Kick Off” von Hüseyin Tabak, lobende Erwähnungen fanden Marvin Kren für “Rammbock” und Catalina Molina für “Talleres Clandestinos”.

Mit dem Diagonale-Preis Innovatives Kino der Stadt Graz wurde Sabine Marte für “B-star, untötbar! reloaded” als bester innovativer Experimental-, Animations- oder Kurzfilm 2009/2010 ausgezeichnet, den Diagonale-Preis der Jury der Diözese Graz-Seckau als bester Dokumentar- oder Kurzfilm 2009/2010 war “Die Kinder vom Friedrichshof” von Juliane Großheim.

Der Diagonale-Preis Schnitt des Verbandes Film- und Videoschnitt aea für die beste künstlerische Montage Spielfilm ging an Gerhard Fillei und Joachim Krenn für “South”, für die beste künstlerische Montage Dokumentarfilm 2009/2010 an Michael Palm für “Jobcenter”, lobende Erwähnung fand Silke Olthoff für “Rammbock”.

Den Diagonale-Preis Bildgestaltung des Verbandes Österreichischer Kameraleute AAC in der Kategorie Beste Bildgestaltung Spielfilm 2009/2010 erhielt der in dieser Kategorie auch oscar-nominierte Christian Berger für “Das weiße Band”. Der Preis Beste Bildgestaltung Dokumentarfilm ging an Peter Schreiner für “Totó”.

Der Preis Innovative Produktionsleistung der VAM Verwertungsgesellschaft für audiovisuelle Medien GmbH ging an (Innovative Produktionsleistung im Bereich Kinodokumentarfilm 2009:) Neue Sentimentalfilm für “Plastic Planet”, (Innovative Produktionsleistung – Anerkennung durch das Kinopublikum im Bereich Kinofilm 2009:) DOR FILM für “Der Knochenmann” und “Wüstenblume” und (Innovative Produktionsleistung im Bereich Internationaler Spielfilm:) wega Film für “Das weiße Band”

Den Carl Mayer-Drehbuchpreise 2010 gingen an: Hauptpreis: Wolfgang Rupert für das Treatment “Großmattglocknerhorn” (Kinofilm) und Förderungspreis: Henning Backhaus (Wien) für das Treatment “Kinderszenen” (Kinofilm).

Die Thomas-Pluch-Drehbuchpreise 2010 erhielt Jessica Hausner (Hauptpreis) für “Lourdes” (Regie, Drehbuch) und ( für die beiden besten Drehbücher von NachwuchsautorInnen mit einer Mindestlänge von 20 Minuten): 1. Förderpreis: Thomas Woschitz für “UNIVERSALOVE” (Buch und Regie), 2. Förderpreis ex aequo an: Jasmina Eleta für “Fern & Nah” (Buch und Regie) sowie Anna Schwingenschuh für “Der Herzerlfresser” (Buch und Regie).

Die Diagonale 2010 bot an sechs Tagen( vom 16. bis 21. März) in vier Festivalkinos 147 Filme und Videos im Rahmen von 134 Kinovorstellungen (davon 31 Uraufführungen und 23 Österreich-Premieren). Rund 100 Regisseurinnen und Regisseure waren anwesend. Nach den vorläufigen Zahlen (hochgerechnet auf Sonntag Abend) wurden laut Veranstalter (Festivalleiterin Barbara Pichler) im Rahmen der Diagonale 2010 rund 18.000 reguläre Tickets ausgegeben. Die Auslastung lag bei etwa 72 Prozent. 50 von 134 Kinovorstellungen waren ausverkauft. Die Diagonale 2011 findet von 22. bis 27. März statt.

Freitag, 19. März 2010, von Elmar Leimgruber

Fernsehfonds Austria fördert 18 Fernsehprojekte mit 6 Mio. Euro

Der Fernsehfonds Austria fördert 18 Fernsehprojekte, davon 11 Fernsehfilme, 1 Serie und 6 Dokumentationen mit insgesamt 5.939.998,- Euro. Auf das Genre Fernsehfilm entfallen Fördermittel in Höhe von rund 4,441 Mio. Euro. Zum 1. Antragstermin 2010 wurden insgesamt 26 Projekte mit Gesamtherstellungskosten von rund 45,5 Mio. Euro und einem Antragsvolumen von rund 7,8 Mio. Euro eingereicht.

Bis zum 13. April 2010, dem 2. Antragstermin, können beim Fernsehfonds Austria wieder Förderansuchen eingebracht werden. Die Förderentscheidungen sowie die Antragstermine für das Jahr 2010 sind auf der Website der RTR-GmbH abrufbar.

Gefördert wurden die Ferknsehfilme “Isenhart” und “Bauernopfer” der Dor Film-Produktionsgesellschaft m.b.H., “Löwenstein” und “Das Mädchen auf dem Meeresgrund” der EPO – Filmproduktionsgesellschaft m.b.H., “Bewegte Zeiten” der Wega-Filmproduktionsgesellschaft m.b.H., “Die Liebe kommt mit dem Christkind” und “Glücksbringer” der MONA Film Produktion GmbH, “Das Verhör – SANDAG” der Aichholzer Filmproduktion GmbH, “Willkommen in Wien” der ALLEGRO Filmproduktionsgesellschaft m.b.H., “Aschenputtel” der SK-Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft m.b.H. sowie eine weitere Verfilmung der Reihe “Lilly Schönauer” mit dem Titel “Sommerkleid und Anzug” der Graf Filmproduktion GmbH.

Die 6. Staffel der erfolgreichen Serie “Soko Donau” der Satel Film GmbH erhält im heurigen Jahr insgesamt 1,185 Mio. Euro.

Die sechs Dokumentationen “First on Mount Everest” der Gesellschaft für Video – Produktion m.b.H. Nfg. & Co KG, “Terror am Flughafen – Die blutige Spur des Abu Nidal in Wien und Rom” der Interspot Film-Gesellschaft m.b.H., “Der Ball ist rund” der Blackbox Film & Medienproduktion GmbH, “Schuhe tragen” der ON-MEDIA TV- und Filmproduktionsgesellschaft m.b.H., “Bruno Kreisky. Menschen. Jahre. Leben” der Dor Film-Produktionsgesellschaft m.b.H. sowie “Karl Merkatz – Vom Tischler zum echten Wiener” der Cult-Filmproduktionsgesellschaft m.b.H. wurden mit gesamt 314.535,- Euro vom Fernsehfonds Austria gefördert.

Am heutigen 19. März 2010 wird “Liebe heilt Wunden”, der 5. Teil der beliebten Heimatfilmreihe “Die Alpenklinik” in der ARD um 20.15 Uhr ausgestrahlt. Diese Produktion, eine Koproduktion von ARD/Degeto, ORF und der MONA Film Produktion GmbH, wurde vom Fernsehfonds Austria mit 13,9 % der Gesamtherstellungskosten gefördert.
“Die Verleihung des Oscar an einen österreichischen Schauspieler wird auch den Filmstandort Österreich international bekannter machen. Ich gehe davon aus, dass die Förderung durch den Fernsehfonds Austria hinkünftig noch größere Akzeptanz erfahren wird”, sagte Alfred Grinschgl, Geschäftsführer der RTR-GmbH und verantwortlich für den Fernsehfonds Austria.

Donnerstag, 18. März 2010, von Elmar Leimgruber

Verein Privatsenderpraxis hat neuen Vorstand

Der Verein Privatsenderpraxis, die Aus- und Weiterbildungsinitiative für private Radio- und Fernsehmacher, hat seinen Vorstand bei der Generalversammlung am 11. März 2010 neu gewählt. Als Vorsitzender des Vereins wiedergewählt wurde laut Aussendung Wolfgang Struber (Radio Arabella Wien) – Martin Gastinger (ATV) übernimmt in der neuen Funktionsperiode als 1.Stellvertreter und Georg Burtscher (Antenne Vorarlberg) als 2. Stellvertreter Verantwortung in der Weiterbildungsinitiative der österreichischen Privatsender. Die Aufgabe des Schriftführers übernimmt ab sofort Bernhard Albrecht (Puls 4). Weiterhin im Vorstand und wiedergewählt wurden Eva Maria Kubin (Radio Content Austria) als Kassierin und Christian Stögmüller (Life Radio) als Vorstandsmitglied.

Der Verein Privatsenderpraxis zählt österreichweit 26 private Rundfunksender zu seinen Mitgliedern. Dazu zählen 20 Radiostationen, 4 Fernsehsender, die RMS sowie die Rundfunk & Telekom Regulierungs-GmbH (RTR). Er bietet nach eigenen Angaben seinen Mitgliedern einerseits bereits über mehrere Jahre sehr erfolgreich ein umfangreiches Aus- und Weiterbildungsprogramm in den Bereichen Programmgestaltung, redaktionelles Arbeiten, Moderations- und Sprechtraining, Sales-Trainings, betriebswirtschaftliche und juristische Weiterbildung und vieles Mehr, abgestimmt auf die Bedürfnisse der privaten Radio- und Fernsehanbieter, an. Weiters ist der Verein die Service- und Dienstleistungseinrichtung für die Mitgliedssender im Bereich der individuellen Inhouse- und Spezial-Schulungen sowie Ansprechpartner zum Thema Ausbildungsförderung im Zusammenhang mit dem von der RTR GmbH etablierten Privatrundfunkfonds.

Um sich in einer dynamischen und sich ändernden Medienlandschaft in Österreich gut entwickeln zu können, ist Aus- und Weiterbildung für die Erhöhung der Qualität der Programme sowie Weiterentwicklung der Inhalte und Kommunikationstechnologien der Medienangebote sehrwichtig, und so eines der wesentlichsten Themen der Privatsender. Der Verein Privatsenderpraxis ist auf diesem Gebiet ein wichtiger Partner für die österreichischen Privatrundfunkveranstalter.

“Die Förderung des privaten Rundfunks im nationalen, regionalen und lokalen Bereich und der facheinschlägigen Aus- und Weiterbildung der programmgestaltenden, kaufmännischen und rundfunktechnischen Mitarbeiter durch die RTR GmbH ist ein wichtiger und begrüßenswerter Schritt der österreichischen Medienpolitik zur Stärkung und Weiterentwicklung des dualen Rundfunksystems in Österreich”, sagte Wolfgang Struber.

Dienstag, 16. März 2010, von Elmar Leimgruber

Es gibt keine Wahl zwischen Arbeit und Mindestsicherung (Info+Kommentar)

Die österreichische Bundesregierung hat bei der heutigen Sitzung des Ministerrates für Menschen in Notlagen die Einführung der bedarfsorientierten Mindestsicherung von 744 Euro für Singles und 1116 für Paare (zuzüglich 134 Euro pro Kind) monatlich beschlossen. Zudem sollen künftig alle Bezieher von (das sind derzeit etwa 270.000 Menschen) Sozialhilfe, Notstandshilfe und anderen Sozialleistungen für die Ärmsten eine Krankenversicherung erhalten. Aber: “Es gibt keine Wahlmöglichkeit zwischen Arbeit und Mindestsicherung”, sagte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) beim anschließenden Pressefoyer:

Das Ziel einer Mindestsicherung könne niemals sein, dass jemand ohne Arbeit lebe, denn “Arbeit ist für Selbstwertgefühl und Menschenwürde unerlässlich.” Die Mindestsicherung sei eine konkrete Maßnahme zur Armutsbekämpfung, aber auch zur Wiedereingliederung von Menschen in den Prozess der Erwerbsarbeit, erklärte der Kanzler.

Im Falle einer Nichtbereitschaft zum Arbeiten können künftig alle Bezüge gestrichen werden. Zudem dürfen Bewerber nur ein “Vermögen” bis zu einer Höhe von 3720 Euro besitzen und “unangemessene” Wohnungen und Autos (sofern sie nicht arbeitsbedingt oder aufgrund einer Behinderung benötigt werden) müssen veräussert werden, bevor man eine solche Grundsicherung beziehen kann.

“Der Termin 1. September kann sicher eingehalten werden, wenn das nötige Wollen dahinter steht”, betonte indes Caritas-Präsident Franz Küberl und appellierte an die Länder, die Sorgen und Nöte der ärmsten Menschen in Österreich ernst zu nehmen und keine weitere Verzögerungen bei der Einführung der Mindestsicherung zuzulassen. Alles andere als Einführung mit 1. September wäre “Bankrotterklärung für den Föderalismus”, sagte Küberl.

Einen Grossteil der Kosten (etwa 160 Mio. Euro ) der bedarfsbedingten Mindestsicherung wird der Bund übernehmen, der Beitrag der Länder ist mit maximal 50 Mio. Euro begrenzt. Nach der Zustimmung zur Mindestsicherung durch die Bundesregierung sind nun noch die entsprechenden Beschlüsse der Länder ausständig, damit das Gesetz mit 1. September in Kraft treten kann.

Wer kann schon eindeutig nachweisen, ob zwei in einem Haushalt Lebende tatsächlich ein Paar sind oder sich nur aus Kostengründen eine gemeinsame Wohnung mieten? Aber eines ist klar: Wer wirklich und erwiesenermassen arm ist, darf auch in harten Zeiten nicht an unserem Sozialsystem scheitern. Und die Krankenversicherung für alle ist jedenfalls sehr lobenswert und vorbildlich.

Vorausgesetzt, dass garantiert ist, dass die neubeschlossene bedarfsorientierte Mindestsicherung dem Sozialmissbrauch nicht noch mehr Tür und Tor öffnet, begrüsse ich diese ausdrücklich.