Mit ‘Deutschland’ getaggte Artikel

Freitag, 15. Januar 2010, von Elmar Leimgruber

Europäischer Musikpreis “European Border Breaker Awards” für Peter Fox und Soap & Skin

Logo der diesjährigen European Border Breakers Awards© EU Am Freitag wird der europäische Musikpreis “European Border Breaker Awards” im Rahmen der Eröffnungsnacht des Musikfestivals EuroSonicNoorderslagin in den Niederlanden vergeben: Zu den diesjährigen Gewinnern gehören auch zwei deutschsprachige Künstler – Peter Fox (Seeed) aus Deutschland und Soap & Skin (Anja Plaschg) aus Österreich. Sie konnten sich mit ihren Debütalben auch ausserhalb ihrer eigenen Länder in Europa durchsetzen.

Neben Peter Fox und Soap & Skin erhalten die folgenden neuen Stars der europäischen Musikszene Charlie Winston (Großbritannien), Sliimy (Frankreich), Milow (Belgien), Kerli (Estland), Jenny Wilson (Schweden), Buraka Som Sistema (Portugal), Esmee Denters (Niederlande) und Giusy Ferreri (Italien) die begehrten Awards. Die Gewinner des “Publikumspreises” wurden bei einer im Dezember durchgeführten Online-Umfrage ermittelt, werden jedoch erst in der Sendung am Freitag bekanntgegeben.

Die “European Border Breakers awards” werden Musikern verliehen, deren Debütalben sich in der gesamten EU – und nicht unbedingt in ihrem Heimatland – am besten verkauft haben. Damit wird ihr Erfolg bei einem möglichst großen Publikum gewürdigt. Die Auszeichnung wird bereits zum siebten Mal verliehen. Sie steht für internationalen Erfolg und unterstützt die europäische Musikindustrie, in der rund 600 000 Menschen beschäftigt sind.

Zu den bisherigen Preisträgern zählen inzwischen angesehene Künstler wie Carla Bruni, Adele, Katie Melua, Damien Rice, The Fratellis, Gabriel Rios und Tokio Hotel.

Interessierte können hier in die Musik der diesjährigen Gewinner aus dem deutschsprachigen Raum reinhören:

Freitag, 15. Januar 2010, von Elmar Leimgruber

Jetzt bewerben: Preise für Gesundheitsjournalismus ausgeschrieben

Noch bis 8. März können Arbeiten zum “Österreichischen Preis für Gesundheitsjournalismus 2010″ eingereicht werden. Journalisten, die sich in den Jahren 2008 und 2009 mit Themen des Gesundheitswesens und insbesondere der Spitäler in österreichischen Medien auseinandergesetzt haben, können sich mit ihren Arbeiten bewerben.

Der Preis wird von der Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs heuer bereits zum vierten Mal vergeben. “Die Ordensspitäler wollen damit auf die Bedeutung des Gesundheitsjournalismus für den öffentlichen Diskurs in diesem Bereich hinweisen und besondere publizistische Leistungen auszeichnen”, begründet Pater Leonhard Gregotsch OSCam, Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs die Ausschreibung.

Eine hochrangige Jury mit Vertretern des öffentlichen Lebens und des Gesundheitswesens wird laut Aussendung die Einsendungen bewerten und die Gewinner des mit 5.000 Euro dotierten Preises ermitteln. Der alle zwei Jahre ausgeschriebene Preis wird im Laufe des Frühjahrs verliehen.

Mich beeindruckt besonders positiv, dass eine kirchlich-soziale Institution -die Ordensspitäler Österreichs stellen mit rund 20 Prozent der Krankenhausleistungen eine wesentliche Säule des heimischen Gesundheitswesens dar- einen Journalistenpreis ausschreibt, zeigt dies doch die Hochschätzung des Qualitäsjournalismus.

Bereits am 31. Jänner endet übrigens in Deutschland die Bewerbungsfrist für den “Europäischen Journalistenpreis” des Verbandes deutscher Medizinjournalisten (VDMJ) . Die eingereichten Arbeiten sollen sich laut Ausschreibung durch aktuelle Thematik, sachliche Richtigkeit und Verwendung unterschiedlicher Darstellungsmittel auszeichnen. Die sorgfältig recherchierten Beiträge müssen sich zudem kritisch, allgemeinverständlich und objektiv mit einem medizinischen oder gesundheitlichen Thema auseinandersetzen. Die Autoren müssen ihren Hauptwohnsitz in Europa haben und ihre Arbeiten müssen im Kalenderjahr 2009 erschienen sein . Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert und kann auch geteilt werden.

Donnerstag, 14. Januar 2010, von Elmar Leimgruber

Nackt-Scanner, medizinisch durchleuchtet

Strahlungs-Fachmann Prof. Rolf Michel
Foto: ssk.de

Sogenannte Nackt-Scanner sind in aller Munde. Um die Sinnhaftigkeit von deren Einsatz zur Terrorbekämpfung könnte man sicher unendlich streiten; das soll also jetzt nicht mein Thema hier sein. Doch in jedem Fall wichtig erscheint mir, bei dieser ganzen Debatte zumindest diese Frage zu stellen: Sind solche Geräte, die übrigens auch für den Flughafen Wien geplant sind, -medizinisch betrachtet- unschädlich oder bedenklich? Also wie stark belasten die Terahertzstrahlungen, die möglicherweise bald auf vielen europäischen Flughäfen eingesetzt werden, unsere Gesundheit?

“Wir wissen von der aktiven Terahertzmethode noch zu wenig – gerade was die Langzeitfolgen betrifft”, aber “von der Röntgenstrahlung wissen wir, dass sie karzinogen ist (= zur Bildung von Tumoren führen kann), und wir setzen sie nur dann ein, wenn eine medizinische Indikation (= medizinisch gerechtfertigt) gegeben ist. Dies betont Rolf Michel, Vorsitzender der Strahlenschutzkommission in Deutschland und Leiter des Zentrums für Strahlenschutz und Radioökologie der Universität Hannover gegenüber dem Fachmagazin “ÄrzteWoche” und warnt davor, “aus Ängstlichkeit zum erstbesten Verfahren zu greifen”.

Körper-Scanner kann der Fachmann jedenfalls “aus heutiger Sicht nicht empfehlen”: Beim Nackt-Scannen werden drei verschiedene Scan-Arten verwendet: Röntgenstrahlen sowie die aktive und passive Terahertzmethode. Die ionisierenden Röntgenstrahlen sind die aggressivste Strahlenform. Beim “Körper-Scannen” ist die Strahlenbelastung zwar geringer als in der Medizin, gesundheitliche Nachteile sind aber laut Michel nicht auszuschließen. Und auch bei der aktiven Terahertzmethode ist der Körper einer elektromagnetischen Strahlung ausgesetzt. Lediglich die passive Terahertzmethode ist unbedenklich, weil sie die natürliche Strahlung des Menschen nutzt, diese ist dafür aber weniger sicher.

Das gesamte Interview der ÄrzteWoche mit dem Strahlungs-Fachmann ist hier online verfügbar.

Und meine Frage dazu lautet: Wenn dem -medizinisch durchleuchtet- so ist: Wer will schon auf eine Art und Weise den “Kampf gegen den Terror” unterstützen, die möglicherweise zur Bildung eines Tumors oder andere gesundheitliche Verschlechterungen mit sich bringen kann? Und vielleicht gibt es ja auch viel effizientere und nachhaltigere Mittel der Terrorismusbekämpfung, als von vorne herein in jedem Fluggast einen potentiellen Attentäter zu sehen…

Dienstag, 12. Januar 2010, von Elmar Leimgruber

Journalist des Jahres: ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender – Redaktion des Jahres: “Die Zeit”

ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender
Foto: ZDF/Sauerbrei

Nikolaus Brender, Chefredakteur des ZDF, wird vom deutschen “medium magazin” am 14. Januar in Berlin als “Journalist des Jahres” ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heisst es u.a. “Nikolaus Brender hat mit seinem konsequenten Beharren auf journalistische Unabhängigkeit Zeichen gesetzt, die über den eigenen Sender hinaus auf die ganze Medienbranche ausstrahlen”.

Als “Redaktion des Jahres 2009″ wird “DIE ZEIT” geehrt, “… weil sie mit Chefredakteur Giovanni di Lorenzo an der Spitze 2009 wie keine andere Zeitung der Medienkrise erfolgreich trotzte”.

Zudem wird der Preis “Journalist des Jahres” in zehn Fachkategorien vergeben. Die Gewinner sind:

  1. “Chefredakteur”: Bernd Ziesemer, “Handelsblatt”
  2. “Politik”: Volker Zastrow, “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung”
  3. “Wirtschaft”: Beat Balzli, Klaus Brinkbäumer, Ullrich Fichtner, Hauke Goos, Thomas Hüetlin, Christoph Pauly ,”Spiegel”
  4. “Kultur”: Frank Berberich, “Lettre international”
  5. “Sport”: Ronny Blaschke, freier Journalist
  6. “Unterhaltung”: Kai Diekmann, Chefredakteur “Bild” als “videoblogger in Chief” /www.kaidiekmann.de (der die Entgegennahme allerdings abgelehnt hat)
  7. “Wissenschaft”: Werner Bartens, “Süddeutsche Zeitung”
  8. “Reporter”: Alexander Osang, “Spiegel”
  9. In der Kategorie Regionaler Journalismus / Chefredakteur und Autor geht der Preis als “Chefredakteur” an Sergej Lochthofen (“Thüringer Allgemeine”, bis 1.12.09) und an Michael Ohnewald (“Stuttgarter Zeitung”)
  10. “Newcomer”: Ines Pohl, “taz”

Außerdem wird für 2009 ein Sonderpreis für politische Berichterstattung vergeben an Stefan Kornelius (”Süddeutsche Zeitung”).

Dienstag, 12. Januar 2010, von Elmar Leimgruber

What about “Frau Europa” Angela Merkel?

Time: “Frau Europa” Angela Merkel
Foto: Time/Laif/Butzmann

Sie ist vom renommierten amerikanischen “Time-Magazine” zur “Frau Europa” gekrönt worden: Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Niemand in Europa (und wohl auch darüber hinaus) hat es in den letzten Jahren so bravourös geschafft, den (künftigen) Kurs der Europäischen Union nicht nur entscheidend mitzuprägen, sondern weitgehend sogar vorzugeben. Daher ist Angela Merkel ohne Zweifel “Frau Europa” und sie verdient diesen Titel daher auch.

Doch seit Wochen hört man nichts von ihr. Und das ist besorgniserregend, orientieren sich doch die anderen Staatschefs seit Jahren an der grossen Angela. Was ist los mit der deutschen Bundeskanzlerin? Ich wage eine Deutung:

Mit den letzten Bundestagswahlen in Deuschland entschied sich Merkel, aus der laufenden Koalition mit der SPD auszusteigen und eine neue Koalition mit der FDP einzugehen. Und siehe da: die Wählen bestätigten den Willen der Staatschefin umzusteigen und ermöglichten ihr diese neue Regierungszusammenarbeit mit der FDP.

Und was Merkel vermutlich vollkommen unterschätzt hat ist, dass FDP-Chef Guido Westerwelle nicht nur aus Sympathie ihr gegenüber in die Regierung eingetreten ist, sondern auch um tatsächlich seine eigenen politischen Ziele -vor allem in den wichtigen Positionen als Vizekanzler und Aussenminister- umzusetzen.

Diesbezüglich dürfte die Kanzlerin Westerwelle wohl falsch eingeschätzt haben. Und der junge Neue bewegt und bestimmt inzwischen die Politik und die Themen in Deutschland, stellt Forderungen und entwickelt Pläne und er zeigt sein Profil auch der restlichen Welt, indem er andere Länder besucht.

Und die Reaktion von Angela Merkel darauf? Nichts, rein gar nichts.

So kennen wir die grosse Frau Europa nicht. Was ist geschehen?

Für amtsmüde halte ich sie keinesfalls, eher für deprimiert und freustriert angesichts ihrer derzeitigen neuen politischen Rolle, in der sie ausgerechnet von demjenigen demontiert und ihrer Macht enthoben wurde, der ihr seine Macht verdankt (wie das im Laufe der Geschichte so häufig vorkommt). Angela Merkel kann diese neue Situation vermutlich immer noch nicht so richtig fassen, nicht nachvollziehen, wie das passieren konnte, wo sie doch üblicherweise jene ist, die alles bedenkt und klare Entscheidungen trifft, die fast jeder mittragen und dank ihrer natürlichen Autorität auch mittragen will.

Und plötzlich bestimmt ihr Günstling Guido die gesamte Politik. Das muss enttäuschen, das muss Selbstzweifel nähren und das führte Frau Merkel wohl auch in eine Art politische Midlifecrisis. Nur von daher lässt sich ihre aktuelle Passivität -die keinesfalls mit Gleichgültigkeit oder Desinteresse zu verwechseln ist- erklären. Und sie braucht daher sicher ihre Zeit, um zu überlegen, wie es weitergehen soll und muss: Diese Zeit sollte man ihr auch zugestehen.

Eines aber ist sicher: Mittelfristig muss Angela Merkel eine klare Entscheidung treffen: Hält sie sich nun für altes Eisen, das man besser entsorgt oder will sie weiterhin Verantwortung für Deutschland und Europa tragen. Es gibt nur diese beiden Alternativen für die Kanzlerin. Denn ein Schattendasein unter dem gewachsenen neuen Vizekanzler Westerwelle zu führen, ist zutiefst unbefriedigend und auch unwürdig für Merkel.

Ihr Rücktritt würde mich zwar persönlich enttäuschen, weil ich sie nicht für einen schwachen Menschen halte, der aufgibt, wenn es schwierig wird: Bitte nicht vergessen: Merkel hat bis vor Kurzem noch jede “unmögliche” Situation gemeistert und sie hat Europa auch (zumindest vorübergehend) massgeblich aus der Wirtschaftkrise herausgeholt. Aber besser, sie tritt zurück und geniesst ihren wohlverdienten Ruhestand als dass sie ihre Führungsrolle für ein geeintes Europa aufgeben muss und nur noch zu einer Hintergrundschachfigur verkommt.

Die “Time” schreibt am Cover: “Angela Merkel hat mehr Power als jeder Leader am Kontinent: Was wird sie damit machen?” Und weil ich das genauso sehe, bevorzuge ich eine starke Angela Merkel, die sich rasch von ihren Enttäuschungen erholt und in ihre politische Verantwortung für Deutschland und Europa zurückkehrt. Ich wünsche mir für mich, für Deutschland und für Europa eine Angela Merkel, die einen klaren Weg in die Zukunft sieht und ihn mutig vorauszugeht. Ich will eine Bundeskanzlerin Angela Merkel, die auch bereit ist, koalitionsinternen Streit zu riskieren, wenn es der gemeinsamen europäischen Zukunft und dem Wohle aller dient.

Wenn die Bundeskanzlerin wieder bereit ist, klare Visionen einer besseren Welt und Zukunft zu haben und Ihre Führungs- und Verantwortungsfunktion für Europa pflichtbewusst wahrzunehmen, also erneut Frau Europa zu sein, dann werden ihr nicht nur ihre eigene Partei, die CDU, und die anderen europäischen Länder folgen, sondern auch ihr Koalitionspartner: davon bin ich überzeugt.

Daher: Bitte Angela komm zurück und zeig uns deine Power und dein Herz für Europa!

Dienstag, 29. Dezember 2009, von Elmar Leimgruber

Tabak und Schall und Rauch

Ach wie schön: das neue Jahr naht und damit nahen auch jene guten Vorsätze, die wiederum mit Sicherheit -wenn überhaupt- dann nur sehr kurz leben. Das ist ein bissi die Tragik in Vorsätzen: man meint sie zwar mit dem Kopf zuweilen recht ernst, jedoch widerstreben diese zu oft den eigenen Wünschen und Bedürfnissen: und daher klappts auch nicht wirklich mit der Umsetzung.

Einer dieser guten Neujahrsvorsätze, der für die Meisten auf Dauer nicht funktioniert ist der Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören: Anderer Gesundheit zu schädigen, ist meist ein schwaches Argument dagegen und selbst das Wissen, sich selbst auf Dauer schwerwiegend zu schädigen, hält die wenigsten davon ab, komplett mit dem Rauchen aufzuhören:

Für wenige ist es nur Genuss, für manche überdeckt die Zigarette in der Hand die eigene Unsicherheit in Gesprächen mit anderen, bei manchen ist sie Zeichen eines sehr schwachen Charakters und das Bedürfnis, sich anderen anzupassen und einfach “dazuzugehören”, manche “bestrafen” sich unterbewusst damit, für viele ist es eine eine Sucht, von der sie psychisch nicht loskommen, und die meisten leiden auch (unzugegebenermassen) darunter.

Ich verurteile niemanden für seine Schwächen (solche hat jeder Mensch), auch nicht jene Menschen, die vom Laster des Rauchens einfach nicht loskommen. Mit manchen Menschen leide ich einfach mit. Und gesundheitliche Rücksicht auf andere ist wichtiger als spontane persönliche Bedürfnisse.

Obwohl ich strikt dagegen bin, Menschen ihr “Glück” von oben her aufzuzwingen: in diesem Fall sind kleine Hilfen von oben sicher sinnvoll:

Ialien war bis vor ein paar Jahren DAS Raucherland. Und ein Kaffee Espresso nach dem Essen, am Morgen, am Nachmittag und überhaupt war für die meisten Menschen untrennbar mit einer Zigarette oder mehr verbunden. Die Kaffeebars waren zu gewissen Zeiten überfüllt von Menschen, die ihren Espresso tranken und dabei rauchten. Seit einigen Jahren gilt in Italien generelles Rauchverbot in Bars und Gastronomie. Und siehe da: es klappt tatsächlich: DIE Rauchernation hat sich umgestellt. Es wird grundsätzlich viel weniger geraucht als noch vor Jahren, was für die Gesundheit aller sehr gut ist und wer dennoch weiterraucht, der macht das ausserhalb des entsprechendes Lokals auf eigens aufgestellten Tischen (im Winter oft auch überdacht).

Was aber in Italien funktioniert, das im Allgemeinen eher emotional vorgeht, das klappt in Österreich und Deutschland sicherlich auch.

Halbherzige Lösungen, wie derzeit in Österreich, bringen auf Dauer überhaupt nichts. Und es stimmt: wenn man im selben Ort beim einen Wirt rauchen darf und beim anderen nicht, dann wechseln die Raucher natürlich zu jenem, wo sie rauchen können.

Jedoch zu glauben -und damit polemisiert die Gastronomie zu Unrecht- dass die Leute weniger zum Wirt gehen, wenn sie nicht rauchen dürfen, das trifft einfach nicht zu und schürt unnötige Ängste: Das “Ausgehen” ist ein Grundbedürfnis und das wird daher auch in Zukunft gestillt werden. Man wird halt dort nicht mehr rauchen, aber treffen wird man sich weiterhin. Es muss nur ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie geben und nicht: beim Einen darf man, beim anderen nicht; das würde manche Lokale benachteiligen.

Und nur am Rande gefragt: warum ist das Telefonieren -im Gegensatz zum Rauchen- im Auto gesetzlich verboten, während man zum Anzünden einer Zigarette garantiert weniger konzentriert fahren kann als wie wenn man ein Handy am Ohr hat? Aus Sicherheitsgründen sollte daher auch ein generelles Rauchverbot in Autos angedacht werden.

Zusammengefasst: Niemand muss aufhören zu rauchen, aber jeder ist dazu eingeladen: dies fördert die eigene Gesundheit und ist rücksichtsvoll anderen gegenüber. Aber wer nicht will oder nicht kann, der sollte eben auf andere Rücksicht nehmen (müssen) und in Anwesenheit jener (vor allem von Kindern) in Räumlichkeiten nicht rauchen: Da aber in den meisten Lokalen rücksichtslos einfach geraucht wird und nicht freiwillig darauf verzichtet wird, muss es leider gesetzlich geregelt werden: Der Schutz von Nichtrauchern und deren Gesundheit muss höher stehen als spontane Bedürfnisse Einzelner: es muss ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie her.

Österreichs Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) will das geltende österreichische Wischi-Waschi-Rauchverbotsgesetz jetzt überprüfen und eventuell (wegen Nichtumsetzung durch die Gastronomie) verschärfen. Es ist wünschenswert, dass dies nicht nur eine belanglose Neujahrsrede ist, sondern dass auch Taten folgen werden.

P.S.: Viele angepasste “Gesellschaftsraucher” sind sogar dankbar über ein solches Rauchverbot in Lokalen, weil es ihnen eine Hilfe ist, nicht auch rauchen zu “müssen”. Ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie ist also erstrebenswert und es fördert die Gesundheit aller.

Freitag, 25. Juli 2008, von Elmar Leimgruber

Über die Transatlantischen Beziehungen

Ich oute mich hiermit als USA-Fan, obwohl ich diese Staatengemeinschaft noch nie real besuchen konnte. Und ich erwarte mir ein besseres Amerika, sollten die (Nord-)Amerikaner vernünftig genug für einen politischen Wechsel sein, was ich natürlich hoffe.
Dieser Hoffnungskandidat als neuer Präsident der USA, Barack Obama, hielt eine durchaus beeindruckende Rede im historischen Berlin, in der es vor allem um die transatlantischen Beziehungen ging.
Natürlich gehören Europa und die USA zusammen, gar keine Frage. Und natürlich können die großen Probleme der Menschheit nur gemeinsam gelöst werden. Und natürlich braucht es in Zukunft eine intensive und bessere Zusammenarbeit als bisher.
Aber dann muss sich auch das Denken der Vereinigten Staaten dahingehend ändern, dass auch sie nicht alles tun und lassen dürfen, was ihren Interessen dient ohne Rücksicht auf Europa: Wenn es eine intensive Zusammenarbeit geben soll, was ich mir wünsche, dann muss es ein wirkliches Miteinander sein, in dem nicht immer die USA den Kurs vorgeben und Europa mit muss, sondern wo die wichtigen Entscheidungen auch gemeinsam getroffen und dann umgesetzt werden.
Ich wünsche mir für die USA und für Europa, dass Barack Obama diese Größe hat und dass er neuer Präsident der Vereinigten Staaten wird, der in Weisheit und Weitsicht regiert.

Montag, 21. Juli 2008, von Elmar Leimgruber

Bravo Angela: Obama darf reden:-)

Vor einigen Tagen habe ich hier gefordert, dass Deutschlands starke Chefin Angela Merkel mutig sein soll. Und siehe da: sie ist mutig:
Der US-demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama darf vor der Siegessäule in Berlin sprechen. Das ist zwar nicht das Brandenburger Tor; vor dem dürfte aber jeder US-Präsident sprechen, egal, wer die Wahl gewinne, so Merkel. Und sie freue sich schon, mit Obama Gespräche zu führen.
Hauptsache er darf nun sprechen und die große Angela nimmt ihn ernst.

Donnerstag, 17. Juli 2008, von Elmar Leimgruber

Unnötiges Opportunistentum

Deutschlands Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) kritisiert die derzeitige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen ihrer China-Politik. Es stört ihn, dass Merkel Chinas Staatsfeind Nr. 1, den Dalai Lama empfangen hat. Und entgegen ihrer Absage will Schröder an den Olympischen Spielen in China teilnehmen.
Welche Glaubwürdigkeit hat denn Schröder? Und was erwarten wir uns von einem Mann, der zwar Kanzler der sozialdemokratischen Partei war, der aber während seiner Regierungszeit weder die sozialen Anliegen der Bevölkerung ernstgenommen hat und nun seit seinem Abgang als Staatschef einen hochbezahlten Job als Aufsichtsrat einer Tochterfirma der äußerst umstrittenen Gazprom beim russischen (Ex-)Präsidenten Wladimir Putin einnimmt? Wie könnte sower auch für die Einhaltung der Menschenrechte eintreten, wo man die große “Kohle” in und mit China ja nur machen kann, wenn man kuscht wie er.
Manchmal wäre Schweigen Gold, gell Gerhard.

Freitag, 11. Juli 2008, von Elmar Leimgruber

Obama sei Kennedy!

In Deutschland gibt es derzeit einen großkoalitionären Streit darüber, ob der amerikanische demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama wie einst J.F. Kennedy vor dem Berliner Brandenburger Tor eine Rede halten darf oder nicht. Die SPD ist dafür, die CDU, allen voran Bundeskanzlerin Merkel, hat Probleme damit, angeblich, weil das Weisse Haus mit noch Präsident Bush die deutsche Regierung unter Druck setzt.
Ja seit wann denn lässt sich die resolute und selbstbewusste deutsche Staatschefin von irgendwem unter Druck setzen? Nur Mut Angela; auch in diesem Fall!