Dienstag, 14. Dezember 2010, von Elmar Leimgruber

New Peaceful Music: “MYSTIC Christmas”

Christmas is time for Peace and for Soul and for Heart.

Here is your Mystic Music for the Years Best Time:

“MYSTIC Cristmas” by elmadonmusic:

Enjoy 10 heavenly Trance songs from elmadon & magnam gloriam in mystical Style and as Bonustracks 3 Dancing Versions including the New Year Eves “Radetzky March”.

Tracklist:

1 Magnam Gloriam Te Deum 00:02:25
2 Elmadon Es Wird Schon Glei Dumpa 00:10:32
3 Magnam Gloriam What Child Is This (Greensleeves) 00:02:49
4 Magnam Gloriam Sanctus (Mystic Version 2010) 00:03:15
5 Magnam Gloriam Benedictus (Peaceful Christmas Version) 00:02:41
6 Magnam Gloriam & Elmadon Amacing Grace (Mystic Christmas Version) 00:03:57
7 Magnam Gloriam & Elmadon Es Ist Ein Ros Entsprungen (Mystic Version 2010) 00:04:24
8 Magnam Gloriam Gloria (Merry Christmas Mystic Trance Edit) 00:03:20
9 Elmadon Alle Jahre Wieder (Organ Version 2010) 00:04:28
10 Magnam Gloriam & Elmadon Adeste Fideles (Mystic Version 2010) 00:03:36
11 Bonustrack: Magnam Gloriam & Elmadon Adeste Fideles (Radio Edit 2010) 00:02:57
12 Bonustrack: Elmadon Alle Jahre Wieder (Dj Version 2010) 00:06:18
13 Bonustrack: Magnam Gloriam & Elmadon Radetzky Marsch (Happy New Year Version) 00:04:00

Hear your favorite mystical music now for free:

Freitag, 10. Dezember 2010, von Elmar Leimgruber

10. Dezember: Standpunkte zum Tag der Menschenrechte


Heute vor 62 Jahren wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris die “Allgemeine Erklärung der Menschenrechte” (hier downloadbar) verabschiedet und verkündet: “An diesem Tag der Menschenrechte sollen diejenigen uns inspirieren, die unsere Welt gerechter machen wollen,” sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon anlässlich des heutigen Tages der Menschenrechte: “Die Menschenrechte sind die Grundlage von Freiheit, Frieden, Entwicklung und Gerechtigkeit – und das Herz der Arbeit der Vereinten Nationen auf der ganzen Welt”.

Menschenrechtsverteidiger “spielen eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Diskriminierung” und haben “die gemeinsame Verpflichtung, Fehlverhalten zu entlarven, gefährdete Menschen zu schützen und der Straflosigkeit ein Ende zu bereiten”. “Sie können Teil einer zivilgesellschaftlichen Organisation sein, ein Journalist oder auch ein einzelner Bürger, der durch den Missbrauch in seiner Umgebung angespornt wird, etwas zu tun”. Aber “in vielen Ländern werden sie gefoltert, geschlagen und ermordet”. Daher haben wir “an diesem Tag der Menschenrechte die Gelegenheit, den Mut und die Errungenschaften der Menschenrechtsverteidiger zu würdigen. Wir wollen auch versprechen, mehr zu tun, um ihre Arbeit zu schützen” und “erinnern wir uns daran, dass jeder – unabhängig von seinem Hintergrund oder seiner Ausbildung – ein Verfechter der Menschenrechte sein kann,” so der UNO-Generalsekretär.

Anlässlich des internationalen Tages der Menschenrechte am 10. Dezember appellieren das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR und UNICEF Österreich, Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, an das österreichische Parlament, die UN-Kinderrechtskonvention uneingeschränkt in die Verfassung aufzunehmen. “Kinderrechte sind unteilbar und müssen auch für Asyl suchende Kinder, sowie Flüchtlings- und Migrantenkinder gelten, unabhängig von ihrem Zuwanderungsstatus und unabhängig von ihrer Nationalität”, erklärte Christoph Pinter, Leiter der UNHCR-Rechtsabteilung in Österreich.

Dieselben Forderungen wie von UNICEF kommen auch von der Initiative “Gegen-Unrecht: Kinder gehören nicht ins Gefängnis” von Caritas, Diakonie, SOS-Kinderdorf und Amnesty International an die Bundesregierung. Landau, Chalupka, Moser und Patzelt betonen: “Kinderrechte müssen für alle Kinder in unserem Land gelten!”

“Religionsfreiheit ist ein grundlegendes Menschenrecht”, und dennoch seien die Christen die weltweit am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft. Daran erinnert Österreichs Missio-Nationaldirektor, Leo Maasburg, am Tag der Menschenrechte. “Glaubens- und Kultusfreiheit, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit gehören zum Grundbestand der Menschenrechte”. Immer wieder aber würden Christen weltweit -vor allem in China, Indien, im Irak und Sudan- Opfer von Diskriminierung, Folter, Zwangskonversion, Vertreibung, Vergewaltigung und Mord: “Mehr als 200 Millionen Christen werden derzeit in mehr als 50 Ländern wegen ihres Glaubens verfolgt” und “und 80 Prozent aller wegen ihres Glaubens verfolgten Menschen sind Christen”.”Bei Menschenrechtsverletzungen wegzuschauen, hat todbringende Folgen”, betont Massburg.

Dabei werde der Artikel 18 der UN-Menschenrechtserklärung rigoros missachtet – das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, kritisiert Massburg. Aber selbst in Europa “greifen eine zunehmende Christophobie und Angriffe auf das Recht der Religionsfreiheit um sich:” Aber “nicht das Recht, seine eigene Religion weiterzugeben, also zu missionieren, gefährdet den Frieden,” sondern die Unterdrückung der Verkündigung des jeweiligen Glaubens gefährdet die Freiheit aller und somit den Frieden”, so Maasburg.

20 christliche Organisationen haben sich daher in der Plattform “Solidarität mit verfolgten Christen” zusammengetan, um auf die zunehmende Diskriminierung und Verfolgung von Christen in vielen Ländern der Welt aufmerksam zu machen: Heute von 12 bis 17 Uhr wird auf dem Stock-im-Eisen-Platz über Christenverfolgungen in aller Welt informiert und um 17.15 Uhr folgt ein Fackelzug von der Staatsoper zum Stephansdom mit anschließendem ökumenischen Gottesdienst im Stephansdom mit Weihbischof Franz Scharl.

Die Verfolgung Andersgläubiger “im Namen Gottes” sei besonders schmerzlich und “schlechthin blasphemisch” hatte der Präsident der Stiftung “Pro Oriente”, Hans Marte, am Montag bei einer Pressekonferenz der Plattform “Solidarität mit verfolgten Christen” erklärt: Er appellierte an die Muslime in Österreich, sich für die Freiheitsrechte der Christen in islamisch dominierten Ländern einzusetzen. Die Lage vieler Christen in diesen Ländern sei unerträglich geworden, so Marte.

Und der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland, Martin Schindehütte, hat anlässlich des Tages der Menschenrechte an die vielen politischen Gefangenen erinnert, die wegen ihres Einsatzes für die Meinungsfreiheit weltweit in Gefängnissen sitzen. “Es ist unerträglich und nicht hinzunehmen, dass ein Mensch wegen seiner politischen Auffassung eingesperrt wird, zumal wenn er seine Auffassung ohne Gewalt vertritt”, sagte Schindehütte in Hannover.

Donnerstag, 9. Dezember 2010, von Elmar Leimgruber

Kardinal Schönborn erneuert sein Führungs-Team

Die neue Pastoralamtsleiterin der Erzdiözese Wien, Veronika Prüller-Jagenteufel
Foto: Erzdiözese Wien

Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, hat am 8. Dezember die wichtigsten zu ernennenden Führungspositionen in der Erzdiözese Wien ausgetauscht. Nachdem der Kardinal schon vor Jahren eine Frau, Christine Mann, mit der Führung des kirchlichen Schulamtes betraut hatte, übernimmt mit Beginn des kommenden Jahres nicht ein Priester, sondern mit Veronika Prüller-Jagenteufel erstmals eine Frau das wichtigste diözesane Amt nach dem Generalvikar, das Pastoralamt.

Neuer Generalvikar und neben den Weihbischöfen wichtigster Mitarbeiter des Erzbischofs wird der bisherige Regens des Wiener Priesterseminares Nikolaus Krasa. Sein Nachfolger wird der bisherige Sub-Regens Richard Tatzreiter.

Der bisherige Generalvikar Franz Schuster legt laut dem Pressedient der Erzdiözese Wien seinen langjährigen Posten auf eigenen Wunsch mit Ende dieses Jahres zurück, während der bisherige Leiter des Pastoralamtes, Michael Scharf, dessen Geistlicher Assistent wird. “Die kommenden Jahre werden nicht einfach sein und große Anforderungen stellen,” betonte Kardinal Schönborn: “Im Vertrauen auf die Führung Gottes, die wir in den letzten Jahren in der Erzdiözese Wien so deutlich erfahren haben, gehe ich gemeinsam mit unseren Priestern, Diakonen, Ordensleuten, den vielen engagierten Christen vertrauensvoll in die Zukunft,” erklärte der Wiener Erzbischof.

Nikolaus Krasa übernimmt die Verwaltung der Erzdiözese Wien als Generalvikar
Foto: Erzdiözese Wien

Der neue Generalvikar Nikolaus Krasa studierte zunächst Physik und Chemie, anschliessend Theologie in Wien und nach seiner Priesterweihe am Päpstlichen Bibelinstitut in Rom, bevor er -wiederum in Wien- seine Disseration schrieb. Im Jahr 2003 wurde er Regens des Wiener Priesterseminars. Das “Herz der Diözese”, das Priesterseminar wird künftig von Richard Tatzreiter geleitet, der an der päpstlichen Gregoriana Universität seine Studien absolvierte. Bald nach seiner Priesterweihe wurde er Sekretär von Kardinal Schönborn und promovierte 2009 in Wien zum Thema “Kollegialität der Presbyter” (Priester). Seit 2006 war er Subregens des Wiener Priesterseminars, seit 2009 auch Begleiter der Neupriester.

Richard Tatzreiter leitet künftig das Wiener Priesterseminar
Foto: Erzdiözese Wien

Die neue Pastoralamtsleiterin der Erzdiözese Wien, Veronika Prüller-Jagenteufel, wurde nach ihrem Theologiestudium Assistentin am Institut für Pastoraltheologie und von 1998-2010 Chefredakteurin der Zeitschrift “Diakonia – Internationale Zeitschrift für die Praxis der Kirche”. 2001 promovierte sie in Pastoraltheologie. Sie war unter anderem für die Caritas Socialis tätig, sie ist diözesan beauftragte geistliche Begleiterin und seit 2008 auch Geistliche Assistentin der Katholischen Frauenbewegung der Erzdiözese Wien. “Ich wünsche mir eine ‘Gründerzeit’ in der Kirche”, sagt die neue Wiener Pastoralamtsleiterin anlässlich ihrer Ernennung.

Montag, 6. Dezember 2010, von Elmar Leimgruber

Europäischer Filmpreis für Roman Polanski

Am Wochenende wurde der Europäische Filmpreis vergeben. Im Gegensatz zu anderen Prämierungen, wo eine Jury oder das Publikum die Ausgezeichneten wählen, sind es hier die Filmschaffenden selbst, die entscheiden, wer die Preise erhält. Ingesamt 2300 Mitglieder der Europäischen Filmakademie wählten: Der grosse Sieger der von Anke Engelke und Märt Avandi moderierten Zeremonie in der derzeitigen Kulturhauptstadt Europas, Tallinn, war Roman Polanski, der alle wichtigen Preise abkassiert, darunter Bester Film und beste Regie für “The Ghostwriter”. Bester Schauspieler ist hier Ewan McGregor, beste Schauspielerin Sylvie Testud. Den Preis für das Lebenswerk erhielt der deutsche Schauspieler Bruno Ganz.

Der deutsche Schauspieler Bruno Ganz erhielt den Europäischen Filmpreis für sein Lebenswerk
Foto: Scanpix Baltics/Karli Saul

Alle Ausgezeichneten des Europäischen Filmpreises 2010 im Einzelnen:

EUROPEAN FILM 2010
THE GHOST WRITER, France/Germany/UK
directed by Roman Polanski
written by Robert Harris & Roman Polanski
produced by Robert Benmussa, Alain Sarde & Roman Polanski

EUROPEAN DIRECTOR 2010
Roman Polanski
for THE GHOST WRITER

EUROPEAN ACTRESS 2010
Sylvie Testud in LOURDES

EUROPEAN ACTOR 2010
Ewan McGregor in THE GHOST WRITER

EUROPEAN SCREENWRITER 2010
Robert Harris & Roman Polanski for THE GHOST WRITER

CARLO DI PALMA EUROPEAN CINEMATOGRAPHER AWARD 2010
Giora Bejach for LEBANON

EUROPEAN EDITOR 2010
Luc Barnier & Marion Monnier for CARLOS

EUROPEAN PRODUCTION DESIGNER 2010
Albrecht Konrad for THE GHOST WRITER

EUROPEAN COMPOSER 2010
Alexandre Desplat for THE GHOST WRITER

EUROPEAN DISCOVERY 2010- Prix FIPRESCI
LEBANON, Israel/Germany/France
written & directed by Samuel Maoz
produced by Moshe Edery, Leon Edery, David Silber, Uri Sabag, Einat Bickel, Benjamina Mirnik & Illan Girard

EUROPEAN FILM ACADEMY DOCUMENTARY – Prix ARTE 2010
NOSTALGIA DE LA LUZ (Nostalgia for the Light), France/Germany/Chile
Directed by Patricio Guzmán

EUROPEAN FILM ACADEMY ANIMATED FEATURE FILM 2010
THE ILLUSIONIST by Sylvain Chomet

EUROPEAN FILM ACADEMY SHORT FILM 2010
HANOI – WARSZAWA (Hanoi – Warsaw), Poland
by Katarzyna Klimkiewicz

EUROPEAN CO-PRODUCTION AWARD – Prix EURIMAGES 2010
Zeynep Özbatur Atakan, producer

EUROPEAN FILM ACADEMY LIFETIME ACHIEVEMENT AWARD
Bruno Ganz, actor

EUROPEAN ACHIEVEMENT IN WORLD CINEMA 2010
Gabriel Yared, composer

PEOPLE’S CHOICE AWARD for Best European Film 2010
MR. NOBODY written and directed by Jaco van Dormael
produced by Philippe Godeau

Sonntag, 5. Dezember 2010, von Elmar Leimgruber

A Musical Christmas mit den Vereinigten Bühnen Wien

Die Musical Christmas Solisten 2010 mit Ensemble

Entgegen sonstigen Gepflogenheiten: Hier kommt das Beste zuerst: Carin Filipcic ist und bleibt DER weibliche Star am Musical-Himmel: sie rührt zu Freudentränen mit ihrer wunderschönen Stimme und ihren herzlichen Interpretationen. Vor allem “Gabriella’s Song” aus dem Film “Wie im Himmel”, gesungen von Filipcic, entführt das Publikum in traumhaft schöne Himmels-Welten, aus denen man eigentlich nicht wieder so schnell in die Wirklichkeit zurückkehren möchte. Ähnliches passiert auch bei “Cantique De Noel (O Holy Night)” und “When Christmas comes to Town” gesungen im Duett von Filipcic und Wietske van Tongeren: die beiden Frauen sind ein musikalisches Traumpaar.

Das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien unter Koen Schoots mit Solisten und Ensemble

Der männliche Top-Star des Abend war jedoch nicht erwartungsgemäss Uwe Kröger, sondern Dennis Kozeluh: er hat eine wohltuend angenehme Stimme und es gelingt ihm jederzeit, diese auch optimal sowohl technisch, als auch emotionell einzusehen: für mich war er die grosse Überraschung des Abends: ein musikalischer Hochgenuss. Kröger hingegen enttäuschte vor allem stimmlich und stimmungsmässig bei den amerikanischen Christmas-Classics, wenn er auch “Meine Herzwunschliste” („My Grown Up Christmas List“) durchaus ok, aber dennoch nicht wirklich authentisch zu singen vermochte: Bereitet es ihm vielleicht nicht wirklich Freude, Weihnachtslieder zu singen?.

Rasmus Borkowski und Caroline Vasicek (sie glänzt vor allem beim von ihr niederländisch vorgetragenen Song “Koppången” und er als mit ihr als dem Christkind streitender Weihnachtsmann) und das Gesangs- und Tanzensemble bringen ebenfalls gute Leistungen, genauso wie das an diesem Abend grosse Orchester der Vereinigten Bühnen Wien (auf der Bühne) unter der Leitung von Koen Schoots grossteils vorbildlich musiziert. Und mich persönlich hat besonders die Interpretation des alpenländischen “Es wird scho glei dumpa” sehr gefreut, zumal die meisten Songs des Abend ja aus den USA stammten.

Zusammengefasst: Ja, “A Musical Christmas 2010″ lohnt sich sehr: Es ist ist eine gute Produktion, um sich auf Weihnachten einzustellen: sie ist musikalisch hochwertig, bietet Songs für jeden Geschmack und dazu gibts noch lustige Szenen. Und vor allem auf Carin Filipcic und Dennis Kozeluh darf man sich ganz besonders freuen: Dann kann Weihnachten kommen.

“Musical Christmas 2010″ kann noch am 5.12. um 18.00 Uhr, sowie am 18.12. um 15.00 Uhr und um 19.30 Uhr im Wiener Ronacher live erlebt werden, zudem in einer Tourneefassung jeweils um 20.00 Uhr am 8. Dezember in der Listhalle Graz, am 09. Dezember in der Messearena Klagenfurt, am 10. Dezember in der Big Box in Kempten, am 12. Dezember im Congress Saal Tirol in Innsbruck, am 13. Dezember  im Deutschen Theater in München und am 15. Dezember in der Sporthalle Amstetten.

Und hier können Sie in die aktuelle Produktion 2010 von “Musical Christmas” vor- und nachhören:

Samstag, 4. Dezember 2010, von Elmar Leimgruber

Thomas Borcherts besinnlich-charmante Jazz-Weihnacht in Wien

“Thomas Borchert Besinnlich” im Wiener Akzent

Er hatte bestimmt nicht seinen besten Tag am 3. Dezember im Wiener Akzent. Zu “müde”, ja teilweise etwas instabil wirkte seine Stimme an diesem Abend, vor allem bei seinen Musical-Songs “Bring ihn heim” aus “Les Miserables” und “Musik der Nacht” (viel zu viel Interpretation zu Lasten der Musik) aus dem “Phantom der Oper”.

Ja selbst sein Meistersong “Die unstillbare Gier” aus dem “Tanz der Vampire” klang an diesem Abend weniger kraftvoll und energiegeladen als ich Thomas Borchert sonst gewohnt bin. Aber das Interessante ist: Wie Alexander Goebel ihn vor einigen Jahren beim Donauinselfest angekündigt hat, das scheint tatsächlich auch nach wie vor zuzutreffen: “Auch an seinem schlechtesten Tag singt er uns alle unter den Tisch”.

Thomas Borchert

Thomas Borchert hatte an diesem Abend kein volles Orchester, sondern war “unpluggend” nur mit Klavierbegleitung (bravourös gemeistert von Marina Komissartchik) zu hören. Vor allem im ersten Teil des Konzertes war zudem auch der “Hall” nicht optimal eingestellt. Und trotzdem war “Borchert Besinnlich” ein wunderbarer und genussvoller Abend:

Einerseits konnte man ihn hier auch selbst Klavier spielend und swingend und mit gänzlich neu arrangierten und interpretierten Versionen bekannter deutscher Weihnachtslieder erleben, andererseits hat Borchert Humor, ja sogar Entertainer-Qualitäten. Und er gibt zudem einen vorbildlichen Geschichten-Erzähler bzw. Vorleser. Die von ihm vorgetragene Weihnachtsgeschichte stammt übrigens nicht von einem “Anonymus”, sondern vom Marburger Propst Helmut Wöllenstein.

Zusammenfassend hiesst dies: der Abend mit Thomas Borchert hat sich voll und ganz gelohnt: Einerseits waren seine eigenwillig jazzigen Interpretationen von klassischen Weihnachtsliedern eine sensationelle Ohrenweide (teils dachte ich dabei unwillkürlich an Roger Cicero). Andererseits blühte er bei manchen seiner Musical-Songs sichtlich auf, und dies nicht nur bei seinen charmanten äusserst gelungenen Duetten mit Lisa Antoni (z.B. “True Love”), sondern auch beispielsweise in “Schliess dein Herz in Eisen ein” aus dem Musical “Mozart”. Und dass er es auch noch gewagt hat, das “Stille Nacht” im Duett mit Lisa Antoni zu singen, und dies würdevoll, aber dafür frei von jeglichem Geschnülze, hierfür gebühren ihm Dank und Anerkennung:

Thomas Borchert ist eben ein grossartiger Künstler, den man immer wieder von Herzen gern hört und vor allem auch gern live erlebt. Ja Borchert ist einer von jenen wenigen Sängern,  wo sich sich selbst dann Konzerte mit ihnen voll lohnen, wo sie vielleicht nicht gerade ihren besten Tag haben.

Und hier können Sie in die Musik von Thomas Borchert hineinhören:

Freitag, 3. Dezember 2010, von Elmar Leimgruber

Diakonie fordert: Behinderte endlich versichern

Diakonie-Direktor Michael Chalupka
Foto: diakonie.at Barbara Krobath

20.000 Menschen mit Behinderung arbeiten zwar in Österreich, sind jedoch nicht sozialversichert. Auf diesen Misstand weist am heutigen internationalen Tag der Menschen mit Behinderung das österreichische evangelische Sozialhilfswerk Diakonie hin: “Menschen mit Behinderungen, die in Beschäftigungstherapie Werkstätten arbeiten, gelten immer noch nicht als gleichwertige Mitglieder unserer Gesellschaft. Obwohl sie oft jahrelang beschäftigt und längst erwachsen sind, können sie keinen eigenen Pensionsanspruch erwerben. Das liegt daran, dass diese Menschen in Österreich als “arbeitsunfähig” eingestuft werden und ihre Tätigkeit nicht als Erwerbstätigkeit anerkannt wird.”, kritisiert Diakonie-Direktor Michael Chalupka.

Die Diakonie hat daher im November 2010 eine österreichweite Kampagne gestartet und ruft dazu auf, ihr Anliegen für Menschen mit
Behinderungen gegenüber Sozialminister Rudolf Hundstorfer zu unterstützen. Aus Anlass des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen am 3. Dezember erinnert Chalupka daran, dass in Österreich immer noch 20.000 Menschen arbeiten, ohne Anspruch auf eine eigenständige Sozialversicherung zu erlangen.

Vor zwei Jahren ratifizierte Österreich die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die das Recht auf Arbeit und ein selbstbestimmtes Leben für Menschen mit Behinderungen deklariert. Auch im aktuellen Regierungsprogramm ist eine eigenständige Sozialversicherung für Menschen mit Behinderungen in Werkstätten vorgesehen.

Chalupka dazu: “Bis jetzt konnte lediglich eine Unfallversicherung erreicht werden. Das ist ein guter erster Schritt, aber es braucht
noch mehr. Menschen mit Behinderung wollen und können in die Arbeitswelt integriert werden, und das muss auch als Erwerbsarbeit
anerkannt werden. Damit sich daraus Arbeitnehmerrechte ableiten lassen, wie sie heute selbstverständlich sind: Kranken- und Pensionsversicherung, Urlaubs- und Gehaltsansprüche, Arbeitsschutzgesetze und gesetzliche Selbstvertretungsrechte.”

Mittwoch, 1. Dezember 2010, von Elmar Leimgruber

Südtiroler Jugendblasorchester beeindruckt Wien

Das Südtiroler Jugendblasorchester im Wiener Konzerthaus

Sie sind ein Auswahlorchester aus jugendlichen Musikanten aus Südtirol und es ist die Chance für Musikbegabte zwischen 16 und 30 Jahren: Das Südtiroler Landesjugendblasorchester. Im Sommer dieses Jahres wurden sie von namhaften Instrumentalisten bei einer Orchesterwoche in Schlanders geformt und anschliessend fanden zwei Konzerte in Südtirol statt und ein drittes nun erstmals im Wiener Konzerthaus. Die einstudierte Literatur ist hochanspruchsvoll und dennoch gelingt dessen Interpretation dem Orchester auch:

Alexander Perathoner aus dem ladinischen Teil Südtirols, dem Grödnertal, ist ein ganz aussergewöhnlicher Hornist: bereits im Alter von 20 Jahren wurde er Mitglied des Südtiroler Haydn Orchesters. Bei diesem Konzert bewies er einmal mehr, dass er auf dem selben hohen Niveau wie die bekanntesten Hornisten weltweit derzeit sein Instrument beherrscht: Die Rhapsody for Horn, Wind and Percussion von Jan Van der Roost interpretierte er nicht nur mit technischer Bravour, sondern auch mit viel Gefühl aus Ausdruck.

Der Südtiroler Hornist Alexander Perathoner und der oberösterreichische Dirigent Thomas Doss

Die Symphony No. 4 von des amerikanischen Komponisten David Maslanka ist ein hochanspruchsvolles musikalisch sehr vielseitiges Werk, das sich jedoch teilweise “zieht”. Hymnen und Choräle bilden das Fundament der Komposition in 6 Episoden, die traumähnlich ineinander übergehen. Ein weiterer Grundgedanke der Komposition ist die Vereinigung der verschiedenen Menschenrassen. Die Inspiration hierfür findet Maslanka im Lebenswerk Abraham Lincoln’s.

Das Südtiroler Landesjugendblasorchster unter der Leitung des begnadeten oberösterreichischen Komponisten (auch sein “Galileo” wurde zur Aufführung gebracht) und Dirigenten Thomas Doss musizierte in weiten Teilen vorbildlich, wenn auch an manchen Stellen zu unpräzise. Zudem vermochte der relativ kleine Berio-Saal des Wiener Konzerthauses kaum, das gesamte Volumen des über 70 Musiker umfassenden Orchesters kaum gut zu verwerten.

Ins Wiener Konzerthaus hatte der Wiener Blasmusikverband in Zusammenarbeit mit den Musik- und Singschulen Wien geladen. Neben dem Südtiroler Landesjugendblasorchster musizierten unter dem Motto “Mundstücke” auch diverse Wiener Kinder- und Jugendblasorchester, die aufgrund des grossen Altersunterschieds der Teilnehmer freilich nicht das exzellenten Niveau der Südtiroler erreichen konnten, aber dennoch altersgemäss erstaunliche Leistungen erbrachten.

Mittwoch, 1. Dezember 2010, von Elmar Leimgruber

33 Mio. AIDS-Kranke und zwei Mio. AIDS-Tote weltwelt

Über 33 Mio. Aidskranke weltweit und knapp zwei Mio. AIDS-Tote: Diese Zahlen von UNAIDS am heutigen Welt-AIDS-Tag stimmen nachdenklich. Seit Ausbruch der AIDS-Epidemie vor knapp 4 Jahrzehnten – 1981 – wurden demnach rund 60 Millionen Menschen mit HIV infiziert und mehr als 30 Millionen sind an durch AIDS verursachte Krankheiten verstorben. 2009 lebten weltweit 33,3 Millionen Menschen mit HIV. Im selben Jahr gab
es weltweit 2,6 Millionen Neuinfektionen. Der UNAIDS-Bericht ist hier downloadbar.

Wie das deutsche Statistische Bundesamt (Destatis) zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember mitteilt, starben in Deutschland im Jahr 2009 insgesamt 431 Personen an der durch HIV verursachten Erkrankung AIDS. Das Sterbealter lag im Jahr 2009 bei 49,4 Jahren, wobei Frauen im Schnitt 44,5 Jahre und Männer 50,7 Jahre alt wurden. Im Jahr 1999 lag das Sterbealter noch bei 43,5 Jahren. Von den insgesamt 431 an AIDS verstorbenen Personen waren die meisten (87%) im Alter zwischen 25 und 65 Jahren, wobei die Gruppe der 40- bis unter 45-Jährigen hiervon den größten Anteil ausmachte (21% aller AIDS-Toten). 78% der Verstorbenen waren männlich, so das deutsche Statistikamt.

Obwohl die Zahl der mit HIV geborenen Kinder in den vergangenen fünf Jahren um 24% reduziert werden konnte, infizierten sich laut UNAIDS immer noch 370.000 Kinder allein im Jahr 2009 neu mit HIV. Mit der Kampagne in9monaten.de macht das Aktionsbündnis gegen AIDS darauf aufmerksam, dass der universelle Zugang zur HIV-Prävention und Behandlung erreicht werden kann, wenn der politische Wille der Regierungsverantwortlichen vorhanden ist.

Ohne Präventionsmaßnahmen wird das HI-Virus in 35% der Fälle während der Schwangerschaft, bei der Geburt und während des Stillens von einer infizierten Mutter auf ihr Kind übertragen. Durch die Behandlung mit wirksamen Medikamenten gegen HIV vor, während und nach der Geburt des Kindes entsprechend den neuen WHO-Richtlinien kann das Ansteckungsrisiko auch unter den Bedingungen der Entwicklungsländer auf unter 5% gesenkt werden. Im Jahr 2009 erhielten jedoch nur 53% der HIV-positiven Schwangeren und lediglich 35% der Neugeborenen von infizierten Müttern solche Wirkstoffe. Das liegt daran, dass die internationale Gemeinschaft ihrer Verantwortung zur Zurückdrängung der HIV-Epidemie nur teilweise nachgekommen ist. Insbesondere wurde die Selbstverpflichtung nicht erfüllt, bis 2010 den allgemeinen Zugang zu umfassenden Präventionsprogrammen und umfassender Behandlung, Betreuung und Unterstützung zu schaffen.

Um die Kampagne zu unterstützen, ruft das Aktionsbündnis gegen AIDS zum Welt-Aids-Tag 2010 die Aktionswoche “Ankreiden” aus: Deutschlandweit greifen Jugendliche zu Straßenkreide und malen Slogans, Aids-Schleifen und Forderungen auf Schul- und Kirchhöfe, in Fußgängerzonen und Straßenzüge.

Das AKTIONSBÜNDNIS GEGEN AIDS ist ein Zusammenschluss von über 100 Organisationen der Aids- und Entwicklungszusammenarbeit sowie mehr als 280 lokalen Gruppen. Der Ausbau der finanziellen Ressourcen zur weltweiten HIV-Prävention sowie der Zugang zur Therapie sind die zentralen Anliegen des Bündnisses. Weitere Information sind online abrufbar.

Dienstag, 30. November 2010, von Elmar Leimgruber

Männern auf den Zahn gefühlt

Männer und die Zahnpflege…

Männer sind Zahnarzt-Muffel und auch das Zähneputzen nehmen viele nicht sehr ernst. Zahnärztliche Vorsorge scheint für viele Männer ein Fremdwort zu sein. Eine aktuelle Umfrage fand heraus, dass drei von zehn Männern in Deutschland (29,3 %) grundsätzlich nur dann zum Zahnarzt gehen, wenn sie Schmerzen haben. Fast ebenso viele (27,6 %) gaben an, erste Zahnschmerzen sogar erst einmal selbst mit schmerzstillenden Mitteln zu lindern und erst dann einen Mediziner aufzusuchen, wenn die Qualen überhaupt nicht mehr auszuhalten seien.

Frauen sind in dieser Hinsicht wesentlich mutiger und entschlossener: Fast neun von Zehn (87,3 %) gehen der Umfrage zufolge mindestens einmal im Jahr zum Zahnarzt, um ihre Zähne kontrollieren zu lassen. Bei der repräsentativen Umfrage des Gesundheitsmagazins “Apotheken Umschau”, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg, wurden 1.978 Personen ab 14 Jahren befragt, darunter 963 Männer und 1.015 Frauen.

Zähne sind das Aushängeschild eines jeden Menschen. Bei richtiger Pflege können sie bis ins hohe Alter halten. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) putzen sich mindestens vier von fünf Bundesbürgern morgens und abends regelmäßig die Zähne. Immerhin 13 Prozent der Befragten reinigen ihre Beißerchen sogar nach dem Mittagessen. Das klingt zunächst ermutigend, bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass sich morgens fast jeder Siebte und abends sogar jeder Fünfte nicht die Zähne putzt. Dabei sind Männer im Vergleich zu Frauen die größeren “Zahnputzmuffel”: Knapp ein Viertel der Männer putzt sich abends nicht die Zähne.

Vergessen ist menschlich – dieses Sprichwort trifft leider bei vielen auch auf das Zähneputzen zu. Laut der Forsa-Umfrage vergisst mindestens jeder Vierte in Deutschland mehrmals im Monat, sich die Zähne zu putzen. Als die häufigsten Gründe dafür gaben die Befragten an:

- man war zu müde (29 Prozent)
- man hat es einfach vergessen (23 Prozent)
- man hatte keine Zeit (22 Prozent)

Generell kam die Forsa-Umfrage zu dem Ergebnis: Menschen, die mit ihrer Mundgesundheit zufrieden sind und auf das Aussehen ihrer Zähne achten, pflegen ihre Zähne wesentlich sorgfältiger. Sie vergessen im Vergleich zum Rest der Befragten seltener, sich die Zähne zu putzen.

Für die bevölkerungsrepräsentative Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa zwischen dem 1. und dem 9. Juli 2009 im Auftrag der TK 1.000 Personen telefonisch befragt.

Ernst Sobotta, Zahnarzt am TK-Ärztezentrum rät: “Die Zähne sollte man sich morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen mindestens drei Minuten lang putzen. Auch nach dem Mittagessen sollten die Zähne gereinigt oder zumindest der Mund gespült werden, um die Speisereste zu entfernen. Schafft man das nicht, tut es ausnahmsweise auch ein zuckerfreies Zahnpflegekaugummi.”

Doch auch wer sich vorbildlich nach jedem Essen die Zähne putzt, macht noch nicht alles richtig. Der Spruch “Nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen” gilt heute nur noch bedingt. “Wer säurehaltige Getränke sowie Speisen zu sich genommen hat, sollte mindestens eine halbe Stunde warten; vorher schädigt er mit der Bewegung der Zahnbürste den durch die Säure aufgeweichten Zahnschmelz”, so der Zahnarzt.