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Montag, 30. Mai 2011, von Elmar Leimgruber
Während der Anteil der ausländischen Bevölkerung EU-weit (EU27) bei 6,5 Prozent und in Italien gesamt bei 7 Prozent (Deutschland: 8,7 %) liegt, beträgt er in Südtirol 8,2 Prozent. Wie das Südtiroler Landesinstitut für Statistik (ASTAT) mitteilt, sind mit Stichtag 31.12.2010 insgesamt 41.699 Ausländer aus 130 verschiedenen Nationen in Südtirol anssässig, was einem Zuwachs von 6,5 % im Vergleich zum Vorjahr (damals waren es 7,8 %) entspricht und im Vergleich zum Jahr 1990 sogar einer Verachtfachung entspricht: damals waren etwa 5000 Menschen aus dem Ausland nach Südtirol übersiedelt.
Noch höher als in Südtirol ist die Ausländerquote in Italien nur in den Regionen Emilia-Romagna, Lombardei, Umbrien sowie Venetien: hier ist bereits einer von zehn Einwohnern nicht italienischer Staatsbürger. Besonders viele Südtirol-Zuwanderer sind laut ASTAT übrigens in Franzensfeste (20,5%), Salurn (19,5 %), Meran (14,8%), am Brenner (14%), in Waidbruck (13,6%) und in Bozen (12,9%), während in vielen kleineren Südtiroler Orten kaum Ausländer leben.
13.499, in etwa ein Drittel aller in Südtirol ansässigen Ausländer, kommen aus einem der Mitgliedstaaten der Europäischen Union; fast die Hälfte davon aus dem deutschsprachigen Raum. EU-Bürger sind in einigen Bereichen den italienischen Staatsbürgern gleichgestellt, z.B. was die Freizügigkeit und Niederlassungsfreiheit betrifft. Ein weiteres Drittel entfällt auf die anderen europäischen Länder, die nicht zur EU zählen, während nahezu 6.600 Menschen mit Migrationshintergrund aus Asien (15,8%) und rund 5.300 aus Afrika (12,7%) stammen.
In der Rangliste der Ursprungsländer nimmt Albanien mit mehr als 5.300 Personen den ersten Platz ein. Es folgen Deutschland mit rund 4.600 und Marokko mit fast 3.400 Personen. Zusammen stellen diese drei Gruppen 31,9% aller Einwohner ausländischer Nationalität in Südtirol. Die 2.800 Pakistaner sind die zahlenmäßig stärkste asiatische Gemeinschaft im Lande.
Von den EU27-Ländern hat Luxemburg mit 43 Prozent den höchsten Anteil an Zuwanderern, gefolgt von Lettland mit 17,4, von Estland und Zypern mit 15,9, von Spanien mit 12,3 Prozent und von Österreich mit 10,5 Prozent. Die wenigsten Zuwanderer verzeichnen Rumänien und Polen mit 0,1 und Bulgarien mit 0,3 Prozent, gefolgt von Litauen mit 1,1, Slowakei 1,2, Ungarn mit 2 und Finnland mit 2,9 Prozent.
Tags: Afrika, Albanien, Asien, ASTAT, Ausländer, Ausländeranteil, Ausländerquote, Österreich, Deutschland, EU27, Europa, Europäische Union, eurostat, Italien, Marokko, Migrationshintergrund, Pakistand, Südtirol, Statistik, Zuwanderer
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Freitag, 27. Mai 2011, von Elmar Leimgruber
Mehr als 1700 Kirchen stehen in der kommenden Nacht für Gläubige, Interessierte und Neugierige bereit: Die Lange Nacht der Kirchen unter dem diejährigen Motto: “Mein Herz grübelt bei Nacht, ich sinne nach, es forscht mein Geist” (Psalm 77) findet in allen österreichischen Bundesländern, sowie in den Nachbarländern Tschechien und Slowakei statt:
Um 17.50 Uhr läuten in Österreich die Kirchenglocken die “Lange Nacht der Kirchen” ein und um 18.00 Uhr beginnt die Lange Nacht offiziell. Im Jahr 2010 hatten insgesamt mehr als 350.000 Menschen allein in Österreich die Programmpunkte in der “Langen Nacht der Kirchen” besucht.
In Österreich sind 716 Pfarr-, Rektorats-, Filial- und Klosterkirchen zwischen Arlberg und Neusiedlersee an dieser Aktion
beteiligt. Alle 14 Mitgliedsgemeinschaften des “Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich” (ÖRKÖ) nehmen an der “Langen Nacht der Kirchen” teil. 3.300 Programmpunkte können absolviert werden; das Angebot reicht von spirituellen über kulturelle, musikalische und theologisch-politische Veranstaltungen bis hin zu kulinarischen Verköstigungen. In den vergangenen Jahren waren besonders Vorträge und Diskussionen die “Renner” der Nacht.
In den acht tschechischen Diözesen werden 920 Kirchen die Türen offen halten und in den slowakischen Diözesen Trnava und Nitra sind 100 Kirchen an der “Langen Nacht” beteiligt. Im ungarischen Sopron findet die “Lange Nacht” zeitversetzt statt: Hier laden die Kirchen am Samstag, 28. Mai, zu einem bunten nächtlichen Programm.
Einige Highlights in Österreich: In Wien ist heuer erstmals die “Virgilkapelle” in der U-Bahn-Station Stephansplatz im Rahmen der “Langen Nacht” für Besucher geöffnet und bietet ein Programm mit musikalischen und literarischen Akzenten. Unter dem Motto “Im Laufschritt von Kirchturm zu Kirchturm” veranstaltet die steirische Diözesansportgemeinschaft eine Kirchentour im Grazer Stadtgebiet. Bei fünf Kirchen wird der Kirchturm bestiegen und besichtigt. Einer der Höhepunkte der “Langen Nacht der Kirchen” in Tirol ist ein Gespräch mit Diözesanbischof Manfred Scheuer und dem bekannten Zillertaler Bergsteiger Peter Habeler zum Thema “Wo finde ich meinen Gott?” im Innsbrucker Dom.
Nähere Infos und das Programm der Langen Nacht der Kirchen sind online abrufbar.
Tags: Ökumenischer Rat der Kirchen, ÖRKÖ, Österreich, Kirche, Kirchen, Kirchentour, Kultur, Lange Nacht, Lange Nacht der Kirchen 2011, Manfred Scheuer, Nacht, Peter Habeler, Programm, Slowakei, Tschechien
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Sonntag, 22. Mai 2011, von Elmar Leimgruber
Die Sorge Nummer Eins in Europa ist die Arbeitslosigkeit. Wie die Studie “Challenges of Europe 2011″ des GfK Vereins zeigt, rückt das Thema Inflation, das nun an zweiter Stelle steht, verstärkt in den Fokus:
Die Deutschen haben die meisten Sorgenfalten in Europa (gefolgt von Italien, Frankreich und Polen): In der aktuellen Studie des GfK Vereins gaben 68 Prozent der Deutschen spontan mehr als 3 Themen an, über die sie sich Sorgen machen. Mehr als die Hälfte der Deutschen zeigt sich 2011 übrigens besorgt über die Lage auf dem Arbeitsmarkt, während sich schon jeder Dritte Sorgen um die Stabilität der Preise und jeder vierte um soziale Sicherheit und Bildungspolitik macht. Im Durchschnitt nannte jeder Bundesbürger 3,7 Probleme, die ihn nachdenklich stimmen. Die sorgenfreiste Nation ist wie im Jahr 2010 Schweden, wo die Menschen im Durchschnitt nur ein Problem nennen können. Verdoppelt hat sich in Deutschland die Wahrnehmung von Zuwanderung und Integration. Mit 16 Prozent erreicht die Besorgnis bei diesem Thema ein hohes Ausmaß.
Die Hauptsorge der Österreicher hingegen ist (im Gegensatz zum Rest Europas, wo diese Sorge gesamt betrachtet an letzter Stelle steht) die Zuwanderung bzw. die Integration (während dies beispielsweise für Polen gleich Null Relevanz hat), gefolgt von Arbeitslosigkeit und Bildungspolitik. Das Thema Wohnen und Mieten stellt (im Gegensatz zur dauernden Thematisierung durch die AK) hingegen in Österreich (genauso wie beispielsweise in Deutschland, Italien und Belgien) überhaupt kein Problem dar, während es vor allem in Russland (25 Prozent) und Frankreich vordringlich zu sein scheint.
In Europa insgesamt liegen die Themen Arbeitslosigkeit (mit 39 Prozent) sowie Preis- und Kaufkraftentwicklung (Inflation) den Menschen besonders am Herzen (26 Prozent), gefolgt von politischer und konjunktureller Stabilität, Kriminalität und Gesundheitswesen. Die mit Abstand stärkste und noch gestiegene Präsenz hat das Thema in Spanien. Dort sorgen sich gut drei Viertel der Bürger über die Lage auf dem Arbeitsmarkt, was bei einer Arbeitslosenquote von über 20 Prozent jedoch nicht überrascht. Dagegen ist die Arbeitslosigkeit in den Niederlanden mit nur 6 Prozent so gut wie kein Thema. Am stärksten beunruhigt die Inflation die Menschen in Russland, wo die Preise aktuell um etwa 9 Prozent gestiegen sind. 42 Prozent sind hier besorgt. In Deutschland und Polen sorgt sich jeweils jeder Dritte, in Frankreich jeder Vierte um die Preise.
An Brisanz gewonnen hat für die Europäer das Thema Politik und Regierung, das nun an dritter Stelle steht. Am stärksten besorgt zeigen sich mit 57 Prozent die Belgier. In Italien ist der Unmut diesbezüglich ebenfalls sehr groß: jeder dritte Bürger ist beunruhigt. Unverändert auf Platz 4 der Sorgenliste steht 2011 die Kriminalität, während die wirtschaftliche Stabilität mit 12 Prozent an 5. Stelle rangiert. Insbesondere in Italien (23 Prozent), Frankreich und den Niederlanden (jeweils 22 Prozent) wird die verstärkte Bekämpfung von Verbrechen gefordert. In Deutschland (17 Prozent) und Großbritannien (14 Prozent) spielt dieses Thema ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Diese Ergebnisse sind ein Auszug aus der GfK-Studie “Challenges of Europe” und basieren auf rund 13.300 Verbraucherinterviews, die im Auftrag des GfK Vereins im Februar 2011 in Deutschland, Italien, Frankreich, Polen, Österreich, Großbritannien, Belgien, Russland, Spanien, den Niederlanden und Schweden durchgeführt wurden. Die Ergebnisse sind daher noch nicht von der Reaktorkatastrophe in Japan beeinflusst. Grundlage der Untersuchung ist folgende offene Frage, die jedes Jahr unverändert gestellt wird: “Welches sind Ihrer Meinung nach die dringendsten Aufgaben, die heute in [jeweiliges Land] zu lösen sind?”
Tags: Arbeiterkammer (AK), Arbeitslosigkeit, Österreich, Belgien, Bildungspolitik, Challenges of Europe 2011, Deutschland, Europa, Frankreich, GfK, Großbritannien, Inflation, Integration, Italien, Kaufkraftentwicklung, Kriminalität, Mieten, Niederlande, Polen, Politik, Preisstabilität, Probleme, Regierung, Russland, Schweden, Sicherheit, Sorgen, Sorgenbarometer, Sorgenvergleich Europa, Soziales, Spanien, Statistik, Studie, Vergleich Europa, Vergleich Sorgen Österreich Deutschland, wirtschaftliche Stabilität, Wohnen, Zuwanderung
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Freitag, 20. Mai 2011, von Elmar Leimgruber

Foto: © Elmar Leimgruber, redakteur.cc
Herr und Frau Österreicher konsumieren wenige Medikamente und gehen zudem verantwortungsbewusst damit um. Eine aktuelle Arzneimittel-Studie des Instituts für Pharmaökonomische Forschung (IPF) belegt laut Apothekerkammer, dass der Arzneimittelverbrauch je Einwohner in Österreich im Vergleich zu anderen EU-Ländern niedrig ist: Die Österreicherinnen und Österreicher nehmen demnach 1.010 Einzeldosen (Standard Units) an Arzneimitteln pro Jahr zu sich. (Einzeldosen sind zum Beispiel eine Tablette, ein Messbecher oder 10 Tropfen). Damit liegt Österreich an viertletzter Stelle der vergleichbaren EU-15-Länder.
Der niedrige Arzneimittelverbrauch wird als positiv erachtet und lässt laut Apothekermammer den Rückschluss zu, dass die Österreicher sorgfältig mit Arzneimitteln umgehen. Die kontrollierte Abgabe der Arzneimittel durch die Apotheken garantiert hier die größtmögliche Arzneimittelsicherheit. Nur in den Niederlanden, in Italien und in Portugal werden laut Studie weniger Einzeldosen eingenommen. Spitzenreiter beim Arzneimittelverbrauch sind Frankreich mit 1.452 Einzeldosen und Großbritannien mit 1.275 Einzeldosen.
Auch beim Arzneimittelverkaufspreis pro Packung liegt Österreich laut Studie mit 16,6 Euro im unteren Mittelfeld. Von diesem Betrag macht die Apothekenspanne 4,1 Euro aus. Im Vergleich dazu: Dänemark liegt mit 38,2 Euro pro Packung an der Spitze (davon 6 Euro Apothekenspanne) und Großbritannien bildet mit 8,7 Euro (davon 1,3 Euro Apothekenspanne) das Schlusslicht der EU-15-Staaten. Eine Arzneimittel-Packung beinhaltet in Österreich durchschnittlich 40,34 Einzeldosen. Die Österreicher geben übrigens im Durchschnitt 416,1 Euro in einem Jahr pro Kopf für Medikamente aus (rund 70 Prozent davon werden von den Krankenkassen bezahlt). Die Deutschen geben im Vergleich dazu durchschnittlich 100 Euro mehr aus. Mit 589,4 Euro sind die Pro-Kopf-Ausgaben in Dänemark am höchsten, während sie mit 227,7 Euro in Großbritannien am niedrigsten sind.
“Gemessen an den gesamten Gesundheitsausgaben betragen die Ausgaben für Arzneimittel nur 13 Prozent, was im europäischen Vergleich niedrig ist,” erklärt IPF-Geschäftsführerin Evelyn Walter. An erster Stelle der verkauften Preparate mit 30,9 Prozent stehen hier übrigens Herz-Kreislaufmedikamente, gefolgt von Antikrebs-Mitteln und von immunsystemstärkenden Pharmaka.
Beim Apothekerkongress vom 26. bis 28. Mai in Graz werden die aktuellen Zahlen zum Arzneimittelverbrauch und zur wirtschaftlichen Situation der Apotheken einem breiten Fachpublikum präsentiert. Das Forum “Apothekertag” findet alle fünf Jahre statt und beleuchtet gesundheitspolitische Trends. Unter dem diesjährigen Motto “Beratung wirkt! Apotheke: Sicherheit und Qualität” bringen Referenten aus der Gesundheitsbranche – aber auch aus anderen wissenschaftlichen Disziplinen – Beiträge über die Anforderungen der Apotheken in der Zukunft.
Zu den Top-Referenten zählen unter anderen der Philosoph Konrad Paul Liessmann, die Zukunftsforscherin Jeanette Huber, der High-Performance Coach Manfred Winterheller und der Mathematiker Rudolf Taschner. Bei einer Diskussionsrunde zum Thema
“Was erwartet der mündige Patient?” werden sich Gesundheitsminister Alois Stöger, Hauptverbandschef Hans Jörg Schelling, Pharmig-Präsident Robin Rumler und Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer einen verbalen Schlagabtausch liefern.
Tags: Alois Stöger, Apotheke, Apothekenspanne, Apothekerkammer, Apothekertag 2011, Arneimittel, Arzneimittel, Arzneimittelsicherheit, Arzneimittelverbrauch, Österreich, BEratung, Einzeldosen, Ernest Pichlbauer, EU-Länder, Evelyn Walter, Gesundheit, Gesundheitsbranche, Graz, Hans Jörg Schelling, Institut für Pharmaökonomische Forschung (IPF), Jeanette Huber, Konrad Paul Liessmann, Manfred Winterheller, Medikamente, Pharmaka, Preis, Robin Rumler, Rudolf Taschner, Standard Unit, Studie, Vergleich EU Arzneimittelverbrauch
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Sonntag, 15. Mai 2011, von Elmar Leimgruber

Offizielle Infos zur ÖH-Wahl auf: wahl.oeh.ac.at
Vom 24. bis 26. Mai 2011 finden die Wahlen der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) statt. Die 2009 mögliche elektronische Wahlmöglichkeit über Internet ist heuer nicht möglich. Im Prinzip sind über 200.000 Studierende sind dazu aufgefordert eine neue “Exekutive der ÖH” zu wählen, im Prinzip deshalb, weil bedauerlicherweise ein Großteil der (natürlich weiblichen und männlichen) Studenten nicht an den Wahlen teilnimmt: 2009 beispielsweise hat sich nur ein Viertel der Wahlberechtigten an der Wahl seiner Studentenvertreter beteiligt.
Dies liegt in den den meisten Fällen sicher nicht am mangelnden Interesse der Studenten an der Universität, sondern vielmehr daran, dass jene Gruppierungen, die nach außen hin für die Hochschülerschaft allerseits präsent sind, keinesfalls die Meinung des Großteils der Studentinnen und Studenten wiedergeben, sondern im Gegenteil bei vielen direkt Beteiligten nur verständnisloses Kopfschütteln auslösen. Aber anstatt aktiven Einsatz für studentische Ziele zu betreiben, konzentrieren sich die meisten lieber auf ihr Studium (anstatt zu blockieren) und verweigern auch die Teilnahme an der ÖH-Wahl, während viele -vor allem linksorientierte- Langzeitstudenten natürlich ihre eigenen Privilegien, die sie als Studenten haben, auch durch das Wählen ihrer Gesinnungsgenossen erhalten wollen. Natürlich aber gilt mein Dank und Respekt jenen Studentenvertretern, die idealistisch und unbezahlt heute schon für ihre Kolleginnen und Kollegen tatsächlich studentische Hilfestellung leisten.
Natürlich aber ist es tragisch und bedenklich, wenn der Großteil der Studenten (knapp 75 Prozent) weder ihr Wahlrecht weder an einer vor Jahren stattfindenden Urabstimmung über die ÖH als Chance sah, tatsächlich was zu verändern, noch heute bereit ist, seine eigene, andere Meinung aktiv in die Hochschulpolitik einzubringen. Zweiteres hängt einerseits vielleicht mit Frust über die aktuellen Studentenvertreter und einer gewissen Ohnmacht diesen gegenüber zusammen, andererseits aber auch damit, dass ausschließlich den grossen Fraktionen in der ÖH das nötige Geld (der Studenten, denn es herrscht ja bedauerlicherweise eine ÖH-Zwangsmitgliedschaft aller an Österreichs Universitäten Studierenden) für Promotionzwecke zur Verfügung steht (sie zudem auch die Rückendeckung ihrer Parlamentsparteien genießen) und weswegen andere, kleinere, aber vielleicht vor allem inhaltlich weit interessantere Fraktionen daher kaum wahrgenommen werden. Zudem fehlt Kleingruppen vielfach das nötige Kämpferische für studentische Ziele, was ihnen hoffentlich auch entsprechende Aufmerksamkeit bei den Studenten bescheren würde.

ÖH-Wahl-Flugzettel der Wiener Studenten-Fraktion Jes
Quelle: www.jes.or.at
Und dennoch gibt es sie immer wieder mal, eine kleine Gruppierung, die heuer wiederum bei der ÖH-Wahl antritt und eine echte Alternative zur Übermacht der großteils ausschließlich linken Standpunkte (selbst die angeblich der ÖVP nahestehende Aktionsgemeinschaft vertrat in der Vergangenheit vielfach dieselben politischen Standpunkte wie die grünen oder sozialistischen Studentenorganisationen; dies sollte sich schnellstens ändern) darstellen: die Junge Europäische Studenteninitiative (JES), die jedoch ausschließlich an der Uni Wien kandidiert und -so scheint es mir- leider sehr elitär denken dürfte (und was daher auch kaum mehrheitsfähig ist). Diese war seinerzeit eine der wenigen Studentenbewegungen, die der Pflichtmitgliedschaft in der ÖH ein Ende setzen wollten. Und heute trten sie vor allem für eine Entpolitisierung der ÖH ein, zumal diese ja immer wieder zu allen möglichen -auch studentenfernen- Themen Stellung bezieht und hier ihre ideologischen Botschaften auf Kosten aller Studenten breittritt. Insofern ist es lobenswert, dass wenigstens eine Fraktion dafür eintritt, dass die ÖH, wenn man denn schon als Student Zwangsmitglied dieser wird, eine reine Service-Einrichtung für Studenten wird anstatt dass das Studierenden-Geld weiterhin für ÖH-eigene Prestige- und Ideologisierungskampagnen verschwendet wird.
Und ja, eigentlich halte ich die ÖH, wie sie derzeit agiert, für kontraproduktiv, sinnlos und überflüssig, weil sie nur unnötig Studentengelder verschlingt, die dann einfach für ideologische und politische Ziele missbraucht werden. Da sie nun aber nun mal existiert (was sich wohl so schnell wohl auch nicht ändern wird) und im Grunde (unabhängig von ihrem aktuellen Fehlverhalten) durchaus ihre Existenzberechtigung als echte Standesvertretung aller (!) Studierenden wäre, appelliere ich eindringlich an alle Studentinnen und Studenten, sich mit Programm und bisherigen Taten aller bestehenden Studentenfraktionen (abrufbar hier) zu beschäftigen sowie mit bestem Wissen und Gewissen an der ÖH-Wahl teilzunehmen und damit ihre eigene Verantwortung wahrzunehmen. Nur dann kann sich in Zukunft an den Universitäten was ändern. An sich ist die Wahl zwar auch überflüssig, aber es wäre verantwortungslos, würde man diese Möglichkeiten der Mitbestimmung abschlagen: Demokratie und Mitbestimmung wollen aktiv gelebt und praktiziert werden.
Tags: Aktionsgemeinschaft, Aktionsgemeinschaft (AG), ÖH, ÖH-Wahl 2011, Österreich, Demokratie, Entpolitisierung der ÖH, Fraktionen, Hochschulpolitik, Ideologie, Junge Europäische Studenteninitiative (Jes), Mitbestimmung, Politik, Studenten, Studentenbewegung, Studentenvertreter, Studierende, Universität, Wahlen, Wahlrecht, Zwangsmitgliedschaft
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Freitag, 13. Mai 2011, von Elmar Leimgruber

Die Kontaktbeamten der Polizei Wien (KOB) codieren kostenlos Fahrräder
Die Nutzung von Fahrrädern ist gesund, sie nehmen kaum Platz in Anspruch und es gibt keine Parkgebühren. Vor allem in der Stadt erweisen sie sich als praktische und beliebte Fortbewegungsmittel. Doch seit Jahren werden vor allem in Wien unzählige Fahrräder gestohlen, davon 6.502 allein 2010. Wie der der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) meldet, wurden seit 2005 in ganz Österreich ingesamt 142.000 Räder entwendet. Die Wiener Polizei bietet daher seit Jahren und auch derzeit wieder einen kostenlosen Fahrrad-Codierungs-Service:
Laut Polizei war in den vergangenen Jahren die von Gruppeninspektor Günter Brunner von der SW-Abteilung Leopoldstadt geleitete “Projektgruppe Fahrradcodierung” jährlich etwa bei 90 Veranstaltungen präsent, wobei im Durchschnitt 3.000 Fahrräder jährlich codiert wurden. Insgesamt wurden in Wien demnach bereits über 40.000 Fahrräder codiert. Bei einer solchen Veranstaltung füllt der Fahrradbesitzer ein Anmeldeformular samt Verzichtserklärung (etwaige Schäden betreffend) sowie die Einverständniserklärung zur Datenspeicherung aus. Zur Überprüfung der Daten ist die Mitnahme eines amtlich gültigen Lichtbildausweises unbedingt erforderlich!! Die Daten (samt Code) werden in einen Fahrradpass eingetragen, der im Verlustfall wertvolle Dienste leistet, weil alle Angaben (Beschreibung, Rahmennummer, Code, usw…) auf einen Blick zu finden sind.
Die Gravur erfolgt mit einem Computer-Nagelgerät entweder auf dem Quer- oder Sattelrohr auf der linken Seite des Rahmens, wobei diese Codierung mit einer Stärke von ca. 0,1 – 0,2 mm vorgenommen wird. Über die Codierung wird für zusätzlichen Schutz ein Aufkleber angebracht. Der Code, der in den Rahmen eingestanzt wird, besteht aus dem Autobezirkskennzeichen des Wohnortes, der so genannten “Straßenkennzahl” (SKZ), die von der “Statistik Austria”, einem Aktionspartner, zur Verfügung gestellt wird, sowie der Hausnummer, eventuell einer Stiegennummer. und den Initialen des Besitzers Vor- und Familienname. Die Termine der Wiener Fahrrad-Codierungen 2011 sind hier abrufbar. Ein kostenloser Fahrradpass ist hier downloadbar.
Die Idee einer Fahrradcodierung stammt ursprünglich aus Deutschland und kam 1996 nach Oberösterreich. Danach erfolgte anlässlich des Donauinselfestes im Sommer 1998 der Startschuss für Wien. Derzeit gibt es ca. 100 Polizisten, welche als Kontaktbeamte/innen (KOB) tätig sind. Sie stellen das Verbindungsglied zwischen der Bevölkerung und der Exekutive dar. KOB´s sind im Allgemeinen “Allrounder”: Verkehrserziehung, Prävention, Fahrradcodierung, Hilfe bei Behördenwegen. Die “Codier-Kob´s” erfahren auch immer wieder von Einzelfällen, wie von jenem Täter, dessen Angaben nicht mit dem Code am Fahrrad übereingestimmt hatten, und der in weiterer Folge noch 50 andere Fahrraddiebstähle gestand. Es konnten auch bereits viele Fahrräder (Fund oder Diebstahl) den rechtmäßigen Besitzern wieder zugeführt werden. Das Wichtigste jedoch ist, dass seit Bestehen der Aktion die Diebstähle von Fahrrädern merklich zurückgegangen sind, so die Polizei.
Im Vorjahr wurden 20.929 Fahrraddiebstähle in Österreich angezeigt. Das sind um 17 Prozent weniger als im Jahr 2009, erklärt auch der VCÖ. Dennoch: Aneinandergereiht ergeben die im Jahr 2010 gestohlenen Fahrräder eine Kette, die vom Wiener Stephansplatz bis nach Baden reicht. Zudem ist die Dunkelziffer der Fahrraddiebstähle deutlich höher, viele Diebstähle werden nicht angezeigt. Das liegt laut VCÖ auch an der niedrigen Aufklärungsquote von 4,9 Prozent. „Damit wird nur jeder 20. Fahrraddiebstahl geklärt. 95 Prozent der gestohlenen Fahrräder verschwinden für immer“, macht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer aufmerksam. Der VCÖ weist daraufhin, dass seit dem Jahr 2005 bereits mehr als 142.000 Fahrräder als gestohlen gemeldet wurde. Der VCÖ schätzt den durch diese Fahrraddiebstähle verursachten Schaden auf rund 50 Millionen Euro.
Der VCÖ fordert einen weiteren Ausbau der Fahrradabstellanlagen. „Wenn ausreichend gute Parkplätze für Fahrräder fehlen, erleichtert das den Fahrraddieben das Handwerk. Es braucht mehr Fahrradbügel sowie bei Bahnhöfen, Schwimmbädern oder Einkaufsstraßen auch mehr abschließbare Fahrradboxen“, so VCÖ-Sprecher Gratzer. Großen Aufholbedarf gibt es auch bei Wohnhausanlagen. Ausreichend große und gut absperrbare Abstellräume bei Wohnhausanlagen sind ein wirksamer Diebstahlschutz. Fahrradbesitzern empfiehlt der VCÖ eine Diebstahl-Versicherung und gute Fahrradschlösser.
VCÖ: Fahrraddiebstähle im Jahr 2010 – (Vergleich zum Jahr 2009)
Österreich: 20.929 (25.202 – minus 17,0 Prozent)
Wien: 6.502 (8.376 – minus 22,4 Prozent)
Niederösterreich: 2.988 (3.059 – minus 2,3 Prozent)
Oberösterreich: 2.577 (2.771 – minus 7,0 Prozent)
Steiermark: 2.260 (3.406 – minus 33,6 Prozent)
Tirol: 1.713 (1.952 – minus 12,2 Prozent)
Kärnten: 1.658 (1.586 – plus 4,5 Prozent)
Salzburg: 1.657 (2.142 – minus 22,6 Prozent)
Vorarlberg: 1.279 (1.609 – minus 20,5 Prozent)
Burgenland: 295 (290 – plus 1,7 Prozent)
Quelle: BMI, VCÖ 2011
Tags: Österreich, Christian Gratzer, Code, Datenspeicherung, Diebstahl, Einverständniserklärung, Fahrrad, Fahrrad-Codierung, Fahrrad-Codierung gratis, Fahrrad-Diebstahl, Fahrradcodierung, Fahrradpass, Günter Brunner, KOB, Kontaktbeamte, kostenloser Fahrradpass, Lichtbildausweis, Polizei, Sicherheit, Vergleich Fahrraddiebstähle 2009-2010, Verkehrsclub Österreich (VCÖ), Verzichtserklärung
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Dienstag, 10. Mai 2011, von Elmar Leimgruber
Die gute Wirtschaftslage führt zu mehr Reichtum bei den wichtigsten Unternehmen Österreichs: Umsatzzahlen und Gewinne legen deutlich zu,
zeitgleich sprudeln Managergehälter und Dividenden, analysiert die Arbeiterkammer (AK). Die Gagen der ATX-Vorstände liegen demnach bereits jetzt auf Vorkrisenhöhe: Ein ATX-Vorstand verdiente laut AK im Jahr 2010 durchschnittlich 1,15 Millionen Euro, um ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Und auch die Aktionäre profitieren enorm von der günstigen Wirtschaftslage: Für das laufende Jahr werden die Eigentümer der ATX Unternehmen mit 2,1 Milliarden Euro Dividende belohnt, damit liegt das Volumen wieder am Vorkrisen-Niveau. Gleichzeitig aber geht der Personalabbau weiter, kritisiert die AK.

Das Gagen-Ranking der Spitzenmanager
Quelle: arbeiterkammer.at
„Aus dem Aufschwung für Manager und Aktionäre muss ein Aufschwung für alle werden“, sagt AK Präsident Herbert Tumpel. „Es kann nicht sein, dass nur einige wenige von der Konjunkturerholung profitieren, während die Beschäftigten mit Sparmaßnahmen und Personalabbau unter Druck gesetzt werden.“ Ein Top-Vorstand erhält laut AK-Analyse aktuell das 41-fache eines durchschnittlich Beschäftigten an Gage, vor zehn Jahren war es noch das 20-fache. Vgl. dazu meinen Kommentar.
Während die Zahlungen von Boni an die Manager um fünf Prozent gestiegen sind, wurden die Grundgehälter in der Vorstandsetage um beinahe 20 % erhöht und darüber hinaus enorme Abfindungen bezahlt. Am meisten verdienen die Vorstandsmitglieder der OMV (durchschnittlich 2,2 Millionen Euro pro Kopf), gefolgt von Semperit (2,1 Millionen, vor allem durch hohe Abfertigungen und Abfindungen), Andritz (1,9 Millionen), Raiffeisen Bank International (1,5 Millionen) und Erste Group (1,4 Millionen). Auf Personen bezogen (siehe Grafik) verdienen laut AK-Analyse die ex-OMV-Vorstände Langanger, Ruttensdorfer und Roiss sowie Erste Bank-Chef Treichl und Strabag-Boss Haselsteiner mit weit über 2 Mio. Euro jährlich am meisten.
Und auch die Aktionäre profitieren enorm von den steigenden Gewinnen. Die Eigentümer der Top Börseunternehmen werden im Jahr 2011 bereits wieder mit 2,1 Milliarden Euro für ihr „Engagement“ entlohnt: Rund 20 Prozent der Lohn- und Gehaltssumme fließen damit an die Aktionäre. Das Ausschüttungsvolumen erreicht bereits im heurigen Jahr das Vorkrisenniveau: Den Dividendenreigen führen die Telekom Austria (332 Millionen Euro), die OMV (299 Millionen) sowie die Erste Group an (265 Millionen).
Umgekehrt geht in den ATX-Konzernen der Personalabbau weiter: 2009 verloren 20.000 Beschäftigte ihren Job, 2010 bauten die Firmen 4.000 Beschäftigte ab. „Personalabbau auf der einen Seite, Top-Gagen und Spitzendividenden auf der anderen Seite: So darf das nicht weitergehen, betont die Arbeiterkammer. Alleine bei einer Reduktion des Ausschüttungsvolumens um ein Viertel könnten rd. 13.000 Arbeitsplätze finanziert werden. Die AK stellt daher folgende Forderungen:
1. Aus Sicht der AK sollten gerade die Leitunternehmen ihre Gewinnsteigerungen investieren, Arbeitsplätze sichern und ausbauen, statt einzig mit hohen Dividendenzahlungen um die Gunst der Aktionäre zu buhlen. Die rasche wirtschaftliche Erholung wäre nicht ohne die Einsatzbereitschaft der MitarbeiterInnen denkbar: Weniger Beschäftigte erzielen mehr Gewinn, auch im Vergleich zu 2008. Nun muss die Kooperationsbereitschaft mit steigenden Löhnen und Gehältern honoriert werden.
2. Längst überfällig ist eine staatliche Bremse für die Managergagen: Unternehmen sollen nicht mehr als 500.000 Euro Vorstandsgage pro Kopf
von der Steuer absetzen können.
3. Überdies fordert die AK gesetzlich verbindliche Regeln für Vorstandsgehälter: Boni sollen nicht an die Steigerung des Aktienkurses geknüpft werden, sondern sich an nachhaltige Kriterien wie etwa Qualifizierungsmaßnahmen oder die Schaffung neuer Arbeitsplätze orientieren.
4. Außerdem müssen die Managergehälter in einem angemessenen Verhältnis zu den Löhnen und Gehältern der Beschäftigten stehen.
5. Und um endlich die Transparenz der Vergütungs-Berichterstattung zu erhöhen, muss es ein Gesetz geben, das die individuelle Veröffentlichung der Managergehälter verbindlich regelt.
Tags: Absetzbarkeit, Aktienkurs, Aktionäre, Arbeiterkammer (AK), ATX, ATX-Konzerne, Österreich, Gagen, Gagen-Ranking, Gehälter der Topmanager Österreichs, Herbert Tumpel, Konjunkturerholung, Lohngerechtigkeit, Managergagen, Managergehälter, Personalabbau, Ranking, Steuer, Vergütung, Vorstandsgehälter, Wirtschaft
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Montag, 9. Mai 2011, von Elmar Leimgruber

Vorsorge-Untersuchung Jetzt!
Grafik: aerztekammer.at
Jugendliche haben offenbar “Null Bock” auf Prävention im Gesundheitsbereich und leben zudem sehr leichtsinnig, was den Umgang mit dem Thema AIDS und Safer Sex betrifft. Ersteres kritisiert die österreichische Ärztekammer, welche Gesundheits-Infokampagnen auch an Schulen fordert. Zweiteres geht aus einer Umfrage hervor, die das Netzwerk SchülerVZ durchgeführt hat. Über Alkoholismus und Nikotinsucht habe ich hier bereits berichtet, heute soll es um weitere Aspekte der Gesundheit unter Jugendlichen gehen.
Ein “sträfliches” und gefährliches Desinteresse der Jugend an Gesundheitsvorsorge ortet der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner. “Nur verschwindend geringe 5,5 Prozent der 18- bis 24-jährigen Männer und 7,6 Prozent der Frauen sind 2009 zur kostenlosen Vorsorgeuntersuchung gegangen”, stellt der Ärztechef fest. Dabei würden gerade in jungen Jahren die Grundsteine für die spätere Gesundheit gelegt. Gemeinsam mit ÖÄK-Vizepräsident und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, Günther Wawrowsky, forderte er flächendeckende Image- und Infokampagnen auch an Schulen. “Prävention ist eine Frage der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung. Hier muss über Ressort- und Parteigrenzen hinweg an einem Strang gezogen werden, um schon die Jugendlichen zu erreichen”, sagte Wawrowsky. In Österreich würden nur 1,5 Prozent der öffentlichen Gesundheitsausgaben für Prävention aufgewendet. Das sei stark verbesserungswürdig, so Wawrowsky.
Ebenso leichtsinnig gehen viele Jugendliche offenbar auch mit der nach wie vor lebensgefährlichen Immunschwächekrankheit AIDS um: Schüler unterschätzen die Relevanz des Virus nach dem Motto: “AIDS betrifft mich nicht”: Eine aktuelle Umfrage im Online-Netzwerk SchülerVZ zeigt, dass sich die meisten Schüler zwar schon einmal Gedanken über HIV und AIDS gemacht haben, das Thema aber in ihrem eigenen Sexualverhalten nicht als relevant erachten. Bei der nicht-repräsentativen Befragung von 780 SchülerVZ-Nutzern gaben 77 Prozent der Jugendlichen an, bereits über HIV und AIDS nachgedacht zu haben. Zwei Drittel der Befragten meinen jedoch, dass die Pandemie sie selbst und ihr persönliches Umfeld nicht betrifft. Über 15 Prozent der auf SchülerVZ befragten Jugendlichen gaben zudem an, nie in der Schule über AIDS aufgeklärt worden zu sein und fast sieben Prozent stehen der Verwendung von Kondomen beim Sex eher kritisch gegenüber.
Allein in Deutschland leben heute jedoch laut Robert Koch Institut ungefähr 70.000 Menschen mit HIV/AIDS und es werden jedes Jahr mehr. Trotzdem ist die Krankheit in der Öffentlichkeit immer weniger präsent und für viele Menschen daher eine abstrakte Problematik, zu der sie keinen persönlichen Bezug herstellen. Thomas Elias, Geschäftsführer der AIDS-Hilfe Bremen, stellt fest: “Im Gegensatz zu früher werden die Menschen noch seltener mit Betroffenen konfrontiert”. Darüber hinaus trägt mangelnde Aufklärung dazu bei, dass die Gefahr einer HIV-Infektion nicht erkannt wird.
Tags: AIDS, AIDS-Hilfe, Alkoholismus, Aufklärung, Ärztekammer, Österreich, Österreichische Ärztekammer (ÖAK), Deutschland, Günther Wawrowsky, Gesundheit, Gesundheitsausgaben, Gesundheitsprävention, Gesundheitsvorsorge, HIV, HIV-Infektion, Infokampagne, Jugend, Kondome, Nikotinsucht, Null Bock, Pandemie, Prävention, Robert Koch Institut, Safer Sex, Schulen, Sex, Sexualverhalten, Thomas Elias, Vorsorge, Vorsorge-Untersuchung, Walter Dorner
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Donnerstag, 5. Mai 2011, von Elmar Leimgruber

Die neue Polizei-Taurus der ÖBB
Foto: BMI/Thuma
Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und das Innenministerium (BMI) arbeiten intensiver zusammen: Am 4. Mai 2011 haben Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und ÖBB-Vorstandsvorsitzender Christian Kern eine Kooperationsvereinbarung für noch mehr Sicherheit in österreichischen Zügen und an den Bahnhöfen unterzeichnet. Bereits seit mehreren Jahren gibt es eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Innenministerium und der Bahn, die nach Polizeiangaben ausgezeichnet funktioniert. Als Symbol der erfolgreichen Partnerschaft fährt nun für ein Jahr eine im Polizei-Design gebrandete Taurus-Lok durch Österreich.
Die Sicherheit für die Fahrgäste der ÖBB und Kriminalprävention wird seit vielen Jahren großgeschrieben, betont die ÖBB. Das BM.I nimmt dabei als wichtiger Partner eine zentrale Rolle ein. “Der Austausch des Know-how des Innenministeriums mit den ÖBB zeigt seit vielen Jahren Erfolge in allen Bereichen. Die Intensivierung der Zusammenarbeit ist ein wichtiger Schritt und zeigt, wie wichtig der ÖBB die Sicherheit ihrer Kunden ist”, sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. Die Erfolge würden der Kooperation recht geben, so konnte beispielsweise die Zahl der Diebstähle an Reisenden im Jahr 2010 neuerlich um 15 Prozent gesenkt werden. Auch Schwerpunktaktionen gegen Suchtmittelhandel in der S-Bahn würden deutliche Erfolge zeigen.

ÖBB-Chef Christian Kern, Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Wiens Landespolizeikommandant Karl Mahrer vor der Polizei-Lok
Foto: BMI/Thuma
Kriminalität soll aber erst gar nicht passieren – die Vermeidung von Kriminalität in Zügen und an Bahnhöfen, die Durchführung von gemeinsamen Schwerpunktaktionen und auch die Installierung von Polizeiinspektionen direkt an Bahnhöfen sind wichtige Eckpunkte der Zusammenarbeit. Videoüberwachung an Bahnhöfen und in Zügen ergänzen die Sicherheitsleistungen für den Kunden.
Die Kooperation mit dem BMI umfasst unterschiedliche Bereiche. Neben der intensiven Zusammenarbeit bei Groß- und Sportveranstaltungen, steht vor allem die gegenseitige Unterstützung bei Aus- und Weiterbildung im Fokus. 2011 wurden rund 500 ÖBB-Mitarbeiter durch die Kriminalprävention des BMI über das Verhalten in Ausnahmesituationen geschult.
Als Zeichen der guten Zusammenarbeit zwischen BMI, Polizei und den ÖBB haben Innenministerin Mikl-Leitner und ÖBB-CEO Kern nach der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung eine Taurus-Lok im Polizei-Design getauft. Die in den klassischen Polizeifarben silber, rot und blau gestaltete Lok wird für ein Jahr in ganz Österreich unterwegs sein.
Tags: ÖBB, Österreich, BM.I, BMI, Christian Kern, Chronik, Innenministerium, Johanna Mikl-Leitner, Karl Mahrer, Kriminalität, Lok, Partnerschaft, Polizei, Polizei-Design, Sicherheit, Taurus
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Montag, 2. Mai 2011, von Elmar Leimgruber

Das Wiener Rathaus erstrahlt festlich
Bei den diesjährigen Wiener Festwochen vom 13. Mai bis 19. Juni sind 41 Produktionen aus 23 Ländern zu sehen und zu hören. Die Vorführungen bewegen sich zwischen Grönland, Mali, Kasachstan, Kolumbien und Japan, führen aber immer wieder auch nach Wien zurück. Am 13. 5. werden verschiedene heimische Chöre den offiziellen Auftakt der Wiener Festwochen bestreiten. Mit dabei sind die Gewinner-Chöre des Wettbewerbs “Österreich singt” sowie etwa der Arnold Schönberg Chor und der Grazer Concertjugendchor. Höhepunkt des Abends, der um 21.30 Uhr bei freiem Eintritt auf dem Wiener Rathausplatz beginnt und vom ORF live übertragen wird, ist das gemeinsame Chorsingen von “Ode an die Freude”.
Das Musikprogramm der Festwochen beginnt heuer mit einer Verdi-Trilogie, die bis zum 200. Geburtstag des Komponisten im Jahr 2013 abgeschlossen sein wird. Intendant Luc Bondy inszeniert im Theater an der Wien “Rigoletto” mit dem jungen Dirigenten Omer Meir Wellber (Premiere: 29. 5.). Diese Produktion wird auch an der Mailänder Scala und der Metropolitan Opera in New York gezeigt werden. “Diese Aufführungen werden die Internationalität der Wiener Festwochen unterstreichen und den Ruf Wiens als Musikstadt stärken”, hofft Bondy. Ergänzt wird das Musikprogramm unter anderem vom 35. Internationalen Musikfest “Mahler und Amerika”, das von 14. Mai bis 21. Juni im Wiener Konzerthaus stattfindet.
Christoph Marthaler bringt ein subpolares Basislager, gemeinsam mit KünstlerInnen aus Grönland, auf die Bühne der Halle E im MuseumsQuartier, das auf den Klimawandel aufmerksam machen will (Premiere: 12. 5.). Peter Sellars hingegen reiste ins heiße Mali, um das Stück “the Desdemona project” von Toni Morrison im Theater Akzent uraufzuführen (Premiere: 15. 5.). Eine Schauspiel- und Tanz-Vorführung aus Tokio befasst sich nur dem Titel nach mit dem “Klangleben einer Riesenschildkröte”, vielmehr geht es um das Glück des Einzelnen (Premiere: 21. 5.).
Die Festwochen scheuen neben etablierten Bühnen wie Brut im Künstlerhaus, Tanzquartier-Studios und Schauspielhaus nicht vor ungewöhnlichen Schauplätzen zurück: Die Programm-Schiene “Into the City” wird heuer ein Auftragswerk unter dem jungen Chefdirigenten Cornelius Meister im Einkaufshaus Donau Zentrum zeigen (20. 5.). Am Eingang zur Karlsplatz-Unterführung im Resselpark stehen Videokabinen nach japanischem Vorbild. Interessierte können sich rund um die Uhr einmieten, um hunderte Kurzinterviews von TouristInnen, Geschäftsleuten und Obdachlosen in Wien und Tokio zu sehen, die alle die gleichen 30 Fragen beantworten (von 21. 5. bis 4. 6.). Die Thyssen-Bornemisza Art Contemporary ist Schauplatz einer Ausstellung über die Geschichte der Kunst in der arabischen Welt des Libanesen Walid Raad, die von 26. 5. bis 15. Juni zu sehen ist.
Der Kunsthallen-project space auf dem Karlsplatz präsentiert “Überlebensstrategien und auf dem Siebenbrunnenplatz heißt es “wünsch dir was”. Auch die Remise Erdberg wird bespielt, in Ungarisch mit deutschen Übertiteln für ZuschauerInnen ab 18 Jahren. Im Mittelpunkt von Kornél Mundruczós Österreich-Premiere “Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein” stehen Menschenhandel und das Pornogeschäft (Premiere: 18. 5.). Jugendfrei ist hingegen das gleichnamige Programm, das neben den inszenierungsbegleitenden Workshops für Schulklassen erstmals themenbezogene Aktionen mit Schwerpunkt “Ressourcen der Welt” anbietet.
Zum zweiten Mal wird heuer im Looshaus (1., Michaelerplatz 3, Eingang Herrengasse) eine Lounge eingerichtet, die bis 18. Juni Programm-Vorschauen, KünstlerInnen-Gespräche und Buchpräsentationen bietet. Geöffnet ist montags bis freitags, von 10 bis 18 Uhr, samstags, von 10 bis 15 Uhr. Nähere Informationen zum Programm der Wiener Festwochen sind online verfügbar.
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