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Sonntag, 19. Februar 2012, von Elmar Leimgruber

Goldener Bär für Italien – Alle Preisträger der Berlinale 2012

Mit ihrem Film “Cesare deve morire” gewannen Paolo und Vittorio Taviani den Goldenen Bären 2012
Foto: © Berlinale

Am gestrigen Samstag wurden die Preise der diesjährigen 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin vergeben. Den wichtigsten Preis, den Goldenen Bären erhielt der Film “Cesare deve morire” (“Cäsar muss sterben”) der italienischen Brüder Paolo und Vittorio Taviani, welcher in schwarz-weiss das Leben von Strafgefangenen in Rom dokumentiert, welche “Julius Caesar” von William Shakespeare einstudieren. Dieser Film wurde auf der diesjährigen Berlinale auch mit dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet.

Meryl Streep wurde (bereits vorab am 14.2.) mit dem Goldenen Ehrenbären 2012 für ihr Lebenswerk gewürdigt. Der große Preis der Jury – Silberner Bär ging an “Csak a szel” von Bence Fliegauf. Also Bester Regisseur wurde Christian Petzold für “Barbara” und als beste Schauspieler Rachel Mwanza (“Rebelle”) und Mikkel Boe Følsgaard (“En Kongelig Affære”) ausgezeichnet. Die Mitglieder der Internationalen Jury 2012 unter der diesjährigen Präsidentschaft von Mike Leigh waren: Anton Corbijn, Asghar Farhadi, Charlotte Gainsbourg, Jake Gyllenhaal, François Ozon, Boualem Sansal und Barbara Sukowa.
Und hier sind alle Preisträger der 62. Berlinale 2012:

 

PREISE DER INTERNATIONALEN JURY

GOLDENER BÄR FÜR DEN BESTEN FILM
Cesare deve morire
Caesar Must Die
von Paolo & Vittorio Taviani

GROSSER PREIS DER JURY – SILBERNER BÄR
Csak a szél
Just The Wind
von Bence Fliegauf

SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE REGIE
Christian Petzold für
Barbara (Barbara)

SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE DARSTELLERIN
Rachel Mwanza in
Rebelle (War Witch) von Kim Nguyen

SILBERNER BÄR FÜR DEN BESTEN DARSTELLER
Mikkel Boe Følsgaard in
En Kongelig Affære (A Royal Affair) von Nikolaj Arcel

SILBERNER BÄR FÜR EINE HERAUSRAGENDE KÜNSTLERISCHE LEISTUNG

Lutz Reitemeier für die Kamera in
Bai lu yuan (White Deer Plain) von Wang Quan’an

SILBERNER BÄR FÜR DAS BESTE DREHBUCH
Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg für
En Kongelig Affære  (A Royal Affair) von Nikolaj Arcel

ALFRED-BAUER-PREIS, in Erinnerung an den Gründer des Festivals, für einen Spielfilm, der neue
Perspektiven der Filmkunst eröffnet

Tabu
Tabu
von Miguel Gomes

SONDERPREIS – SILBERNER BÄR
L’enfant d’en haut
Sister
von Ursula Meier

JURY FÜR DEN BESTEN ERSTLINGSFILM

PREIS BESTER ERSTLINGSFILM, dotiert mit
50.000 €, gestiftet von der GWFF
Kauwboy
Kauwboy
von Boudewijn Koole
(Generation Kplus)

LOBENDE ERWÄHNUNG
Tepenin Ardı
Beyond the Hill
von Emin Alper
(Forum)

PREISE DER INTERNATIONALEN KURZFILMJURY

GOLDENER BÄR
Rafa
Rafa
von João Salaviza

PREIS DER JURY–SILBERNER BÄR
Gurehto Rabitto
The Great Rabbit
von Atsushi Wada

LOBENDE ERWÄHNUNG

Licuri Surf
Licuri Surf
von Guile Martins

EFA SHORT FILM NOMINEE BERLIN
Vilaine Fille Mauvais Garçon
Two Ships
von Justine Triet

DAAD KURZFILMPREIS
The Man that Got Away
The Man that Got Away
von Trevor Anderson

PREISE DER JURYS GENERATION

Kinderjury Generation Kplus

GLÄSERNER BÄR FÜR DEN BESTEN FILM
Arcadia
Arcadia
von Olivia Silver

LOBENDE ERWÄHNUNG
Kikoeteru, furi wo sita dake
Just Pretended To Hear
von Kaori Imaizumi

GLÄSERNER BÄR FÜR DEN BESTEN KURZFILM
Julian
Julian
von Matthew Moore

LOBENDE ERWÄHNUNG
B I N O
B I N O
von Billie Pleffer

Jugendjury Generation 14plus

GLÄSERNER BÄR FÜR DEN BESTEN FILM
Lal Gece
Night of Silence
von Reis Çelik

LOBENDE ERWÄHNUNG
Kronjuvelerna
The Crown Jewels
von Ella Lemhagen

GLÄSERNER BÄR FÜR DEN BESTEN KURZFILM
Meathead
Meathead
von Sam Holst

LOBENDE ERWÄHNUNG
663114
663114
von Isamu Hirabayashi

Internationale Jury von Generation Kplus

GROSSER PREIS DES DEUTSCHEN KINDERHILFSWERKS FÜR DEN BESTEN FILM
Kauwboy
Kauwboy
von Boudewijn Koole

LOBENDE ERWÄHNUNG
GATTU
GATTU
von Rajan Khosa

SPEZIALPREIS DES DEUTSCHEN KINDERHILFSWERKS FÜR DEN BESTEN KURZFILM
B I N O
B I N O
von Billie Pleffer

LOBENDE ERWÄHNUNG
L
L
von Thais Fujinaga
PREISE DER UNABHÄNGIGEN JURIES

PREISE DER ÖKUMENISCHEN JURY
Wettbewerb   Cesare deve morire (Caesar Must Die), von Paolo & Vittorio Taviani
Lobende Erwähnung  Rebelle (War Witch), von Kim Nguyen

Panorama  Die Wand (The Wall), von Julian Roman Pölsler
Lobende Erwähnung                   Parada (The Parade), von Srdjan Dragojevic

Forum  La demora (The Delay), von Rodrigo Plá

PREISE DER FIPRESCI JURYS
Wettbewerb Tabu (Tabu), von Miguel Gomes
Panorama L’âge atomique (Atomic Age), von Héléna Klotz
Forum                                                Hemel (Hemel), von Sacha Polak

PREIS DER GILDE DEUTSCHER FILMKUNSTTHEATER
À moi seule (Coming Home),  von Frédéric Videau

PREISE DER C.I.C.A.E.
Panorama Death for Sale (Death for Sale), von Faouzi Bensaïdi
Forum Kazoku no kuni (Our Homeland), von Yang Yonghi

LABEL EUROPA CINEMAS
My Brother The Devil (My Brother The Devil), von Sally El Hosaini

Lobende Erwähnung
Dollhouse (Dollhouse), von Kirsten Sheridan

TEDDY AWARDS
Bester Spielfilm Keep The Lights On (Keep The Lights On), von Ira Sachs
Bester Dokumentarfilm Call Me Kuchu (Call Me Kuchu), von Malika Zouhali-Worrall, Katherine
Fairfax Wright
Bester Kurzfilm Loxoro (Loxoro), von Claudia Llosa
Teddy Jury Award  Jaurés (Jaurés), von Vincent Dieutre

MADE IN GERMANY – FÖRDERPREIS PERSPEKTIVE,  dotiert mit
15.000 €,
gestiftet von Glashütte Original
Annekatrin Hendel für Disko  (Disco)

DIALOGUE EN PERSPECTIVE, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW)
This Ain’t California (This Ain’t California), von Marten Persiel

CALIGARI-FILMPREIS
Tepenin Ardı (Beyond the Hill), von Emin Alper

Lobende Erwähnungen
Bagrut Lochamim (Soldier / Citizen), von Silvina Landsmann
Escuela normal (Normal School), von Celina Murga
Jaurès (Jaurès), von Vincent Dieutre

NETPAC-PREIS
Paziraie Sadeh (Modest Reception), von Mani Haghighi

FRIEDENSFILMPREIS
Csak a szél (Just The Wind), von Bence Fliegauf

AMNESTY INTERNATIONAL FILMPREIS
Csak a szél (Just The Wind), von Bence Fliegauf

CINEMA FAIRBINDET PREIS
Call Me Kuchu (Call Me Kuchu), von Malika Zouhali-Worrall, Katherine Fairfax Wright

LESER- UND PUBLIKUMSPREISE

PanoramaPublikumsPreis – Spielfilm
Parada (The Parade), von Srdjan Dragojevic

PanoramaPublikumsPreis – Dokumentarfilm
Marina Abramovic The Artist is Present (Marina Abramovic The Artist is Present), von Matthew Akers

LESERPREIS DER BERLINER MORGENPOST
Barbara (Barbara), von Christian Petzold

LESERPREIS DES TAGESSPIEGEL
La demora (The Delay), von Rodrigo Plá

LESERPREIS DER SIEGESSÄULE
Parada (The Parade), von Srdjan Dragojevic

Lobende Erwähnung
Call Me Kuchu (Call Me Kuchu), von Malika Zouhali-Worrall, Katherine Fairfax Wright

PREIS DES BERLINALE TALENT CAMPUS

SCORE COMPETITION
Christoph Fleischmann (Deutschland)

BERLIN TODAY AWARD
Rafael Balulu (Israel)
für Batman At The Checkpoint (Batman At The Checkpoint)

Lobende Erwähnung
David Lalé (Großbritannien)
für White Lobster (White Lobster)

Donnerstag, 16. Februar 2012, von Elmar Leimgruber

Lauter fesche Katzen in Wien – Kritik Musical CATS

Vor vielen Jahren entwickelte Wien sich mit diesem Opus zur Musicalmetropole und löste damit im gesamten deutschsprachigen Raum einen Run auf das Musical als Genre aus: “Cats” (nach den Gedichten von T.S. Eliot / deutsche Texte von Michael Kunze) von Andrew Lloyd Webber (Musik). Bereits zwei Jahre nach der Uraufführung in London und ein Jahr nach Broadway-Premiere startete “Cats” 1983 in Wien und lief hier und nicht weniger als sieben Jahre hindurch unter der Intendanz von Peter Weck äußerst erfolgreich.

Hier waren die Katzen-Rollen unter anderem mit Angelika Milster (sie wurde dadurch bekannt), Steve Barton (der spätere Original Graf Krolock im “Tanz der Vampire”), Ute Lemper (die damit eine Weltkarriere begann) und dem unverwechselbaren und einmaligen und meines Erachtens bis heute in dieser Rolle weltweit unübertroffenen Gordon Bovinet (er wurde künstlerischer Leiter der Vienna Musical School) als Old Deuteronomius besetzt. In Peter Wecks Musicalschule absolvierte übrigens auch der soeben ernannte neue Musicalintendant der Vereinigten Bühnen Wien (VBW), Christian Struppeck, damals seine Ausbildung. Und nun seit Ende Januar bevölkern die Katzen wiederum Wien und treffen sich allabendlich am Müllplatz in der Hoffung auf ein neues, ein besseres Leben, und dies in der Londoner Originalinszenierung (Gillian Lynne) allerdings in deutscher Sprache.

Und das Ergebnis dieser Tourneeproduktion kann sich sehen lassen: Stimmlich ganz besonders war ich (Besetzung am 11. Februar 2011 Abend) von David Arnsperger als Munkustrap und von Eva Maria Bender als Grizabella beeindruckt. Pieter Tredoux als Old Deuteronomius wirkt zwar sehr sympathisch (und er verbleibt während der Pause als “Foto-Motiv auf der Bühne) und singt die tieferen Gesangspassagen durchaus gefällig, aber bei den höheren Tönen (vor allem gemeinsam mit dem Ensemble) hört man ihn schon nicht mehr, was natürlich auch ein Problem der Tonregie (eindeutig ein Schwachpunkt der Produktion) sein könnte. Die weiteren Stimmen waren zwar großteils gut, aber sie blieben, was auch teilweise mit der nicht wirklich perfekten Tontechnik (manchmal- besonders störend ausgerechnet im zweiten Teil von “Erinnerung”- wurde leider auch das Mikrofon viel zu spät aktiviert: das darf eigentlich nicht passieren) im Zelt zusammen hängen mag, manchmal auch textlich schwer verständlich.

Die Inszenierung hingegen hat mich vollends begeistert und genauso auch die Kostümierung und die Masken (nach John Napier). Und auch sonst vom optischen Standpunkt aus kann ich nur sagen: Lauter fesche Katzen. Sensationell waren auch die Choreographie und das tänzerische und schauspielerische Talent der Darsteller, das teilweise das übliche Maß weit überstieg: Manches verlangte den Darstellern gar artistisches Talent ab. Hier gebürt allen Beteiligten ganz großes Lob, so auch dem kleinen, aber guten Orchester unter der Leitung von Heribert Feckler.

Und ja: Der Besuch der Katzen-Show in Neu St. Marx (sie wird noch bis 28.5. in Wien zu Gast sein, anschließend in Köln, Stuttgart und Nürnberg) lohnt sich bei allen verbesserungswürdigen Schwächen allemal: Wann hat man schon die Chance, eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten live auf der Bühne zu erleben, vor allem, wenn man sich auch selbst zu den Katzenfreunden zählt wie ich. Nähere Informationen zur Tournee-Produktion sind hier abrufbar und Tickets sind hier erhältlich.

Hier können Sie in das Musical Cats (Deutsche Originalaufnahme Wien) und in englische Versionen des Musicals kostenlos reinhören.

Und hier gibts jede Menge Eindrücke in Bildern (Fotos) der ÖBB-CATS-Lok und von Mitgliedern des Ensembles, teils vom Musicalabend selbst, teils von der Eröffnung der Bahnhofcity Wien West am 24.11.2011.

Sonntag, 5. Februar 2012, von Elmar Leimgruber

Goldene Kamera: Alle Preisträger 2012

Am Samstag 4. Februar 2012 fand in Berlin die Verleihung der 47. GOLDENEN KAMERA von HÖRZU (Axel Springer Verlag) statt. Dionne Warwick (Musik) Morgan Freeman (international) und Mario Adorf (national) erhielten ihren Lebenspreis. Als beste Schauspieler wurdern Nina Kunzendorf und Dietmar Bär (national) sowie Scarlett Johansson und Denzel Washington ausgezeichnet. Hape Kerkeling, welcher in der HÖRZU-Lserwahl als bester Comedian siegte, moderierte die live im ZDF übertragene Gala-Veranstaltung.

Alle Preisträger 2012 im Detail:

Bester deutscher Fernsehfilm: “Liebesjahre” (ZDF) (Laudatio: Jürgen Prochnow)

Beste deutsche Schauspielerin: Nina Kunzendorf (Laudatio: Anna Loos und Friedrich von Thun)
Bester deutscher Schauspieler: Dietmar Bär (Laudatio: Anna Loos und Friedrich von Thun)

Beste Unterhaltung: “The Voice Of Germany” (PROSIEBEN/ SAT.1) (Laudatio: Markus Lanz)
Beste Information: Katrin Müller-Hohenstein (Laudatio: Matze Knop)

HÖRZU – Leserwahl “Bester Comedian”: Hape Kerkeling (Laudatio: Christian Hellmann)
Lilli Palmer & Curd Jürgens-Gedächtniskamera: Liv Lisa Fries (Laudatio: Ralf Schmitz)

Beste Musik National: Helene Fischer (Laudatio: Michael Bolton)
Beste Musik International: Caro Emerald (Laudatio: Joko und Klaas)
Lebenswerk Musik: Dionne Warwick (Laudatio: Till Brönner)

Beste Schauspielerin International: Scarlett Johansson (Laudatio: Til Schweiger)
Bester Schauspieler International: Denzel Washington (Laudatio: Wladimir Klitschko)

Lebenswerk International: Morgan Freeman (Laudatio: Armin Mueller-Stahl)
Lebenswerk: Mario Adorf (Laudatio: Iris Berben und Hannelore Elsner)

Donnerstag, 2. Februar 2012, von Elmar Leimgruber

Jetzt auch in Wien: Musical Moments live in Concert

Am 14. Mai wird Wien zur Musical-Moments-Bühne: Mit Jan Ammann (Die Schöne und das Biest, Tanz der Vampire, Love Never Dies, Lampenfieber…), Andreas Bieber (Joseph, Ich war noch niemals in New York, Elisabeth, Alle Jahre Bieber …) und Carin Filipcic (Mozart, Wenn Rosenblätter fallen, Rebecca, Romeo & Julia, Musical Christmas…) kommen drei bedeutende internationale Stars mit Band nach Wien.

Eine Show mit den schönsten Musicalhits:  Diesen Wunsch äußerten laut den Veranstaltern Andreas Luketa und Markus Tüpker (Sound Of Music Concerts) in den vergangenen Jahren zahlreiche Besucher der umjubelten Konzertreihe MUSICALSTARS IN CONCERT: Nun geht Ihr Wunsch in Erfüllung: MUSICAL MOMENTS – DIE SCHÖNSTEN MUSICALHITS: LIVE IN CONCERT  sind im Wiener Theater Akzent am Montag, 14. Mai 2012 um 19.30 Uhr zu erleben. Hier ist der Videotrailer dazu. Tickets sind um 49 45, 39, und 35 Euro erhältlich. Der Vorverkauf für dieses in Wien einmalige Konzert hat bereits begonnen: im Theater Akzent, Argentinierstrasse 37 in 1040 Wien (Mo.-Fr. 13.00 -18.00 Uhr) sowie telefonisch unter 0043 1 501 65 33 06.

Die beliebten Musicalstars JAN AMMANN, ANDREAS BIEBER & CARIN FILIPCIC (sowie Special Guest KATJA BERG) präsentieren einen Abend lang die schönsten und beliebtesten Musicalhits der vergangenen Jahre in einem mitreißenden Konzert der großen Stimmen und Emotionen. Live an diesem Abend zu hören sind Hits unter anderem aus BILLY ELLIOT, CATS, ELISABETH, HINTERM HORIZONT, ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK, JEKYLL & HYDE, JOSEPH, DER KÖNIG DER LÖWEN, LOVE NEVER DIES, LES MISERABLES, MAMMA MIA!, MISS SAIGON, MOZART!, DAS PHANTOM DER OPER, REBECCA, TABALUGA & LILLI und TANZ DER VAMPIRE. Erstmalig in Österreich präsentiert MUSICAL MOMENTS zudem Songs aus dem neuen West-End Hit GHOST – THE MUSICAL.

Ebenfalls schon traditionellerweise finden auch heuer zwei Solo-Konzerte von Thomas Borchert (Tanz der Vampire, Dracula, Jekyll & Hyde, Mozart…) im Wiener Akzent statt: Am 20. April ist er mit seinem Programm “If I Sing” zu Gast und am 4. Dezember mit “Borchert besinnlich”. Ebenfalls ein Highlight 2012 ist das einmalige Konzert “Ein Abend im Dezember” mit Original “Elisabeth” (Wien, Deutschland und Holland) Pia Douwes in Filderstadt am 10.12.2012 Und die großen Musicalhits in “Musical Moments” werden jetzt Anfang Februar auch bereits in verschiedensten Städten in Deutschland, darunter in Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart aufgeführt. Nähere Informationen und Tickets zu allen Sound Of Music-Konzerten sind online abrufbar.

Samstag, 28. Januar 2012, von Elmar Leimgruber

“Rent” oder das Leben der Boheme – Musical-Kritik

Jonathan Larson, geboren 1960, erging es so wie vielen Großen auch in der vergangenen Jahrhunderten: Als Künstler über Jahrzehnte hindurch wenig anerkannt, missverstanden, nicht erfolgreich und daher auch täglich ums Überleben kämpfend. In seinem Musical “Rent“, das 1996 seine Uraufführung erlebt, schildert er eben dieses Leben, das er kennt: zwischen Kunst und Leid und Armut und Sucht und und Abgrund und Leidenschaft und Krankheit und Tod: das (freiwillige?) Leben eines Boheme. Die Kritiker sind bereits bei der Generalprobe begeistert, doch dem Komponisten sollte die am Tag darauf folgende Premiere und den Welterfolg dieses Musicals nicht mehr vergönnt sein: Er verstarb 35-Jährig an den Folgen des Marfan-Syndroms an einer geplatzten Aorta.

Es stellt durchaus eine große Herausforderung dar, der sich das Konservatorium der Stadt Wien mit der Aufführung dieses 90er-Jahre-Rock-Musicals (einer modernen Neuadaption des Stoffs der Oper “La Boheme” von Giacomo Puccini) stellt: und diese ist vollends gelungen: “Rent” Unplugged (wobei dies nicht zu 100 Prozent zutrifft) ist zwar (weil wie letzthin auch in London üblicherweise eine gesamte Band auf der Bühne musiziert) mit Klavierbegleitung ungewohnt, aber durchaus passend und Peter Uwira, der am Klavier sitzt und auch die musikalische Leitung innehat, ist ein absoluter Meister seines Fachs. Regie, Bühnenbild und Produktionsleitung von Wolfgang Groller passen perfekt zur Story und auch die Choreographie von Christoph Riedl und von Alixa Kalaß könnten besser nicht sein.

Dasselbe trifft auch auf die Hauptdarsteller des Musicals zu: Ganz besonders seien hier Salka Weber (als Mimi Marquez), Alixa Kalaß (als Maureen Johnson) und Tanja Petrasek (als Joanne Jefferson) erwähnt: allen drei weiblichen Hauptrollen traue ich aufgrund ihrer außergewöhnlichen Leistungen sowohl im Gesang, als auch im Schauspiel und Tanz in den kommenden Jahren tragende Funktionen auf den großen Musicalbühnen Europas zu. Doch auch Johannes Nepomuk (als Roger Davis), Dieter Hörmann (als Mark Cohen), Manuel Heuser (als Dragqueen Angel Schunard) und Manuel Walcherberger (als Tom Collins) sind äußerst überzeugend.

Kurzum: Ein Besuch des Musicals “Rent” Unplugged von Jonathan Larson im Konservatorium der Stadt Wien (Johannesgasse 4a, 1010 Wien) lohnt sich hundertprozentig. Schade allerdings, dass es insgesamt nur sechs Mal aufgeführt wird: und zwar noch heute (28.1.), am 30. und 31. Jänner sowie am 1. und 2. Februar. Auch eine Gesamtaufnahme der Produktion auf CD wäre wünschenswert, zumal es hier in deutscher Sprache gesungen wird;  mit wenigen Ausnahmen (warum eigentlich die Ausnahmen?).

Hier sind Eindrücke in Bildern (Fotos) von der Musical-Premiere im Wiener Konservatorium:

Und hier können Sie in die amerikanischen Produktionen von “Rent” hineinhören:

Freitag, 27. Januar 2012, von Elmar Leimgruber

Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

Holocaust-Denkmal am Morzinplatz Wien

Der 27. Januar wird alljährlich als internationaler Gedenktag für die Opfer des Holocaust begangen. Der Tag wurde unter anderem in Israel (1959) und in Großbritannien offiziell bereits vor seiner Benennung durch den Bundespräsidenten in Deutschland als Gedenktag begangen. Am 1. November 2005 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNO) den 27. Januar in einer Resolution offiziell zum internationalen Holocaustgedenktag.

Hier ist die Botschaft von UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon zum Holocaust-Gedenktag 2012 im englischen Original als Video und im Wortlaut in deutscher Sprache:

 

Eineinhalb Millionen jüdische Kinder wurden im Holocaust umgebracht – Opfer der Verfolgung durch die Nationalsozialisten und ihren Unterstützern.

Zehntausende weitere Kinder wurden ebenso umgebracht. Unter ihnen waren Behinderte, genau so wie Roma und Sinti.

Sie alle waren Opfer der hasserfüllten Ideologie, die sie als „minderwertig” bezeichnete.

Dieser Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts ist den Kindern gewidmet – Mädchen und Jungen, die den reinen Terror und das Böse erleben mussten.

Viele wurden im Krieg zu Waisen oder von ihren Familien getrennt.

Viele verhungerten, starben an Krankheiten oder durch die Hände ihrer Mörder.

Wir werden nie erfahren, was diese Kinder der Welt hätten geben können.

Und unter den Überlebenden waren viele zu traumatisiert, um über das Erlebte zu berichten.

Heute versuchen wir, ihre Stimmen hörbar zu machen.

Deshalb vermitteln die Vereinten Nationen weiter die universellen Lektionen des Holocausts.

Deshalb wollen wir weiter die Rechte und Forderungen der Kinder voranbringen – jeden Tag und überall.

Deshalb werden wir auch weiter von den Beispielen der großen Förderer der Humanität inspiriert, etwa durch Raoul Wallenberg, dessen 100. Geburtstag sich 2012 jährt.

Während wir all derjenigen gedenken, die während des Holocaust verloren gingen – Junge und Alte gleichermaßen – rufe ich alle Nationen auf, das Wertvollste zu schützen – unabhängig von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht oder Religion.

Kinder sind durch schlechte Taten besonders verletzbar.

Wir müssen ihnen das Beste zeigen, das diese Welt zu bieten hat.

Mittwoch, 25. Januar 2012, von Elmar Leimgruber

Digitaler Musikmarkt floriert in Österreich und weltweit

Der digitale Musikmarkt wächst in Österreich und weltweit: Die gestern in London veröffentlichte IFPI Digital Music Report 2011 weist ein neuerliches Wachstum des weltweiten digitalen Musikmarktes aus. Im Jahr 2011 wurde weltweit ein Umsatz von 5,2 Mrd. Dollar (ca. vier Milliarden Euro) erzielt, eine Steigerung von 8% gegenüber 2010. Damit steuern die „Digital Sales“ bereits 32% zu den Gesamterlösen bei, 2010 waren es noch 29%.

In Österreich liegt das Wachstum am Online-Musikmarkt über dem internationalen Durchschnitt. Die heimischen Umsätze mit Internet- und Handy Musikdownloads sind im Vergleich zu 2010 um 14 % auf 24 Mio. Euro gestiegen. Internetdownloads von Einzelsongs sind um 18% gestiegen, der Download ganzer Alben um 22%. Der Anteil der online gekauften Musik in Österreich beträgt damit bereits rund 20% des Gesamtmarktes. Die Jahrescharts 2011 für Deutschland sind hier abrufbar.


Mit gleich drei Alben unter den Top 5 ist Andreas Gabalier Aufsteiger und Bestseller des Jahres in Österreich: Platz 1 für „Herzwerk“, Platz 3 für „Volksrock´n´roller“ und Platz 5 für „Da komm ich her“. Platz 4 geht an Hubert von Goisern mit „Entwederundoder“, der Dauerbrenner Kiddy Contest (Vol 17) belegt Platz 7 und „Oidaah pumpn muas´s“ von Trackshittaz schafft Platz 11 der Jahrescharts. Die erfolgreichsten internationalen Interpreten in Österreich waren Adele mit „21“ (Platz 2), David Guetta mit „Nothing But The Beat“ (Platz 6), Bruno Mars mit „Doo-Wops & Hooligans“ (Platz 8 ) und Andrea Berg mit „Abenteuer“ auf Platz 10. Die Single-Charts in Österreich werden von Jennifer Lopez ft. Pitbull mit „On The Floor“ angeführt. Auf den Plätzen zwei bis fünf folgen Alexandra Stan mit „Mr. Saxobeat“, Snoop Dog vs. David Guetta mit „Sweat“, Don Omar feat. Lucenzo mit „Danza Kuduro“ und Hubert von Goisern mit „Brenna tuats guat“.

Die wichtigsten Fakten aus dem weltweiten IFPI Digital Music Report 2011 auf einen Blick:

•    5,2 Milliarden Dollar (ca. 4 Milliarden Euro) weltweiter Umsatz mit digitalen Musikverkäufen in 2011, eine Steigerung um 8% gegenüber dem Vorjahr.
•    3,6 Milliarden Downloads verkauft (Songs und Alben insgesamt), ein Plus von 17%.
•    32% beträgt der Anteil der Digitalumsätze am weltweiten Musikmarkt; verglichen mit 5% bei Zeitungen, 4% bei Büchern und 1% beim Film.
•    In einigen Märkten liegt der Anteil des Online-Umsatzes bereits über 50 % (USA: 52%, Süd-Korea: 53%)
•    Die Zahl der Abonnenten von Musikabo-Services ist weltweit um 65% gestiegen; von 8,2 Millionen in 2010 auf 13,4 Millionen 2011.
•    „Just The Way You Are“ von Bruno Mars ist mit mehr als 12,5 Millionen Downloads der Topseller 2011.

Der komplette IFPI-Report steht hier zum Download bereit.

Montag, 23. Januar 2012, von Elmar Leimgruber

Candide “in der besten aller möglichen Welten”

Die Welt ist so böse und gemein und niederträchtig, aber das hindert uns doch nicht daran, glücklich und vor allem optimistisch zu sein. Realistisch betrachtet klappt dies zwar nicht, aber darum gehts ja auch nicht: auf die Einstellung kommt es an. So ist denn auch das Liebesglück des unschuldigen und naiv optimistischen Jünglings Candide voller Krieg, Mord, Totschlag und Intrigen, aber er steht selbst über dem Tod, genauso wie die anderen Hauptfiguren dieser Gesellschaftssatire von Voltaire (Candide oder der Optimismus), dessen bitterbösen und doch heiteren Stoff sich Leonard Bernstein für sein Musical (Comic Operetta) “Candide” adaptierte.

Dass zudem die deutsche Textfassung vom sprachlichen Genie Loriot (Vicco von Bülow) Garant auch für einen Publikumserfolg in Wien ist, muss nicht eigens betont werden. Die Wiener Volksoper hat dieses Meisterstück über ein bewegtes buntes Leben in “der besten aller möglichen Welten” neu und konzertant (Songs in englisch mit deutschen Untertiteln, gesprochene Texte in deutsch) im Programm, und es ist ein Vergnügen für alle Sinne:

Die Besetzung könnte idealer nicht sein, allen voran Jennifer O’Loughlin (Must Hear und Must See!) als keinesfalls unschuldige, vielmehr durchtriebene und geldsüchtige Cunegonde und die amerikanische Musical-Legende Kim Criswell als genauso männerbenützende “Old Lady”. Stephen Chaundy gibt einen sympatisch-naiven Candide, Morten Frank Larsen den idealistischen Philosophen Pangloss und Volksopern-Hausherr, der Burgschauspieler Robert Mayer (danke für dieses großartige Werk an der Volksoper) ist das Optimum eines spitzzüngigen Erzählers einer verzwickten Liebes-Abenteuerreise, die sich wohl niemals wirklich so zutragen könnte, welche aber dennoch so viel Wahres, wenn auch weniger Schönes bringt. Weniger in Hochform: der Chor der Volksoper, dafür aber umso erfrischender das Orchester der Volksoper Wien unter der Leitung von Joseph R. Olefirowicz.

Kurzum: Die Darsteller sind nicht nur gesangsmäßig grandios, sondern auch schauspielerisch, das Stück selbst ist wunderbar. Und der Volksoper ist mit Candide ein wahres Meisterstück gelungen. Und das Wichtigste: Alle Künstler hatten auffällig viel Spass auf der Bühne: Genau so muss es sein. Schade nur, dass bislang nur sehr wenige Aufführungen geplant sind.

Und hier können Sie in die Musik von “Candide” von Leonard Bernstein reinhören (Hörproben):

Montag, 9. Januar 2012, von Elmar Leimgruber

Adele ist die absolute Chartsiegerin 2011

Adele ist die Chartsiegerin 2011: Es war das bislang erfolgreichste Musikjahr der Britin:  In den Independent-Jahrescharts 2011 von media control belegt die Sängerin gleich die ersten drei Plätze: Am besten schneidet ihr Nummer-eins-Album “21″ ab, gefolgt von “Live At The Royal Albert Hall” und dem Debüt “19″. Und auch in den allgemeinen offiziellen Album-Jahrescharts von media control rangiert Adele deutlich an der Spitze. Außerdem schießt ihr “Rolling In The Deep” bei den Singles bis auf Platz vier. Ihre Platte “21″ mauserte sich zum Überraschungshit, brach einen Rekord nach dem anderen und hielt sich bislang 49 Wochen im Top 100 Ranking.

In den Independent-Charts kommen auch Rap- und Metal-Freunde kommen auf ihre Kosten: Kool Savas strahlt mit seiner “Aura” hinter den drei Adele-Alben auf Position vier. Die Finnen von Nightwish lüften das Geheimnis um “Imaginaerum” auf der Fünf.

Hinter Adele mischen in den allgemeinen Album-Charts zwei deutsche Künstler die LP-Jahreshitliste auf: Udo Lindenbergs “MTV Unplugged – Live aus dem Hotel Atlantic” platziert sich noch vor Herbert Grönemeyers “Schiffsverkehr”. Bruno Mars mit “Doo-Wops & Hooligans” folgt auf der 4. Und ein Wiedersehen mit dem Grafen und Unheilig gibt es auf Position fünf: “Große Freiheit” war das erfolgreichste Album 2010 und darf auch 2011 nicht fehlen. Insgesamt 97 Wochen hält sich der Longseller seit Veröffentlichung in den Charts.

Paul Kalkbrenner ist gleich mit zwei Alben in die Top Ten: mit “Icke wieder” (6) und dem Soundtrack “Berlin Calling” (9). Dazwischen gehen die Söhne Mannheims auf die “Barrikaden von Eden” und “The Voice of Germany”-Juror Xavier Naidoo nimmt sich fürs neue Jahr vor: “Alles kann besser werden”.

Den beliebtesten Song 2011 lieferte Jennifer Lopez ab. Gemeinsam mit Pitbull tummelt sie sich “On The Floor” auf dem Thron des Jahresrankings. Der Sommerhit “Mr. Saxobeat” von Alexandra Stan kommt in der Endabrechnung auf Position zwei der Single-Jahrescharts von media control. Rang drei geht an Bruno Mars und “Grenade”, während “Call My Name” von “Superstar” Pietro Lombardi die Top Five vervollständigt.

Alle Infos zu Künstlern, Singles, Alben und eine große Auswahl an alten und neuen Musikclips gibt es auf www.charts.de.

Freitag, 6. Januar 2012, von Elmar Leimgruber

Bozner “Siegesdenkmal” bekommt Dokumentationszentrum

Bis Ende des Jahres 2012 soll unter dem Bozner Siegesdenkmal ein Dokumentationszentrum entstehen, in dem das Bauwerk aus der Zeit des Faschismus umfassend erklärt und in einen historischen Kontext eingebettet wird. Dies sieht das Programmabkommen vor, das am Sitz des Regierungskommissariats in Bozen unterzeichnet worden ist.

Mit den Unterschriften von Südtirols Denkmal- und Kultur-Landesrätin Sabina Kasslatter Mur, Bozens Bürgermeister Luigi Spagnolli und Regierungskommissar Fulvio Testi ist der Bau des Dokumentationszentrums unter dem Bozner Siegesdenkmal offiziell besiegelt worden. Für die Verwirklichung der Ausstellung stellt der Staat 834.000 Euro bereit, Land und Stadt Bozen steuern jeweils 100.000 Euro bei. Innerhalb 2012 soll die Ausstellung stehen.

Das so genannte Siegesdenkmal in Bozen wurde 1928 in der Zeit des italienischen Faschismus auf direkten Wunsch von Benito Mussolini errichtet und stellt bis heute eine schwere Provokation für die Südtiroler Bevölkerung dar. Um die ethnischen Spannungen abzubauen und ein friedliches Miteinander zu fördern, benannte die Bozner Stadtregierung 2002 den Platz um das Denkmal herum in Friedensplatz um. Der darauffolgende Protest der nationalistischen italienischen Rechtsparteien führte zu einem Referendum, in welchem sich die Mehrheit der in Bozen Lebenden (rund 73% italienisch- und 26% deutschsprachig) wiederum für den in der Faschistenzeit eingeführten Namen Siegesplatz aussprachen.

Am 22. Februar 2005 enthüllten dann die Vertreter der Gemeinde Bozen vor dem Denkmal Tafeln, die in den Sprachen, deutsch, italienisch, ladinisch und englisch an die Leiden der Bevölkerung und die Verbrechen der Faschisten in jener Zeit erinnern: “Stadt Bozen – Dieses Denkmal ist vom faschistischen Regime errichtet worden, um den Sieg Italiens im Ersten Weltkrieg zu feiern. Dieser brachte die Teilung Tirols und die Abtrennung der Bevölkerung dieses Landes vom Vaterland Österreich mit sich. Frei und demokratisch verurteilt die Stadt Bozen die Zwistigkeiten und Diskriminierungen der Vergangenheit und jede Form von Nationalismus und verpflichtet sich im europäischen Geist die Kultur des Friedens und des Zusammenlebens zu fördern. 2004.”

“Von außen erweckt das Siegesmonument den Eindruck, dass die Werte des Faschismus immer noch gültig seien.” Diese ideologische Entladung soll durch das Dokumentationszentrum in den 13 Räumen und der Krypta unter dem Bauwerk aus den späten 1920er Jahren geschehen, erklärt Kasslatter Mur: “Die Ausstellung soll historisches Wissen vermitteln. Das ist unbedingt notwendig, denn nur wer die Geschichte kennt, kann auch dieses Bauwerk in den richtigen Kontext stellen. Wenn man’s nicht weiß, kann man’s nicht sehen.” Bozens Bürgermeister Luigi Spagnolli dazu: “Das Dokumentationszentrum soll der gesamten Bevölkerung Bozens ein wichtiges Kapitel der Stadtgeschichte näher bringen. Die italienischsprachigen Bozner sollen verstehen, wo und wie die so genannte Neustadt entstanden ist und den deutschprachigen Boznern soll vermittelt werden, warum die Italiener hierher gekommen sind.” Regierungskommissar Testi, der als “Eigentümervertreter” des Denkmals das Schriftstück zur Errichtung des Dokumentationszentrums unterschrieben hat, hat das Abkommen zwischen Staat, Land und Stadt Bozen als ein Schriftstück von “historischer Bedeutung” bezeichnet, das eine Investition in die Zukunft darstelle.

Eine fünfköpfige Kommission, bestehend aus Architekt Ugo Soragni, dem Leiter der regionalen Direktion für die Kultur- und Landschaftsgüter des Kulturministeriums, der Direktorin des Landesarchivs Christine Roilo, dem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Landesarchivs Andrea Di Michele, der  Direktorin des Amtes für Museen und kunsthistorische Kulturgüter der Stadt Bozen Silvia Spada sowie dem Direktor des Bozner Stadtarchivs Hannes Obermair, hat bereits im Mai 2011 einen Parcours ausgearbeitet, der kurz vor Weihnachten vom zuständigen Ministerium in Rom abgesegnet worden war.

Im Dokumentationszentrum sollen unter anderem die Geschichte des Denkmals selbst, der Erste Weltkrieg und seine Folgen für Südtirol, die Politik Italiens in der Zwischenkriegszeit gegenüber der Südtiroler Minderheit, die Errichtung der Bozner „Neustadt“ zwischen dem alten Stadtzentrum und Gries, die Option im Jahr 1939, der Zweite Weltkrieg, die Geschichte des NS-Lagers in Bozen sowie das Kriegsende und der demokratische Neubeginn erklärt werden. Für die Verwirklichung des Parcours steht etwa eine Million Euro bereit, den Großteil davon trägt der Staat (834.000 Euro), jeweils 100.000 Euro finanzieren das Land und die Stadt Bozen.