Dienstag, 16. Februar 2010, von Elmar Leimgruber

Wiener Volksbefragung: Doch Mehrheit für 24-Stunden U-Bahn am Wochenende

Wiens U-Bahn bei Nacht
Foto: wienerlinien.at

(Aufbau des Artikels: Der Bericht zuerst, meine Analyse folgt anschliessend in kursiv)

Nachdem die SPÖ schon vor einigen Tagen nach einem Auszählungsstand von nur 10 Prozent das “Ergebnis” bekannt gab, nach dem sich eine “Mehrheit” gegen die 24-Stunden U-Bahn am Wochenende aussprach:

Hier ist das vorläufige Endergebnis (mitgeteilt von der Stadt) der Wiener Volksbefragung vom 11. bis 13. Februar 2010:

Stimmberechtigt waren rund 1,1 Mio. WienerInnen. Die Beteiligung beträgt bis dato 26,04 %.

Nach einem Auszählungsgrad von 276.834 Stimmen ergibt sich für die einzelnen Fragen folgendes Zwischenergebnis: Weiterlesen »

Dienstag, 16. Februar 2010, von Elmar Leimgruber

Karneval ist uns egal, dafür wollen wir die Staatsschulden loswerden

Die passende Meldung zum Faschingsdienstag und zur Rückkehr in die “Normalität”:

Dem närrischen Faschingstreiben steht die Mehrheit der Deutschen gleichgültig gegenüber. In einer Umfrage für das Hamburger Magazin “stern” sagte jeder Zweite (52 Prozent), der Karneval sei ihm egal. 15 Prozent finden ihn sogar “schrecklich”. Immerhin ein Drittel (33 Prozent) begeistert sich aber für Pappnase und Konfetti. Uneinigkeit herrscht bei der Frage, ob das Fernsehen zu viel über Karnevalsumzüge und -sitzungen berichtet: 41 Prozent bejahen dies, knapp die Hälfte (47 Prozent) ist mit dem derzeitigen Angebot zufrieden. Zwei Prozent würden sogar gern noch mehr sehen.

Derzeit beschäftigen hingegen die gigantischen Staatsschulden, die Deutschland, aber auch andere EU-Staaten auftürmen, die Bundesbürger am meisten. Im Sorgenbarometer des “stern” sagten fast zwei Drittel der Bürger (62 Prozent), sie befürchteten, dass dieser Schuldenberg eines Tages nicht mehr bezahlbar sei. Allein Bund, Länder und Kommunen in Deutschland müssen sich dieses Jahr voraussichtlich mehr als 145 Milliarden Euro neu leihen.

Auf dem zweiten Platz folgt die Sorge um die Ausbildung der Kinder. 61 Prozent der Befragten erklärten, sie hätten große oder sehr große Angst, dass die Kinder in Deutschland keine vernünftige Ausbildung erhalten. Dieses Thema wurde zum ersten Mal im Sorgenbarometer abgefragt. Auf Platz drei und vier liegen die Sorge vor einem Anstieg der Arbeitslosigkeit (59 Prozent) und unsicheren Renten (56 Prozent).

Sprunghaft gestiegen ist die Furcht, dass die Politiker ihren Aufgaben nicht gewachsen sind. Im letzten Sorgenbarometer des stern Mitte November 2009 hatten 44 Prozent der Deutschen diese Angst, jetzt fürchten sich 55 Prozent davor.

Weitere Sorgen der Deutschen sind, dass sich der Zustand der Umwelt verschlechtert (54 Prozent, -2),  die Angst vor Inflation (44 Prozent, +5) und einem Einbrechen der Konjunktur (41 Prozent, +5). Eher gering ist die Angst vor Spannungen mit Ausländern (39 Prozent, +4) oder Kriegen mit deutscher Beteiligung (36 Prozent, +4). Unter den Berufstätigen ist die Furcht vor einem Jobverlust deutlich gesunken: Nur noch 19 Prozent der Beschäftigten rechnen damit. Im November 2009 waren es 26 Prozent.

Datenbasis: 1005 repräsentativ ausgesuchte  deutsche Bundesbürger Anfang Februar 2010, durchgeführt vom Forsa-Institut, Berlin, im Auftrag von “stern”.

Die Fastenzeit kann kommen…

Montag, 15. Februar 2010, von Elmar Leimgruber

“Faires Teilen”: ÖGB-Präsident fordert: Reiche zur Kasse

(Artikel-Aufbau: zunächst der Bericht, dann mein Kommentar dazu in kursiv)

ÖGB-Präsident Erich Foglar
Foto: © ÖGB/ Christina Häusler

“Die Menschen haben mit Steuergeld für Banken, mit Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Einkommenseinbußen schon ihren Teil geleistet”, sagte der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) Präsident Erich Foglar in der gestrigen ORF-Pressestunde und forderte einen “Solidarpakt zur Krisenbewältigung”. Spekulanten, Finanzwirtschaft und Banken, Topverdiener, Großkonzerne und Vermögende hätten die Finanzkrise verursacht. “Diese Gruppen haben bisher keinen Beitrag geleistet aber enorm profitiert. Sie müssen nun endlich auch zur Bewältigung der Krise essenzielle Beiträge leisten.”

Schuldenabbau allein genüge nicht: Langfristige Investitionen in eine wirtschaftlich stabile Zukunft seien nötig, und es müsse zur Schaffung von Beschäftigung und zur Förderung des Wachstums eine Sozialmilliarde für Betreuungs- und Pflegeberufe her, forderte der ÖGB-Präsident. Und : “Fair teilen” laute die Devise des ÖGB.

Daher sei Folgendes umzusetzen: Weiterlesen »

Sonntag, 14. Februar 2010, von Elmar Leimgruber

Glaube kann Ihre Gesundheit fördern

Psychiater Raphael Bonelli
Foto: rpp2009.org

Es gibt ihn tatsächlich: jenen Glauben, der schwerwiegend belastet und schadet, der unglücklich und krank macht. Sigmund Freud, der Vater der Psychoanalyse, sah sogar Religion insgesamt als eine Art universelle Zwangsneurose: Für ihn war Glaube eine kindliche Form der Wirklichkeitsbewältigung.

So simpel ist es aber nicht: Glaube und Psyche sind zuinnerst miteinander verbunden: ein wahrlich komplexes Thema:

Wo Glaube Schaden anrichtet, handelt es sich um eine missverstandene, um eine “ungesunde” Religiosität, weil sie ängstlich oder fanatisch macht. Dies erklärt der Psychiater und Neurologe Raphael Bonelli in der aktuellen Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung “Der Sonntag”. Weiterlesen »

Sonntag, 14. Februar 2010, von Elmar Leimgruber

Das Wiener Volksbefragungs-Ergebnis ist nicht da, aber die SPÖ verkündet es dennoch

An der umstrittenen Wiener Volksbefragung vom 11. bis 13. Februar 2010 waren 1,1 Millionen Einwohner wahlbeteiligt; es nahmen jedoch nur 24,56 Prozent, also etwa 270.000 dran teil.

In den Wiener Abgabestellen wurden jedoch nur knapp 26.000 Stimmen abgegeben, also nicht mal ein Zehntel.

Obwohl also derzeit nicht einmal von einem vorläufigen Ergebnis die Rede geben kann, veröffentlichte die SPÖ gestern Abend schon in einer Presseaussendung von Stadträtin Sandra Frauenberger und auf den Wahlseiten der Stadt das “Ergebnis der Volksbefragung”. Von Seriosität kann man hier also beim besten Willen nicht sprechen.

Nach diesem bisher ausgezählten Zehntel hat die SPÖ Wien übrigens -wohl u.a. durch ihre Suggestivfragen bewirkt- auf alles jene Antworten von der mitstimmenden Bevölkerung erhalten, die sie haben wollte.

Bevor ich aber auf das Ergebnis genauer eingehe und es detailierter analysiere und vielleicht sogar mitteile, wie ich abgestimmt hätte (wäre eine Beteiligung an dieser Volksbefragung für alle in Wien lebenden EU-Bürger möglich gewesen), warte ich lieber das echte, zumindest das vorläufige wirkliche Endergebnis ab, das am Dienstag Mittag verkündet werden soll…

Samstag, 13. Februar 2010, von Elmar Leimgruber

“We are The World 25 for Haiti” mit Michael Jackson erschienen

Heute Nacht wurden die Olympischen Winterspiele in Vancouver eröffnet. Bei der Eröffnungszeremonie fand auch die Weltpremiere von “We Are The World 25 For Haiti” statt.

Die neue Version dieses Songs aus der Feder von Michael Jackson wurde am 1. Februar in genau demselben Aufnahmestudio aufgenommen, in dem vor 25 Jahre das Original aufgezeichnet wurde (Henson Recording Studios, vormals A&M Recording Studios). Dies gaben Michael Jacksons Ex-Produzent Quincy Jones und Lionel Richie, Mitautor des legendären Benefizsongs “We Are The World” aus dem Jahre 1985 bekannt. Das eingenommene Geld ist für die haitianische Erdbebenhilfe und den Wiederaufbau von Haiti bestimmt.

Und hier ist das offizielle Video zum neuen We are The World-Song für Haiti:

Seit der Weltpremiere ist der Song (in dem übrigens auch die Stimme Michael Jacksons zu hören ist) im Internet downloadbar und kann das exklusive Filmmaterial von den Aufnahmen auf der offiziellen Website angesehen werden. Downloads stehen auch bei iTunes zur Verfügung und das Video ist auf dem “We Are the World 25″ YouTube Channel” (http://www.youtube.com/wearetheworld) zu sehen. Sofortspenden sind durch Anklicken der Schaltfläche “Jetzt spenden” auf YouTube oder durch Herunterladen des Songs auf iTunes möglich. Weiterlesen »

Freitag, 12. Februar 2010, von Elmar Leimgruber

Migranten schicken jährlich 32 Mrd. Euro in ihre früheren Wohnsitzländer

Wer sich schon immer gefragt hat, warum Europa für so viele Menschen aus ärmeren Ländern so überaus attraktiv erscheint, bekommt jetzt eine klare finanzielle Antwort:

Eurostat, das statistische Amt der Europäischen Union führt jährlich eine Erhebung über die Geldflüsse von Migranten in der EU durch und die aktuellen Zahlen wurden soeben veröffentlicht: Demnach schickten im Jahr 2008 Einwanderer in die EU 27 ganze 32 Milliarden Euro (!) in ihre früheren Wohnsitzländer; vier Jahre früher waren es noch 19,4 Milliarden.

Die Zunahme der Heimatüberweisungen von Erwerbstätigen in den letzten Jahren ist hauptsächlich auf einen starken Anstieg der Geldströme in Drittländer zurückzuführen (von 11,5 Mrd. im Jahr 2004 auf 22,5 Mrd. im Jahr 2008), während die Geldflüsse innerhalb der EU27 weniger schnell anstiegen (von 7,9 Mrd. auf 9,3 Mrd.). Folglich stieg der Anteil der Heimatüberweisungen in Drittländer von 59% im Jahr 2004 auf 71% im Jahr 2008. Weiterlesen »

Donnerstag, 11. Februar 2010, von Elmar Leimgruber

Superstar Lugner lässt sich von Dieter Bohlen casten

Richard Lugner lädt Dieter Bohlen zum Opernball
Foto: lugner.at
Dieter Bohlen als Stargast in Lugners Opernloge
Foto: lugner.at

Die Sensation ist perfekt: Richard Lugners neue Flamme “Katzi” wird in Medien als ex-Prostituierte geoutet (es gilt natürlich die Unschuldsvermutung) und Lindsay Lohan, die eigentlich Richard Lugners Stargast hätte sein sollen beim heutigen Opernball in Wien, kommt nicht: Die skandalerprobte Prominente hat laut Medienberichten angeblich gegen ihre Bewährungsauflagen verstossen und darf daher die USA nicht verlassen.

Und jetzt kommts erst richtig dick: Anstatt der Lohan ist nun DSDS-Juror Dieter Bohlen Lugners Gast am Opernball. Das schafft gleich zwei neue Probleme: Weiterlesen »

Mittwoch, 10. Februar 2010, von Elmar Leimgruber

Südtirol schreibt internationalen Preis für Journalisten und Fotografen aus

2010 schreibt die Südtirol Marketing Gesellschaft (SMG) wieder einen Förderpreis für junge Journalisten und Fotografen aus. Teilnehmen können Redakteure von Print- und Onlinemedien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, sowie Fotografen, Studenten verwandter Fachrichtungen (Journalismus, Kommunikations­wissenschaften, Fotodesign etc.) und Schüler von Journalistenschulen und Fotoakademien bis 30 Jahre. Im Bereich Fotografie können sich neben den deutsch­sprachigen Länder auch Teilnehmer aus Italien (aber nicht aus Südtirol), UK, Benelux, Polen und Tschechien bewerben.

Die Finalisten werden nach Südtirol eingeladen, wo jeweils ein Journalist und ein Fotograf gemeinsam recherchieren und fotografieren. Das Thema mit Südtirolbezug können die Teilnehmer dabei frei wählen – vom klassischen Reisethema über den Kulturbeitrag bis zum Porträt. Ziel des Förder­preises ist zum einen, die Region aus neuen Blickwinkeln zu beleuchten, sowie zum anderen die Kontaktpflege mit Nachwuchsjournalisten und -fotografen. Interessierte Journalisten und Fotografen können ihre Bewerbung (veröffentlichte oder noch nicht veröffentlichte Beiträge) bis zum 31. März 2010 einreichen. Der Preis ist jeweils mit 3.000 Euro dotiert. Die Prämierung der Sieger findet im Februar 2011 in Südtirol statt.

Der Förderpreis für Journalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wird von der SMG seit 2003 ausgeschrieben. Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren sind downloadbar.

Mittwoch, 10. Februar 2010, von Elmar Leimgruber

Mein Appell: Nehmt teil an der sinnlosen Volksbefragung in Wien!

Alle Bilder in diesem Artikel: wienwillswissen.at

In Wien findet in dieser Woche vom 11. bis 13. Februar eine sogenannte Volksbefragung statt. Der Zeitpunkt ist taktisch klug gewählt, gibt es doch in diesem Jahr auch Gemeinderats- und Landtagswahlen in Wien: Der Wiener Bürgermeister ist gleichzeitig auch Landeshauptmann von Wien.

Vorausgeschickt: Ich bin ein grosser Befürworter der direkten Demokratie. Und es wäre ein demokratiepolitischer Rückschritt, würde man Volksbefragungen grundsätzlich abschaffen oder verbieten wollen. Aber sollen diese nicht zu einer billigen Farce verkommen, bzw. wie in diesem Fall ein willkommene Wahlhilfe, dann braucht es wirklich Themen, die die Menschen bewegenund wo es der Stadt tatsächlich darum geht, die Anliegen der Bevölkerung zu hören, ernstzunehmen und auf ihre Wünsche einzugehen.

Bei aller Antipathie gewissen (Suggestiv-)Fragen gegenüber und trotz durchaus vorhandenen Gefühlen für einen Boykott dieser sinnlosen Wahl: Aus demokratiepolitischen Überlegungen plädiere ich hiermit dennoch, auf jedem Fall an der Volksbefragung teilzunehmen.

Zu den Fragen im Einzelnen (die Original-Fragen mit entsprechender “Wahlhilfe” durch die Stadt sind hier kursiv wiedergegeben): Weiterlesen »