Dienstag, 27. April 2010, von Elmar Leimgruber

Journalistische Unabhängigkeit und wirtschaftliche Zwänge

Thomas Leif vom SWR
Foto: © Leimgruber

Ja, wenn man bloss nicht so abhängig wäre von diesen und jenen Einnahmequellen! Ja, dann könnte man unabhängigern und kritischen Journalismus pflegen. Und dann könnte man mehr und bessere Redakteure engagieren anstatt nur “Praktikanten” oder maximal Content-Füller. Ja, wenn es den Zeitungen bloss wirtschaftlich gut ginge, ja dann könnte man..

Da kommen dann schon äusserst interessante Ideen: Er habe “keine Ahnung, wohin der Zug fährt”, sagte da beispielsweise Charles E. Ritterband, NZZ-Kor­respondent in Wien beim heutigen 11. Europäischen Zeitungskongress im Wiener Rathaus : seine Zeitung habe schwerwiegende finanzielle Probleme; vielleicht könnte man ja subventionieren… Dazu: Tho­mas Leif, SWR-Chef­re­porter und Vorsitzender von Netzwerk Recherche: Ja, kritischer Journalismus müsste eigentlich subventiert werden. Weiterlesen »

Dienstag, 27. April 2010, von Elmar Leimgruber

Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl erhält Roland Berger Preis für Menschenwürde

Diese Medaille wird dem Preisträger übergeben: “Die Weltformel ist totale Demut. Die Weltformel, bestehend aus Quadrat, Kreis, Dreieck und dem Unendlichkeitszeichen bildet die Grundlage jeglicher Existenz. Die Weltformel will nichts anderes, als den totalen Frieden.” (Jonathan Meese)

Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl wurde gestern mit dem diesjährigen “Roland Berger Preis für Menschenwürde” geehrt. Kohl wurde mit dem “Roland Berger Preis für Menschenwürde” für sein politisches Lebenswerk ausgezeichnet. Der jährlich vergebene Roland Berger Preis ist mit einer Million Euro dotiert und wird von Bundespräsident Horst Köhler übergeben. Davon wird mit 700.000 Euro an der Universität Heidelberg eine “Helmut Kohl Gastprofessur für Europäische Kultur und Politische Philosophie” errichtet, und 300.000 Euro werden für den Neubau eines Kinderkrankenhauses in Sri Lanka eingesetzt, das Helmut Kohl seit der Tsunami Katastrophe Ende 2004 unterstützt.

Mit der Wahl Helmut Kohls als Preisträger 2010 würdigt die Roland Berger Stiftung dessen unermüdlichen Einsatz für die Einheit Deutschlands: “Für Helmut Kohl war die deutsche Einheit nie Utopie”, sagte der Gründer und Vorsitzende des Kuratorium der Roland Berger Stiftung Prof. Roland Berger in seinem Grußwort zur Preisverleihung. “Sie war ihm immer eine Lebensaufgabe. Er hat sein gesamtes politisches Leben lang am Ziel der deutschen Einheit und an der Präambel unseres damaligen Grundgesetzes festgehalten, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden. Dass in einem Teil Deutschlands Menschen unterdrückt und ihrer bürgerlichen Freiheitsrechte beraubt wurden, widersprach Helmut Kohls Werten von Freiheit und Selbstbestimmung zutiefst.” Weiterlesen »

Montag, 26. April 2010, von Elmar Leimgruber

Wiener Journalisten sind übergewichtig

Zumindest jene Journalisten, die Wert auf ihre Gesundheit legen und diese auch feststellen lassen, sind übergewichtig. Dies ergab eine Reihenuntersuchung von Journalistinnen und Journalisten, die der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) in Zusammenarbeit mit der UNIQA Versicherungen AG durchgeführt hat. Demnach ist der Körperfettanteil bei Journalisten höher als die des Wiener Durchschnitts. Dies spricht laut ÖJC für einen erhöhten Anteil an stressbedingtem Übergewicht. Weiterlesen »

Montag, 26. April 2010, von Elmar Leimgruber

Italienischer Ministerrat verabschiedet neue Zweisprachigkeits-Regelung für Südtirol

Das historische und aktuelle Südtiroler Landeswappen aus dem Jahr 1370 (Ursprünge 1190), wie es auf Schloss Tirol in Dorf Tirol in Südtirol abgebildet ist

Der italienische Ministerrat in Rom hat am Freitag nach Anhören von Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder die Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut genehmigt, mit der der Nachweis der Zweisprachigkeit in Südtirol neu geregelt wird. Demnach wird es künftig Alternativen zum bisher einzig gültigen Nachweis in Form des Zweisprachigkeitsprüfungs-Diploms geben. Im historisch deutschsprachigen Land (mit ladinischen Minderheiten in Gröden und im Gadertal und einzelnen Italienern vor allem ganz im Süden) leben seit dessen Abtrennung von Österreich 1918 und der folgenden Zwangitalienisierung durch die italienischen Faschisten auch viele Italiener in Südtirol, vor allem in den Ballungsräumen. Seit 1992 gilt das sogenannte Autonomiestatut in Südtirol, das die Zweisprachigkeit (deutsch und italienisch) in Südtirol und auch die Vergabe von öffentlichen Stellen nach Sprachgruppenzugehörigkeit regelt.

Wie das Südtiroler Landespresseamt mitteilt, werden künftig die international anerkannten Sprachnachweise der Zweisprachigkeitsprüfung gleichgestellt. Es handelt sich hier etwa um die Diplome, die auf deutscher Seite das Goethe-Institut oder dessen italienisches Pendant, das Dante-Alighieri-Institut, verleihen. “Es gibt ein Verzeichnis der Institutionen, deren Diplome künftig anerkannt werden”, so Durnwalder. Sollte man mit einem solchen Diplom nur die Sprachkenntnisse in Deutsch oder Italienisch nachweisen können (und nicht in beiden Sprachen), muss man die Zweisprachigkeitsprüfung nur noch in der jeweils anderen Sprache ablegen. Weiterlesen »

Sonntag, 25. April 2010, von Elmar Leimgruber

11. European Newspaper Congress in Wien diskutiert Zukunft der Zeitung

Von heute abend (DIE PRESSE lädt zum Heurigen) bis Dienstag tauschen etwa 600 Chefredakteure, Verlagsmanager, Medienmacher, Ressortleiter und Nachwuchskräfte aus ganz Europa ihre Konzepte und Ideen in Wien aus: Beim “11. European Newspaper Congress” im Festsaal des Wiener Rathauses steht die Zukunft der Zeitung im Mittelpunkt. Schwerpunkt des Kongresses ist in diesem Jahr das Thema Lokalinformation. Das “European Publishers Forum 2010″ beschäftigt sich mit der Frage, wie Journalismus finanzierbar bleibt, was Zentralredaktionen bedeuten, ob das Auslagern von Recherche wirklich sinnvoll ist und welche Folgen bei Bezahlschranken im Internet zu erwarten sind. Weiterlesen »

Sonntag, 25. April 2010, von Elmar Leimgruber

Roter Platz für Wiens roten 10. Bezirk

Wien X Favoriten: Viktor Adler Markt
Foto: © Leimgruber

Nach Moskau bekommt nun auch Wien seinen Roten Platz: Weil der in Wien regierenden SPÖ auch in ihrem ureigensten roten Wiener Gemeindebezirk, in Favoriten, immer mehr der traditionell roten Arbeiterschaft zur blauen FPÖ überwechseln, will sie sich ein Denkmal schaffen: Der Platz vor dem traditionellen Viktor Adler Markt auf der Favoritenstrasse soll zum Roten Platz in Wien werden: Die SPÖ will den Platz kurzerhand mit rotem Gussasphalt betonieren.

Die Opposition ist sich einig wie selten sonst: ÖVP, Grüne und FPÖ sind geschlossen dagegen, dass dieser Platz rot wird und für die Umfärbung 45.000 Euro fliessen: Anstatt in ein “SPÖ-Denkmal” und ein “SPÖ-Identitätszeichen” zu investieren, soll das Geld in Schulsanierungen investiert werden, fordert die ÖVP laut “heute”. Die FPÖ wünscht sich anstelle dieses Projekts “mehr Grün” und die Grünen wollen dafür die Umgestaltung “vergessener Plätze”. Weiterlesen »

Samstag, 24. April 2010, von Elmar Leimgruber

Deutscher Filmpreis 2010: Zehn LOLAs für Haneke’s “Das Weisse Band”

Der grosse Sieger des diesjährigen Deutschen Filmpreises ist Michael Haneke mit seinem Film “Das weisse Band”: er erhielt insgesamt 10 LOLAs, darunter, als bester Spielfilm in Gold, beste Regie, bestes Drehbuch, beste Kamera (Christian Berger), beste männliche (Burghart Klaußner) und beste weibliche Nebenrolle (Maria-Victoria Dragus). Der Film “Sturm” von Hans-Christian Schmid gewann LOLAs als bester Film in Silber, für das beste Szenenbild und für die beste Filmmusik. Als beste weibliche Hauptdarstellerin wurde Sibel Kekili in “Die Fremde” von Feo Aladag (auch bester Film in Bronze) ausgezeichnet, als bester Nebendarsteller Justus von Dohnányi. Der Filmproduzent und Drehbuchautor Bernd Eichinger (Constantin Film) erhielt den Ehrenpreis der Filmakademie für seine Verdienste um den Deutschen Film.

Die LOLA ist mit 2,855 Mio. Euro Preisgeldern (einschließlich der Nominierungsprämien) der höchstdotierte deutsche Kulturpreis. Die Nominierungen und Preisträger werden – in einem aufwändigen und sorgfältig begleiteten Verfahren – von den über 1100 Mitgliedern der Deutschen Filmakademie geheim gewählt. Die LOLA wird vom Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann vergeben.

Und hier sind alle Preisträger Deutscher Filmpreis 2010: Weiterlesen »

Samstag, 24. April 2010, von Elmar Leimgruber

Die Bundespräsidentschaftskandidaten und ihre Werte

Bundespräsidentenwahl 2010: Nicht wählen heisst nicht mitentscheiden

In Interviews für die Wiener Kirchenzeitung “Der Sonntag” stellten sich der amtierende Heinz Fischer (SPÖ-nominiert und Grüne-unterstützt) und seine Herausforderer Rudolf Gehring (Die Christen-nominiert) und Barbara Rosenkranz (FPÖ-nominiert) einer Wertediskussion:

Demnach sind für Fischer die Menschenrechte, gefolgt von “Gleichwertigkeit der Menschen, Chancengerechtigkeit, Freiheit und Demokratie, Nächstenliebe, Verfassungstreue, Verlässlichkeit, Ablehnung von Krieg und Gewalt” die wichtigsten Werte für das Amt des Bundespräsidenten. Gehring nennt hier “Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit, Friede, soziale Einstellung (Wohl des Nächsten und der Gemeinschaft beachten), Ehrlichkeit, Treue” als die bedeutsamsten, und für Rosenkranz sind “Aufrichtigkeit, Mut und Geradlinigkeit” entscheidend. Weiterlesen »

Freitag, 23. April 2010, von Elmar Leimgruber

Verbraucher finden: “Monte-Drink” von Zott ist “dreisteste Werbelüge des Jahres”

Bild: abgespeist.de

Die Verbraucher haben entschieden: Der “Monte Drink” von Zott ist die dreisteste Werbelüge des Jahres. So lautet das Ergebnis einer Online-Abstimmung auf www.abgespeist.de . Für seinen unverantwortlichen Versuch, eine Zuckerbombe wie eine gesunde “Zwischenmahlzeit” für Kinder zu bewerben, verlieh die Verbraucherrechtsorganisation foodwatch dem Hersteller als Negativ-Preis den Goldenen Windbeutel 2010 am Firmensitz im bayerischen Mertingen (Landkreis Donau-Ries).An zweite Stelle steht der “gelbe Zitrone-Physalis” des Vorarlberger Fruchsaftmachers Pfanner, der laut foodwatch keinen Physalis enthält. Den Goldenen Windbeutel 2009 erhielt übrigens “Actimel” von Danone für die dreisteste Lüge des Jahres.

“Der ‘Monte Drink’ ist Etikettenschwindel von A bis Zott”, sagte Anne Markwardt, Leiterin der foodwatch-Kampagne abgespeist.de: “Mehr Zucker als Cola und doppelt so viele Kalorien wie Fanta – da lässt sich nichts gesundwerben. Die Verbraucher haben durchschaut, dass der ‘Monte Drink’ nichts anderes ist als eine flüssige Süßigkeit und im Schulranzen von Kindern nichts verloren hat.” Weiterlesen »

Freitag, 23. April 2010, von Elmar Leimgruber

Brigitte Kulovits-Rupp neue ORF-Stiftungsrat-Chefin – Alle Mitglieder des ORF Stiftungsrates

Die Arbeiterkammer-Funktionärin und SPÖ-nahe Brigitte Kulovits-Rupp ist die neue Vorsitzende des wichtigsten ORF-Gremiums, des ORF-Stiftungsrates (ex-ORF-Kuratorium). Die Tagesordnung der konstituierenden Sitzung des neuen Stiftungsrates umfasste die Wahl des Vorsitzenden und des Vorsitzenden-Stellvertreters sowie die Wahl der Mitglieder der Ausschüsse. Neuer Vorsitzenden-Stellvertreter wurde der ÖVP-nahe IFPI-Geschäftsführer Franz Medwenitsch. Kulovits-Rupp löst den bisherigen Vorsitzenden, Klaus Pekarek, ab. Medwenitsch tritt die Nachfolge des bisherigen Stellvertreters, Univ.-Prof. Leopold März, an. Weiterlesen »