Samstag, 4. Juni 2011, von Elmar Leimgruber

Holidays:-)

Urlaubsgrüße von der “Sissi”-Insel Korfu (Kerkyra)

Bin seit Dienstag bis einschließlich 10. Juni auf Urlaub in Griechenland.

Daher gibts derzeit keine Meldungen hier auf redakteur.cc.

Doch die Meldungen kommen wieder: versprochen:-)

Aber für die ganz Neugierigen habe ich ein Zuckerl:
Auf redakteur.cc bei Facebook: http://www.facebook.com/redakteur.cc poste ich (trotz Urlaubs) doch hin und wieder was:-)

Schöne Zeit noch!

Elmar Leimgruber

Montag, 30. Mai 2011, von Elmar Leimgruber

8,2 % Ausländeranteil in Südtirol; EU-Durchschnitt: 6,5 %

Während der Anteil der ausländischen Bevölkerung EU-weit (EU27) bei 6,5 Prozent und in Italien gesamt bei 7 Prozent (Deutschland: 8,7 %) liegt, beträgt er in Südtirol 8,2 Prozent. Wie das Südtiroler Landesinstitut für Statistik (ASTAT) mitteilt, sind mit Stichtag 31.12.2010 insgesamt 41.699 Ausländer aus 130 verschiedenen Nationen in Südtirol anssässig, was einem Zuwachs von 6,5 % im Vergleich zum Vorjahr (damals waren es 7,8 %) entspricht und im Vergleich zum Jahr 1990 sogar einer Verachtfachung entspricht: damals waren etwa 5000 Menschen aus dem Ausland nach Südtirol übersiedelt.

Noch höher als in Südtirol ist die Ausländerquote in Italien nur in den Regionen Emilia-Romagna, Lombardei, Umbrien sowie Venetien: hier ist bereits einer von zehn Einwohnern nicht italienischer Staatsbürger. Besonders viele Südtirol-Zuwanderer sind laut ASTAT übrigens in Franzensfeste (20,5%), Salurn (19,5 %), Meran (14,8%), am Brenner (14%), in Waidbruck (13,6%) und in Bozen (12,9%), während in vielen kleineren Südtiroler Orten kaum Ausländer leben.

13.499, in etwa ein Drittel aller in Südtirol ansässigen Ausländer, kommen aus einem der Mitgliedstaaten der Europäischen Union; fast die Hälfte davon aus dem deutschsprachigen Raum. EU-Bürger sind in einigen Bereichen den italienischen Staatsbürgern gleichgestellt, z.B. was die Freizügigkeit und Niederlassungsfreiheit betrifft. Ein weiteres Drittel entfällt auf die anderen europäischen Länder, die nicht zur EU zählen, während nahezu 6.600 Menschen mit Migrationshintergrund aus Asien (15,8%) und rund 5.300 aus Afrika (12,7%) stammen.

In der Rangliste der Ursprungsländer nimmt Albanien mit mehr als 5.300 Personen den ersten Platz ein. Es folgen Deutschland mit rund 4.600 und Marokko mit fast 3.400 Personen. Zusammen stellen diese drei Gruppen 31,9% aller Einwohner ausländischer Nationalität in Südtirol. Die 2.800 Pakistaner sind die zahlenmäßig stärkste asiatische Gemeinschaft im Lande.

Von den EU27-Ländern hat Luxemburg mit 43 Prozent den höchsten Anteil an Zuwanderern, gefolgt von Lettland mit 17,4, von Estland und Zypern mit 15,9, von Spanien mit 12,3 Prozent und von Österreich mit 10,5 Prozent. Die wenigsten Zuwanderer verzeichnen Rumänien und Polen mit 0,1 und Bulgarien mit 0,3 Prozent, gefolgt von Litauen mit 1,1, Slowakei 1,2, Ungarn mit 2 und Finnland mit 2,9 Prozent.

Sonntag, 29. Mai 2011, von Elmar Leimgruber

Ausgrenzungspolitik fördert AIDS-Ausbreitung

Drogen und AIDS gehen in Osteuropa Hand in Hand
Foto: caritas-international.de

Die politische und gesellschaftliche Ausgrenzung von mit dem HIV-Virus infizierten Drogenabhängigen trägt maßgeblich zur rasanten Ausbreitung von Aids in Osteuropa bei. Davon zeigt sich Caritas international, das Hilfswerk der deutschen Caritas, anlässlich der europäischen HIV-Konferenz, die vom 25.-27. Mai in Tallinn von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), den Vereinten Nationen (UNO) und der Europäischen Union (EU) veranstaltet wird, überzeugt. Caritas international (CI) fordert daher ein Ende der Ausgrenzungspolitik in Osteuropa und volle Menschenrechte auch für Drogennutzer.

In nur 15 Jahren stieg die geschätzte Zahl der HIV-Infizierten in Osteuropa von wenigen tausend auf über eineinhalb Millionen. Die extrem schnelle Ausbreitung der Epidemie ist laut CI vor allem auf den starken Anstieg des Drogenkonsums und die Verwendung von nicht sterilen Spritzen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zurückzuführen. In Russland wird die Zahl der Drogennutzer auf 1,5 bis über 4 Millionen geschätzt; in einigen Städten sind davon 30-50 Prozent HIV-positiv. Gegen jede gesellschaftliche Stigmatisierung von Aids-Kranken hat sich indes der vatikanische Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone gewandt.

Die Stigmatisierung, Schikanierung und Kriminalisierung von Infizierten und Drogenabhängigen sowie die Weigerung, Substitutionsprogramme einzuführen, verhindern in vielen osteuropäischen Ländern nach wie vor einen gezielten Kampf gegen Aids, kritisiert Caritas international. Um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, wäre daher ein Dreiklang aus Aufklärung und Beratung, Angeboten von Drogenersatzprogrammen sowie die Verteilung steriler Spritzbestecke an die Drogennutzer notwendig.

Caritas international, das Hilfswerk der deutschen Caritas, unterstützt seit vielen Jahren HIV/Aids-Projekte in Osteuropa. Schwerpunkte sind die Verbesserung der bestehenden Suchthilfe sowie die Integration von HIV-Infizierten in bestehende Angebote für Menschen am Rand der Gesellschaft. Caritas international ist das Hilfswerk der deutschen Caritas und gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit 165 nationalen Mitgliedsverbänden, der Caritas internationalis.

Caritas internationalis begeht in diesem Jahr den 60. Jahrestag seiner Gründung und deren Generalversammlung fand vor wenigen Tagen in Rom statt. Diese hatte am Dienstag Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga aus Honduras für vier weitere Jahre in seinem Amt als Präsident von Caritas Internationalis bestätigt. Zu seinem Generalsekretär wählte das Gremium am Freitag Michel Roy (Caritas Frankreich), der die Nachfolge von Lesley-Anne Knight antritt. Caritas Internationalis ist der Dachverband der weltweit 165 eigenständigen nationalen Caritasverbände. Der Generalversammlung gehören 300 Delegierte an.

Freitag, 27. Mai 2011, von Elmar Leimgruber

Heute: Lange Nacht der Kirchen in Österreich, Tschechien und der Slowakei

Mehr als 1700 Kirchen stehen in der kommenden Nacht für Gläubige, Interessierte und Neugierige bereit: Die Lange Nacht der Kirchen unter dem diejährigen Motto: “Mein Herz grübelt bei Nacht, ich sinne nach, es forscht mein Geist” (Psalm 77) findet in allen österreichischen Bundesländern, sowie in den Nachbarländern Tschechien und Slowakei statt:

Um 17.50 Uhr läuten in Österreich die Kirchenglocken die “Lange Nacht der Kirchen” ein und um 18.00 Uhr beginnt die Lange Nacht offiziell. Im Jahr 2010 hatten insgesamt mehr als 350.000 Menschen allein in Österreich die Programmpunkte in der “Langen Nacht der Kirchen” besucht.

In Österreich sind 716 Pfarr-, Rektorats-, Filial- und Klosterkirchen zwischen Arlberg und Neusiedlersee an dieser Aktion
beteiligt. Alle 14 Mitgliedsgemeinschaften des “Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich” (ÖRKÖ) nehmen an der “Langen Nacht der Kirchen” teil. 3.300 Programmpunkte können absolviert werden; das Angebot reicht von spirituellen über kulturelle, musikalische und theologisch-politische Veranstaltungen bis hin zu kulinarischen Verköstigungen. In den vergangenen Jahren waren besonders Vorträge und Diskussionen die “Renner” der Nacht.

In den acht tschechischen Diözesen werden 920 Kirchen die Türen offen halten und in den slowakischen Diözesen Trnava und Nitra sind 100 Kirchen an der “Langen Nacht” beteiligt. Im ungarischen Sopron findet die “Lange Nacht” zeitversetzt statt: Hier laden die Kirchen am Samstag, 28. Mai, zu einem bunten nächtlichen Programm.

Einige Highlights in Österreich: In Wien ist heuer erstmals die “Virgilkapelle” in der U-Bahn-Station Stephansplatz im Rahmen der “Langen Nacht” für Besucher geöffnet und bietet ein Programm mit musikalischen und literarischen Akzenten. Unter dem Motto “Im Laufschritt von Kirchturm zu Kirchturm” veranstaltet die steirische Diözesansportgemeinschaft eine Kirchentour im Grazer Stadtgebiet. Bei fünf Kirchen wird der Kirchturm bestiegen und besichtigt. Einer der Höhepunkte der “Langen Nacht der Kirchen” in Tirol ist ein Gespräch mit Diözesanbischof Manfred Scheuer und dem bekannten Zillertaler Bergsteiger Peter Habeler zum Thema “Wo finde ich meinen Gott?” im Innsbrucker Dom.

Nähere Infos und das Programm der Langen Nacht der Kirchen sind online abrufbar.

Dienstag, 24. Mai 2011, von Elmar Leimgruber

Minderheitenschutz: OSZE zu Gast in Südtirol

(v.l.n.r.:) Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder mit OSZE-Minderheiten-Hochkommisar Knut Vollebaek und Italiens OSZE-Vertreter Riccardo Migliori
Foto: LPA

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) diskutierte kürzlichin Südtirols Landeshauptstadt Bozen über den Minderheitenschutz. Die OSZE hat die Tagung einberufen, um die Umsetzung der 2008 beschlossenen Bozner Empfehlungen zum Minderheitenschutz zu überprüfen. Die Empfehlungen, die nach der Südtiroler Landeshauptstadt benannt sind, beinhalten die Pflichten, die Staaten gegenüber Minderheiten auf ihrem Staatsgebiet haben und die Vorgaben, wie sich Staaten ihren nationalen Minderheiten im Ausland gegenüber verhalten sollen.

Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder begrüßte die Delegationen aus 24 Staaten und betonte die Wichtigkeit dieser Konferenz für Südtirol: “Wenn sich die OSZE mit dem Minderheitenschutz auseinandersetzt ist dies nicht nur ein politisches Signal, sondern konkrete Friedensarbeit“. Durnwalder stellte den 24 Delegationen das Südtiroler Autonomiemodell vor und betonte dabei, dass Südtirol nicht das, sondern ein Beispiel für gelungenen Minderheitenschutz sei: “Noch vor 40 Jahren gab es in unserem Land ein Gegeneinander, das sich zum heutigen Miteinander entwickelt hat. Unser Weg ist damit aber nicht zu Ende: Unser Ziel ist das Füreinander”.

“Das Südtiroler Modell fußt auf drei Säulen: einmal benötigt es eine rechtliche Basis, in unserem Fall ist dies das Gruber-Degasperi-Abkommen von 1946. Dann ist das Verständnis des Nationalstaates für die Minderheit notwendig und schließlich muss die Minderheit ihre Kultur und ihre Eigenheiten aktiv leben“, erklärte Durnwalder.

Riccardo Migliori, der Präsident der italienischen Delegation in der parlamentarischen Versammlung der OSZE, betonte bei der Eröffnung der Tagung, dass die Bozner Empfehlungen bereits drei Jahre nach ihrer Verabschiedung eine wichtige Säule des Minderheitenschutzes in Europa darstellen. Migliori überbrachte auch die Grüße von Staatspräsident Giorgio Napolitano, der in seiner Botschaft an die Tagungsteilnehmer die Bedeutung des Minderheitenschutzes für Italien unterstrich: “Die Minderheiten, die in Italien leben, sind eine Bereicherung für die gesamte Gesellschaft und müssen geschützt werden. Italien wird deshalb weiterhin eine minderheitenfreundliche Politik betreiben.”

Nach den Eröffnungsreden von Durnwalder und Migliori sprach der OSZE-Hochkommissar für nationale Minderheiten Knut Vollebaek über die Leitgedanken der Bozner Empfehlungen, ehe Francesco Palermo den Schutz nationaler Minderheiten und die Souveränität der Staaten thematisierte.

Montag, 23. Mai 2011, von Elmar Leimgruber

Goldene Cannes-Palme für Evolutionsepos “The Tree Of Life”


“The Tree Of Life” von Kultregisseur Terrence Malick (Drehbuch und Regie) wurde bei den diesjährigen 64. Internationalen Filmfestspielen in Cannes unter dem Vorsitz von Robert De Niro mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Der zweite Platz ging gleichermaßen an “Once Upon a Time in Anatolia” von Nuri Bilge Ceylan und an “Le gamin au vélo” (The Kid with a Bike) von  Jean-Pierre und Luc Dardennes.

Die Palme als bester Schauspieler erhielt Jean Dujardin (“The Artist), als beste Schauspielerin Kirsten Dunst (“Melancholia” von Skandal-Regisseur Lars von Trier). Als bester Regisseur wurde der Däne Nicolas Winding Refn für “Drive” ausgezeichnet.

Heuer erstmals vergeben wurde die Goldene Ehren-Palme für das Lebenswerk: Sie ging an den italienischen Drehbuchautor und Regisseur Bernardo Bertolucci. Bereits im Vorfeld war am Dienstag der französische Schauspieler Jean-Paul Belmondo in einer eigenen Gala für sein Lebenswerk mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden. Bei den vorgestern und gestern (21. und 22.Mai) stattfindenden Filmfestspielen in Cannes wurden unter anderem auch der österreichische Schauspieler und Neoregisseur Karl Markovics für seinen Film “Atmen” sowie der deutsche Regisseur Andreas Dresen (“Halt auf freier Strecke”) mit Ermutigungspreisen ausgezeichnet.

Die wichtigten Palmen-Träger 2011
Goldene Palme:
“The Tree of Life” von Terrence Malick (USA)

Großer Preis der Jury:
- “Once Upon a Time in Anatolia” von Nuri Bilge Ceylan (Türkei)
- “The Kid With a Bike” von Jean-Pierre und Luc Dardenne (Belgien)

Beste Regie:
Nicolas Winding Refn für “Drive” (Dänemark)

Beste Schauspielerin:
Kirsten Dunst (USA) für “Melancholia”

Bester Schauspieler:
Jean Dujardin (Frankreich) für “The Artist”

Preis der Jury:
“Polisse” von Maïwenn (Frankreich)

Bestes Drehbuch:
Joseph Cedar für “Footnote” (Israel)

Bester Debütfilm:
“Las acacias” von Pablo Giorgelli (Argentinien)

Bester Kurzfilm:
“Cross” von Maryna Vroda (Ukraine)

Hauptpreis der Sektion Un certain regard:
- Andreas Dresen (Deutschland) für “Halt auf freier Strecke”
- Kim Ki-duk (Korea) für “Arirang”

Preis: “Label Europa Cinema” (“Quinzaine des Realisateurs”):
“Atmen” von Karl Markovics

Erster Preis des Kurzfilmwettbewerbs Cinéfondation:
Doroteya Droumeva (Deutschland): “Der Brief”

Fipresci-Preis (der Filmkritiker-Vereinigung):
“Le Havre” (Aki Kaurismäki)

Sonntag, 22. Mai 2011, von Elmar Leimgruber

Das Sorgenbarometer der Europäer

Die Sorge Nummer Eins in Europa ist die Arbeitslosigkeit. Wie die Studie “Challenges of Europe 2011″ des GfK Vereins zeigt, rückt das Thema Inflation, das nun an zweiter Stelle steht, verstärkt in den Fokus:

Die Deutschen haben die meisten Sorgenfalten in Europa (gefolgt von Italien, Frankreich und Polen): In der aktuellen Studie des GfK Vereins gaben 68 Prozent der Deutschen spontan mehr als 3 Themen an, über die sie sich Sorgen machen. Mehr als die Hälfte der Deutschen zeigt sich 2011 übrigens besorgt über die Lage auf dem Arbeitsmarkt, während sich schon jeder Dritte Sorgen um die Stabilität der Preise und jeder vierte um soziale Sicherheit und Bildungspolitik macht. Im Durchschnitt nannte jeder Bundesbürger 3,7 Probleme, die ihn nachdenklich stimmen. Die sorgenfreiste Nation ist wie im Jahr 2010 Schweden, wo die Menschen im Durchschnitt nur ein Problem nennen können. Verdoppelt hat sich in Deutschland die Wahrnehmung von Zuwanderung und Integration. Mit 16 Prozent erreicht die Besorgnis bei diesem Thema ein hohes Ausmaß.

Die Hauptsorge der Österreicher  hingegen ist (im Gegensatz zum Rest Europas, wo diese Sorge gesamt betrachtet an letzter Stelle steht) die Zuwanderung bzw. die Integration (während dies beispielsweise für Polen gleich Null Relevanz hat), gefolgt von Arbeitslosigkeit und Bildungspolitik. Das Thema Wohnen und Mieten stellt (im Gegensatz zur dauernden Thematisierung durch die AK) hingegen in Österreich (genauso wie beispielsweise in Deutschland, Italien und Belgien) überhaupt kein Problem dar, während es vor allem in Russland (25 Prozent) und Frankreich vordringlich zu sein scheint.

In Europa insgesamt liegen die Themen Arbeitslosigkeit (mit 39 Prozent) sowie Preis- und Kaufkraftentwicklung (Inflation) den Menschen besonders am Herzen (26 Prozent), gefolgt von politischer und konjunktureller Stabilität, Kriminalität und Gesundheitswesen. Die mit Abstand stärkste und noch gestiegene Präsenz hat das Thema in Spanien. Dort sorgen sich gut drei Viertel der Bürger über die Lage auf dem Arbeitsmarkt, was bei einer Arbeitslosenquote von über 20 Prozent jedoch nicht überrascht. Dagegen ist die Arbeitslosigkeit in den Niederlanden mit nur 6 Prozent so gut wie kein Thema. Am stärksten beunruhigt die Inflation die Menschen in Russland, wo die Preise aktuell um etwa 9 Prozent gestiegen sind. 42 Prozent sind hier besorgt. In Deutschland und Polen sorgt sich jeweils jeder Dritte, in Frankreich jeder Vierte um die Preise.

An Brisanz gewonnen hat für die Europäer das Thema Politik und Regierung, das nun an dritter Stelle steht. Am stärksten besorgt zeigen sich mit 57 Prozent die Belgier. In Italien ist der Unmut diesbezüglich ebenfalls sehr groß: jeder dritte Bürger ist beunruhigt. Unverändert auf Platz 4 der Sorgenliste steht 2011 die Kriminalität, während die wirtschaftliche Stabilität mit 12 Prozent an 5. Stelle rangiert. Insbesondere in Italien (23 Prozent), Frankreich und den Niederlanden (jeweils 22 Prozent) wird die verstärkte Bekämpfung von Verbrechen gefordert. In Deutschland (17 Prozent) und Großbritannien (14 Prozent) spielt dieses Thema ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Diese Ergebnisse sind ein Auszug aus der GfK-Studie “Challenges of Europe” und basieren auf rund 13.300 Verbraucherinterviews, die im Auftrag des GfK Vereins im Februar 2011 in Deutschland, Italien, Frankreich, Polen, Österreich, Großbritannien, Belgien, Russland, Spanien, den Niederlanden und Schweden durchgeführt wurden. Die Ergebnisse sind daher noch nicht von der Reaktorkatastrophe in Japan beeinflusst. Grundlage der Untersuchung ist folgende offene Frage, die jedes Jahr unverändert gestellt wird: “Welches sind Ihrer Meinung nach die dringendsten Aufgaben, die heute in [jeweiliges Land] zu lösen sind?”

Montag, 16. Mai 2011, von Elmar Leimgruber

15. Mai: Standpunkte zum Internationalen Tag der Familie

Foto: Monika Torloxten/pixelio.de

Der Internationale Tag der Familie, der alljährlich am 15. Mai begangen wird, wurde 1993 von den Vereinten Nationen eingeführt. Mit diesem Tag will die UNO gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Bedeutung und die Wichtigkeit der Familie für ein gesundes und glückliches Aufwachsen von Kindern herausstellen. Viel zu viele Familiern leiden chronisch, weil sie nicht die notwendigen Mittel zum Überleben haben, betonte UNO-Generalsekretär Ban-Ki Moon in seiner Botschaft zum Familientag. Besonders Großfamilien, Alleinerziehende und Familien, wo der Hauptverdienende seinen Arbeitsplatz verliert, seien oft sozial ausgegrenzt und von Not betroffen.

“Eine Reihe von Regierungen haben familienfreundliche Gesetze, einschließlich Bargeld-Transfer-Programme, Kindergeld, steuerliche Anreize und spezifische geschlechtsspezifische und kindgerechte soziale Schutzmaßnahmen erlassen,” erklärte der UNO-Generalsekretär: “Eine Ausweitung dieser Maßnahmen, die die Ernährung und Bildungsstand der Kinder verbessern können, helfen den Teufelskreis der Armut, der über Generationen hinweg anhalten kann, zu verbessern”. Generationsübergreifende Familien sollten daher unterstützt werden, so Ban-Ki Moon.

„Die Familie ist und bleibt Keimzelle der Gesellschaft und jener Ort, an dem Menschen die Tragfähigkeit sozialer Netzwerke erleben. Über 90 Prozent der Bevölkerung sehnen sich nach dem Funktionieren dieser Gemeinschaften“, betonte Clemens Steindl, Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreichs (KFÖ), zum Internationalen Tag der Familie am 15. Mai. Für die politischen Entscheidungsträger müsse Familienpolitik daher ein zentrales Politikfeld sein: „An ihrer Qualität misst sich die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft“, so der Präsident der größten familienpolitischen Organisation Österreichs: „Unser Ziel ist das steuerfreie Existenzminimum für Familien und ich hoffe und erwarte, dass sich diesbezüglich die familienfreundlichen Kräfte in der Bundesregierung durchsetzen“, sagt der KFÖ-Präsident.

Dem KFÖ gehe es neben der materiellen Besserstellung von Familien auch um deren ideelle Förderung und darum, die Grundwerte des familiären Zusammenlebens in ihrer bunten Vielfalt an Lebensformen aufzuzeigen. In diesem Zusammenhang  verwies Steindl auf das Symposium „starke.familien.werte“, das der KFÖ anlässlich des Internationalen Tages der Familie am 18. Mai in Wien veranstaltet.

Die österreichische Familienbundpräsidentin Andrea Gottweis  fordert von der Bundesregierung ein Verbesserungspaket für die Familien: Es sei für das staatliche Gefüge dringend notwendig, Eltern in ihrer Arbeit zu unterstützen und endlich davon abzurücken, Familienarbeit gegen Erwerbstätigkeit aufzurechnen. Wir müssen jetzt und in Zukunft dafür Sorge tragen, dass Österreich “Kinder willkommen!” heißt und “Ja!” zu Familien sagt. Mit dem Familienpaket des Österreichischen Familienbundes würde ein Schritt in die richtige Richtung getan.”"Wir müssen nachhaltig dafür sorgen, dass Familien mit entsprechendem Respekt und Wertschätzung behandelt werden. Wir müssen jungen Menschen Mut machen, das Abenteuer “Familie, Kinder haben” einzugehen”, so Gottweis, “denn unsere Familien sind das Rückgrat unserer Gesellschaft.”

“Als Keimzelle der Gesellschaft kommt der Familie auch gesamtgesellschaftlich eine große Bedeutung zu. In ihr werden Kinder geprägt ,” schreibt die Kinder-Kommission des Deutschen Bundestags: “Hier sollen sie Nähe und Geborgenheit finden, lernen und soziale Kompetenzen erwerben und sich in eine Gemeinschaft einbringen. Familien müssen gestärkt werden, um ihnen zu ermöglichen, ihren Aufgaben gerecht zu werden”. Insgesamt engagieren sich in den 620 Bündnissen für Familie in Deutschland über 13.000 Akteure aktiv und bringen sich so in einen gesellschaftsgestaltenden Prozess ein, um die Lebensbedingungen für Familien und vor allem für Kinder zu verbessern. “Die Kinderkommission unterstützt einen Paradigmenwechsel in Gesellschaft und Politik hin zu mehr Familienfreundlichkeit.”

Montag, 9. Mai 2011, von Elmar Leimgruber

Jugendliche gefährden leichtsinnig ihre Gesundheit

Vorsorge-Untersuchung Jetzt!
Grafik: aerztekammer.at

Jugendliche haben offenbar “Null Bock” auf Prävention im Gesundheitsbereich und leben zudem sehr leichtsinnig, was den Umgang mit dem Thema AIDS und Safer Sex betrifft. Ersteres kritisiert die österreichische Ärztekammer, welche Gesundheits-Infokampagnen auch an Schulen fordert. Zweiteres geht aus einer Umfrage hervor, die das Netzwerk SchülerVZ durchgeführt hat. Über Alkoholismus und Nikotinsucht habe ich hier bereits berichtet, heute soll es um weitere Aspekte der Gesundheit unter Jugendlichen gehen.

Ein “sträfliches” und gefährliches Desinteresse der Jugend an Gesundheitsvorsorge ortet der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner. “Nur verschwindend geringe 5,5 Prozent der 18- bis 24-jährigen Männer und 7,6 Prozent der Frauen sind 2009 zur kostenlosen Vorsorgeuntersuchung gegangen”, stellt der Ärztechef fest. Dabei würden gerade in jungen Jahren die Grundsteine für die spätere Gesundheit gelegt. Gemeinsam mit ÖÄK-Vizepräsident und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, Günther Wawrowsky, forderte er flächendeckende Image- und Infokampagnen auch an Schulen. “Prävention ist eine Frage der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung. Hier muss über Ressort- und Parteigrenzen hinweg an einem Strang gezogen werden, um schon die Jugendlichen zu erreichen”, sagte Wawrowsky. In Österreich würden nur 1,5 Prozent der öffentlichen Gesundheitsausgaben für Prävention aufgewendet. Das sei stark verbesserungswürdig, so Wawrowsky.

Ebenso leichtsinnig gehen viele Jugendliche offenbar auch mit der nach wie vor lebensgefährlichen Immunschwächekrankheit AIDS um: Schüler unterschätzen die Relevanz des Virus nach dem Motto: “AIDS betrifft mich nicht”: Eine aktuelle Umfrage im Online-Netzwerk SchülerVZ zeigt, dass sich die meisten Schüler zwar schon einmal Gedanken über HIV und AIDS gemacht haben, das Thema aber in ihrem eigenen Sexualverhalten nicht als relevant erachten. Bei der nicht-repräsentativen Befragung von 780 SchülerVZ-Nutzern gaben 77 Prozent der Jugendlichen an, bereits über HIV und AIDS nachgedacht zu haben. Zwei Drittel der Befragten meinen jedoch, dass die Pandemie sie selbst und ihr persönliches Umfeld nicht betrifft. Über 15 Prozent der auf SchülerVZ befragten Jugendlichen gaben zudem an, nie in der Schule über AIDS aufgeklärt worden zu sein und fast sieben Prozent stehen der Verwendung von Kondomen beim Sex eher kritisch gegenüber.

Allein in Deutschland leben heute jedoch laut Robert Koch Institut ungefähr 70.000 Menschen mit HIV/AIDS und es werden jedes Jahr mehr. Trotzdem ist die Krankheit in der Öffentlichkeit immer weniger präsent und für viele Menschen daher eine abstrakte Problematik, zu der sie keinen persönlichen Bezug herstellen. Thomas Elias, Geschäftsführer der AIDS-Hilfe Bremen, stellt fest: “Im Gegensatz zu früher werden die Menschen noch seltener mit Betroffenen konfrontiert”. Darüber hinaus trägt mangelnde Aufklärung dazu bei, dass die Gefahr einer HIV-Infektion nicht erkannt wird.

Sonntag, 8. Mai 2011, von Elmar Leimgruber

Wien: Popfest, MQ-Fest, Stadtfest

Wien ist bekannt für seine reiche Kultur und in den vergangen Tagen gab es Einiges zu feiern. So fand das Popfest wiederum am Karlsfest statt und das Wiener Museumsquartier (MQ) beging sein 10-Jahr-Jubiläum. Beim Popfest standen unter anderem Skero (Texte), Lylit, Gustav und Violetta Parisini & Coshiva auf der Bühne, im Hof des MQ mit dem Schwerpunkt Europa u.a Russkaja, Sandra Pires sowie Stermann und Grissemann. Und die nächsten Feierlichkeiten stehen bereits ins Haus: die Wiener Festwochen, das Wiener Donauinselfest und das Wiener Stadtfest:

Letzteres findet heuer unter dem Motto “Stadt.er.leben” vom 27. bis 29. Mai statt. Die nunmehr 28. Auflage des Festes steht somit ganz im Zeichen der Hauptstadt: Zu den Highlights zählen in diesem Jahr u.a. Kruder & Dorfmeister, Doppler Effekt, Roland Neuwirth & Extremschrammeln, Art of Brass Vienna  und Christina Stürmer. Das Fest findet heuer nicht nur im 1. Wiener Bezirk, sondern erstmals auch in weiteren Teilen Wiens statt; so wird es unter anderem einen literarischen Schwerpunkt im 8. Bezirk geben. Nähere Infos zum Programm sind online abrufbar.

Und hier sind Eindrücke in Bildern vom Popfest Wien am Karlsplatz und vom 10-Jahresfest des Museumsquartiers Wien: