Mit ‘Wien’ getaggte Artikel
Samstag, 5. November 2005, von Elmar Leimgruber
Wenn Willy Astor ins Ausland fährt, in diesem Fall letzthin nach Wien, da gibts viel zu lachen. Der bayerische Komödiant kam, sah und siegte: Nicht nur, dass er das Publikum zum Leben braucht wie jeder andere Mensch das Wasser, ist aussergewöhnlich: Der Soloabend mit ihm begann um 19.30 Uhr im Wiener Museumsquartier und hörte erst um 23.00 Uhr auf. Selbst in der Pause, in der sich jeder andere Künstler gern ausruht, kam er ins Fojer und gab Autogramme.
Astor ging auch während seiner Show direkt auf das Publikum ein, interviewte bereits zu Beginn einige Leute im Publikum und bezog sich im Laufe des Abend auch immer wieder auf deren Aussagen.
Dieser Mann ist nicht nur ein herausragender und einmaliger Wortakrobat und Komödiant, er ist auch, was noch nicht so bekannt sein dürfte, auch ein ausgezeichneter Komponist von meditativer Instrumentalmusik sowie von ernsten musikalischen Balladen. Auch so konnte das scherzverwöhnte Publikum seinen Willy Astor in Wien erleben.
Schade für jeden, der diesen einmaligen Abend nicht miterleben konnte, noch bedauerlicher, wer bislang nicht mal seinen Namen kannte…
CDs und weitere Werke von Willy Astor mit Hörproben finden Sie hier
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Tags: Österreich, Bayern, Comedy, Deutschland, Kabarett, Kultur, Kunst, Museumsquartier, Musik, Wien, Willy Astor, Wortakrobatik
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Mittwoch, 18. Juni 2003, von Elmar Leimgruber
Vom 19. bis 22. Juni heißt es wieder: Die Insel ruft! Und das bereits zum 20. Mal!
Aus einem kleinen Fest ist das größte Open Air-Festival Europas geworden – das Donauinselfest in Wien. Jährlich kommen mehr als 2,5 Millionen Besucherinnen und Besucher aus Wien, aus den Bundesländern und aus dem Ausland auf die Donauinsel, um das abwechslungsreiche Programm zu genießen. Und auch heuer lockt Europas größtes Freiluftspektakel mit einer Vielzahl musikalischer, gastronomischer, kultureller sowie sportlicher Höhepunkte auf das beliebte Wiener Freizeitparadies zwischen den Donauströmen.
Von Pop, Rock, Country, Funk, Soul und Hip-Hop, über Oldies, Klassik bis hin zum Kabarett bietet das 20. Donauinselfest vier Tage lang Spaß und Unterhaltung für Groß und Klein, für Alt und Jung. Und das alles bei freiem Eintritt!
Hier ein kleiner Auszug aus dem Programm:
Für den musikalischen Auftakt am Donnerstag sorgen unter anderem Andy Lee Lang und Shakin’ Stevens auf der “Wien Energie-Festbühne”. Auf der “Ö3-Radio-Bühne”sind Melanie C und Shaggy zu hören. Im “Ö1-Kulturzelt” sorgen “Das Balaton Combo” für beste Unterhaltung und auf der “ega-Bühne” gibt es Frauen-Power, zum Beispiel mit Joni Madden.
Am Freitag erwartet die Besucherinnen und Besucher ebenfalls ein buntgemischtes Programm für jeden Geschmack: auf der “Wien Energie-Festbühne” gibt es ein Wiedersehen und -hören mit Bonnie Tyler, auf der “Ö3-Bühne” ist Lutricia McNeal zu hören, auf der “ega-Bühne” Rhythm & Rio – Celia Mara Project. Auf der “FM4 Planet Music-Bühne” sorgen Curse und Deichkind für beste Stimmung. Auf der “Planet Rock & Fun-Bühne” stehen Hansi Lang & Band sowie Heli Deinboek & Band auf dem Programm, im “Ö1-Kulturzelt” Andreas Vitàsek und das Dschungelorchester.
Am Samstag sind auf der “Wien Energie-Festbühne” unter anderem S.T.S und Antonello Venditti zu hören, auf der “Ö3-Bühne” Starmaniacs live und No Angels, auf der “FM4-Planet Music-Bühne” Fehlfarben, Attwenger und Heinz, auf der “Planet Rock & Fun-Bühne” Short People und Nina Hagen & Band, im “Ö1-Kulturzelt” Irmgard Knef, Timna Brauer & Elias Meiri Ensemble sowie Christoph & Lollo.
Der Sonntag steht auf der “Wien Energie-Festbühne” zunächst im Zeichen von Best of Musical der Vereinigten Bühnen Wien, danach ist Udo Lindenberg zu sehen und zu hören. Auf der “FM4-Planet Music-Bühne” treten unter anderem Surrogat, MIA und Ministry auf. Auf der “Ö3-Bühne” stehen die Ausseer Hardbradler und Reamon auf dem Programm und auf der “Sozialistische Jugend-Bühne” unter anderem Schönheitsfehler.
Auch die sportlichen Aktivitäten kommen beim viertägigen Donauinselfest nicht zu kurz: Auf der Segelinsel findet wieder die Segelregatta statt. Und auf der WAT-Sportinsel gibt es zahlreiche Sportshows und Sportbewerbe zu bewundern. Den Höhepunkt bildet der A-Beach Volleyballcup Donauinselfest 2003 auf dem völlig neu gestalteten Beach-Volleyball-Center: Alle Top 32 Teams der Österreichischen Rangliste mit den Stars der heimischen Beach-Volleyball-Szene sind hier vertreten! Für Beach-Atmosphäre und beste Unterhaltung ist also gesorgt. Wer vom Beach-Feeling nicht genug bekommen kann, dem bietet das Beach-Handballturnier zusätzliche Anreize, auf die Insel zu kommen. Auf der Sportinsel finden sich außerdem die stärksten Männer Österreichs ein, um ihre Kräfte zu messen. Der Einstiegsbewerb “Bankdrücken” ist für alle Anwesenden offen!
Damit auch die jüngeren BesucherInnen des Festes nicht zu kurz kommen, gibt es eine eigene Kinderinsel mit vielen Special-Events, von Kreativwerkstätten über Kinderschminken bis hin zur Showbühne. Außerdem gibt es unzählige Spielmöglichkeiten am ganzen Festgelände. Darüber hinaus sorgen Kindergärtnerinnen für verloren gegangene Kinder.
Für kulinarische Freuden ist ebenfalls bestens gesorgt. Zahlreiche Gastronomiebetriebe bieten Genüsse aus aller Welt – von der Pizza bis zum Kebab, der typischen Wiener Heißen, frischem Fisch bis zu vegetarischer Kost.
Anlässlich des 20. Donauinselfestes haben sich die Veranstalter weitere Highlights einfallen lassen. Zum Beispiel den Feuerwerk-Contest: Es gibt heuer zwei Feuerwerke, nämlich am Freitag und am Samstag, jeweils um ca. 22.00 Uhr. Per SMS kann darüber abgestimmt werden, welches Feuerwerk besser gefällt. Der Veranstalter des Sieger-Feuerwerks wird dann fünf Jahre lang das Donauinselfest-Feuerwerk gestalten. Mit dem Abstimmungs-SMS nimmt man auch an einem Gewinnspiel teil. Hauptgewinn ist eine Reise auf eine Insel – zur Verfügung gestellt von STA Travel! Die Erträge aus der SMS-Abstimmung kommen der Spendenaktion “Hilfe für Kinder im Irak” zugute! Aber noch ein Highlight haben die Veranstalter parat: Eine Donauinselfest-Klangwolke! Jeweils zu Beginn der beiden Feuerwerke werden alle Bühnen auf der Donauinsel etwa fünf Minuten lang das gleiche Lied spielen. Derselbe Song wird auch auf Radio Wien (89,9) zu hören sein. Wer also sein Radio einschaltet, kann sich – egal wo er sich befindet – in die Klangwolke einhüllen! Weiteres Highlight: Am Samstag werden direkt auf der Donauinsel, nach der Reichsbrücke (stromabwärts) 20 Heißluftballons in den Himmel steigen.
Die Insel ruft! Und das 20. Donauinselfest bietet beste Unterhaltung zum Nulltarif!
Tags: Andreas Vitasek, Antonello Venditti, Attwenger, Österreich, Balaton Kombo, Bonnie Tyler, Comedy, Curse, Deichkind, Donauinsel, Donauinselfest, Fehlfarben, Feuerwerk, gratis, Hansi Lang, Insel, Irmgard Knef, Kabarett, Klassik, Lutricia McNeal, Mia, Musical, Musik, Nina Hagen, No Angels, Reamon, Shaggy, Sport, Starmaniacs, STS, Timna Brauer, Udo Lindenberg, Vereinigte Bühnen Wien, Wien
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Mittwoch, 28. Mai 2003, von Elmar Leimgruber
Ein Konzert der absoluten Superlative war am 27. Mai in St. John’s Smith Square in London zu erleben: Die Academy Of Ancient Music spielte auf historischen Instrumenten unter der Leitung ihres Gründers Christopher Hogwood Werke von Mozart und Haydn.
Mozarts Symphonie Nr. 25 wirkte ungewohnt hart, “aggressiv” und feierlich, während Haydns “Surprise”-Symphonie edler, spannender und eleganter niemals klingen könnte.
Der Solist des Abends, Christophe Coin, bewies, dass er nicht nur in Studioeinspielungen hervorragend treffsicher und seinem Instrument, dem Cello herrliche Klänge zu entlocken vermag, sondern dies -vielleicht noch besser- live vor Publikum.
Kurz zusammengefasst: ein herrlicher Konzertabend, von dem ich wohl noch länger zehren werde.
P.S.: Ein Hinweis für alle, die jetzt Christopher Hogwood auch mal live hören möchten: Im dem Konzert anschliessenden Gespräch verriet mir der Maestro, dass er im kommenden Jahr nach Wien kommen und da das Wiener Kammerorchester dirigieren wird. Sein eigenes Orchester hingegen wird bereits am 10. August im Theater an der Wien gastieren. Unter der Leitung von Paul Goodwin werden Werke von Beethoven zur Aufführung gebracht.
In das Haydn-Cellokonzert mit Christophe Coin und unter der Leitung von Christopher Hogwood kann HIER reingehört werden.
Tags: Academy of Ancient Music, Cello, Christophe Coin, Christopher Hogwood, Haydn, historische Instrumente, Klassik, Kultur, London, Mozart, Musik, Paul Goodwin, Wien
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Sonntag, 6. April 2003, von Elmar Leimgruber

- Kardinal Groer 1991 (wie meist in einfacher Benediktiner-Kleidung) bei einem seiner öffentlichen Sprechtage als Erzbischof von Wien im Hof des Erzbischöflichen Palais
Foto: © Leimgruber
Er war sicherlich kein großer Staatsmann, auch keine rappräsentative Schönheit nach außen hin: Hans Hermann Groer: Diözesanpriester, Benediktiner, Seelsorger; Klostergründer (Zisterzienzerinnenabtei Marienfeld) und ex-Erzbischof von Wien, der am 5. April 2002 in Maria Roggendorf zu Grabe getragen wurde.
Ihm ging es nicht um die große Welt, sondern um die kleinen, scheinbar unbedeutenden Dinge, die die Welt verändern. Er setzte wichtige pastorale Akzente nicht im innovativen Sinn, sondern in dem, was dem Glauben eigen ist: im Gebet: in zahllosen Gebetsgruppen und Wallfahrten.
Er sah sich als Diener Gottes, der Kirche und des Volkes. Und dabei ging es ihm nicht darum, die Wünsche seines -geistlichen wie ungeistlichen- Umfeldes zu erfüllen, sondern einerseits auf die Stimme Gottes zu hören, andererseits auf die Stimme des einfachen Volkes, das ihm ganz besonders am Herzen lag. Inmitten des nicht-theologischen, aber gläubigen und betenden Gottesvolkes fühlte er sich denn auch am wohlsten.
Er war es auch, der wohl -weltweit einmalig- die Türen des Erzbischöflichen Palastes für jedermann öffnete: Einmal wöchentlich war Sprechtag für Kleriker, und einmal wöchentlich Sprechtag für jedermann (ohne Anmeldung!), der ihn sprechen wollte.
Er hat den Menschen vertraut, auch jenen, denen er wohl besser misstraut hätte. Aber es lag in seiner Natur, die Menschen zu lieben, gütig zu sein, herzensgut und sie manchmal auch eng zu umarmen als Zeichen der Liebe und Wertschätzung. Vieles von dem, was er tat, ist sicher missverstanden worden. Dennoch musste er sein Amt räumen, weil er schwieg zu Vorwürfen ihn betreffend. Er hat äußerst gelitten unter den öffentlichen Verfolgungen der letzten Jahre.
Was auch immer geschehen sein mag: Gott weiss es und in diesem Gott und in Maria, die Groer kindlich verehrt und geliebt hat, ruht er nun. Ihnen vertraute er zeitlebens. Sie haben ihm nun Frieden geschenkt.
Tags: Diözese, Erzbischof, Friede, Gott, Groer, Kardinal, Kirche, Kloster, Maria, Wien
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Freitag, 14. März 2003, von Elmar Leimgruber
Ein nicht wirklich musikalisches Feuerwerk könnte man die derzeit am Wiener Burgtheater zur Aufführung gelangende musikalische Komödie “Das Feuerwerk” von Erik Charell, Paul Burkhard und Jürg Amstein nennen. Dieses wird nämlich tatsächlich bereits im ersten Akt im wahrsten Sinne des Wortes ertränkt durch das mangelnde gesangliche Talent der Schauspieler. Einzige lobenswerte Ausnahmen: Robert Meyer, der in jeder Rolle -gesanglich wie schauspielerisch- brilliert, sowie Peter Matic, dem die Rolle des nur teilweise dauererkälteten Onkel Gustav auf den Leib geschrieben ist.
Zum Inhalt: Der Vater (Florentin Groll) feiert seinen 60. Geburtstag und lädt dazu seine Geschwister samt Gatten ein – mit einer Ausnahme: “das schwarze Schaf” der Familie, Alexander Obolski (Robert Meyer). Dieser ist entgegen der strengen Tradition der “gehobenen” Familie Zirkusdirektor, der sein Leben in vollen Zügen genießt. Welch ein Familienkrach ist da nicht vorprogrammiert, wenn dieser zur Feier auftaucht und ausgerechnet die “brave” Tochter des Hauses (Mareike Sedl) Feuer und Flamme für den Zirkus und seine “Freiheit” wird und gar noch beschließt, mit dem “schwarzen” Onkel von dannen zu ziehn…
Was hier vielverprechend beginnt, findet im Theaterstück keine wirkliche Fortsetzung und erst recht keine Lösung. Am Ende bleibt Ernüchterung. Vor allem sollten in einer musikalischen Komödie auch wirklich musikalische Schauspieler vertreten sein. Nur Robert Meyers schauspielerische und gesangliche Höchstleistung vermag es, der Aufführung doch noch was Positives abzugewinnen…
Tags: Burgtheater, Das Feuerwerk, Erik Charell, Feuerwerk, Florentin Groll, Jürg Amstein, Komödie, Kultur, Musik, Paul Burkhard, Peter Matic, Robert Meyer, Schauspieler, Theater, Wien, Wiener Burgtheater
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Mittwoch, 12. März 2003, von Elmar Leimgruber
Martina Dorak und Stephan Daundry: das neue Traumpaar des Musicals? Erlebt man sie gemeinsam als Maria und Tony im Musical “West Side Story” von Leonard Bernstein an der Wiener Volksoper schmelzen die Liebesherzen und erheben sich die humanistischen Herzen: Ein musikalisch wie schauspielerisch einmaliges Erlebnis!
Angesichts drohender Kriege in weltpolitischer Hinsicht wirken die endringlichen Worte der – natürlich ungehörten- Warnung vor Gewalt Rudolf Wasserlofs als “Doc” umso ernsthafter und inniger. Wer das Schwert ergreift, wird durch das Schwert umkommen, heisst es schon in der Bibel. Und so ergeht es auch den verfeindeten Banden an der West Side: Eingeborene gegen Puertoricaner und umgekehrt. Man erinenrt sich an Romeo und Julia von Shakespeare, aber auch an oscarnominierten Streifen “Gangs Of New York” (ebenfalls Hass und Gewalt zwischen Eingeborenen und Einwanderern) von Martin Scorzese, der gerade in unseren Kinos läuft. Wie zeitlos doch manche Themen sind…
Ganz großes Lob an das Team der Volksoper für diese mustergültige Interpretation der West Side Story, allen voran an Birgit Meyer (Dramaturgie) und an Anne Marie Gros (Choreographie).
Dieses Werk (Dialoge in deutsch, übersetzt vom wunderbaren kürzlich verstorbenen Marcel Prawy, Musik in englisch) ist genau so, wie es an der Volksoper aufgeführt wird, nicht zu übertreffen und ein absolutes Muss für jeden Musical-, ja überhaupt für jeden Freund guter Musik, herrlicher Balletteinlagen, wie man sie eben von der Volkoper kennt…
Tags: Anne Marie Gros, Ballet, Bibel, Birgit Meyer, Choreographie, Dramaturgie, Film, Gewalt, Hass, Kino, Krieg, Kultur, Leonard Bernstein, Marcel Prawy, Martina Dorak, Musical, Musik, Operette, Rudolf Wasserlof, Scorzese, Shakespeare, Stephan Daundry, Volksoper, West Side Story, Wien
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Samstag, 1. Februar 2003, von Elmar Leimgruber
Manchmal heiter, manchmal bewölkt, manchmal stürmisch bewegt, manchmal leicht schwebend, manchmal zu Boden gedrückt, manchmal hart und manchmal weich: ganz so wie das Leben mit uns spielt und wir es “spielen”, ganz so klingt Schumanns 4. Symphonie, wenn sie Daniel Barenboim dirigiert. Und auch dieses Werk wirkte einerseits widersprüchlich im guten Sinn, andererseits voll harmonisch und dann wieder zutiefst innerlich bewegend und erregend.
Bereits den vieren Tag hintereinander traten Barenboim und die Staatskapelle Berlin am 31. Januar im Wiener Musikverein auf. Und siehe da: Keine Spur von Müdigkeit, eher noch Steigerung an musikalischer Intensität und Schärfe gabs zu höeren, ja zu erleben.
Fast wagnerianisch klang so auch die 4. Symphonie von Brahms, die im zweiten Teil des Konzerts erklang. Ein grossartiges Musikerlebnis.
In diese Symphonie mit dem CSO unter der Leitung von Barenboim kann hier reingehört werden.
Tags: Brahms, Daniel Barenboim, Klassik, Kultur, Musik, Schumann, Staatskapelle Berlin, Wien
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Donnerstag, 30. Januar 2003, von Elmar Leimgruber
Während Schumanns 2. Symphonie eher oberflächlich dahinplätscherte, war die zweite von Brahms am 29. Januar 2003 ein Höhepunkt dieser Saison im Wiener Musikverein. Ersteres mag sicherlich weder am Dirigenten, Daniel Barenboim, noch am Orchester, der Staatskapelle Berlin liegen, sondern eher an der Komposition selbst.
Beide brachten in gewisser Weise in wunderbarer Harmonie irgendwie ein geistliches Opfer dar. Besser kann ich die übernatürliche Gabe und das übergrosse Talent des vielfach unterschätzten jüdischen Dirigenten nicht zum Ausdruck bringen. Ich bin mitgerissen von dessen Kraft und bewegt von seiner tiefen Spiritualität…
Es wird Zeit, dass Barenboim die vier Brahmssymphonien als Tondokumente nochmal verewigt, und zwar diesmal mit “seiner” Staatskapelle Berlin. In seine Aufnahme dieser Symphonie aus dem Jahr 1993 mit dem CSO kann hier reingehört werden.
Tags: Brahms, Daniel Barenboim, Gott, Klassik, Kultur, Musik, Schumann, Spiritualität, Staatskapelle Berlin, Wien
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Mittwoch, 29. Januar 2003, von Elmar Leimgruber
Zunächst war es am 28. Januar Robert Schumanns “Frühlingssymphonie”, die Daniel Barenboim so kraftvoll dirigierte, dass selbst das härteste Eis der frischen neuen Leben des Frühlings weichen musste. Die Staatskapelle Berlin spielte souverän und einfühlsam: jedes Register passt hier und lässt sich vom Meister zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen.
Am Ende der 1. Symphonie von Johannes Brahms, die an diesem Abend nach der Pause zur Aufführung gelang, war ich vollkommen erschöpft: Mir war, wie wenn ich diese Symphonie selbst durchlebt und durchlitten hätte. Ich war wunderbar erschöpft und in einem himmelgleichen Zustand, den Barenboim wie schon des Öfteren bei seinem vorhergehenden Wien-Aufenthalten in mir ausgelöst hatte.
Eine solche Art der Interpretation und des Dirigierens übersteigt rein menschliche Kräfte…
In eine frühere Aufnahme der 1. Symphonie von Brahms mit dem CSO unter Barenboim lässt sich hier reinhören.
Tags: Brahms, Daniel Barenboim, Frühling, Klassik, Kultur, Musik, Schumann, Staatskapelle Berlin, Wien
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Donnerstag, 19. Dezember 2002, von Elmar Leimgruber


Mozart und geistliche Musik: beinahe ein Widerspruch in sich, obwohl der Komponist als Erzbischof Coloredos Hofmusiker doch unzählige Noten unter liturgische Texte setzte. Viel von der ursprünglichen Spiritualität und Begeistertung blieb jedenfalls nicht übrig, als Mozart seinerzeit das Hauptwerk seines hochverehrten und geschätzten “Musikgottes” Georg Friedrich Händel, den “Messias”, in ein laizistisches umarbeitete. Dennoch wagte es Helmuth Rilling im Wiener Musikverein am 18. Dezember den “Messias” in der Mozart-Bearbeitung zur Aufführung zu bringen.
Und ja, ich gebe es zu: ich bin überrascht, ja positiv beeindruckt: Rilling interpretierte mit seinem Stuttgarter Bach-Collegium und seiner Gächinger Kantorei dieses Werk im Sinne Händels und damit zutiefst spirituell. Rilling schaffte das schier Unmögliche: Ein profanisiertes Werk mit Tiefgang und -im eigentlichen Sinn- geistlich aufzuführen. Darüber kann ich nur staunen und dafür bin ich dankbar, besonders so kurz vor Weihnachten.
Ein hervorragender Genuss für Ohren und Seele war die Sopranistin Sybilla Rubens, die mit ihrer engelhaften Stimme verzauberte. Von ihr wird man sicher in Zukunft noch viel mehr hören. Schwachpunkt der Aufführung hingegen war Istvan Kovacs, dessen fehlende Kraft in der Stimme und bei Highlights des Oratoriums “Was toben die Heiden”und “Es schallt die Posaun” meine insgesamte Begeisterung von der Aufführung insgesamt leider etwas schmälert.
Tags: Besprechung "Der Messias" von Händel, Coloredo, Der Messias, Gächinger Kantorei, Händel, Helmuth Rilling, Istvan Kovacs, Klassik, Kultur, Messias, Mozart, Musik, Musikverein, Stuttgarter Bach-Kollegium, Sybilla Rubens, Wien
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