Mit ‘Wien’ getaggte Artikel

Montag, 28. Dezember 2009, von Elmar Leimgruber

24 Stunden-Betrieb der U-Bahnen in Wien wäre zeitgemäss

Wiens öffentliche Verkehrsmittel fahren zu Silvester (wie in der vergangenen Jahren und während der sogenannten Euro auch) wieder die ganze Nacht durch. Warum nicht immer?

Wiens U-Bahn bei Nacht
Foto: wienerlinien.at

Vorausgeschickt für Nicht-Wiener: U-, Strassenbahnen und Busse in Wien fahren zwischen 5 Uhr früh und 0.30 Uhr in der Nacht, anschliessend verkehren Nachtautobusse im Halbstundentakt auf den wichtigsten innerstädtischen Routen.

Als vor einigen Monaten die Stadt-ÖVP die Forderung erhob, man möge doch die U-Bahnen an den Wochenenden auch in der Nacht verkehren lassen, gabs prompt Feedback von der regierenden SPÖ: viel zu teuer. Doch nur kurze Zeit später kündigte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) an, eine Volksbefragung darüber durchführen zu lassen. Offenbar ein billiges Wahl-Zuckerl (in Wien finden heuer Gemeinderats- bzw. Landtagswahlen statt und der Wiener Bürgermeister ist gleichzeitig auch Landeshauptmann), denn ich kenne niemanden in Wien, der sich nicht den U-Bahnbetrieb auch in der Nacht wünscht. Und auch die erst vor einer Woche entstandene Gruppe “Für 24h-Betrieb der Wiener Verkehrsbetriebe (U-Bahn, Busse, Straßenbahn)” hat jetzt schon über 19.000 Fans.

Nicht, dass es unbedingt kommen müsste (es gibt nach Nachtautobusse), aber der 24-Stundenbetrieb wenigstens der U- und Schnellbahnen in Wien wäre zumindest an den Wochenenden echt sinnvoll und auf jedem Fall zeitgemäss.

Samstag, 26. Dezember 2009, von Elmar Leimgruber

Stop den Silvester-Knallern!

Vorausgeschickt: Ich habe nichts gegen ein schönes Feuerwerk. Und sowas gehört zum Jahreswechsel auch irgendwie dazu. Und dies funkioniert halt nicht ohne Lärm.

Aber was ich wohl werde nachvollziehen können (und das habe ich übrigens auch als Kind und Jugendlicher nicht verstanden): Welchen Sinn macht es, Kracher zu zünden und wegzuwerfen (in Wien in gewissen Bezirken ist es übrigens ganz besonders schlimm)? Welchen Sinn macht es, Lärm nur des Lärmes wegen zu machen? Und nein: es ist nicht lustig, sondern peinlich, beim sinnlosen durch die gegend Knallen Lustgefühle zu empfinden.

Mal abgesehen davon von der totalen Sinnlosigkeit solchen Verhaltens: In so manchem Land herrscht heute Krieg. Und Knaller zu hören bedeutet für viele Menschen in den betroffenen Gebieten, dass es mit jedem neuen bedrohlichen Geräusch sie treffen kann. So erging es übrigens auch meinem Vater, der gegen Ende des zweiten Weltkriegs an einem Bahnhof stationiert war, wo es ohne Ende krachte durch Bombeneinschläge.

Wir sind doch zivilisierte Menschen: Wir sollten sensibler sein und ganz wegkommen vom sinnlosen Silvesterknallen, schon aus Solidarität mit Menschen, die in Kriegsgebieten leben.

Sonntag, 20. Dezember 2009, von Elmar Leimgruber

Ein Schlingensief der konservativen Werte

Christoph Schlingensief war mir nie sonderlich sympathisch: er scheint ja die Widersprüchlichkeit in sich zu tragen: einerseits wurde er als Vorzeige-Linker verehrt, andererseits warf er in Wien und auf Bühnen Nazisymbole um sich, wofür jeder Nichtkünstler -zu Recht- ins Gefängnis müsste.

Aber offenbar hat seine Krebserkrankung den grossen Rebellen nachdenklich gestimmt: Er hat nicht nur ein Buch geschrieben, sondern plant auch ein Opernhaus im tiefsten Afrika.

Und -man höre und staune-: er ist nach eigenen Angaben nicht nur ein Punk, sondern auch “wertekonservativ”: schauschau:-)

Donnerstag, 17. Dezember 2009, von Elmar Leimgruber

Die blau-orange Allianz

Die FPÖ und das Kärntner BZÖ haben sich zusammengeschlossen.

Nur kurzfristig wird es beiden kaum was bringen: weder löst es die derzeitige Bankenkrise der Orangen in Kärnten noch kommt Strache damit seinem politischen Ziel, Wiener Bürgermeister zu werden, näher…

Freitag, 11. Dezember 2009, von Elmar Leimgruber

Uni-Rebellen sollen gehen oder bezahlen

Langsam reichts auch dem ansonsten meines Erachtens zu sehr verständnisvollen Rektor der Uni Wien und ortet ein zunehmendes Sicherheitsrisiko: Seit Wochen blockieren ein paar unverbesserliche Rebellen (es sind bei weitem nicht nur Studenten) das Audimax der Uni Wien. Und dies, obwohls bereits Gespräche gab und demnach das Thema Studium in der Öffentlichkeit zur Genüge präsent war.

Wenns unbedingt glauben, sollens halt mal wieder irgendwo protestieren gehen auf den Ring oder auf den Christkindlmarkt vors Rathaus meinetwegen.

Aber der Uni-Betrieb muss weitergehen,und die meisten anderen Studenten haben auch kein Verständnis für die Proteste mehr.

Für Blockaden, die länger als 14 Tage gehen, empfinde ich null Toleranz oder Mitleid mit den Rebellen.

Für mich gibts nur drei Alternativen: Entweder die Besetzer verlassen freiwillig das Audimax. Oder aber sie bezahlen pro Person und Tag einen entsprechenden Satz für die Blockade, die sie verursachen. Und wenn beides nicht akzeptiert wird, dann kann der Rektor auch beruhigt das Audimax räumen lassen. Denn es geht nicht an, dass die Uni und damit der Steuerzahler dafür aufkommen muss.

Mittwoch, 9. Dezember 2009, von Elmar Leimgruber

Klaas: wie geil ist das:-)

Er produzierte den Dancehit des vorigen Jahres “Infinity 2008″ (Guru Josh Project), remixte heuer “What ist love” und ist einer der bekanntesten DJs weltweit. Und am Montag abend war er in einem Wiener Disco-Tempel live zu Gast.

Klaas und Elmar am 7. Dezember 2009 in Wien


Er hat über zweieinhalb Stunden lang live gemixt und brachte die Masse zum Tanzen. Und er kann das wirklich sehr sehr gut.

Wer Dancefloor mag und nicht dabei war, hat echt was versäumt.

Wer seine Musik noch nicht kennt (am 11. Dezember erscheint übrigens seine neue Maxi “Better Days”), kann hier reinhören:

Und von Guru Josh Project gibts jetzt auch was Neues:

Mittwoch, 9. Juli 2008, von Elmar Leimgruber

Siemens Österreich kündigt sozialdemokratisch

Ich will hier nicht jeden Tag über die Politik lästern. Und dennoch gehts letztlich auch heute wieder um Politik, wenn auch indirekt:
Der Elektronikkonzern Siemens mit seinem neuen österreichischen Chef Peter Löscher (früher bei mehreren Pharmafirmen tätig) hat angekündigt, über 16.500 Arbeitsplätze “einzusparen”. Davon sind allein in Österreich 500 Beschäftigte betroffen.
Wie wird Siemens Österreich-Chefin (Generaldirektorin und Vorstandsvorsitzende) Brigitte Ederer die Kündigungen den möglichen Wählern ihrer Partei erklären, die sich immer so sozial darstellt vor Wahlen?
Immerhin war die Frau des SPÖ-Europa-Abgeordneten Hannes Swoboda selbst jahrelange Spitzenpolitikerin in der Sozialdemokratischen Partei Österreichs: so war sie unter anderem Klubobmannstellvertreterin, EU-Staatssekretärin im Bundeskanzleramt, SPÖ-Bundesgeschäftsführerin und Finanzstadträtin ihrer Partei in der Wiener Stadtregierung.

Dienstag, 3. Juni 2008, von Elmar Leimgruber

Wiener Polizei bläst Filmmusik

Das Blasorchester der Wiener Polizei lädt zur “Nacht der Filmmusik” und untermalt Filmausschnitte auf zwei Videowänden live musikalisch.
Was werden die Zuschauer da zu sehen bekommen? Die Trailer zum Film “Die unvermeidlichen Skandale der Wiener Polizei”?
Der Eintritt heute abend um 20.00 Uhr in den Arkadenhof des Wiener Rathauses ist jedenfalls frei.

Mittwoch, 28. Mai 2008, von Elmar Leimgruber

Die Lange Nacht der Kirchen in ganz Österreich

Abschalten, entspannen, besinnen, Musik hören, Gott und den Mitmenschen begegnen: Dazu laden die christlichen Kirchen Österreichs am kommenden Wochenende am 30. Mai ein: Die Lange Nacht der Kirchen, die heuer unter dem Motto steht: Ein Tag sagt es dem andern, eine Nacht tut es der andern kund – Ps 19,3:
600 Kirchen aller christlichen Konfessionen in ganz Österreich sind an diesem Freitag bis um 1 Uhr in der Nacht geöffnet und allein in den 172 Gotteshäusern Wiens sind über 1000 Programmpunkte geplant.
In der Erzdiözese Wien, wo die “Lange Nacht” bereits zum vierten Mal stattfindet, beginnt das Ereignis um 18 Uhr mit der ökumenischen Eröffnungsfeier in der Schottenkirche an der Freyung. Vertreter aller christlichen Kirchen, allen voran der katholische Weihbischof Helmut Krätzl, der orthodoxe Metropolit Michael Staikos und der evangelische Superintendent Hansjörg Lein feiern mit den Anwesenden die ökumenische Vesper zum Thema: “Bemüht euch um das Wohl der Stadt”.
Das Zisterzienser-Stift Heiligenkreuz, das mit seiner CD-Einspielung gregorianischer Gesänge “Chant-Music for Paradise” soeben in die britischen Top-Charts eingestiegen ist, öffnet an diesem Abend übrigens auch seine Tore, allerdings nicht im Stammhaus in NÖ bei Baden, sondern im Heiligerkreuzerhof in Wien: Das Programm sehen Sie hier.

Donnerstag, 15. Mai 2008, von Elmar Leimgruber

Für Verantwortung im Journalismus UND Pressefreiheit

Es war äusserst interessant, der Festrede von Österreichs Medienministerin Doris Bures bei der diesjährigen ÖJC-Soiree auf Schloss Belvedere in Wien zu lauschen: Eindringlich appellierte sie dafür, dass es in Österreich doch wieder eine selbstverordnete Zensur der Medien geben möge, die auf Ethik und Moral beruht.

Ich sage dazu: Nein, danke.

Fred Turnheim, Präsident des ÖJC (Österreichischer Journalistenclub) sprach in seiner anschließenden Rede im altehrwürdigen Marmorsaal des historisches Schlosses das aus, was sich wohl auch viele anwesende Journalisten dachten: Presserat gut und schön, aber eine solche Zensur- und Moralinstanz hätte keinen Sinn, wenn sie ausschließlich aus dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) bestehen würde. Hier hätten nämlich genau jene keine Stimme, die gerügt werden könnten, nämlich die Journalisten.

Und so forderte Turnheim, dass bei allfälligen Verhandlungen einer Neugründung des Presserates der ÖJC als größte Journalistenorganisation des Landes mitbeteiligt werden müsste, um die durch Gesetze der letzten Jahre immer wieder eingeschränkte Pressefreiheit weiter zu garantieren.

Ich bin für einen Ehrenkodex und für Verantwortungsbewusstsein im Journalismus -beides sollte selbstverständlich sein- (siehe dazu meinen Kommentar vom 29.4.2008 hier auf meinsenf.net) und auch für ein -allerdings objektives- Gremium, das dessen Einhaltung überwacht und bei schweren Übertretungen auch rügt. Aber in dieser Institution müssen vor allem jene vertreten sein, die recherchieren und berichten, eben die Journalisten selbst und Vertreter möglichst aller Medien des Landes, keinesfalls jedoch Politiker.

Die moralisch-ethischen Kriterien müssen zudem von vorne herein so definiert werden, dass die Pressefreiheit keinesfalls eingeschränkt wird und dass auch klar und unmissverständlich feststeht, welches Verhalten konkret als untragbar gilt und daher gerügt werden muss. Und diese Vereinbarungen müssen auch von möglichst allen Medien unterzeichnet werden, um die gemeinsame Bereitschaft zu bezeugen, sich freiwillig ethischen Kriterien im Journalismus zu unterwerfen.

Der Presserat in Deutschland besteht übrigens aus vier Organisationen: dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, dem Verband deutscher Zeitschriftenverleger, dem Deutschen Journalistenverband und dem verdi-Fachbereich Medien (Gewerkschaft). Dessen oberste Ziele sind das Eintreten für die Pressefreiheit aber auch die Wahrung des Ansehens der deutschen Presse beispielsweise durch öffentliche Rügen.

Im alten österreichischen Presserat, der bis 2002 in dieser Form existierte und zu ständigem Streit und letztlich zur Auflösung führte, waren der VÖZ, die Journalistengewerkschaft, sowie Entsandte des Presseclub Concordia und des Zeitschriften-Fachverbandes vertreten.