Samstag, 3. April 2010, von Elmar Leimgruber

Hintergrund-Kommentar zu “Resurrection” von magnam gloriam und Kritik verschiedener Messias-Interpretationen

Hier eine exklusive Hintergrund-Info zur aktuellen Maxi-CD “Resurrection” von magnam gloriam, produced by elmadonmusic.com: Die Urkomposition, die diesem Song zugrundeliegt, ist jahrhundertealt und stammt von keinem Geringeren als von Georg Friedrich Händel (1685-1759).

Dessen bekanntestes Oratorium ist “Der Messias“, verfasst im Original auf englisch (“Messiah“), da Händel damals sehr viel in London unterwegs war. Als Libretto verwendete Charles Jennens passende Bibelstellen des Alten und Neuen Testaments.

Mein Lieblingssong daraus ist seit Langem jene österliche Bass-Arie mit dem Titel “The Trumpet shall sound“, dessen Text aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an die Korinther im Neuen Testament stammt:

- The trumpet shall sound, and the dead shall be raised incorruptible, and we shall be changed. For this corruptible must put on incorruption and this mortal must put on immortality.  (I Corinthians 15:52-53)

- Die Posaune wird erschallen, die Toten werden zur Unvergänglichkeit auferweckt, wir aber werden verwandelt werden. Denn dieses Vergängliche muss sich mit Unvergänglichkeit bekleiden und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit. (1 Kor 15,52-53)

Und eben diese Bass-Arie ist es, die Sie in verschiedenen neuen elmadonmusic-Arrangements (unter anderem eine klassische Streicher-Version und eine innovative A Cappella-Variante) auf der neuen Maxi-CD “Resurrection” von magnam gloriam hören:

Ich habe bereits vor einigen Jahren hier die Gesamtaufnahme von Händels “Messias” unter Richard Bonynge besprochen.
Inzwischen muss ich meine Meinung hierzu leider revidieren (jene Aufnahme liegt maximal im Mittelfeld, obwohl die Ambrosian Singers zu den besten Sängern der Welt gehören und dies auch hier unter Beweis stellen), da ich mittlerweile 23 Aufnahmen davon kenne:

Es gibt weit bessere Aufnahmen des “Messias”: Eindeutig und weit vor allen anderen an erster Stelle steht nun bei mir die Gesamtaufnahme der Academy of Ancient Music unter der Leitung ihres Gründers Christopher Hogwood aus dem Jahr 1980, basierend auf der Foundling Hospital Version des Komponisten dieses Oratoriums aus dem Jahr 1754. Hier passt einfach alles: Das historische Instrumente spielende Orchester, DER Händelspezialist Hogwood am Dirigentenpult und hervorragende Solisten (Judith Nelson, Emma Kirkby, Carolyn Wakinson, Paul Elliott und vor allem David Thomas).

An zweiter Stelle steht die Interpretation des “Messiah”; (ebenfalls die 1754er-Version) durch Paul McCreesh und seinem Gabrieli Consort & Players: Diese Volldigitalaufnahme zeichnet sich vor allem klanglich aus und das Gabrieli Consort ist einfach ein grossartiger Chor.

Gleichauf an zweiter Stelle kommt eine historische “Messiah”-Gesamt-Aufnahme aus dem fernen Jahr 1965 mit dem Philharmonia Orchestra unter Otto Klemperer: Sie ist zwar technisch keinesfalls auf dem heutigen Level, aber sie ist von einer solchen Inbrunst, dass sich bei mir immer wieder Gänsehaut beim Zuhören entwickelt. Das ist einmalig, gerade, weil die Aufnahme so “alt” ist.

An dritter Stelle steht eine weitere Aufnahme der Academy of Ancient Music, diesmal die Version aus dem Jahre 1751 und volldigital eingespielt im Jahr 2006 und unter der Leitung von Edward Higginbottom: Ein nach wie vor authentisches Orchester mit grossartigen Solisten interpretiert vorbildlich.

Dann kommen viele weitere Aufnahmen, die in meiner Bewertung irgendwo im Mittelfeld liegen, z.B. eine deutschsprachige Interpretation der Mozart-Bearbeitung des “Messias” unter Rilling, sowie die englischen Gesamtaufnahmen unter Neville Marriner, Andrew Parrott, Johannes Somary, Trevor Pinnock, Stephen Cleobury oder Karl Richter.

Besonders positiv erwähnt sei zudem die deutschsprachige Version des “Messias” aus dem fernen Jahr 1965 mit dem Münchener Bach-Chor und Bach-Orchester (mit Gundula Janowitz, Marga Hoeffgen, Erst Haefliger und Franz Crass als Solisten) unter Karl Richter.

Am unteren Ende der Charts kommen dann die Aufnahmen unter Yehudi Menuhin und unter Timothy Dean sowie die mit den Wiener Sängerknaben unter Peter Marschik, aber ganz am Ende, also meines Erachtens vollkommen unnötig, eines geistlichen Werkes unwürdig und einfach grottenschlecht in jeder Hinsicht ist die Gesamtaufnahme des “Messiah” mit dem London Symphony Orchestra unter Sir Colin Davis aus dem Jahr 1966.

Zur Veranschaulichung und zum Vergleich haben Sie hier die Möglichkeit, in 70 verschiedene Aufnahmen der Arie “The Trumpet Shall Sound” reinzuhören:

Freitag, 2. April 2010, von Elmar Leimgruber

Achtung: 1. April-Zeitungs-Ente

Dieser gestrige Artikel http://www.redakteur.cc/magnam-gloriam-erfolg/ war mein exklusiver Aprilscherz:-)

Weder hat magnam gloriam 1 Mio. Tonträger seiner neuen Scheibe verkauft, noch gab es gestern einen Festakt in der Hofburg zugunsten von magnam gloriam. Dies alles entsprach meiner Fantasie.

Sorry und nix für ungut und weiterhin schön lächeln:-)))

Donnerstag, 1. April 2010, von Elmar Leimgruber

magnam gloriam: 1 Million verkaufter CDs; Festakt heute um 20.30 Uhr in Wiener Hofburg

Das Wiener Newtrance-Projekt magnam gloriam aus dem Hause elmadonmusic.com hat seine neue Single “Resurrection” zur Überraschung der gesamten Musikindustrie innerhalb nur einer Woche über eine Million Mal in Österreich verkauft.

Daher findet heute abend in der Wiener Hofburg ein Festakt statt, bei dem magnam gloriam die Platin-CD in feierlichem Rahmen übergeben wird. Bundespräsident Fischer und die Spitzen der österreichischen Bundesregierung haben ihr Kommen zugesichert. ORF 1 überträgt in Abänderung seines Hauptabendprogramms ab 20.15 Uhr live. RTL, ATV, Puls und Pro 7 Österreich werden ebenfalls vor Ort sein.

Leider ist aus organisatorischen Gründen nur eine begrenzte Zahl von Fans zur Veranstaltung zugelassen. Treffpunkt für interessierte Fans ist im Hofburghof um 19.30 Uhr. Einlass kann leider nur jenen Fans gewährt werden, die eine Tafel mit der Aufschrift magnamgloriam.com oder zumindest ein möglichst auffälliges Transparent bzw. Plakat mit der Aufschrift magnamgloriam.com bei sich tragen und auch Mitgleider der Fangruppe von elmadonmusic.com auf facebook sind.

Die Veranstalter ersuchen um Verständnis, dass aufgrund der Kurzfristigkeit dieses einmaligen Ereignisses keine Korrespondenz vor dem Event, auch nicht Journalisten gegenüber, erfolgen kann. Die Akkreditierung erfolgt heute abend direkt vor Ort ohne Voranmeldung.

magnam gloriam waren bis vor Kurzem von Fachleuten maximal Aussenseiter-Chancen gegeben, und nun ist “Resurrection” von magnam gloriam (u.a. auch downloadbar bei itunes) an der Spitze aller Charts. So wollte ursprünglich auch keines der etablierten Labels die CDs von magnam gloriam vermarkten. Doch heute liefen bei elmadonmusic die Telefone heiss: bislang sei noch nicht entschieden, mit welchem der grossen Vermarkter künftig zusammengearbeitet werde, hiess es von elmadonmusic.com.

Mittwoch, 31. März 2010, von Elmar Leimgruber

Gregorianika Unplugged und A Cappella live in Meran + Weitere Shows in Südtirol

Gregorianika im Meraner Kursaal im März 2010
Foto © Leimgruber

An sich treten Gregorianika meist in Form einer Show auf. Im Meraner Kursaal am 30. März war es anders. Die sieben Sänger im Mönchsgewand aus der Ukraine sangen nicht nur vollkommen Unplugged, also ohne jegliche Verstärkung, ja ohne Mikrofon, sondern sie sangen auch ohne jegliche instrumentale Begleitung (nur in einem Stück spielte einer der “Mönche” eine Flöte), also A Cappella Pur.

Im beinahe ausverkauften Kursaal waren ziemlich einige im Publikum überrascht, verwwechselten sie wohl Gregorianika mit den bekannteren Gregorian (ich habe unlängst über deren Konzert hier berichtet) und erwarteten sich eine Show. Die Bühnenbeleuchtung war in beiden Teilen des Abends statisch und Show war es sicherlich keine. Musste es aber auch nicht sein:

Man konnte sich einfach zuerst überraschen lassen und dann einlassen auf den grossteils geistlichen Gesang von der Gregorianik über byzantinisch-ostkirchliche Gesänge bis hin zu mittelalterlichen Liedern. Nur ganz wenige Eigenkompositionen und ein paar bekanntere Stücke wie “Ameno”, “Guten Abend, gut Nacht” und “Moon River” ergänzte das ansonsten relativ unbekannte Repertoire des Chores.

Das Programm von Gregorianika war hoch anspruchsvoll für die Sänger und für das Publikum, wobei vor allem bei den höchsten Stellen der Tenöre -vermutlich bewirkt durch falsche Atmung- zuweilen die Töne zu gequält erschienen und gleichzeitig schnell “die Luft wegwar”.

Dennoch war es durchaus ein gelungener Konzertabend, nur muss man eben wissen, dass es sich dabei nicht um eine Show im eigentlichen handelt, sondern um ein erlesenes aus sieben sehr guten Sängern bestehendes Chorkonzert handelt.
Und hier gibts die Möglichkeit, in die aktuelle CD von Gregorianika reinzuhören:

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Der Veranstalter des Abends, Showtime Agency, bringt übrigens in den kommenden Wochen weitere internationale Grössen wie Bushido und die Wise Guys nach Südtirol, bzw. organisiert Busfahrten beispielsweise zu AC/DC nach Udine und zu U2 nach München. Und die TV-Show “Musikantenstadl” kommt im September ebenfalls nach Südtirol. Wer im Vorverkauf Tickets bucht, bekommt einen Rabatt von 5 Euro.

Pink in Innsbruck

Für das Konzert der US-amerikanischen Sängerin Pink am 5. Juni in
der Olympiaworld in Innsbruck sind die Tickets ab sofort auch in
Südtirol bei den üblichen Vorverkaufsstellen erhältlich.

Goggelbauer Luis

Alle kennen Luis. Alle wollen ihn sehen. Die Vorstellung am 22.
April im Waltherhaus Bozen ist bereits ausverkauft. Auf Grund der
großen Nachfrage gibt es eine Zusatzvorstellung im Waltherhaus am 25.
April. Tickets für alle Vorstellungen sind ab sofort erhältlich.

Er ist ohne Frage der Mann der Stunde. Nicht nur im deutschen
HipHop, nicht nur in der deutschen Musikszene, nicht nur in der
deutschen Popkultur. Er ist, schlicht und ergreifend: der Mann der
Stunde über alles. Am 25. April kommt er nach Bruneck, genauer gesagt
ins UFO. Karten für das Top-Event sind ab sofort erhältlich.

AC/DC Black Ice Tour 2010

Die Black Ice World Tour 2010 geht weiter. Ihr einziges Konzert in
Italien wird am 19. Mai im Stadio Friuli in Udine stattfinden. Tickets
sind jetzt schon rar. Ein Bus wird die Südtiroler Fans nach Udine und
nach dem Konzert wieder nach Bozen bringen. Tickets inklusive Busfahrt sind erhältlich.

Musikantenstadl 2010 live aus Bozen

Ab sofort können die Karten für den Musikantenstadl am 18.09.2010 in Bozen auch online gekauft werden. Hier geht´s zur Online-Bestellung.

U2 – 360° Tour

Sie möchten noch Karten für das Konzert von U2 in München am 15.
September im Olympiastadion? Kein Problem! Und nicht nur das! Wir haben
nicht nur die Karten, sondern bringen Sie auch noch mit dem Bus bequem
direkt vor das Stadion und holen Sie dort wieder ab.

Wise Guys

Vokal-Pop mit Spaßfaktor. Die Wise Guys sind Deutschlands
bekannteste und beliebteste A-cappella-Band. Sie zählen zu den
erfolgreichsten Live-Acts im gesamten deutschsprachigen Raum. Das
Konzert ist bereits ausverkauft.

Alle aktuellen und künftigen Top-Events für Südtirol sind online verfügbar.

Montag, 29. März 2010, von Elmar Leimgruber

Hans Karl Peterlini und die Südtiroler Helden-Psyche

Seine sprachlichen Fähigkeiten sind überdurchschnittlich, seine Beobachtungsgabe und seine geistige Aufnahmefähigkeit sind exzellent, und er schafft es immer wieder gekonnt, jene entscheidenden Dinge, die es -natürlich aus seiner Sicht- zu sagen gilt, auf den Punkt zu bringen: Hans Karl Peterlini.

Auch wenn er seit Jahren immer weniger journalistisch aktiv ist, dafür mehr pädagogisch und psychologisch und als Buchautor: Er ist ohne Zweifel einer der fähigsten und besten Südtiroler Journalisten, der sich zudem ständig weiterentwickelt (was bei manchem seiner Berufskollegen nicht festzustellen ist: bedauerlicherweise): Vertrautes aufgeben zu “müssen”, führt zum Fortschritt und zum Leben: dies entspricht ja auch seiner persönlichen Überzeugung.

Hans Karl ist zudem sehr streitbar. Und auch das ist gut so: Wenn Chefredakteurs-Positionen auch zuweilen mehr aus politischer und/oder wirtschaftlicher Nähe zu Parteien und Einflussnehmern oder aufgrund einer leichten Manipulierbarkeit wegen vergeben werden mögen: Ein wirklich guter Journalist ist und bleibt -mag er auch sprachlich und fachlich noch so kompetent sein- letztlich unbezahlbar und auch nicht käuflich, vor allem in dem, was er sieht, hört und denkt. Sich bewusst manipulieren und von niedrigen Machtgelüsten missbrauchen und verführen zu lassen, von wem auch immer dieses Angebot kommen mag, entspricht sicher keinem wahrlich grossen Journalisten.

Hans Karl Peterlini
Foto: © Leimgruber

Hans Karl ist auch diesbezüglich immer seinen Weg gegangen. Und natürlich hat er sich damit auch Feinde gemacht. Aber wie profil-los und unbedeutend -weil austauschbar- wäre er, wenn ihm jeder nur wohlgesonnen wäre? Ein Journalist muss für Pressefreiheit stehen, provozieren und anecken: nicht immer, aber immer wieder und dies vor allem den Mächtigen gegenüber.

Und ein Journalist muss auch nicht genauso gut über alle Einzelheiten eines Fachgebietes Bescheid wissen wie Fachleute auf diesem. Und dennoch darf er darüber schreiben und muss es zuweilen sogar aus Verantwortungsbewusstsein seinen Lesern gegenüber.

Bei der Präsentation von Hans Karl Peterlinis neuestem Buch “Freiheitskämpfer auf der Couch” letzthin in Bozen war auch der Historiker Leopold Steurer als Diskussionsteilnehmer geladen. Dieser nützte aber seine Chance, konstruktive Kritik aus historischer Sicht zu üben nicht, sondern startete vielmehr einen für die Anwesenden unerwarteten und aggressiven Frontal-Vernichtungsschlag gegen Peterlini, indem er dessen bisherige Publikationen pauschal verwarf und Peterlini einerseits “mangelnde Distanz” und andererseits -was das aktuelle Buch betrifft- psychoanalytische Fehldeutungen vorwarf. Trotz blendender Rhetorik konnte Steurer seine Angriffe aber nicht stichhaltig begründen.

Peterlinis Psychoanalyse der Südtiroler Heldengeschichte ist eine Erweiterung und Fortführung seiner Innsbrucker Diplomarbeit “Die Sprengung von Macht und Ohnmacht” von 2004, wo er sich vor allem die psychoanalytischen Motive hinter den Südtirol-Anschlägen von 1961 bis 1988 untersucht. Im aktuellen Buch geht es um die Psychoanalyse der Tiroler Verteidigungskultur von 1809 bis zum Südtirol-Konflikt bzw. noch weiter bis zu den zeitgenössischen Landeshauptleuten von Südtirol: den “reparativen Moses” Magnago und den “Libido-Narzisten” Durnwalder.

Ich bin zusehr Journalist und maximal Hobbypsycholge, als dass ich mir erlauben könnte, hier ein fachlich kompetentes (aus der Sicht eines Psychoanalysten) Urteil über das aktuelle Buch von Hans Karl Peterlini zu fällen. Aber die “Freiheitskämpfer auf der Couch” sind äusserst interessant zu lesen und die hinter diesem Werk stehende Absicht, “Mythen nicht zu zerstören, sondern verstehen zu lernen” ist allemal lobenswert: Bevor man nicht verstehen gelernt hat, dass man nicht allein im Augenblick steht, sondern Geschichte hat, von der Geschichte seines Landes geprägt ist und dass man -ob man will oder nicht- Teil der Leidensgeschichte auch seiner Vorfahren ist, bleibt man ein ständig ängstlich Verdrängender und Abwehrender alles Neuen und Fremden.

Man kann die schwierigsten Probleme des Lebens, vor allem Verletzungen und Schmerzen -auch der Vorfahren- nur dann verarbeiten und lösen, wenn man einerseits bereit ist, Ja zu dem zu sagen, was war, es so zu akzeptieren, wie es nun mal war, auch wenn es sehr weh tut und auch Trauer zuzulassen (auch in bezug auf die Südtiroler Geschichte des 20. Jahrhunderts). Und andererseits brauchen wir Menschen grundsätzlich Verständnis und Vergebung: Also zunächst erkennen, zulassen, verstehen lernen und schliesslich das Trauma lösen und bewältigen: und dies gelingt meist nur in der Vergebung aus tiefstem Herzen: seinen Vorfahren und auch sich selbst gegenüber. Sonst werden (teils auch nur vermutete) Schuld und Trauma ungelöst von eine Generation auf die nächste weitergegeben, wie Peterlini in seinem Buch schreibt.

“Freiheitskämpfer auf der Couch” von Hans Karl Peterlini kann aber vermutlich die eigentlichen Probleme auch der Südtiroler Geschichte und der Bevölkerung auch nicht wirklich lösen. Aber dieses Buch ist ein höchst interessanter Versuch einer psychologischen Annäherung an das Südtiroler Heldentum und es versucht vor allem zu erklären, warum sich Südtiroler in gewissen Situationen -psychologisch betrachtet- so und nicht anders -vielleicht sogar- verhalten mussten. Insofern ist es sicherlich kein seichtes Werk, das kalt lässt. Sondern es berührt und lädt zum Nachdenken über das Leben seiner Angehörigen und Vorfahren ein, aber auch über die eigene Geschichte und das eigene Leben, die man keineswegs verleugnen darf.

Dann kann und wird vermutlich immer wieder was -vielleicht Schmerzhaftes- aufbrechen im eigenen Leben: und es tritt Veränderung ein. Man muss sich ja nicht dagegen wehren. Sondern wir dürfen uns auf Veränderung einlassen: immer wieder.

Donnerstag, 25. März 2010, von Elmar Leimgruber

DSDS-Sieger Alexander Klaws wird Tarzan

Komponist Phil Collins
mit seinem neuen “Tarzan” Alexander Klaws

Foto: Stage Entertainment

Die Buschtrommeln in Hamburg melden: Ex-DSDS-Sieger Alexander Klaws geht in den Dschungel und wird der neue Tarzan im Theater Neue Flora in Hamburg. Spektakuläre Luftakrobatik, die mitreißende Musik von Phil Collins und eine bewegende Geschichte voller Emotionen machen Disneys Musical TARZAN zu einem einzigartigen Erlebnis, verspricht die Stage Entertainment. Ich persönlich habe dieses Musical vor etwa einem halben Jahr gesehen und fand es etwa im Vergleich zum ebenfalls von der Stage in Deutschland produzierten König der Löwen Musical eher langweilig.

Alexander Klaws, der nach DSDS unter anderem auch im Berliner Musketiere-Musical vor einigen Jahren eine Hauptrolle sang, hat nun die wichtigste Hürde bereits genommen: Bei einem Audition-Termin zeigte sich Weltstar Phil Collins, Komponist und kreativer Pate des Erfolgs-Musicals, begeistert vom Talent des 26-Jährigen.

Mehr über den Werdegang des Popsängers zum Musical-Star ist auf einem neuen Video zu sehen. Dieses zeigt auch exklusive Szenen von Alexander Klaws und Phil Collins bei den gemeinsamen Proben. Außerdem erzählt der neue Tarzan-Darsteller im Interview, was die neue Rolle für ihn bedeutet und was für Aufgaben bis zur Premiere noch vor ihm stehen.

Disneys Musical TARZAN in Hamburg: Tickets & Infos gibts hier.

Und hier können Sie in die Musik des Tarzan-Musicals und in die Musik von Alexander Klaws kostenlos reinhören:

Weitere Meldungen zu ähnlichen Themen:

Besprechung zum Musical “The Lion King” in London

“Best of Musicals” in Vienna

“Tarzan” in Hamburg

Montag, 22. März 2010, von Elmar Leimgruber

Diagonale 2010: “La Pivellina” ist Film des Jahres

Tizza Covi und Rainer Frimmel lieferten mit “La Pivellina” den Film des Jahres
Foto: diagonale.at Arno Friebes

Der beste österreichische Spielfilm 2009/2010 ist “La Pivellina” von Tizza Covi und Rainer Frimmel. Sie erhielten den Großen Diagonale-Preis des Landes Steiermark in Kooperation mit der CINESTYRIA-Filmkunst. Im Bereich Dokumentationsfilm ging der Große Diagonale- Preis an die Regisseurinnen Brigitte Weich und Karin Macher für “Hana, dul, sed … “, während Sudabeh Mortezai für “Im Bazar der Geschlechter” und Simone Bader und Jo Schmeiser für “Liebe Geschichte” lobend erwähnt wurden.

Der Grosse Diagonale- Schauspielpreis 2010 wurde bereits bei der Eröffnung der Diagonale am 16. März an Klaus Maria Brandauer überreicht. Weitere Schauspielpreise gingen an Franziska Weisz in Der Räuber von Benjamin Heisenberg und Andreas Lust in Der Räuber von Benjamin Heisenberg. Bester Nachwuchsfilm des Jahres 2009/2010 wurde “Kick Off” von Hüseyin Tabak, lobende Erwähnungen fanden Marvin Kren für “Rammbock” und Catalina Molina für “Talleres Clandestinos”.

Mit dem Diagonale-Preis Innovatives Kino der Stadt Graz wurde Sabine Marte für “B-star, untötbar! reloaded” als bester innovativer Experimental-, Animations- oder Kurzfilm 2009/2010 ausgezeichnet, den Diagonale-Preis der Jury der Diözese Graz-Seckau als bester Dokumentar- oder Kurzfilm 2009/2010 war “Die Kinder vom Friedrichshof” von Juliane Großheim.

Der Diagonale-Preis Schnitt des Verbandes Film- und Videoschnitt aea für die beste künstlerische Montage Spielfilm ging an Gerhard Fillei und Joachim Krenn für “South”, für die beste künstlerische Montage Dokumentarfilm 2009/2010 an Michael Palm für “Jobcenter”, lobende Erwähnung fand Silke Olthoff für “Rammbock”.

Den Diagonale-Preis Bildgestaltung des Verbandes Österreichischer Kameraleute AAC in der Kategorie Beste Bildgestaltung Spielfilm 2009/2010 erhielt der in dieser Kategorie auch oscar-nominierte Christian Berger für “Das weiße Band”. Der Preis Beste Bildgestaltung Dokumentarfilm ging an Peter Schreiner für “Totó”.

Der Preis Innovative Produktionsleistung der VAM Verwertungsgesellschaft für audiovisuelle Medien GmbH ging an (Innovative Produktionsleistung im Bereich Kinodokumentarfilm 2009:) Neue Sentimentalfilm für “Plastic Planet”, (Innovative Produktionsleistung – Anerkennung durch das Kinopublikum im Bereich Kinofilm 2009:) DOR FILM für “Der Knochenmann” und “Wüstenblume” und (Innovative Produktionsleistung im Bereich Internationaler Spielfilm:) wega Film für “Das weiße Band”

Den Carl Mayer-Drehbuchpreise 2010 gingen an: Hauptpreis: Wolfgang Rupert für das Treatment “Großmattglocknerhorn” (Kinofilm) und Förderungspreis: Henning Backhaus (Wien) für das Treatment “Kinderszenen” (Kinofilm).

Die Thomas-Pluch-Drehbuchpreise 2010 erhielt Jessica Hausner (Hauptpreis) für “Lourdes” (Regie, Drehbuch) und ( für die beiden besten Drehbücher von NachwuchsautorInnen mit einer Mindestlänge von 20 Minuten): 1. Förderpreis: Thomas Woschitz für “UNIVERSALOVE” (Buch und Regie), 2. Förderpreis ex aequo an: Jasmina Eleta für “Fern & Nah” (Buch und Regie) sowie Anna Schwingenschuh für “Der Herzerlfresser” (Buch und Regie).

Die Diagonale 2010 bot an sechs Tagen( vom 16. bis 21. März) in vier Festivalkinos 147 Filme und Videos im Rahmen von 134 Kinovorstellungen (davon 31 Uraufführungen und 23 Österreich-Premieren). Rund 100 Regisseurinnen und Regisseure waren anwesend. Nach den vorläufigen Zahlen (hochgerechnet auf Sonntag Abend) wurden laut Veranstalter (Festivalleiterin Barbara Pichler) im Rahmen der Diagonale 2010 rund 18.000 reguläre Tickets ausgegeben. Die Auslastung lag bei etwa 72 Prozent. 50 von 134 Kinovorstellungen waren ausverkauft. Die Diagonale 2011 findet von 22. bis 27. März statt.

Freitag, 19. März 2010, von Elmar Leimgruber

Der elmadonmusic.com-Frühlings-Podcast ist da: freu:-)))

Pünktlich vor Weihnachten erschien der erste elmadonmusic.com-Podcast.

Dann gabs einen harten und intensiven Winter.

Und jetzt folgt der knapp einstündige Frühlings-Podcast von elmadonmusic mit veröffentlichten und unveröffentlichten Kompositionen und Arrangements von elmadon, magnam gloriam und musicmanvienna.

Der elmadonmusic.com-Podcast ist übrigens auch kostenlos abonnierbar bei itunes.

Feedback zum podcast ist übrigens ausdrücklich erwünscht.

Freitag, 19. März 2010, von Elmar Leimgruber

Fernsehfonds Austria fördert 18 Fernsehprojekte mit 6 Mio. Euro

Der Fernsehfonds Austria fördert 18 Fernsehprojekte, davon 11 Fernsehfilme, 1 Serie und 6 Dokumentationen mit insgesamt 5.939.998,- Euro. Auf das Genre Fernsehfilm entfallen Fördermittel in Höhe von rund 4,441 Mio. Euro. Zum 1. Antragstermin 2010 wurden insgesamt 26 Projekte mit Gesamtherstellungskosten von rund 45,5 Mio. Euro und einem Antragsvolumen von rund 7,8 Mio. Euro eingereicht.

Bis zum 13. April 2010, dem 2. Antragstermin, können beim Fernsehfonds Austria wieder Förderansuchen eingebracht werden. Die Förderentscheidungen sowie die Antragstermine für das Jahr 2010 sind auf der Website der RTR-GmbH abrufbar.

Gefördert wurden die Ferknsehfilme “Isenhart” und “Bauernopfer” der Dor Film-Produktionsgesellschaft m.b.H., “Löwenstein” und “Das Mädchen auf dem Meeresgrund” der EPO – Filmproduktionsgesellschaft m.b.H., “Bewegte Zeiten” der Wega-Filmproduktionsgesellschaft m.b.H., “Die Liebe kommt mit dem Christkind” und “Glücksbringer” der MONA Film Produktion GmbH, “Das Verhör – SANDAG” der Aichholzer Filmproduktion GmbH, “Willkommen in Wien” der ALLEGRO Filmproduktionsgesellschaft m.b.H., “Aschenputtel” der SK-Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft m.b.H. sowie eine weitere Verfilmung der Reihe “Lilly Schönauer” mit dem Titel “Sommerkleid und Anzug” der Graf Filmproduktion GmbH.

Die 6. Staffel der erfolgreichen Serie “Soko Donau” der Satel Film GmbH erhält im heurigen Jahr insgesamt 1,185 Mio. Euro.

Die sechs Dokumentationen “First on Mount Everest” der Gesellschaft für Video – Produktion m.b.H. Nfg. & Co KG, “Terror am Flughafen – Die blutige Spur des Abu Nidal in Wien und Rom” der Interspot Film-Gesellschaft m.b.H., “Der Ball ist rund” der Blackbox Film & Medienproduktion GmbH, “Schuhe tragen” der ON-MEDIA TV- und Filmproduktionsgesellschaft m.b.H., “Bruno Kreisky. Menschen. Jahre. Leben” der Dor Film-Produktionsgesellschaft m.b.H. sowie “Karl Merkatz – Vom Tischler zum echten Wiener” der Cult-Filmproduktionsgesellschaft m.b.H. wurden mit gesamt 314.535,- Euro vom Fernsehfonds Austria gefördert.

Am heutigen 19. März 2010 wird “Liebe heilt Wunden”, der 5. Teil der beliebten Heimatfilmreihe “Die Alpenklinik” in der ARD um 20.15 Uhr ausgestrahlt. Diese Produktion, eine Koproduktion von ARD/Degeto, ORF und der MONA Film Produktion GmbH, wurde vom Fernsehfonds Austria mit 13,9 % der Gesamtherstellungskosten gefördert.
“Die Verleihung des Oscar an einen österreichischen Schauspieler wird auch den Filmstandort Österreich international bekannter machen. Ich gehe davon aus, dass die Förderung durch den Fernsehfonds Austria hinkünftig noch größere Akzeptanz erfahren wird”, sagte Alfred Grinschgl, Geschäftsführer der RTR-GmbH und verantwortlich für den Fernsehfonds Austria.

Donnerstag, 18. März 2010, von Elmar Leimgruber

Udo Jürgens-Musical “Ich war noch niemals in New York” dockt in Wien an

Gestern abend fand die Premiere des Udo Jürgens-Musicals (Buch: Gabriel Barylli) “Ich war noch niemals in New York” im Wiener Raimund-Theater statt.

Meine Besprechung des Musicals (in der neuen Fassung der Vereinigten Bühnen Wien (VBW), das vorher am Operettenhaus Hamburg lief, folgt hier auf “kulturia.com”, sobald ich das Musical selbst auch gesehen habe.

Hier bildliche Eindrücke (ACHTUNG: ALLE BILDER SIND URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT © Elmar Leimgruber) vom roten Teppich und von der anschliessenden Gala im Ronacher: