Montag, 15. März 2004, von Elmar Leimgruber

Apple Solution Experts Audio auf Frankfurter Musikmesse

Apple Solution Experts Audio nehmen, unterstützt von Apple, in diesem Jahr an der Musikmesse teil, die vom 31. März bis 3. April 2004 in Frankfurt stattfindet. Im Mittelpunkt des Messeauftritts stehen in Halle 5.1 Stand A71 die komplette Bandbreite der Audio-Lösungen von Apple sowie Lösungen von Drittanbietern, basierend auf Mac OS X, teilt Apple in einer Aussendung mit.
Der Hard- und Software-Hersteller Apple hatte letzthin den legalen Download von 50 Mio. Songs durch die Eigenentwicklung iTunes bekanntgegeben. Über iTunes können Songs aller führenden Musiklabels kostenpflichtig als mp3 downgeloadet werden und über USB oder Firewire direkt über den ebenfalls von Apple entwickelten mp3-Player iPod (für Mac und Windows) unterwegs abgespielt werden.
Partner auf dem 200 m2 grossen Apple-Stand sind unter anderem: Ableton, Celemony, Digidesign, emagic, M-Audio, native Instruments, Steinberg, TC works und Waves.
Rund 1.300 Aussteller aus 46 Ländern haben sich bislang zur größten internationalen Fachmesse der Musikinstrumenten-Industrie angemeldet – allen voran Unternehmen aus den USA, aus Italien, Spanien, Großbritannien und Deutschland, so die veransteltende als mMesseleitung.
Weitere Informationen zur Musikmesse sind online abrufbar: http://musik.messefrankfurt.com/global/de/home.html

Mittwoch, 10. März 2004, von Elmar Leimgruber

Internationales Promotionsprogramm (IPP): Literatur- und Kulturwissenschaft

Doktorandinnen und Doktoranden der literaturwissenschaftlichen Fächer können sich bis zum 1. April 2004 für das Internationale Promotionsprogramm (IPP) “Literatur- und Kulturwissenschaft” an der Justus-Liebig-Universität Gießen bewerben, das seit Wintersemester 2002/03 erfolgreich läuft und dessen dritter Jahrgang im Wintersemester 2004/05 an den Start gehen wird.
Das vom DAAD geförderte IPP bietet deutschen und ausländischen Doktorandinnen und Doktoranden mit überdurchschnittlichem ersten Hochschulabschluss in einem literaturwissenschaftlichen Fach ein klar strukturiertes, forschungsintensives dreijähriges Promotionsstudium auf hohem wissenschaftlichen Niveau, das eine Qualitätssteigerung der Promotion bei gleichzeitiger Verkürzung der Promotionsdauer zum Ziel hat. Das IPP beinhaltet ein zielgruppenspezifisches Studien- und Forschungsprogramm sowie individuelle Beratung und Betreuung (auch bei Stipendienbewerbungen) und ermöglicht den Erwerb wissenschaftlicher und praxisorientierter Zusatzqualifikationen. Dazu zählen auch Publikationsmöglichkeiten während der Promotionsphase.
Unterrichtssprachen sind Deutsch und Englisch.
Bewerbungen:
Bewerbungen sind bis zum 1. April 2004 zu richten an den wissenschaftlichen Projektleiter: Prof. Dr. Ansgar Nünning Gießener Graduiertenzentrum Kulturwissenschaften Justus-Liebig-Universität Gießen Otto-Behaghel-Str. 10A 35394 Gießen Erforderliche Bewerbungsunterlagen: Lebenslauf mit detaillierter Darstellung des wissenschaftlichen Werdegangs; beglaubigte Kopien aller relevanten Schul- und Hochschulzeugnisse; ein Exemplar der Studien-Abschlussarbeit; Gutachten mindestens eines Hochschullehrers; Exposé zum Dissertationsvorhaben mit Zeitplan (maximal zehn Seiten). In begründeten Fällen wird eine Verlängerung der Bewerbungsfrist bis zum 1. Juli 2004 gewährt.

Montag, 1. März 2004, von Elmar Leimgruber

Symposium: Musik in Diktaturen des 20. Jahrhunderts

“Musik in Diktaturen des 20. Jahrhunderts” war das Thema eines Symposiums an der Bergischen Universität Wuppertal am 28. und 29. Februar 2004. Im Mittelpunkt stand dabei die Auseinandersetzung mit Musik in diktatorischen Staatssystemen: In Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus, in Italien unter Mussolini, in Spanien unter Franco, in der ehemaligen DDR, in der ehemaligen Sowjetunion und in China während der Kulturrevolution.
Die Auseinandersetzung mit Musik in diktatorischen Staatssystemen hat sich erst seit wenigen Jahren als Feld musikwissenschaftlicher Forschung etablieren können. Mit dem Symposium griffen die Universität Wuppertal und die Bundeszentrale für politische Bildung das Thema wieder auf:
Experten untersuchten, wie einerseits in autoritären politischen Systemen ein kulturelles Umfeld geschaffen wird, das kreative Kräfte in den Bann politischer Agitationen stellt – und wie andererseits durch Instrumentalisierung auch künstlerische Gegenkräfte evoziert werden, die sich ihr auf ästhetischer Ebene entziehen wollen.
Seit dem 1995 an der Universität Wuppertal durchgeführten Symposium “Die dunkle Last: Musik und Nationalsozialismus”, das verschiedene Aspekte eines einzigen diktatorischen Herrschaftssystems beleuchtete, wurden musikalische Phänomene im Fokus verschiedener Diktaturen analysiert und verglichen.
Während sich diese Forschungsprojekte jedoch entweder ausdrücklich auf faschistische oder staatssozialistische Herrschaftssysteme konzentrierten, untersuchte das Wuppertaler Symposium Musik im Kontext faschistischer und staatssozialistischen Diktaturen. Neben vielen Unterschieden wurden auch signifikante Ähnlichkeiten in der Musikproduktion deutlich gemacht.
Veranstalter des Symposiums war das Fach Musikpädagogik der Uni Wuppertal in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung und gefördert wurde es von der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die Gesamtleitung hatten Dr. Oliver Kautny und Dr. Helmke Jan Keden.

Freitag, 16. Januar 2004, von Elmar Leimgruber

Das Gehirn des Musikers – funktionelle Unterschiede bei Berufsmusikern

Unterscheidet sich die Gehirnaktivität eines Profi-Violinisten gegenüber dem eines Amateurgeigers beim Spielen des gleichen Violinkonzertes? Können sich auch Amateure das Spiel auf der Geige vorstellen – ein bei professionellen Spielern häufig benutztes Trainingsverfahren – und was passiert dabei in ihrem Gehirn? Dies wurde in einer Studie* des Instituts für Medizinische Psychologie Tübingen von der Arbeitsgruppe um Dr. Martin Lotze erforscht, die jetzt in NeuroImage erschienen ist. Dabei zeigten sich deutliche Differenzen in den Gehirnaktivitäten von Berufsmusikern und Amateuren.
Acht Profi-Violinisten und acht Amateure wurden beim Spielen des Violinkonzertes in G Dur von W. A. Mozart (KV 216) mit funktioneller Kernspintomographie (fMRT) untersucht. Mit diesem Verfahren wird durch starke Magnetfelder die Hirnaktivität dargestellt ohne gesundheitliche Belastung für den Untersuchten.
Da es in der Kernspinröhre sehr eng und laut ist, eignet sich das fMRT nicht besonders gut für Studien, in denen es um Musik geht. Um dennoch Musiker zu untersuchen, wurde auf das Spiel mit dem tatsächlichen Instrument verzichtet, und die Seitengreifbewegungen der linken Hand ohne den Geigensteg durchgeführt. Während der fMRT-Untersuchung wurde zudem die Stärke der Muskelbewegung mittels Elektromyographie dargestellt. Bei dieser Untersuchung zeigten die Profis eine signifikant erhöhte Aktivität der Zielmuskeln. Sie leisten also effektiv mehr beim Spiel des Stückes. Im fMRT hingegen zeigten sie viel ökonomischere Aktivierungen des Gehirns. Diese verteilen sich nicht so stark wie bei den Amateuren über eine Vielzahl von Gehirnregionen, sondern konzentrieren sich vor allem auf drei Regionen: Erstens auf das kontralaterale primäre motorische Zentrum, das die präzise Bewegung steuert, zweitens auf die primäre akustische Hörrinde. Hier hat sich durch das jahrzehntelange Üben mit dem Instrument eine feste Verarbeitungsschleife gebildet, die automatisch beim Fingerspiel – auch ohne tatsächlich hörbare Musik – ein inneres Mithören aktiviert. Und drittens auf übergeordnete Areale im oberen Parietallappen, die motorische Bewegungsprogramme und sensorisches Feedback integrieren. Alle drei verstärkt aktivierten Gehirnregionen dürften für die erhöhte Qualität der Aufführung im Gegensatz zu den unökonomisch aktivierenden Amateuren mitverantwortlich sein.
Die gesteigerte Aktivität sowohl der taktilen als auch der auditiven Komponenten spiegeln eine bereits aus der Musikerforschung aufgezeigte verbesserte sensorische Kontrolle der Fingerbewegungen bei Profimusikern wider. Eine Ökonomisierung der motorischen Steuerung schafft dafür die notwendig Kapazität.
Auch beim vorgestellten Spiel des Musikstückes zeigen Amateurmusiker die für sie charakteristische unökonomische weit verteilte Gehirnaktivierung im Gegensatz zu den Profis. Interessanterweise sind jetzt die vorher beobachteten Verarbeitungsschleifen zwischen dem primären akustischen und dem motorischen Areal nicht aktiv – ein Hinweis darauf, dass dieser Verarbeitungsweg dem ausgeführten Musikspiel vorbehalten ist.

Mittwoch, 24. Dezember 2003, von Elmar Leimgruber

Friedliche Weihnachten und ein erfülltes Neues Jahr

Werte Leserinnen und Leser:
Ich wünsche Ihnen ein friedliches Weihnachtsfest und ein erfülltes Neues Jahr.
Ich freue mich auf Ihre Einladungen zu Ihren Veranstaltungen und auf Ihre Rückmeldungen via Mail auch im kommenden Jahr.
Herzlichst
Elmar Leimgruber

Samstag, 20. Dezember 2003, von Elmar Leimgruber

Film-Highlight des Jahres: Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs

Über drei Stunden lang dauert der dritte und letzte Teil des Herrn der Ringe: Die Menschheit rüstet sich zum finalen Kampf gegen den Bösen. Doch wird die schwache Menschheit wiederum der Verführung des Machtmißbrauchs erliegen? Und hat die Liebe zwischen der schönen Elben-Prinzessin Arwen (Liv Tyler) und Aragorn (Viggo Mortensen) Zukunft? Und bringt das denn alles was, wenn Frodo es nicht schafft, den Ring ein für allemal zu vernichten? Wird der weiße Zauberer Gandalf (Ian McKellen) auch durch die Macht des Ringes geblendet werden? Und wie ist es mit der Freundschaft zwischen Frodo (Elijah Wood) und Sam (Sean Astin) bestellt? Und wie ist der wahre Charakter von Gollum/Smeagol (Andy Serkis): treu und untergeben oder hinterhältig und falsch?
Spannend und actiongeladen und aufwendig hat Regisseur Peter Jackson das große Finale bös gegen gut und gut gegen bös inszeniert, über das ich inhaltlich aber doch nicht mehr verraten möchte. Eine kleine Kritik aber dennoch: das Ende des Films ist meines Erachtens unnötig in die Länge gezogen: die letzte halbe Stunde bringt nicht wirklich Neues;-)
Für mich ist dieser Film dennoch wieder eindeutig Movie of the Year wie die beiden vohergehenden Teile auch.
Musik: Howard Shore: Unglaublich passend zum Film und für mich wiederum die Filmmusik des Jahres! HIER können Sie in die Filmmusik reinhören.
Und HIER können Sie nachsehehn, was es alles an Fanartikeln zu dieser Film-Trilogie zu kaufen gibt (CDs, DVDs, Videos, Figuren, Bücher…).

Sonntag, 16. November 2003, von Elmar Leimgruber

Luciana Serra, Prima Donna Assoluta Coloratissima

Dass die in Genua geborene und an der Akademie der Mailänder Scala lehrende Koloratursopranistin Luciana Serra nicht nur in den 80ern auf CD-Produktionen brillierte, sondern nach wie vor DIE Prima Donna Assoluta ist, bewies sie am 15. November 2003 bei einem Livekonzert in Bozen.

Begleitet vom Nuovo Insieme Strumentale Italiano gab die weltweit bekannte Star-Sopranistin einen Rossini-Abend und begeisterte Kritik wie Publikum gleichermaßen. Serras Stimme ist mittlerweile reifer und um einiges voller als noch vor Jahren. Ihre weltweit einmalige Präzision im Gesang ist jedoch nach wie vor beispielgebend.

Wenn Serra auch nach ihrer Coloratissima-Zeit in den letzten Jahren zunehmend langsamere Arien bevorzugt, so auch an diesem Abend, so bewies sie mit ihrer Zugabe, dass sie nach wie vor auch die höchsten Töne gekonnt und einmalig schön erreichen kann. Hierfür sang sie die Arie “Una voce poco fa” aus dem Barbier von Sevilla (Rossini).

Ensemble-Leiterin Elena Bellario hatte für diesen Konzertabend verschiedenste Arien und Lieder von Gioacchino Rossini für Flöte (Giuseppe Nova), Cello (Sergio Patria) und Klavier (Bellario) gekonnt bearbeitet und auch deren Interpretaion überzeugte vollends.

Kurz zusammengefasst: Schade für jeden Musikliebhaber, der Serra noch nie oder seit Jahren nicht mehr live hören konnte! Schade vor allem und enttäuschend, dass das einmalige Talent Luciana Serra seit Jahren in Wien nicht mehr live zu hören ist.

Reinhören in die vielen CDs von Luciana Serra können Sie HIER und hier:

Freitag, 14. November 2003, von Elmar Leimgruber

Lehrstuhl für Phänomenologie der Musik an Uni Witten

Die Universität Witten/Herdecke bietet ab kommendem Jahr einen Lehrstuhl für Phänomenologie der Musik. Den Lehrstuhl, der mit jährlich 125.000 Euro (für eine Dauer von fünf Jahren) von der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung gefördert wird, hat der Komponist und Musikphänomenologe Prof. Elmar Lampson inne. Die offizielle Eröffnungsveranstaltung soll Ende Januar 2004 stattfinden.
“Der neu geschaffene Lehrstuhl ist wohl einzigartig in der deutschen Universitätslandschaft”, schreibt die Uni Witten in einer Aussendung. Sein Profil beinhaltet gleichermaßen Theorie und Praxis. Und die Frage, nach dem Hören steht dabei an zentraler Stelle.
Lampson arbeitet demnach in seinen Seminaren an der Entwicklung aktiver Hörfähigkeiten, um Grundlagen für einen “Bewusstseinstransfer von Musikalität in andere Bereiche des kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens” zu legen. “Musik ist intelligentes Fühlen und die Entwicklung dieser besonderen Intelligenzform ist nicht nur Musikern vorbehalten, im Gegenteil, Musikalität ist eine ungenutzte Ressource unserer Zivilisation”, sagt Elmar Lampson, der auch ein gefragter Partner für Wirtschaftsunternehmen ist, wenn es um die Weiterbildungstrainings für Manager geht.
Die offizielle Eröffnungsveranstaltung soll Ende Januar 2004 stattfinden.
HIER können Sie in Kompositionen von Lampson reinhören und dessen Bücher bestellen.

Mittwoch, 5. November 2003, von Elmar Leimgruber

Ein sehr unterhaltsamer (un)möglicher Härtefall (Kino-Kritik)

Wenn die beiden Coen-Brüder was produzieren, wird das eine ganze Sache. Bestes Beispiel hierfür ist die aktuelle Komödie “Ein unmöglicher Härtefall” mit George Clooney und Catherine Zeta-Jones in den Hauptrollen.
Clooney spielt einen selbstsüchtigen Scheidungsanwalt, der Geld der Liebe vorzieht. Zeta-Jones verkörpert ein Luder, das reiche Männer nur heiratet, um sie anschließend auszunehmen.
Natürlich begegnen die beiden einander und verabreden sich auch prompt zu einem festlichen Dinner. Ob das gutgehn wird;-)
Spannend und mit viel hintergründigem Humor präsentiert sich dieses aktuelle Werk der Coen-Brüder. Ein Film, der jedem “aussergewöhnlichen Härtefall” sehr zu empfehlen ist:-)))
Auch Carter Burwells Kompositionen sind -wie immer- sehr gut zum Film passend und sehr einfühlsam.

Sonntag, 19. Oktober 2003, von Elmar Leimgruber

Trondheim Soloists machen Bozen zum Streicher-Elysium

Selten noch hat Bozen Streicher gehört, die so rein und vor allem so harmonisch musizierten, wie die Trondheim Soloists am 18. Oktober 2003 auf Einladung des Konzertvereins Bozen. Von einem Weltklasse-Ensemble, das bereits Anne-Sophie Mutter auf Tourneen begleitete, durfte man zurecht ein Konzert der Superlative erwarten.
Selbst die Programmzusammenstellung ließ keine Wünsche offen: Neben Traditionellem (Mozart und Mendelssohn Bartholdy) galt ein Schwerpunkt skandinavischen Komponisten (Grieg, Kleiberg und Rautavaara), und nicht umsonst zum Abschluss des Konzertes ein wahrhaft meisterliches Werk des Polen Wojciech Kilar, der sich nicht nur im klassichen Bereich einen Namen gemacht hat, sondern auch durch zahlreiche Original Scores für Filme.
Das gesamte aus 16 Musikern bestehende Ensemble brilliert durch überwältigende Abstimmung und Übereinstimmung.
Besonders hervorzuheben ist sicherlich Oyvind Gimse, der künstlerische Leiter der Trondheim Solists, der an diesem Abend ein Cellokonzert mehr als überragend und bewegend interpretierte. Sehr entbehrlich hingegen war das Rein- und Rausstolzieren des Konzertmeisters nach jedem Stück.
Alles in allem jedoch ein unvergleichlich und ganz und gar hervorragender Musikgenuss.