Samstag, 13. Mai 2006, von Elmar Leimgruber

Michael Ostrowski verpatzt Wiener Festwochen-Eröffnung

Die Wiener Festwocheneröffnung 2006, die alljährlich via Eurovision im Prinzip weltweit im TV gesehen werden kann, war heuer eigentlich vielversprechend: Das Mozart-Jahr, die EU-Präsidentschaft Österreichs, Das EINE Europa und dessen Einheit ausgedrückt durch die Performance und die Premierung des Finalisten der Eurovision Young Musicians. Diese jungen Künstler, die mit ihren Instrumenten Werke von Wolfgang Amadeus Mozart interpretierten, waren großartig und ein Genuss für den musikbegeisterten Zuschauer.
Aber absolut nichts verloren hat bei einem solche festlichen Anlass, es sei denn als comedianhafte Einlage (und so auch deklariert) der Moderator des Abends: Michael Ostrowski. Sein Auftritt als Tuntenmatrose, dann als Mozartverschnitt waren nicht nur zutiefst peinlich und eine echte Zumutung für jeden Musikbegeisterten, sondern in gewisser Weise auch ein Hohn auf die anwesenden jungen Musiker, die echte Kunst und Kultur boten.
In den kommenden Jahren möge die Stadt Wien lieber den Festakt ohne Moderator beschreiten als mit einer solch peinlichen und unwürdigen Faschingsfigur. Diese meine Meinung bitte dennoch nicht persönlich zu werten, sondern rein diesen Auftritt betreffend.

Montag, 8. Mai 2006, von Elmar Leimgruber

Rudle meets Hundertwasser: 13.5.,19.30 Uhr

Was verbindet den Kabarettisten Gerold Rudle mit dem Maler und Visionär Friedensreich Hundertwasser? Diese und weitere spannende Gegenwartsfragen werden an diesem Samstag gelöst:
Im ersten Teil des Abends unterhält Gerold Rudle, nach der Pause folgt die Aufführung des Multimedia-Musicals House Of Dreams von Roland Baumgartner-Tausendklang zu Ehren Hundertwassers.
Termin: Gerold Rudle trifft Friedensreich Hundertwasser
Zeit: Samstag, 13. Mai 2006, 19.30 Uhr
Ort: Musicaltheater House Of Dreams, visavis Hundertwasserhaus, Kegelgasse 37-39, 1030 Wien
Infohotline und Kartenreservierung: http://www.house-of-dream.com
Tel. 0664/2380551

Freitag, 14. April 2006, von Elmar Leimgruber

Wiener Burgtheater: Herrlicher Meyer-Nestroy

Robert Meyer beweist schon seit Jahren, dass er nicht nur ein ausgezeichneter Schauspieler und Sänger ist, sondern auch ein hervorragender Regisseur. Dies lässt sich derzeit im Wiener Burgtheater feststellen, wo der gebürtige Bayer nicht nur wunderbar eine Hauptrolle spielt, sondern für die Regie und Koordination von gleich drei von ihm miteinander verflochtenen Nestroy-Einaktern an einem Abend verantwortlich zeichnet.
“Zettelträger Papp oder meine Frau hat eine Grille” nennt sich Meyers Theaterexperiment und es vereint die Nestroy-Stücke “Ein gebildeter Hausknecht”, “Frühere Verhältnisse” und “Zettelträger Papp” zu einem einzigen harmonischen Abend. Und dieser Abend ist ein künstlerischer Hochgenuss.

Es überzeugen nicht nur alle fünf Schauspieler (Robert Meyer, Branko Samarovsky, Paul Wolff-Plottegg, Regina Fritsch und Petra Morze), sondern auch die künstlerisch hochwertige Musik von Otmar Klein. Und der Abend zeigt auch noch eines: Johann Nestroy ist und bleibt aktuell und zeitgemäß.

Sonntag, 2. April 2006, von Elmar Leimgruber

Excellent: Best Of Musicals in Vienna

Tournee-Musicalproduktionen gibt es ja einige um den Globus herum. Aber dass die Stage Entertainment, Deutschlands größter Musicalveranstalter, mal auf Europatournee geht, das ist schon ein Novum. Und daher musste auch ich dabei sein.

Was mich erwartete, übertraf selbst die kühnsten Erwartungen: “Best Of Musical” ist endlich eine Show, die ihren Titel auch verdient: Die Besucher erwartet nicht nur eine excellent inszenierte Bühnenshow mit Effekten, die man sonst nur aus Fernsehsendungen kennt, sondern auch die tatsächlichen Highlights der deutschen Originalaufführungen: so live u.a. zu erleben: Ausschnitte aus König der Löwen, Cats, Tanz der Vampire, Die Schöne und das Biest, AIDA, 3 Musketiere, Miss Saigon und viele andere mehr.

Moderator der Tour ist kein Geringerer als Uwe Kröger, der endlich wieder als “Tod” in Elisabeth und -das ist eine besonders schöne Überraschung- als Phantom der Oper brilliert. Ebenfalls ganz besonders hervorzuheben auch Thomas Borchert als hervorragender Graf Krolock aus dem Tanz der Vampire und als Biest.

Eine wunderbare Elisabeth aus dem gleichnamigen Musical für alle Sinne gibt Maike Boerdam und eine erstaunliche musikalische Persönlichkeit ist Carolin Fortenbacher (Mamma Mia).

Die Eintrittskarten für dieses Event sind sehr teuer, jedoch bekommt das Publikum dafür auch edelste Musicalunterhaltung vom Feinsten. Wünschenswert wäre die Veröffentlichung einer DVD.

Dennoch einige kleine Kritikpunkte am Rande: Programmhefte dürften nicht schon am Samstag nachmittag ausverkauft sein, zumal sie einen stolzen Preis von 8 Euro kosten. Zudem verwundert es bei einer solch aufwendigen Produktion, dass es offenbar niemanden vor Ort in der Stadhalle gab, der -trotz Samstag Nachmittag- für Presse zuständig war.

Freitag, 31. März 2006, von Elmar Leimgruber

Oliver Pocher in Wien not amused

Mal vorweg: Er kann tanzen, er kann komisch wirken, und er kann sogar spontan sein, Deutschlands B-Promi Nr. 1, Oliver Pocher. Dabei klingen seine Scherze aber häufig nach einer Mischung aus Otto, Rüdiger Hoffmann, Bully und Michael Mittermeier: auf wirklich Eigenes warten die Fans vielfach vergebens. Der Comedian, der sogar schon eine Klage für sein teils verletzendes vorlautes Mundwerk erhalten hat, scheint jedoch keinen Spass zu haben, wenn andere seinen Humor feiern.
So geschehen in seinem aktuellen Programm “It’s my life” in Wien, wo drei Jugendliche aus den ersten Reihen plötzlich den Saal verließen und kurz drauf wiederkamen.Pocher meinte dazu: so gehts aber nicht und ließ die drei von der Security des Saales verweisen. Was zunächst als Gag aussah, war sogar sehr ernst. Denn als sich -übrigens unterstützt von Applaudierenden im Publikum- ein Zuseher nach der Pause öffentlich an Pocher wandte und nachfragte, ob die drei nicht doch teilnehmen könnten am Abend, auch da sie jeweils 34 Euro Eintritt gezahlt hätten, meinte Pocher, er habe sich gestört gefühlt und die drei könnten am drauffolgenden Tag ja nochmal Eintritt zahlen und wiederkommen.
So gehts nicht lieber Oli: wer selbst teils verletzend über andere herzieht, sollte selbst nicht so empfindlich sein. Sich über andere lustig zu machen ist nicht schwer: aber wer selbst so gern austeilt, sollte auch einstecken können, noch dazu von echten Fans: wer sonst, wenn nicht die zahlen sich die teuersten Eintrittskarten.

Samstag, 25. März 2006, von Elmar Leimgruber

Düringer for A Perfect Multimedia World

Österreichs “Prolo”-Kabarettist Roland Düringer ist unter die Diskounter gegangen und bietet sein neues Programm “Düringer ab 4.99″ tatsächlich im Wiener Konzerthaus ab 4.99 Euro an. So muss es ja auch sein, will man heute Mann und Frau Österreicher ködern zu konsumieren. Mit Werbeflyer und Plakaten wird er angepriesen, der Discount-Düringer. Und was bleibt unterm Strich?
Düringer bleibt im ersten Teil seines aktuellen Programms, wie wie ihn kennen: ein in Wiener Dialekt brüllender Prolo, der über alles und jeden wortgewaltig drübersetzt und Verkäufer und Käufer gegeneinander hetzt und hat dafür natürlich die Lacher und Applaudierer auf seiner Seite.
Wie wohltuend klingt es da, dass nach der Pause Louis deVille, der Chef des Show-Sponsors P.H.I, höchstpersönlich vor das Publikum tritt und eine neue Zeit einläutet, eine mit Perfect People for A Perfect World. Auch DeVille wird natürlich von Roland Düringer gespielt, diesmal in hochdeutsch und mit sanfter Stimme. Dieser zweite Teil des Abends ist durchaus interessant, wenn auch sehr ernst und etwas ungewohnt für ein Kabarettprogramm.
Bleibt noch zu erwähnen, dass Düringer diesmal eine echte Multimedia-Show präsentiert, die ebenfalls Lob verdient.
Letztlich dürfte Düringer ab 4.99 die Geister scheiden zwischen BeGeisterten und Düringer-Geist-Unwilligen. Meine Empfehlung lautet: anschauen und sich selbst eine Meinung bilden. Besonders bekannt wurde Düringer im gesamten deutschen Sprachraum als Ing. Breitfuß durch die TV-Serie und den gleichnamigen Kinofilm MA 2412 zusammen mit Alfred Dorfer sowie durch die Kinofilme c(r)ook (basta), Der Überfall, Hinterholzacht und zuletzt durch den Alkoholikerfilm Die Viertelliterklasse.

Montag, 6. März 2006, von Elmar Leimgruber

And the Oscar goes toooooooooo…

Bester Film: L. A. Crash
Beste Regie: Ang Lee (“Brokeback Mountain”)
Bester Hauptdarsteller: Philip Seymour Hoffman (“Capote”)
Beste Hauptdarstellerin: Reese Witherspoon (“Walk The Line”)
Nebendarsteller: George Clooney (“Syriana”)
Nebendarstellerin: Rachel Weisz (“Der ewige Gärtner”)
Bester nicht-englischsprachiger Film: “Tsotsi”
Bester Kurzfilm: “Six Shooter”
Bester Animationsfilm: Wallace & Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen
Bester kurzer Trickfilm: “The Moon and the Son: An Imagined Conversation”
Beste Dokumentation: Die Reise der Pinguine
Beste Kurz-Dokumentation: “A Note of Triumph: The Golden Age of Norman Corwin”
Bestes Original-Drehbuch: “L.A. Crash”
Adaptiertes Drehbuch: “Brokeback Mountain”
Beste Kamera: Die Geisha
Beste Filmmusik: Brokeback Mountain
Original-Song: “It’s Hard Out Here For A Pimp” aus “Hustle & Flow” (Jordan Houston/Cedric Coleman/Paul Beauregard)
Spezial-Effekte: King Kong
Bester Schnitt: “L.A. Crash”
Bester Ton: “King Kong”
Bester Ton-Schnitt: “King Kong”
Beste Kostüme: “Die Geisha”
Beste Ausstattung: “Die Geisha”
Beste Maske: Der König von Narnia
Ehrenoscar: Robert Altman

Dienstag, 14. Februar 2006, von Elmar Leimgruber

Oratorien als Schwerpunkt der Haydn-Festspiele 2006 auf Schloss Esterhazy in Eisenstadt

Einer der großen Schwerpunkte der diesjährigen Haydn-Festpiele auf Schloss Esterhazy in Eisenstadt/Burgenland/ Österreich wird das Oratorium sein.Die Haydntage finden laut Aussendung heuer vom 7. bis 17. September statt und stehen unter dem Motto “Haydn und Händel”. Publikumsliebling und conductor in residence Adam Fischer und seine Österr.-Ung. Haydn Philharmonie werden demnach Haydns „Schöpfung„ und Händels „Messias„ sowie auch die beiden traditionellen Abschlusskonzerte zur Aufführung bringen.
Neben den großen Oratorien stehen bei den Haydntagen Messen, erlesene und selten gespielte Symphonien von Joseph Haydn sowie die großen concerti grossi von Georg Friedrich Händel am Programm.
Das Opernschaffen dieser beiden Komponisten wird vom Ensemble La Stagione Frankfurt unter Michael Schneider mit ausgewählten Arien dargestellt.
Weitere Höhepunkte des Festivals Außergewöhnlich wird auch die Aufführung der Orgelkonzerte von Händel und Michael Haydn, die vom Barock-Spezialisten Ton Koopman und dem Amsterdam Baroque Orchestra interpretiert werden sowie das Konzert mit der Händel & Haydn Society Boston, die u.a. Händels berühmte Wassermusik zur Aufführung bringen werden. Die Haydn Akademie mit dem chorus sine nomine unter Trevor Pinnock wird ebenfalls in Eisenstadt zu Gast sein wie Star-Tenor Ian Bostridge, der mit seinen sehr persönlichen Interpretationen den Hörer in jedem Konzert neu herausfordert.

Sonntag, 12. Februar 2006, von Elmar Leimgruber

Wiener Mozart-Musical konzertant und leider cut

Mozart, Musical in Concert, nannten die Vereinigten Bühnen Wien Ihre leider nur wenigen Februar-Aufführungen des Musicals Mozart von Sylvester Levay und Michael Kunze (denen wir auch den Musical-Welterfolg Elisabeth verdanken), das 1999 in Wien seine Welturaufführung erlebt hatte. Es stört keinesfalls die konzertante Aufführung ohne Kulisse, dafür in der Musical-Garderobe. Auch das Orchester auf der Bühne ist eine angenehme Überraschung. Es verwundert jedoch, dass es nur eineinhalb Stunden Mozart-Musical zu erleben gibt.

Dafür hört man nun neue Songs, die bei der Wiener Welturaufführung noch nicht dabeiwaren. Dennoch rechtfertigt der hohe Preis keine so kurze Aufführung.

DAS musikalische Highlight in Mozart ist Carin Filipcic als Baronin von Waldstätten: einfühlsam, direkt und brillant und ein Genuss für alle Sinne. Ebenfalls eine Traumbesetzung: Rasmus Borkowski in der Titelrolle als Mozart und besonders bewegend auch Jana Stelley als Constanze Weber: von ihr wird das musikbegeisterte Publikum sicher noch viel Beeindruckendes hören in Zukunft. Voller Power wie eh und je auch Uwe Kröger als Fürsterzbischof Hieronymus Colloredo.

An Viktor Gernot erinnerte mich Andre Bauer in der Rolle Mozarts Vater Leopold: gut gesungen, jedoch für diese Rolle zu jung. Caroline Vasicek als Mozarts Schwester Nannerl wirkt in der Samstag-Nachmittag-Aufführung schwach und stimmlos.
Alles in allem eine von der Besetzung erwähnter Rollen abhängige wunderbare Aufführung, die jedoch letztlich zu cut ist.

Sonntag, 22. Januar 2006, von Elmar Leimgruber

Die Saliera ist zurück: hurrrrrrraaaaaa

Die nach einem Diebstahl wiedergefundene “Saliera” von Benvenuto Cellini ist ab dem 31. Jänner wieder von der Öffentlichkeit zu bewundern. Sie wird im Saal XXXVI der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums Wien (Eingangsfoyer, 1. Treppe links) nach dem Diebstahl “im Originalzustand” zu sehen sein. Dies teilte Generaldirektor Wilfried Seipel mit.

Nach einer ersten Überprüfung durch ein Restauratorenteam ist die “Saliera” laut Museumsleitung durch die Zerstörung der Glasvitrine leicht beschädigt: mit freiem Auge sind Schürfspuren an den beiden großen Figuren Neptun und Tellus erkennbar. Außerdem sind an mehreren Stellen Absplitterungen des bunten Emails sichtbar. In den nächsten Tagen wird die Skulptur jedoch einer detaillierten mikroskopischen Untersuchung unterzogen.

Vor ihrer neuerlichen Ausstellung wird die “Saliera” am Sonntag, den 29. Jänner bei einem Sponsoring-Dinner zugunsten der Sanierung der Kunstkammer den Sponsoren gezeigt.