Montag, 7. Dezember 2009, von Elmar Leimgruber

Biker-Pizza, Lakritz und Witz bei “Wetten dass..?”

“Wetten dass..?” am Samstag war nicht langweilig, auch wenn deren tiefste Zuschauerquote aller Zeiten (wohl aufgrund von Absagen prominenter Gäste) dies vermuten ließe.

Zum einen gabs doch unterhaltsame Wetten, wie beispielsweise die katzenfutterzerstampfenden Mädchen, der mit seinem Mund Lakritzen Knotende und der überzeugte Bayer Til Schweiger, der im passenden Outfit zum Singen der Werder Bremen Hymne verdonnert wurde. Und auch Gottschalk selbst sorgte für teils tatsächlich berechtigte Lacher.

Als gebürtiger Südtiroler freute ich mich besonders über den Traminer Gerold Morandell, der innerhalb weniger Minuten motorradfehrend eine Pizza zubereiten und zusammen mit einem Tomate-Mozzarella-Salat und Südtiroler Wein servieren musste, was auch vorbildlich klappte.

Gerold Morandell aus Kaltern bei seinem Empfang als erfolgreicher Pizzabäcker
Gerold Morandell aus Kaltern (Südtirol) bei seinem Empfang als erfolgreicher Pizzabäcker

Das eigentliche Highlight der Sendung aber war das “Volksmusikduo” Wolfgang und Anneliese, das nicht nur eine volkstümliche Lobeshymne auf “Wetten dass..” und auf Thomas Gottschalk zum Besten gab, sondern auch Würdiges, Lustiges und Zynisches über die Volksmusikszene gleichermassen äusserte, wie man es eben von den beiden Top-Comedians Bastian Bastevka und Anke Engelke gewohnt ist. Zu meiner Überraschung wurde dieses “Geheimnis” aber auch am Ende der Sendung nicht gelüftet.

Die Top-Comedians Wolfgang (Bastian Bastevka) und Anneliese (Anke Engelke) bei "Wetten dass..?"
Die Top-Comedians Wolfgang (Bastian Bastevka) und Anneliese (Anke Engelke) bei “Wetten dass..?”

Zusammengefasst: Wer “Wetten dass..?” an diesem Samstag nur nicht gesehen hat, weil angablich so wichtige Stars abgesagt haben, der hat was versäumt und da bin ich mit Gottschalk einer Meinung: Man muss niemandem sinnlos hinterherrennen.

Und ja: Ich finde, das Samstag Abend Programm darf und soll auch durchaus Entertainment sein (auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen), generationenübergreifende Unterhaltung mit Humor und genau dies ist Samstag Abend geschehen: Gratulation.

Sonntag, 29. November 2009, von Elmar Leimgruber

Testphase: Die Wiederkehr von kulturia.com

Sehr geehrtes kulturell interessiertes Publikum:

Sie mussten länger als vorgesehen warten, um endlich wieder alternative, natürlich rein subjektive Kulturkritiken lesen zu können.

Jetzt pünktlich im Advent ist es soweit: kulturia.com ist wieder da:-)

Ich freue mich über Ihre Einladung zu kulturellen Veranstaltungen, über Anregungen und über Feedback.

Ihr Elmar Leimgruber

Freitag, 11. Juli 2008, von Elmar Leimgruber

Das Ross am Neusiedlerseee

Normalerweise laufen in Mörbisch ja klassische Operetten, vor allem von Strauss oder Lehar. Aber heuer war “Mister Wunderbar” Intendant Harald Serafin echt mutig:
Das Weisse Rössl von Ralph Benatzky in der Inszenierung von Karl Absenger läuft in dieser Saison am Neusiedlersee, ein Singpsiel, das mehr Menschen anspricht als das reine Operettenpublikum. Und er tat gut damit.
Nicht nur, dass Serafin als Kaiser Franz Joseph glänzt, sondern auch die Besetzung des Leopold durch Rainhard Fendrich und der Josepha durch Sabine Kapfinger waren großartige Ideen, die auch in der Umsetzung und Interpretation keinerlei Enttäuschung aufkommen lassen:
Natürlich kommt niemand, auch nicht Rainhard Fendrich, an DEN Leopold heran, an Peter Alexander. Aber Fendrich liefert ein insgesamt gutes Schauspiel und -auch wenn er an manchen Gesangsstellen unsicher erscheint, weil er wohl mehr operettenhaft singen muss als er es gewohnt ist- seine Rolle als verschmähter Liebender durchaus glaubwürdig auch musikalisch wiedergibt.
Und Zabine brilliert in jeder Hinsicht: nicht nur durch ihre bereits seit ihrer Zeit mit Hubert von Goisern bekannte aussergewöhnliche Jodelstimme, die sich seither übrigens noch sehr weiterentwickelt hat, sondern auch durch ein bewunderswert aussergewöhnlich gutes Schauspiel.
Und Klaus Eberhartinger überzeugt als der schöne Sigismund, wenn er auch gegenüber den beiden Hauptdarstellern leider etwas abfällt.
Insgesamt betrachtet ist das Weisse Rössl am Neusiedlersee eine wohlgelungene klassiche Inszenierung mit einer optimalen Besetzung an der Spitze.
Die Original-CD von den Seefestspielen Mörbisch 2008 mit dem Singspiel “Im weissen Rössl” ist übrigens schon erhältlich (leider mit teils anderer Besetzung) und zwar hier (reinhören möglich) .

Montag, 7. Juli 2008, von Elmar Leimgruber

The Producers in Wien?

Da ich -trotz mehrmaliger Anfrage nach Aufnahme in den Presseverteiler der Vereinigten Bühnen Wien- leider noch keine Einladung zu dieser Musicalveranstaltung erhalten habe, kann ich Ihnen auch leider derzeit nichts darüber berichten. Schade eigentlich.

Freitag, 20. Juni 2008, von Elmar Leimgruber

Kennen Sie meinsenf.net?

Das ist Kultur im weitesten Sinne, aber doch irgendwie: auf meinsef.net gebe ich seit einigen Monaten täglich (ausser Sa-So) meinen natürlich gänzlich subjektiven und streitbaren Senf in Form eines humorvollen oder ersten Kurzbeitrages über das aktuelle Geschehen in Politik, Wirtschaft, Medien…ab. Ich freue mich über Ihre Rückmeldungen.

Mittwoch, 4. Juni 2008, von Elmar Leimgruber

Robert Schneiders Offenbarung

Er war ein rastlos Suchender, als ich ihn vor etwa 10 Jahren schon mal live erlebte: Robert Schneider.
Heute wirkt er entspannt und zufrieden: Er scheint gefunden zu haben, wonach er sich sehnte. Ich hoffe doch, dass es nicht nur der Augenblick ist, der “so schön” ist und zum Verweilen einlädt.
Mit seinem neuen Roman “Die Offenbarung” seheint der Autor aus Vorarlberg an jene literarischen Wurzeln zurückgekehrt zu sein, die bereits sein Erstlingswerk “Schlafes Bruder” (Bestseller-Roman, Kinofilm, Oper) prägten: Musik, Glaube, Verzweiflung und Erlösung.
Es ist angenehm ihm zuzuhören, wenn er aus diesem seinem neuen Roman liest, man wird gefesselt und hineingenommen in eine ganz andere “Welt”, die so fremd und doch wieder so nah scheint.
Robert Schneider ist keinesfalls eine Eintagsfliege, sondern ein großartiger Künstler und Visionär. Das konnte ich heute abend im Radiokulturhaus wieder live erleben. Und Jürgen Natter begleitete an der großen Orgel den Autor, der selbst auch Organist ist, berührend und ergreifend mit Werken von Johann Sebastian Bach, aber auch Eigenkompositionen.
Obwohl dieser Abend mit Robert Schneider und Jürgen Natter ausserordentlich erfüllend und inspirierend war: Organisatorisch muss ich einiges rügen:
Meist sind Autorenlesungen (weil sie in erster Linie Promotion für eigene Werke sind) kostenlos; hier wurden an der Abendkasse 24 Euro verrechnet. Und es gab keinerlei Ermässigungen im ORF Radiokulturhaus: weder für Studenten noch für Ö1-Clubmitlieder (für die es laut “Heimspiel” immer Rabatt gibt). Begründung hierzu: Dies ist “keine eigene Veranstaltung”.
Bei einem solchen Preisverhalten darf man sich nicht wundern, wenn -wie heute- nur etwa 50 Besuchen der Lesung lauschen.
Ich erwarte mir künftig Besserung auf Seiten der Veranstalter Fechter Management und Aufbau Verlag sowie dem Radiokulturhaus: Robert Schneider ist nach wie vor unterschätzt. Und er verdient ein größeres Publikum.

Dienstag, 3. Juni 2008, von Elmar Leimgruber

Wiener Polizei bläst Filmmusik

Das Blasorchester der Wiener Polizei lädt zur “Nacht der Filmmusik” und untermalt Filmausschnitte auf zwei Videowänden live musikalisch.
Was werden die Zuschauer da zu sehen bekommen? Die Trailer zum Film “Die unvermeidlichen Skandale der Wiener Polizei”?
Der Eintritt heute abend um 20.00 Uhr in den Arkadenhof des Wiener Rathauses ist jedenfalls frei.

Sonntag, 1. Juni 2008, von Elmar Leimgruber

Dorfers “Fremd”

Es ist kein so niveauvoll- philosophisches Programm, wie man es von Gunkl, alias Günther Paal kennt. Aber muss man das bekommen, ja, sollte man sich dies erwarten, wenn man ins Kabarett geht? Da könnte man genauso einer philosophischen Vorlesung an der Universität lauschen.
Es ist jedoch äußerst unterhaltsam, ja amüsant, was uns Alfred Dorfer in seinem aktuellen (okok, es stammt aus dem fernen Jahr 2003, aber ich habe es an diesem Samstag im Wiener Akademietheater live erlebt) Programm “fremd” bietet.
Und Dorfer ist hier sehr vielseitig zu erleben, mal als Shakespeare- Schauspieler, mal als Sänger, mal als Kabarettist und mal auch einfach nur als “Mensch”. Wer einen kurzweiligen unterhaltsamen Kabarettabend genießen möchte, dem sei Dorfer an dieser Stelle empfohlen.

Mittwoch, 28. Mai 2008, von Elmar Leimgruber

Die Lange Nacht der Kirchen in ganz Österreich

Abschalten, entspannen, besinnen, Musik hören, Gott und den Mitmenschen begegnen: Dazu laden die christlichen Kirchen Österreichs am kommenden Wochenende am 30. Mai ein: Die Lange Nacht der Kirchen, die heuer unter dem Motto steht: Ein Tag sagt es dem andern, eine Nacht tut es der andern kund – Ps 19,3:
600 Kirchen aller christlichen Konfessionen in ganz Österreich sind an diesem Freitag bis um 1 Uhr in der Nacht geöffnet und allein in den 172 Gotteshäusern Wiens sind über 1000 Programmpunkte geplant.
In der Erzdiözese Wien, wo die “Lange Nacht” bereits zum vierten Mal stattfindet, beginnt das Ereignis um 18 Uhr mit der ökumenischen Eröffnungsfeier in der Schottenkirche an der Freyung. Vertreter aller christlichen Kirchen, allen voran der katholische Weihbischof Helmut Krätzl, der orthodoxe Metropolit Michael Staikos und der evangelische Superintendent Hansjörg Lein feiern mit den Anwesenden die ökumenische Vesper zum Thema: “Bemüht euch um das Wohl der Stadt”.
Das Zisterzienser-Stift Heiligenkreuz, das mit seiner CD-Einspielung gregorianischer Gesänge “Chant-Music for Paradise” soeben in die britischen Top-Charts eingestiegen ist, öffnet an diesem Abend übrigens auch seine Tore, allerdings nicht im Stammhaus in NÖ bei Baden, sondern im Heiligerkreuzerhof in Wien: Das Programm sehen Sie hier.

Montag, 26. Mai 2008, von Elmar Leimgruber

Goldene Palme für Laienfilm “Entre Les Murs”

Das nenne ich eine mehrfach mutige Entscheidung, die wir wohl dem diesjährigen Juryvorsitzenden in Cannes Sean Penn zu verdanken zu haben: Die Goldene Palme 2008 geht an den französischen Film “Entre les murs”.
Zum einen ist die Produktion von Laurent Cantet eine Dokumentation, zum anderen wurde sie mit Laien gedreht: Der Film erzählt mit echten Schülern und Lehrern in improvisiertem Stil die Dramen eines Schuljahres in einem multikulturellen Umfeld.
Sean Penn, den ich seit Jahren gleichermaßen als Schauspieler (Dead Man Walking) wie als Regisseur (Das Versprechen) ausserordentlich schätze, nannte die Auseinandersetzung mit der Gegenwart -man müsse wissen, in welchen politischen Zeiten man lebe- als entscheidend für die Preisvergabe.
Die meisten Preise wandern heuer nach Italien, während Wim Wenders mit seinem Film “Palermo Shooting” und sein Hauptdarsteller Campino (Die Toten Hosen) leer ausgingen.

Weitere wichtige Auszeichnungen:
Regiepreis: Nuri Bilge Ceylan (Türkei) für “Üc Maymun”
Großer Preis der Jury: “Gomorra” (Matteo Garrone, Italien)
Preis der Jury: “Il Divo”(Paolo Sorrentino, Italien)
Bestes Drehbuch: “La silence de Lorna” (Jean-Pierre und Luc Dardenne, Belgien)
Spezialpreis für das Lebenswerk: Cathérine Deneuve (Frankreich)
Bester Schauspieler: Benicio Del Toro für “Che” (Steven Soderbergh, USA)
Beste Schauspielerin: Sandra Corveloni für “La ligna de passe” (Walter Salles, Brasilien)
Caméra d’or für den besten Debütfilm: “Hunger” (Steve McQueen, Großbritannien)
Goldene Palme für den besten Kurzfilm: “Megatron” (Marian Crisan, Rumänien)