Sonntag, 2. März 2008, von Elmar Leimgruber

Einfach geil: Frank Petersons Musik

Vielleicht kennen Sie seinen Namen ja noch nicht oder verwechseln ihn mit einem Schlagersänger mit ähnlichem Namen. Ich meine jedoch das Original: Frank Peterson:
Er ist Komponist, Arrangeur und Produzent und er zeichnet verantwortlich u.a. für die Meisterwerke von Sarah Brightman und Gregorian verantwortlich. Und schon vorher hatte er Enigma zusammen mit Michael Cretu gegründet.
Wenn man schon geile Produktionen kennt, sollte man auch wissen, wer dahinter steckt. Und dem dient dieser Beitrag von mir: Frank Peterson ist ein Phänomen. Und ich freue mich schon auf seine nächsten Produktionen.

Ähnlich mystisch-meditative Musik gibts seit Kurzem übrigens auch bei magnam gloriam von elmadonmusic.com.

Montag, 25. Februar 2008, von Elmar Leimgruber

Oscar für Österreich

Das ist ein Grund zum Feiern. Als erster Österreicher erhielt Stefan Ruzowitzky den begehrten Oscar, und zwar für den besten ausländischen Film für sein Meisterwerk “Die Fälscher”. Wir gratulieren.
Mehr von Stefan Ruzowitzky

Mittwoch, 20. Februar 2008, von Elmar Leimgruber

Eine frohe Botschaft nicht nur zur Fastenzeit

In Zeiten des Überschusses und der Verschwendung sei mal in Erinnerung gerufen, dass es Menschen in Wien gibt, die sich um die Armen – und die gibt es wirklich- kümmern und zwar ganz praktisch, nicht durch viel reden, sondern durch tun. Unter einigen Gruppierungen hebe ich heute die sehr sehr idealistisch gesinnte Wiener Tafel ganz besonders hervor:
Schon seit Jahren organisieren sie u.a. aus Supermärkten intakte Lebensmittel, die sonst vernichtet würden.
Und diese Lebensmittel, die garantiert noch in Ordnung sind, werden dann an Bedürftige an über 60 soziale Einrichtungen, wie Obdachlosenherbergen, Flüchtlingshäuser und Mutter-Kind-Heime geliefert. Und das ganz ehrenamtlich. So ein Engagement ist vorbildlich und sollte -davon bin ich überzeugt- auch in der Öffentlichkeit mehr Beachtung finden.

Freitag, 15. Februar 2008, von Elmar Leimgruber

Spielberg boykottiert China

Das lobe ich mir: Steven Spielberg, eigenwilliger Hollywood-Regisseur und seit Jahren von mir hochverehrt wegen seiner exzellenten Beobachtungsgabe und seiner bewussten Kritik aller maßgeblichen Misstände -schön verpackt in seine Blockbuster- hat jetzt selbst mich überrascht:
Der Regisseur hat seine Beratertätigkeit für die Olympischen Spiele aufgegeben, weil er es nicht mehr verantworten kann, für Peking zu arbeiten. Die chinesische Regierung schiele nach Erdöl und schicke daher Waffen in den Sudan nach Darfur, wo bereits 200.000 Menschen in kriegerischen Auseinandersetzungen ums Leben gekommen seien. Sein Gewissen erlaube es daher nicht mehr, China zu unterstützen, erläuterte Spielberg seine Entscheidung. Bereits vor Wochen hatte Spielberg eine Million Dollar für Darfur gespendet.
Bravo Spielberg. Sowas nenne ich Courage.

Donnerstag, 14. Februar 2008, von Elmar Leimgruber

Falco vom Feinsten

Ich war nie ein besonders großer Falco-Fan und werde es wohl auch nie sein, obwohl er der erfolgreichste österreichische Popstar überhaupt war. Deswegen, weil jemand tot ist, muss man ihn nicht unbedingt wieder erstehen lassen jedes Jahr im Februar zu seinem Todestag; vor allem deswegen nicht, weil er selbst nichts mehr davon hat, andere aber sehr wohl durch das “Gedenken” an ihn verdienen.
Trotz meiner Distanz diesem “Rockidol” gegenüber habe ich mir heute den aktuellen Spielfilm “Falco – Verdammt, wir leben noch” angesehen und mir davon auch nicht wirklich was versprochen ausser einer kurzweiligen Unterhaltung.
Und ich bin überrascht, ja positiv beeindruckt: das hätte ich mir nicht erwartet:
Unabhängig davon, ob man Falco nun liebt oder nicht: der Film ist ein künstlerisches Meisterwerk, weil er den Menschen Hans Hölzl in den Mittelpunkt stellt mit all seinen Fähigkeiten, aber auch seinen Schwächen.
Manuel Ruby; Sänger der Gruppe Mondscheiner, spielt den Falken exzellent und die Regie von Thomas Roth lässt keine Wünsche offen. Und der Tod zieht sich wie ein roter Faden durch das Epos. Also, wer Kunst liebt und sich gern mit konkreten Menschen beschäftigt: umbedingt ansehen.

Montag, 24. Dezember 2007, von Elmar Leimgruber

Frohe Weihnachten…

… und ein unabhängiges und dennoch erfolgreiches Neues Jahr allen Kulturschaffenden und deren Freunden wünscht
Elmar Leimgruber

Samstag, 8. Dezember 2007, von Elmar Leimgruber

Wicked: London verhext

Über kaum ein Musical wird mehr berichtet wie über Wicked. Daher konnte ich nicht umhin, es mir auch auch live zu gönnen in London.

Okok, einige wenige beeindruckende Nummern bietet das neue Trendmusical von Stephen Schwartz schon, aber das wars auch schon.

Aus meiner Sicht ist das musikalische Märchen über die Fortsetzung des Zauberers von Oz überhyped, und dies trotz bester Inszenierung und guter Besetzung. Ansehen kann man es aber doch trotzdem gut und gern, schon aus Neugier.

Freitag, 7. Dezember 2007, von Elmar Leimgruber

Brilliant: Lord of The Rings als Musical

In London wird es derzeit aufgeführt, das Musical “Lord of the rings” von A.R. Rahman, Värttinä und Christopher Nightingale. Und vor allem Fans von Adiemus kommen voll auf ihre Kosten, klingen doch manche Parts im Musicals sehr stark nach dessen Schöpfer Karl Jenkins, so beispielsweise Prologue, Saruman, Flight of the Ford und The Siege Of The City Of Kings; aber das sind genau jene Songs, die wohl die gewichtigste handschrift von Värttinä tragen dürften. Dazu kommen jede Menge urkeltisch wirkende Songs.
Kurz und bündig: ein einmaliges Meisterwerk (musikalisch, von der Unszenierung her, von der Besetzung, einfach von allem): ein absolutes Muss für jeden Musical-Fan.

Sonntag, 21. Oktober 2007, von Elmar Leimgruber

Michael Buble zum Anfassen

Er ist DER “Crooner” der Gegenwart, zumindest was den Bekanntheitsgrad betrifft. Ich kannte auch zwei DVDs von ihm, bevor ich ihn nun live in der Bozner Stadthalle sah: Michael Buble live.
Während ich den Kanadier auf den DVDs von der Performance her -trotz seiner schönen Stimme- eher leblos und “steif” empfand: Buble hat kräftig dazugelernt: er wirkt nun -obwohl nach wie vor alles stark einstudiert scheint- locker und humorvoll; ja er mimt sogar DEN “badboy”, wie er ihn nennt: Elvis Presley, und macht sich sogar über sein eigenes Bravsein mit “i love you”-Songs lustig. Und er sucht den direkten Kontakt zum Publikum, fordert es auf, sich von den Sitzplätzen zu erheben und zu ihm Richtung Bühne für Handshakes zu kommen.
Ja, es hat sich Einiges getan bei Michael Buble: schön ihm zuzuhören und zuzuschauen.
Leider aber hat sein Konzert nur eineinhalb Stunden inklusive Zugabe gedauert. Wenigstens aber gabs im Vorprogramm eine sensationell gute acapella-Formation zu erleben: Naturally 7.

Sonntag, 30. September 2007, von Elmar Leimgruber

Bewegend, beengend und ergreifend: Dead Man Walking im Theater an der Wien

Wie lange habe ich mir schon eine solche Opernaufführung gewünscht: und jetzt gibt es sie: “Dead Man Walking” im Theater an der Wien, bisher vor allem Musical-Veranstaltungsort.
“Toter Mann kommt” sagt im prinzip schon aus, worum es geht: Ein wegen Doppelmordes im “humanen” Nordamerika zum Tod Verurteilter wird hingerichtet. Die Oper basiert auf dem gleichnamigen autobiographischen Roman von Sister Helen Prejean, der auch dem oscar-gekrönten gleichnamigen Film “Dead Man Walking” mit Tim Robbins als Regisseur und dessen Frau Susan Sarandon in der Rolle der Schwester Helen als Vorlage diente:
Zum Inhalt: Der zum Tod Verurteilte, aber ständig seine Unschuld Beteuernde will nach einem Briefwechsel mit Sr. Helen diese auch persönlich kennenlernen und sie nimmt entgegen allen Warnungen sein Angebot an.
Helen, die von seiner Schuld überzeugt ist, versucht den Häftling dazu zu bewegen, seine Schuld einzugestehen, um damit seinen Frieden zu finden. Doch dieser beteuert weiter seine Unschuld und verschließt sich der Schwester. Alle Hoffnung ruhen auf dem Begnadigungsausschuss und auf dem Gouverneur. Aber beiden lehnen das Gnadengesuch ab. Doch je näher der Tag der Hinrichtung naht, desto mehr scheint sich der Häftling der inzwischen an sich selbst verzweifelten Ordensschwester zu öffnen…
Zur Oper: Das Libretto von Terrence McNally ist sensationell, die Musik von Jake Heggie (die Gesamtaufnahme der Oper ist übrigens auf CD erhältlich) überwältigend ergeifend und mehr als nur passend zur Handlung; der Musikstil ist nur in manchen Stellen an Blues, Gospel und Rock’n Roll angelehnt; vielmehr fühlt man sich als Teilhaber im Publikum an Benjamin Britten erinnert, vor allem an dessen Oper Billy Budd.
Und während in vielen Opernhäusern die Darsteller -wenn überhaupt- nur durch ihre gute Stimme glänzen: in “Dead Man Walking” im Theater an der Wien ist es glücklicherweise mal positiv anders: Kristine Jepson als Sr. Helen ist authentisch; sie berührt zutiefst in ihren Selbstzweifeln, John Packard als Häftling Joseph de Rocher überzeugt als gleichgültiger, aber auch als gebrochener Mensch, Peter Lobert spielt überzeugend den kalten Gefängnisdirektor und besonders sei auch noch Frederica von Stade als Mutter des Verurteilten hervorgehoben, wobei das gesamte Ensemble hervorragend gecastet ist und nicht besser sein könnte.
Großes Lob gebühren auch Nikolaus Lehnhoff für die sehr beklemmende und beengende und exzellent passende Inszenierung sowie der Dirigentin Sian Edwards mit dem Radio-Symphonieorchester Wien für die exzellente Darbietung.
Nicht wenige der Zuschauer im Parkett und in den Logen des Theaters an der Wien verließen übrigens in den Pause die Vorstellung und kamen nicht wieder: Ist schon bezeichnend, wenn anspruchsvolle Inhalte, mit denen man sich als Zuschauer beschäftigen müsste, dafür sorgen, dass man davor flüchtet, anstatt sich dem zu stellen: spricht für die Oper und gegen ein gewisses “ach sind wir nicht alle lieb und belanglos”-Publikum.