Dienstag, 21. Januar 2003, von Elmar Leimgruber

CHITTY CHITTY BANG BANG live erleben!!!

Der Name lan Fleming, der ansonsten für den britischen Geheimagenten James Bond 007 bekannt ist, schuf in den 60ern auch noch einen Musicalfilm, den wohl schon jeder zumindest einmal gesehn hat in seinem Leben: CHITTY CHITTY BANG BANG:
Ein armer Erfinder und seine beiden Kinder gemeinsam mit der Tochter eines reichen Barons auf Abenteuerfahrt untwegs mit einem wunderbaren Auto, das nicht nur fahren, sondern auch schwimmen und fliegen kann. Und da gibts noch einen ganz Bösen, der die Kinder in Käfige einsperrt. Und einen sehr eigenwilligen Grossvater…
Wer bis jetzt dachte, dass dieser Film alles war, der sollte eines Besseren belehrt werden: Seit geraumer Zeit wird CHITTY CHITTY BANG BANG im Londoner Palladium Theater nämlich zur Aufführung gebracht.
Eher skeptisch, wie so ein wunderbarer Film auf einer Theaterbühne wohl umsetzbar sein mag, wurde ich am 20. Januar 2003 sehr positiv überrascht:
Alles, wirklich alles passte: Angefangen von Michael Ball, der souveraen den Erfinder spielt, über alle anderen Besetzungen, über das Bühnenbild, die technische Umsetzung: da passte einfach alles. Ganz grosses lob ergeht an die beiden Kinderdarsteller, die nicht nur wunderbar spielten, sondern die schwierigen Rollen auch herrlich sangen. Produzent dieses Musicals ist übrigens gleich wie bei den James Bond-Filmen keine Geringere als Barbara Broccoli.
Die CD zum Musical ist hier zu finden.

Montag, 20. Januar 2003, von Elmar Leimgruber

Benjamin Zander und das Philharmonia in Hochform

Sie boten in der Royal Festival Hall am 19. Januar Musikgenuss vom Feinsten: Benjamin Zander und das Philharmonia Orchestra mit Mahlers Symphonie Nr. 3. Zander hat in letzter Zeit ja einige der Symphonien Mahlers mit dem Philharmonia eingespielt und durchaus Lob erhalten. Die dritte allerdings ist (noch) nicht erhältlich.
Das Orchester selbst musizierte an diesem Abend -wie gewohnt- perfektionistisch und mit höchster Disziplin und in voller Harmonie. Und Zander gelang es, Spannung besonders im letzten Satz des Werks zu erzeugen und so das Publikum zu Standing Ovations zu bewegen. Sehr passend sangen an diesem Abend auch die Mezzo-Sopranistin Catherine Wyn-Rogers und der Tiffin Boys Choir.
Und hier kann in Mahler-Symphonien von Benjamin Zander reingehört werden.

Sonntag, 12. Januar 2003, von Elmar Leimgruber

McGegan und Labelle als Frühlingsboten in Wien

International live und durch zahlreiche Einspielungen schon bestens bekannt, war McGegan am 9. Jänner im Wiener Musikverein zu Gast, um einen Abend mit Musik Georg Friedrich Händel zu geben. Er dirigierte die Wiener Akademie lebendig und beschwingt, ja es wurde Frühling: Freude über das Wiedererwachen der totgeglaubten Natur wurde breit.
Dazu das herrliche Zwitschern der kanadischen Sopranistin Dominique Labelle, deren Interpretation von Händel-Arien und des erst unlängst entdeckten “Gloria” in Wien ihr den Weg in eine grosse sängerische Zukunft beschert haben dürften. Sie singt mit einer Leichtigkeit und dennoch mit Kraft wo erforderlich: ein selten erlebtes Talent am Konzertboden. Die Kälte des wiedereingebrochenen Winters in Wien schmolz hinweg bei diesem Konzert der Superlative, bei dem auch die Wiener Akademie beweisen konnte, dass sie zu den weltbesten Spitzenformationen im kammermusikalischen Bereich zählen, sollte sich dies auch noch nicht überall herumgesprochen haben.
Händels Wassermusik-Suite Nr. 1 klang so, wie man sie sich als Freund guter Musik wünscht: feierlich, galant und vor allem leicht. Besonderes Lob geht auch an den jungen Organisten Jeremy Josehph, der Händels Orgelkonzert Nr. 13 bravourös interpretierte.

Mittwoch, 1. Januar 2003, von Elmar Leimgruber

Ein gutes und glückliches Neues Jahr 2003

Allen Freunden guter Musik und anderer lobenswerter Kultur wünsche ich ein gutes und glückliches Neues Jahr 2003.
http://Kultur.redakteur.cc

Sonntag, 29. Dezember 2002, von Elmar Leimgruber

Silvesterparty: Elmars Mega-Radio-Comeback nach drei Jahren

Drei Jahre lang moderierte Elmar Leimgruber nun keine grosse Sendung mehr im Radio. Seit März 2000 meist in Wien, war er zwischenzeitlich u.a. Redakteur und Diskussionsrunden-Moderator für das Business-WebTV von pressetext.austria.
Am Silvesterabend aber gibts wieder Unterhaltung und Spass mit Elmar im Radio:
Live im Studio von Radio Grüne Welle in Bozen startet die grosse Silvesterparty, die in Südtirol auf UKW empfangbar und überall sonst auch via Webradio und Webcam im Internet mitverfolgt werden kann.
Die Sendung setzt auf Live-Hörerbeteiligung (Neujahrswünsche können live über Telefon und Radio weitergegeben werden) und es gibt jede Menge Quizfragen, für dessen Beantwortung stolze Preise vergeben werden. Dazu läuft die beste Partymusik aller Zeiten. Und zum Trost der ganzen Radiowelt: Die Live-Sendung läuft mindestens bis 1.00 Uhr. Zu Silvester bleibt mit Radio Grüne Welle also niemand allein.
Mehr Informationen zur Sendung sind HIER abrufbar.

Sonntag, 29. Dezember 2002, von Elmar Leimgruber

Überwältigend gut: Bernhard Reifer und die Brass Band Pfeffersberg

Wer sich unter Blasmusik ewig gleiche Klänge mit stets denselben Rhythmen und Melodien oder krampfhaft demonstrierte Zeitgemäßheit erwartet, wurde am 28. Dezember 2002 im Bozner Haydn-Saal eines Besseren belehrt: Die Brass Band Pfeffersberg (BBP) wagte sich an ein sehr niveauvolles und schwieriges Programm, gab es doch u.a. Ouverturen von Shostakovich und von Berlioz, “The Olympic Spirit” von John Williams und das über 30 Minuten dauernde siebensätzige Werk “Hymn Of The Highlands” von Philip Sparke zu hören. Zudem kam auch das der Brass Band gewidmete Stück “BBP” vom jungen Südtiroler Blasmusikkomponisten Armin Kofler zur Aufführung. Kofler ist grosses Lob für sein Werk auszusprechen, das etwas an frühe Kompositionen von John Williams erinnert.
Wenn man bedenkt, dass es sich bei diesem Blechblasorchester um einem grossteils aus Laien-Musikern bestehenden Klangkörper handelt, war ich umso mehr positiv überrascht vom hohen Niveau und von der Spielkunst der BBP. Was man bei Blasmusikkonzerten üblicherweise nicht gewohnt ist, wurde bei diesen Interpretationen Wirklichkeit: es entstand Hochstimmung, ja ich bekam mehrmals Gänsehaut, wie mir das meist nur bei manchen Aufführungen unter der Stabführung Roger Norringtons oder Daniel Barenboims geschieht. Ich war am Ende des Konzerts wunschlos glücklich und schwebte irgendwie im Raum vor Begeisterung. Zurückzuführen ist das vor allem auf Bernhard Reifer, einem begnadeten jungen Dirigenten, der eigentlich Schlagzeuger bei der Musikkapelle Pfeffersberg ist.
Reifer ist ein Naturtalent mit einem unvergleichlichem Charisma und mit einer Ausstrahlung, die die Musikanten zu dynamischen und einfühlsamen Höchstleistungen erhebt.
Bernhard Reifer ist ein Name, den sich die Musikfachwelt einprägen sollte. Es sei ihm vergönnt, ein Musikstudium zu absolvieren, um sein weit überdurschschnittliches noch weiter zu entfalten.

Dienstag, 24. Dezember 2002, von Elmar Leimgruber

Erfüllte Weihnachten!

Ich wünsche allen Lesern meiner Internetseiten ein von tiefem inneren Frieden erfülltes Weihnachtsfest sowie ein erfolgreiches Neues Jahr.
Haben Sie schon meine Weihnachtsseiten mit den biblischen Weihnachtsberichten, einem Kommentar, einem Weihnachtsforum, meinem Weihnachtsgästebuch, Bildern und Weihnachtsgedichten entdeckt?

Sonntag, 22. Dezember 2002, von Elmar Leimgruber

Verzauberte Weihnachten an der Volksoper

“Hänsel und Gretel” von Engelbert Humperdinck gehört zum Weihnachtsrepertoire der Wiener Volksoper. Auch heuer gelang diese spätromantische Oper wieder mehrmals zur Aufführung. Die Inszenierung des früheren leider schon verstorbenen Volksopernchefs Karl Dönch ist auch heute noch mustergültig und traumhaft schön, wenn bloss die Engel weniger geschwätzig, sondern würdiger auftreten würden. Wie seinerzeit Döch selbst, so wird auch die heutige Knusperhexe von einem Mann gespielt und gesungen: von keinem Geringeren als dem beliebten Kammersänger Adolf Dallapozza. Der gebürtige Südtiroler sang die Hexe sehr verzaubernd und optimal passend zu dieser Rolle.
Besonders hervorragend in der heurigen Aufführung waren Irmgard Vilsmaier als Gertrud, der Kinder Mutter und Birgit Steinberger als Gretel. Eher schwach hingegen Maren Engelhardt als Sandmännchen.

Samstag, 21. Dezember 2002, von Elmar Leimgruber

Frodos Reise zu den zwei Türmen: ein grossartiges Abenteuer im Kino

Wirklich erstaunlich: Üblicherweise sind zweite Teile von Kino-Filmen billiger Abklatsch. Nicht so beim zweiten Teil der “Herr der Ringe”-Trilogie: Auch “Die zwei Türme”, entstanden wieder unter der Regie von Peter Jackson mit denselben wunderbaren Schauspielern und gedreht abermals in Neuseeland sind ein einmaliges Meisterwerk in jeglicher Hinsicht.
Diesmal wird es für Frodo und Gefährten noch gefährlicher, je näher sie dem Schicksalsberg kommen. Zudem wird die menschliche Schwäche für die dunkle Seite der Macht noch intensiver spürbar. Und der Böse errichtet mit des Magiers Hilfe eine Streitmacht, die die gesamte Menschheit vernichten soll. Für Hoch-Spannung ist also gesorgt. Dieser Film: Ein unbedingtes Muss für alle Film-Freaks. Musik: Der Score von Howard Shore ist wiederum ein einmalig schönes Meisterwerk. Auch diesmal wurde er mit dem London Philharmonic Orchestra unter der Leitung des Komponisten eingespielt. Hier kann kostenlos in die Filmmusik reingehört werden. Fanartikel zum Film sind hier erhältlich.
Mehr aktuelle Kinokritiken sind auf meiner Kino-Seite verfügbar.

Donnerstag, 19. Dezember 2002, von Elmar Leimgruber

Rilling, der Mozart-Spiritualisierer


Mozart und geistliche Musik: beinahe ein Widerspruch in sich, obwohl der Komponist als Erzbischof Coloredos Hofmusiker doch unzählige Noten unter liturgische Texte setzte. Viel von der ursprünglichen Spiritualität und Begeistertung blieb jedenfalls nicht übrig, als Mozart seinerzeit das Hauptwerk seines hochverehrten und geschätzten “Musikgottes” Georg Friedrich Händel, den “Messias”, in ein laizistisches umarbeitete. Dennoch wagte es Helmuth Rilling im Wiener Musikverein am 18. Dezember den “Messias” in der Mozart-Bearbeitung zur Aufführung zu bringen.

Und ja, ich gebe es zu: ich bin überrascht, ja positiv beeindruckt: Rilling interpretierte mit seinem Stuttgarter Bach-Collegium und seiner Gächinger Kantorei dieses Werk im Sinne Händels und damit zutiefst spirituell. Rilling schaffte das schier Unmögliche: Ein profanisiertes Werk mit Tiefgang und -im eigentlichen Sinn- geistlich aufzuführen. Darüber kann ich nur staunen und dafür bin ich dankbar, besonders so kurz vor Weihnachten.

Ein hervorragender Genuss für Ohren und Seele war die Sopranistin Sybilla Rubens, die mit ihrer engelhaften Stimme verzauberte. Von ihr wird man sicher in Zukunft noch viel mehr hören. Schwachpunkt der Aufführung hingegen war Istvan Kovacs, dessen fehlende Kraft in der Stimme und bei Highlights des Oratoriums “Was toben die Heiden”und “Es schallt die Posaun” meine insgesamte Begeisterung von der Aufführung insgesamt leider etwas schmälert.