Nun darf man ja wirklich, auch offiziell: etwas, was ansonsten verpöhnt wäre: jetzt da Deutschland ja nicht mehr weltmeisterlich Fußball spielen darf, darf auch der aufrechteste Südtiroler Italien die Stange halten, ganz nach dem Motto: besser noch Italien wird Weltmeister als das arrgante Frankreich.
Und ich bin wieder mal froh, dass mich Fußball, vor allem einer, in dem es weniger um Spiel und Spass geht, sondern vielmehr um unzählig viel Geld, überhaupt nicht interessiert.
Mamma Mia, Südtirol
Cäsar kam, sah und siegte: Ciao Germania
Aus der Traum, alles aus: Dabei ist ganz Germanien aufgeblüht beim Gedanken daran, dass nicht nur die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland stattfindet, sondern dass das Gastgeberland gar Weltmeister werden könnte (siehe dazu meinsenf vom 3.7.2006)
Die Wirtschaft blühte auf, gab dem Land in der Tiefe rassigen Auftrieb und schien sogar ganze Völker in sich zu vereinigen.
Aber nix: Aus der Traum: Cäsar kam, sah und siegte: Welch eine traurige Niederlage nach solch glorreichen Siegen. Welche Schmach für das geschundene Deutschland: Ciao Germania.
Bruno-Bärli als Schleckerle
Bruno, der Bär, ist tot: erschossen von Jägern. Und das hat jede Menge Nachspiele: war der Abschuss nun legal oder nicht? Und die einen wollen ihn im Museum vermarkten, die anderen auf T-Shirts, wieder andere wollen klagen, andere wollen verurteilen…
Tatsache ist: der wochenlang durch die Wälder ziehende Bär (siehe meinsenf dazu vom 23.6.2006) hat Menschen geängstigt und jede Menge Haustiere auf seinem Raubzug geschlachtet.
Jetzt aber dürfen sich nicht nur die Bauern darüber freuen, dass es Bruno, den Wilderer, nicht mehr gibt, und Tierschützer darüber ärgern. Nun gibts nämlich Bruno zusätzlich auch als exklusives neues Gummibärli: Ich wünsche einen Bärenhunger:-)
Essen, Berlinerplatz, Freitag 30.6.2006
Sowas habe ich echt noch nie gesehn:
Weisse, Südländer, Schwarze, sie alle einig hupend, jubelnd und feiernd mit Deutschlandfahnen unterwegs :
geschehen am Freitag am Berliner Platz in Essen:

Es war nach dem Fußballspiel, das Deutschland ins Halbfinale führen wird.
Es ist schon beeindruckend: das, was der Politik nicht gelingen will, nämlich Völkerverständigung innerhalb der eigenen europäischen Länder, das schafft Fußball: da scheint es gleichgültig zu sein, woher die Menschen ursprünglich gekommen sind, die jetzt in Deutschland wohnen:
Ob sie einst aus der Türkei, aus dem Balkan oder aus Afrika kamen: jetzt jubeln sie alle über “ihr” Land Deutschland, das jetzt vielleicht doch Fußball-Weltmeister werden kann: das berührt selbst mich als sportlich absolut Desinteressierten.
Uwe Kröger, DAS Phantom der Oper (gesehn am 30.6.2006)
Ok, zugegeben bei der Friedhofszene spielte Krögers Stimme nicht immer mit und auch sonst an manchen Stellen im “Phantom der Oper”
verließ den Musical-Weltstar kurzzeitig die Stimme: Natürlich tut das weh, aber nicht sosehr wie peinlich und extrem schwach die deutsche Film-CD “Phantom der Oper”
mit Uwe Kröger als Phantom ist. Aber das ändert nichts daran, dass Uwe Kröger
für mich DAS “Phantom der Oper” ist: Er hat diese Sentimentalität, diese tiefe Trauer und gleichzeitig Stärke in seiner Stimme, die unvergleichlich ist. Wer Musical- oder Phantom-Fan ist, muss Kröger als Phantom der Oper sehen; daher war ich auch am 30. Juni in Essen, um ihn live zu erleben.
Und diese Aufführung der Stage Entertainment lohnt sich nicht nur wegen Kröger, sondern insgesamt: Anne Görner ist die beste deutschsprachige Christine, die ich jemals live erlebt habe; auch von Renee Weibel als Meg dürfte in Zukunft noch viel zu hören sein. Und auch Nikolaj Alexander Brucker als Raoul sowie Annette Kuhn als Madame Giry singen vorbildlich.
Was mich hingegen absolut positiv überrascht hat, waren Orchester und Dirigent: Ich bin von den Wiener Musical-Aufführungen gewohnt, dass das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien jeweils Power hat und dass vor allem von Caspar Richter
sehr energiegeladen und stimmungsvoll dirigiert wird. Das vermisste ich bisher bei Musicals in Deutschland. In Essen ist es anders: das Orchester hat Power und Bob Edwards
ist ein sensationell guter Dirigent mit viel Feingefühl in allen Stücken.
Das “Phantom der Oper” in Essen ist insgesamt unbedingt zu empfehlen.
Startschuss für Vampire-Jagen in Berlin
Star-Regisseur Roman Polanski
persönlich hat im Berliner Theater des Westens die Vampire und deren Opfer ausgesucht und nun läuft der Countdown für den “Tanz der Vampire”
: im Oktober beginnen die Proben, am 10. Dezember steigt die Premiere in jenem ehrwürdigen Haus.
Bereits jetzt können Tickets für das Erfolgsmusical geordert werden.
Der Inhalt des Musicals “Tanz der Vampire” von Jim Steinman
(Produzent und Songschreiber u.a. von Meat Loaf
, Bonnie Tyler
und Mr. Musical Himself Sir Andrew Lloyd Webber
) und Michael Kunze
geht auf Roman Polanski und seinen gleichnamigen Film zurück. Das Musical erlebte seine Weltpremiere in Wien und wird nun nach Köln und Hamburg auch in Berlin aufgeführt.
In das Musical reinhören…
Hilfe, die Flöhe sind los
Eigentlich sollten Menschenflöhe schon längst ausgestorben sein und jeder sollte demnach froh darüber sein, wenn es sie nicht mehr gibt. Dem ist aber nicht so.
Nun suchen aber offenbar Wissenschaftler höchstpersönlich -besser Flohforscher- Menschen, die solche Monster am Kopf tragen. Nicht nur, die edlen Spender erhalten auch noch jede Menge Dollars pro Getier. Na servas!
Kaiserliches Österreich
Nicht mal mehr das darüber lästernde Musical “Elisabeth”
wird in Wien gespielt, und auch sonst erinnert nur noch wenig -mit Ausnahme der schönen historischen Paläste und Schlösser- an das einst glorreich kaiserliche Österreich.
Wenigstens einer ist sich offenbar doch noch dessen bewusst: Seine Kaiserliche Hoheit höchstpersönlich hat sein Königtum Bayern verlassen, um in Österreich zu heiraten.
Ok, Franz Kaiser Beckenbauer
hat die Seine klammheimlich in Tirol geehelicht, das bekanntlich ja Wien gegenüber immer skeptisch eingestellt war, aber immerhin gehörte Tirol auch zum Kaiserreich.
Bleibt abzuwarten, ob der kaiserlichen Hochzeit auch ein kaiserliches Festmahl am Ende der Fußball-Weltmeisterschaft folgen wird.
Flying Pickets live: GEIL:-)
Die Flying Pickets
, bekommt man live ja nicht mehr allzu oft zu sehen; jetzt waren sie am Wiener Donauinselfest zu erleben.
Sie sind seit anfang der 80er Jahre und bleiben DIE Acapalla-Formation: ich kann sie nur bewundern und bejubeln: das ist wahre Kunst.
Indianer in Wien
Ja, es ist wirklich so: ich war am Samstag abend persönlich vor Ort auf der Wiener Donauinsel: Mann war da was los: Lauter Indianer.
Und damit meine ich nicht mal die vielen Besoffenen, die es weder schaffen, gerade zu gehen, noch sich bewegen können, ohne andern anzurempeln oder aus nichtigen Gründen anzubrotteln. Sowas gehört aber ja auch offenbar mit dazu zum Donauinselfest.
Was ich wirklich meine, das sind echte Indianer, die auf der Insel ihre Tänze und Gesänge in voller Tracht und Kopfschmuck vorführen; und zwar nicht nur eine Gruppe: allein drei verschiedene Formationen habe ich schon schon bemerkt.
Es tut gut, kulturell auch mal das Ur-Amerika in Wien zu erleben.
Einen Audiobeitrag zu diesem Thema können Sie auf meiner neuen Homepage http://www.meinsenf.net anhören.




