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	<title>Elmar Leimgruber &#187; Berichterstattung</title>
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		<title>4U9525-Flugzeugabsturz: Journalistenvertreter fordern Respekt in der Berichterstattung</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Mar 2015 13:58:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) und sein Medienrat erinnern in einer Aussendung an den Täter- und Opferschutz im österreichischen Medienrecht. Alle österreichischen Journalisten werden dringend ersucht, in der Berichterstattung über den stark in der Öffentlichkeit diskutierten Airbus-Absturz (4U9525), die Würde der Opfer und auch die des mutmaßlichen Täters zu gewährleisten. &#8220;Dazu gehören, die „Verpixelung“ von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) und sein  Medienrat  erinnern in einer Aussendung an den Täter- und Opferschutz im österreichischen Medienrecht. Alle österreichischen Journalisten werden dringend ersucht, in der Berichterstattung über den stark in der Öffentlichkeit diskutierten Airbus-Absturz (4U9525), die Würde  der Opfer und auch die des mutmaßlichen Täters zu gewährleisten. &#8220;Dazu gehören, die „Verpixelung“ von Fotos und Videos in denen man  Personen erkennen kann und der Schutz von Namen und der Privatsphäre der  Beteiligten&#8221;, betont der ÖJC. Bereits vor Tagen hatte der deutsche Journalisten Verband (DJV) die Journalisten dazu aufgefordert, in ihrer Berichterstattung über den Absturz des Germanwings-Flugzeugs Respekt vor dem Leid der Angehörigen zu zeigen.<span id="more-16041"></span>„Als österreichische Journalisten müssen wir nicht  ausführlicher als die Kolleginnen und Kollegen berichten, deren Länder  direkt betroffen sind“, ruft ÖJC-Präsident Fred Turnheim zur Beruhigung  in der Berichterstattung über die Hintergründe, die zum tragischen  Absturz des Germanwings-Airbus geführt haben, auf.</p>
<p>&#8220;Das  vorschnelle Ziehen von Schlüssen kann nur Spekulation sein, aber nicht  Teil einer seriösen Berichterstattung. Besonders schlecht für das Image  von uns Journalisten ist es, wenn falsche Fotos gezeigt werden&#8221;, erklärt Turnheim: Die  Wiedergabe von Ferndiagnosen selbsternannter „Experten“  ist kein  Qualitätsjournalismus. Besonders in solchen tragischen Situationen ist  ein behutsamer Journalismus gefragt, der nur Fakten  transportiert, so Turnheim.</p>
<p>DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken: „Der Schmerz und die Trauer der Angehörigen von Absturzopfern sind unermesslich. Es verbietet sich für Journalisten, die Trauernden zu bedrängen.“ Die Grenzen der Berichterstattung gebe der Pressekodex vor. Dort heißt es: „Die Berichterstattung über Unglücksfälle und Katastrophen findet ihre Grenze im Respekt vor dem Leid von Opfern und den Gefühlen von Angehörigen. Die vom Unglück Betroffenen dürfen grundsätzlich durch die Darstellung nicht ein zweites Mal zu Opfern werden.“ Konken: „Diese Richtlinie ist bindend.“Zugleich trat der DJV-Vorsitzende vereinzelt geäußerter Kritik an der Anwesenheit zahlreicher Journalisten in der Stadt Haltern am See entgegen, aus der eine Schülergruppe stammte, die unter den Absturzopfern ist: „Es steht außer Frage, dass Journalisten über die Auswirkungen der Katastrophe auf die Kleinstadt und die Schule berichten müssen. Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wie.“</p>
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		<title>Kreml Goes Olympia: Reporter ohne Grenzen warnt</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Oct 2013 22:03:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anlässlich des Olympischen Fackellaufs in Moskau weist Reporter ohne Grenzen (ROG) mit dem Bericht „Der Kreml auf allen Kanälen“ auf die &#8220;systematische Unterdrückung unabhängiger Stimmen in russischen Medien&#8221; hin. ROG fordert die russische Regierung auf, ihrem eigenen Anspruch ernst zu nehmen, dass die Olympischen Spiele in Sotschi zur Modernisierung des Landes beitragen sollen: &#8220;Dies darf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/ROG-Der-Kreml-auf-allen-Kanälen.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-15592" title="ROG Der Kreml auf allen Kanälen" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/ROG-Der-Kreml-auf-allen-Kanälen-213x300.jpg" alt="" width="170" height="240" /></a>Anlässlich des Olympischen Fackellaufs in Moskau weist Reporter ohne Grenzen (ROG) mit dem Bericht „<a title="Download Russland-Bericht" href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/images/Kampagnen/Sotschi/ROG-Russland-Bericht-2013_web.pdf">Der Kreml auf allen Kanälen</a>“ auf die &#8220;systematische Unterdrückung unabhängiger Stimmen in russischen Medien&#8221; hin. ROG fordert die russische Regierung auf,  ihrem eigenen Anspruch ernst zu  nehmen, dass die Olympischen Spiele in  Sotschi zur Modernisierung des  Landes beitragen sollen: &#8220;Dies darf sich  nicht auf Wirtschaft oder  Infrastruktur beschränken, sondern muss auch  die Entwicklung einer  lebendigen Zivilgesellschaft einschließen. Dazu  gehört ein freier Zugang  aller Bürger zu umfassenden Informationen, der  momentan nicht  gewährleistet ist,&#8221; so ROG.</p>
<div><em>Reporter ohne Grenzen</em> beobachtet mit Sorge, dass sportliche  Großereignisse häufig an  autoritär regierte Staaten vergeben werden,  die Menschenrechte  missachten. „Mit der Entscheidung für Russland  übernimmt das  Internationale Olympische Komitee die Verantwortung  dafür, dass   demokratische Grundrechte während der Winterspiele gewahrt  werden“,  sagte Christian Mihr. „Das IOK muss den Anspruch seiner  eigenen Charta  einlösen und eine umfassende, freie Berichterstattung  über die  Olympischen Spiele 2014 sicherstellen. Es sollte den Grundsatz  der  Pressefreiheit weitaus deutlicher als bisher verteidigen und sich  nicht  scheuen, die Einhaltung grundlegender Bürgerrechte in der  Russischen  Föderation anzumahnen.“<span id="more-15591"></span></div>
<div>
<div>Seit dem  Amtsantritt Wladimir Putins im Jahr 2000 hat der Kreml  laut ROG die landesweiten  Fernsehsender wieder weitgehend unter seine Kontrolle  gebracht und durch  gezielte Personalpolitik kritische Journalisten aus  den Redaktionen  gedrängt. Übrig bleiben bei den drei wichtigsten  landesweiten  Fernsehsendern (<em>Perwyj Kanal, Rossija</em> und <em>NTV</em>)  demnach Redakteure,  die sich den Machthabern nicht offen entgegenstellen oder  ihre  Überzeugungen nicht offen auf dem Bildschirm vertreten. Ihren  Einfluss  stützen diese Sender auf ein noch aus sowjetischer Zeit  stammende  Übertragungssystem, das fast alle Haushalte des riesigen  Landes  erreicht. Kremlkritische Sender, wie der vor dreieinhalb Jahren   gegründete Kanal <em>TV Doschd</em> werden auf diesem Weg nicht   übertragen. Unabhängige Zeitungen oder Onlinemedien spielen bei der   politischen Willensbildung im Land nur eine geringe Rolle.</div>
<p>Dies &#8220;steht in krassem Widerspruch zum Image eines modernen  und offenen  Landes, als das sich Russland zu den Winterspielen in  Sotschi  präsentieren will“, sagte ROG- Geschäftsführer Christian Mihr in  Berlin:  „Der Kreml nutzt das landesweite Fernsehen, um seine Macht zu  sichern  und mit der Kraft kontrollierter Bilder seine Sicht auf die Welt  zu  vermitteln“, so Mihr. ROG appelliert an die Programmverantwortlichen   der deutschen Rundfunkanstalten, in der Sotschi-Berichterstattung   Problemen wie Umweltzerstörung, Zwangsumsiedlungen und der Ausbeutung   von Gastarbeitern einen angemessenen Platz einzuräumen.</p>
</div>
<div>Internationale Journalisten ruft <em>Reporter ohne Grenzen</em> zu einem transparenten und verantwortungsvollen Umgang mit  Fernsehbildern und journalistischem Material aus Russland auf.  Angesichts der massiven Kontrolle des russischen Fernsehens durch den  Staat sollten Rundfunkanstalten, die Material staatsnaher russischer  Sender übernehmen, dies deutlich kennzeichnen und die Herkunft der  Bilder durch Quellennachweise transparent machen. Berichterstatter  sollten die Realität vor Ort im Blick behalten und sich nicht durch  professionell produziertes, vermeintlich journalistisches Material  täuschen lassen, das im Auftrag der russischen Führung entsteht und  deren Image im Ausland verbessern soll.</div>
<p>Der Bericht „<a title="Download Russland-Bericht" href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/images/Kampagnen/Sotschi/ROG-Russland-Bericht-2013_web.pdf">Der Kreml auf allen Kanälen</a>“  fußt auf rund 30 Interviews mit Journalisten, Medienexperten und  Beobachtern, die ROG-Pressereferentin Ulrike Gruska im Sommer 2013 in  Moskau und Berlin geführt hat. Viele Kollegen – vor allem aus  staatlichen oder staatsnahen russischen Medien – waren nur anonym dazu  bereit, mit <em>Reporter ohne Grenzen</em> zu sprechen, um ihre weitere  Tätigkeit nicht zu gefährden. Russland steht auf der ROG-Rangliste der  Pressefreiheit Russland nur auf Platz 148 von 179 Staaten. Seinen  Präsidenten Wladimir Putin zählt<em> Reporter ohne Grenzen</em> seit Jahren zu den größten <a title="ROG-Feinde der Pressefreiheit" href="http://www.redakteur.cc/?s=%22Feinde+der+Pressefreiheit%22" target="_blank">Feinden der Pressefreiheit</a> weltweit.</p>
</div>
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		<title>DJV verurteilt islamistischen Mordaufruf an Journalisten</title>
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		<pubDate>Wed, 23 May 2012 22:03:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der deutsche Journalisten Verband (DJV) ist empört über einen Mordaufruf an Journalisten. In einem im Internet kursierenden Mordaufruf eines Islamisten wird unter anderem dazu aufgerufen, Journalisten zu ermorden, die Demonstranten mit Mohammed-Karikaturen gezeigt hätten. „Unvoreingenommene und kritische Berichterstattung ist die Aufgabe von Journalistinnen und Journalisten“, reagiert DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken: „Dazu gehört auch die Berichterstattung über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der deutsche Journalisten Verband (DJV) ist empört über einen Mordaufruf an Journalisten. In einem im Internet kursierenden Mordaufruf eines Islamisten wird unter anderem dazu aufgerufen, Journalisten zu ermorden, die Demonstranten mit Mohammed-Karikaturen gezeigt hätten.<span id="more-12848"></span></p>
<p>„Unvoreingenommene und kritische Berichterstattung ist die Aufgabe von Journalistinnen und Journalisten“, reagiert DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken: „Dazu gehört auch die Berichterstattung über Demonstrationen.“ Es sei völlig inakzeptabel, dass Journalisten ins Visier von Fanatikern gerieten.</p>
<p>Der DJV-Vorsitzende forderte die Sicherheitsbehörden zu umfangreichen und zügigen Ermittlungen gegen die Urheber des Mordaufrufs auf. „Es muss klar sein, dass Hasspamphlete keinen Platz in der demokratischen Gesellschaft haben.“ Er erwarte, dass die ins Visier geratenen Journalisten und ihre Angehörigen von den Behörden größtmöglichen Schutz erhielten, so Konken.</p>
<p>Seit Jahresbeginn wurden übrigens weltweit 21 Journalisten und 6 Blogger getötet, viele von ihnen in Kriegsgebieten wie Syrien oder Somalia. Im Schnitt kam alle fünf Tage ein Berichterstatter ums Leben. Zum<a title="Internationaler Tag der Pressefreiheit" href="http://www.redakteur.cc/heute-ist-der-tag-der-pressefreiheit/" target="_blank"> Internationalen Tag der Pressefreiheit</a> am 3. Mai hatte Reporter ohne Grenzen (ROG) diese Zahl publiziert und die neue <a title="Liste: Feinde der Pressefreiheit" href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/rte/docs/2012/120504_Liste_Feinde_der_Pressefreiheit.pdf" target="_blank">Liste der „Feinde der Pressefreiheit“</a> vorgestellt.</p>
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		<title>66 ermordete Journalisten 2011</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 00:30:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/ROG-Bilanz-2011.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11440" title="ROG-Bilanz-2011 © Reporter ohne Grenzen" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/ROG-Bilanz-2011-300x109.jpg" alt="" width="300" height="109" /></a>Die Zahl der Bedrohung von Journalisten nimmt weltweit zu: Bereits 66 Journalisten wurden im Jahr 2011 (2010: 57) während ihrer Arbeit oder wegen ihres Berufs ermordet. Und auch die Zahl der Festnahmen, Entführungen und Übergriffe stieg 2011 weiter. Dies geht aus der aktuellen Jahresbilanz von Reporter Ohne Grenzen (ROG) hervor. 1.044 Journalisten wurden demnach seit vergangenem Januar weltweit festgenommen  (2010: 535), 1.959 wurden angegriffen oder bedroht (2010: 1.374), 71  wurden entführt (2010: 51).</p>
<p>Zu den Ländern mit der höchsten Zahl an getöteten  Journalisten gehören  wie bereits im vergangenen Jahr Pakistan (10  Todesfälle), Irak (7) und  Mexiko (5). Zu dieser Gruppe zählt erstmals  auch Libyen mit fünf  getöteten Journalisten. In seiner aktuellen Bilanz  veröffentlicht ROG  außerdem eine Liste der zehn gefährlichsten Regionen,  Städte und Plätze  für Medienschaffende weltweit: Dazu gehören zum  Beispiel die syrischen  Städte Deraa, Homs und Damaskus, der Tahrir-Platz  in Kairo, der  Distrikt Khuzdar in der südwestpakistanischen Provinz  Belutschistan  oder der mexikanische Bundesstaat Veracruz.<span id="more-11436"></span></p>
<p>Auch  die Repressionen gegen Blogger und Internetaktivisten haben laut ROG in  diesem  Jahr weiter zugenommen. So wurden bisher 199 Cyberdissidenten   festgenommen (2010: 152), zudem verloren mindestens fünf   Online-Aktivisten ihr Leben. Der Anstieg der Repressionen gegen Blogger   und Internetnutzer hängt mit deren zunehmend wichtigen Rolle bei der   Verbreitung von Informationen und Nachrichten zusammen. &#8220;In  einigen Ländern haben Blogger eine zentrale Rolle bei der   Berichterstattung übernommen, vor allem, wenn konventionelle Medien   stark zensiert oder internationale Journalisten nicht ins Land gelassen   wurden&#8221;, sagt ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. Damit seien sie stärker in das Visier von   Behörden oder gewaltbereiter Gruppen geraten, so Rediske weiter.</p>
<p>Einen  Anstieg verzeichnet ROG auch bei der Zahl der Länder mit  Online-Zensur,  die sich von 62 auf 68 erhöht hat. Dagegen ist die  Zensur  konventioneller Medien mit rund 500 zensierten Medien konstant   geblieben. Zudem registrierte ROG in den vergangenen zwölf  Monaten mehr als 70  Journalisten, die aus ihrer Heimat flüchten mussten.  In zehn dieser  Fälle leistete das Nothilfe-Referat der deutschen  ROG-Sektion  Unterstützung bei der Beantragung von Asyl für die Aufnahme  in  Deutschland.</p>
<p>Ein bedeutender Faktor für den  starken Anstieg an Repressionen und Gewalt gegen Medienschaffende waren  die Ereignisse um den &#8220;Arabischen Frühling&#8221; sowie Proteste in Ländern  wie Sudan, Belarus oder Uganda. &#8220;2011 war in vielen Ländern ein Jahr der  Demonstrationen und Kämpfe für Freiheit und Demokratie&#8221;, so  Rediske. &#8220;Die meisten Machthaber  antworteten mit systematischer Gewalt. Nicht nur die Proteste sollten im  Keim erstickt, sondern auch Berichte darüber unterdrückt werden&#8221;, so  Rediske weiter. Überwiegend treffe die Gewalt einheimische Journalisten,  deren Schicksal ROG mit der Bilanz in das Blickfeld der Öffentlichkeit  rücken will. Die ROG-Jahresbilanz 2011 ist <a title="ROG-Jahresbilanz 2011" href="http://bit.ly/t5mSR1" target="_blank">hier online </a>abrufbar.</p>
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		<title>ORF verpasst sich Verhaltenskodex und Ethikrat</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jul 2011 22:13:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit gestern, 12.Juli 2011 haben ORF-Mitarbeiter einen eigenen Verhaltenskodex, über dessen Einhaltung ein neu gegründeter Ethikrat wacht. Der &#8220;Verhaltenskodex für journalistische Tätigkeit bei der Gestaltung des Inhalteangebots&#8221; wurde von Generaldirektor Alexander Wrabetz gemäß dem neuen ORF-Gesetz und in Abstimmung mit der Redakteursvertretung sowie genehmigt von Publikumsrat und Stiftungsrat in Kraft gesetzt. Der Verhaltenskodex ist ab [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit gestern, 12.Juli 2011 haben ORF-Mitarbeiter einen eigenen Verhaltenskodex, über dessen Einhaltung ein neu gegründeter Ethikrat wacht. Der &#8220;Verhaltenskodex für journalistische Tätigkeit bei der Gestaltung des Inhalteangebots&#8221; wurde von Generaldirektor Alexander Wrabetz gemäß dem neuen ORF-Gesetz und in Abstimmung mit der Redakteursvertretung sowie genehmigt von Publikumsrat und Stiftungsrat in Kraft gesetzt. Der Verhaltenskodex ist ab sofort <a title="ORF-Verhaltenskodex" href="http://zukunft.orf.at/rte/upload/texte/veroeffentlichungen/public_value/110712_orf_verhaltenskodex.pdf" target="_blank">hier öffentlich downloadbar</a>.<span id="more-10000"></span></p>
<p>&#8220;Mit dem Verhaltenskodex wird eine seit langem von den ORF-Journalistinnen und -Journalisten erhobene Forderung verwirklicht, und es wird unterstrichen, dass öffentlich-rechtlicher Qualitätsjournalismus Verpflichtungen über Mindeststandards üblicher Journalistenehrenkodizes hinaus erfordert, &#8221; begrüßte Redakteursratsvorsitzender Fritz Wendl diese Maßnahme. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz betonte, dass der Kodex<br />
&#8220;eine weitere Garantie bietet, dass man sich auf die Qualität, die Authentizität und die Glaubwürdigkeit der ORF-Berichterstattung verlassen kann&#8221;.</p>
<p>Für die Beratung aller Maßnahmen zur Einhaltung und Eignungsprüfung des Verhaltenskodex ist ein Ethikrat zuständig. Für diesen nominierten sowohl der Generaldirektor als auch der Redakteursrat je zwei Mitglieder und je zwei Ersatzmitglieder. Der Generaldirektor nominierte Waltraud Langer und Stefan Ströbitzer, als Ersatz Bettina Roither und Klaus Unterberger, der Redakteursrat nominierte Eva Ziegler und Fritz Wendl, als Ersatz Nadja Igler und Dieter Bornemann. Damit sind sämtliche journalistischen Bereiche des Unternehmens in dem neuen Gremium vertreten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>ROG: Organisiertes Verbrechen bedroht Journalismus</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 23:10:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp">
<dl class="wp-caption alignleft" style="width: 250px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/index.php?eID=tx_cms_showpic&amp;file=uploads%2Fpics%2Farton39608-36b79.jpg&amp;width=500m&amp;height=500&amp;bodyTag=%3Cbody%20bgColor%3D%22%23ffffff%22%3E&amp;wrap=%3Ca%20href%3D%22javascript%3Aclose%28%29%3B%22%3E%20%7C%20%3C%2Fa%3E&amp;md5=50e2044099f5ceb9f47f54c046efe6d9"><img style="border: 0pt none;" src="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/typo3temp/pics/ecd3100c56.jpg" border="0" alt="Foto: Reporter ohne Grenzen" width="240" height="121" /></a></dt>
<h4 class="wp-caption-dd">Foto: Reporter ohne Grenzen</h4>
</dl>
</div>
<p>Das Organisierte Verbrechen ist auf dem Vormarsch und zwar auch Journalisten und Medien gegenüber. Wie Reporter ohne Grenzen (ROG) berichtet, sind weltweit zwischen den Jahren 2000 und 2010 insgesamt 141  Journalisten ermordet worden, die sich in ihrer Arbeit mit dem Einfluss  und den Machenschaften krimineller Gruppen beschäftigt haben. Durch die Gewalt krimineller  Gruppen kommen demnach mehr Journalisten ums Leben als durch die Gewalt diktatorischer Regimes, heißt es  in dem zehnseitigen Bericht. Diese Entwicklung zeichne sich seit Ende  des Kalten Krieges ab.<span id="more-8572"></span></p>
<p>Die höchste Zahl an Todesopfern unter  Journalisten durch kriminelle Gewalt zählt ROG in Mexiko und auf den  Philippinen. 69 Journalisten, die seit dem Jahr 2000 in Mexiko ermordet  wurden, gehen auf das Konto der Drogenkartelle. Elf Reporter werden in  dem mittelamerikanischen Land seit 2003 vermisst. Dieser Trend zeichnet  sich auf den Philippinen schon seit den 80er Jahren ab: In dem  südostasiatischen Land ist die Organisierte Kriminalität für die  Mehrheit der 142 ermordeten Journalisten seit 1986 – das Jahr des Falls  des Diktators Ferdinand Marcos – direkt oder indirekt verantwortlich.</p>
<p>Mafia,  Kartelle sowie Warlords, Paramilitärs und separatistische Gruppen, die  illegalen Handel und Geschäfte betreiben, um sich selbst zu finanzieren,  „ haben die verbliebenen diktatorischen Regimes als größte Quelle  physischer Gefahren abgelöst“, schreibt ROG in dem Bericht.</p>
<p>Organisierte  Kriminalität ist nicht nur die größte körperliche Bedrohung für  Medienvertreter. Zugleich stellen die häufig undurchsichtigen  kriminellen Strukturen auch höchste Anforderungen an Berichterstatter.  Globalisierte Kriminalität stellt mittlerweile eine komplexe ökonomische  und geopolitische Realität dar, die sich unter anderem aus globalen  ökonomischen Netzwerken, Geldwäsche und Steuerparadiesen zusammensetzt.  „Es ist eine mächtige Parallelwirtschaft mit enormen Einfluss über die  legale Wirtschaft – eine, über die es für Medien höchst schwierig ist,  zu berichten“, so ROG in seiner jüngsten Publikation.</p>
<p>Aufgrund  des hohen Rechercheaufwands und der mit der Berichterstattung  verbundenen Gefahren beschäftigen sich viele Journalisten nur  oberflächlich mit dem Phänomen der Organisierten Kriminalität. Tiefer  gehende Berichte erscheinen in einigen Ländern erst, wenn ein  krimineller Skandal auffliegt und die Polizei tätig geworden ist oder  Chefs krimineller Banden gefasst worden sind.</p>
<p>Unter ständiger  Bedrohung und mit unzureichenden Ressourcen ausgestattet, beschränken  sich viele Medien darauf, gegenseitige Vorwürfe krimineller  Organisationen zu veröffentlichen oder offizielle Quellen zu zitieren.  Bei zahlreichen kriminelle Gruppen gehört es zum strategischen Ziel,  Medien für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und zu unterwandern.</p>
<p>In  den von struktureller krimineller Gewalt betroffenen Ländern hat kaum  eine der Regierungen ausreichende Maßnahmen für den Schutz von  Journalisten vor krimineller Gewalt ergriffen. In den  Schlussempfehlungen des Berichts plädiert ROG deswegen unter anderem für  verstärkte Selbsthilfemaßnahmen von Medien und Journalisten:  Medienmitarbeiter, die in einer Konfliktzone arbeiten, sollten sich  zusammentun und einen gemeinsamen Pool für Informationen und Quellen  gründen. Redaktionen, Journalistenschulen und Universitäten sollten  spezifische Kurse zur Recherche und Berichterstattung über Organisierte  Kriminalität anbieten.</p>
<p>Der vollständige 10-seitige Bericht zur Organisierten Kriminalität und Pressefreiheit ist <a title="Initiates file download" href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/rte/docs/2011/110224_ROG_Bericht_organisierte_Kriminalitaet.pdf" target="_self">hier</a> downloadbar.</p>
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		<title>Deutsche Kanzlerin plädiert für Selbstbewusstsein, Toleranz, Religions-, Meinungs- und Pressefreiheit</title>
		<link>http://www.redakteur.cc/merkel-verteidigt-meinungs-und-pressefreiheit/</link>
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		<pubDate>Fri, 10 Sep 2010 22:02:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<h4 class="mceTemp">
<dl id="attachment_6502" class="wp-caption alignright" style="width: 250px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/merkel-westergaard-auszeichnung-medienpreis.jpg"><img class="size-medium wp-image-6502" title="&quot;M100-Sanssouci Medienpreis&quot;" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/merkel-westergaard-auszeichnung-medienpreis-300x214.jpg" alt="" width="240" height="171" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel zeichnet den dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard aus<br />
Foto: REGIERUNGonline/Hanschke</dd>
</dl>
</h4>
<p>Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat anlässlich der Verleihung des Medienpreises &#8220;M 100 Sanssouci Colloquium&#8221;an den dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard die Bedeutung von Presse- und Meinungsfreiheit hervorgehoben. Dieser muss für seine Mohammed-Karikaturen seit 2005 um sein Leben bangen. &#8220;Europa ist ein Ort, in dem ein Zeichner so etwas zeichnen darf. Das ist im Übrigen kein Widerspruch dazu, dass Europa auch ein Ort ist, in dem die Freiheit des Glaubens und der Religion sowie der Respekt vor Glaube und Religion ein hohes Gut sind&#8221;, sagte Merkel.  &#8220;Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.&#8221; Dieser Satz von Perikles sei heute noch genauso aktuell wie im 5. Jahrhundert vor Christus. &#8220;Freiheit zu leben, erfordert Mut, und zwar jeden Tag aufs Neue, im Kleinen wie im Großen,&#8221; betonte die deutsche Kanzlerin.</p>
<p>Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat sich indes gegen die laut gewordene Kritik von Moslem-Organisationen an der Ehrung des dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard gewandt. &#8220;Satire und Karikatur sind ironische Stilmittel der Pressefreiheit“, stellte der DJV-Vorsitzende Michael Konken klar: &#8220;Sie zu akzeptieren, selbst wenn man sich angegriffen fühlt, ist demokratisches Prinzip.“</p>
<p>redakteur.cc dokumentiert in Ausschnitten die beeindruckende und bedenkenswerte Jahrhundertrede von Angela Merkel zur Verleihung des Medienpreises am 8. September 2010 in Potsdam:<span id="more-6501"></span></p>
<p><em>Die Wirkung der präzisen Frage zum richtigen Zeitpunkt, die Freiheit, sie stellen zu können, und vor allem die Freiheit, über die Antwort zu berichten, und zwar ungekürzt, unverändert, unverzüglich – welch hohes Gut. Niemals dürfen wir dieses hohe Gut als selbstverständlich ansehen – auch bei Themen nicht, die nicht sofort die Welt verändern, sondern Fragen des Alltags berühren&#8230;<br />
</em></p>
<p><em></em><em>Reden wir also Klartext&#8230;</em><em> Aussagen, zum Beispiel von mir, münden in eine Debatte, eine breite Debatte um Artikel 5 unseres Grundgesetzes. Er lautet: &#8220;Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre. Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.&#8221; – So weit Artikel 5. Er ist es wert, gerade bei einer solchen Tagung zum Thema &#8220;Freiheit und Pressefreiheit&#8221; in Gänze vorgetragen zu werden. Er ist das auch wert, weil er neben Artikel 1 zur Unantastbarkeit der Würde des Menschen, Artikel 2 zur freien Entfaltung der Persönlichkeit, Artikel 3 zur Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz und Artikel 4 zur Freiheit des Glaubens für mich zu den größten Schätzen unserer Gesellschaft gehört&#8230;</em></p>
<p><em>Das Thema Sarrazin ist aber gerade kein Thema der Gefährdung der Meinungsfreiheit, sondern es geht darum, ob und gegebenenfalls welche Folgen zum Beispiel ein Buch für einen Autor in einer besonders wichtigen öffentlich-rechtlichen Institution haben kann oder nicht&#8230;</em></p>
<p><em>Der heutige Tag kann uns für unser Thema &#8220;Pressefreiheit in Europa&#8221; – da bin ich mir sicher – Orientierung geben. Bei dem Mann, den Sie heute auszeichnen, dem dänischen Zeichner und Karikaturisten Kurt Westergaard, geht es um die Meinungs- und Pressefreiheit. Bei ihm geht es darum, ob er in einer westlichen Gesellschaft mit ihren Werten seine Mohammed-Karikaturen in einer Zeitung veröffentlichen darf, ja oder nein; egal, ob wir seine Karikaturen geschmackvoll finden oder nicht, ob wir sie für nötig und hilfreich halten oder eben nicht. Darf er das? Ja, er darf. Er ist ein Zeichner, wie es in Europa viele gibt. Europa ist ein Ort, in dem ein Zeichner so etwas zeichnen darf. Das ist im Übrigen kein Widerspruch dazu, dass Europa auch ein Ort ist, in dem die Freiheit des Glaubens und der Religion sowie der Respekt vor Glaube und Religion ein hohes Gut sind. Wenn ein fundamentalistischer evangelikaler Pastor in Amerika am 11. September den Koran verbrennen will, so finde ich das deshalb – kurz gesagt – schlicht respektlos, sogar abstoßend und einfach falsch.</em></p>
<p><em>In der Diskussion um die Veröffentlichung der so genannten Mohammed-Karikaturen geht es also genau darum, ob wir in Europa mit unseren Werten – Sie haben die von mir genannten ersten fünf Artikel unseres Grundgesetzes sicher noch im Ohr – aus Angst vor Gewalt und Massendemonstrationen davon absehen, die Zeichnungen dieses Karikaturisten zu veröffentlichen oder nicht, ob sie auch in anderen Zeitungen nachgedruckt werden oder nicht und, wenn nein, warum nicht.</em></p>
<p><em>Denen, die das seinerzeit aus welchen Gründen auch immer nicht gemacht haben, werfe ich nichts vor. Jeden Tag stehen Sie bei Ihrer Berichterstattung vor Abwägungsfragen; sie gehören zur Verantwortung der Medien in Ausübung ihrer Pressefreiheit ganz selbstverständlich dazu. Ich kenne solche Abwägungsfragen auch selbst: Soll die deutsche Bundeskanzlerin die Hauptrede anlässlich dieser Veranstaltung halten? Soll sie den Dalai Lama empfangen? Soll sie Briefe, die sie zum Beispiel von &#8220;Reporter ohne Grenzen&#8221; bekommt, ernst nehmen und den neuen ukrainischen Präsidenten bei seinem ersten Besuch in Berlin auf die Einschränkungen der Pressefreiheit in seinem Land ansprechen oder damit besser bis zur zweiten Begegnung warten?</em></p>
<p><em>Wie also verhält es sich mit den Werten und den Interessen, den politischen wie wirtschaftlichen, die für unser Land wichtig sind – für Sie wie für mich? Ich habe für mich die genannten drei Fragen drei Mal mit Ja beantwortet, und zwar aus einem einzigen Grund, der mich seit Beginn meiner politischen Arbeit leitet: Deutsche Politik vertritt ihre Interessen wertegebunden – nach innen wie nach außen. Werte und Interessen gehören zusammen. Wer einen Gegensatz aufmacht, hat sich bereits aufs Glatteis führen lassen&#8230;</em></p>
<p><em>Ja, geben wir den Menschen eine Stimme – in politischen Parteien genauso wie in den Medien. Aber überzeugen wir sie gleichzeitig, dass es in unserem Land am wenigsten darum geht, was gesagt werden darf. Richtige Entscheidungen, Taten statt Worte – das hingegen führt zum Kern dessen, was notwendig ist, zum Beispiel damit Integration gelingt und nicht scheitert, damit Parallelgesellschaften verhindert und nicht auch noch gefördert werden, damit jugendliche Gewalt eingedämmt und nicht hingenommen wird, damit der Sozialstaat denen hilft, die ihn brauchen, und nicht denen, die ihn missbrauchen, und vieles mehr&#8230;</em></p>
<p><em>Erstens: Freiheit ist nicht bindungslos. Das gilt für unser persönliches Leben, das gilt in der Politik, das gilt für die Verantwortung der Medien, das gilt für uns alle. Freiheit ist stets und für alle mit Verantwortung verbunden. Freiheit steht nie nur für sich. Sie ist eine Medaille mit zwei Seiten: Auf der einen Seite steht die Freiheit von etwas, auf der anderen Seite die Freiheit zu etwas. Wenn wir also von Freiheit sprechen, dann sprechen wir tatsächlich immer auch von der Freiheit des anderen. Was uns in Deutschland wie Europa auszeichnet, das ist der Umgang mit unserer Vielfalt, unserer Freiheit und der Freiheit der anderen. Wir Deutsche und Europäer haben in unserer Geschichte gelernt, aus der Vielfalt das Meiste zu machen. Die Eigenschaft, die uns dazu befähigt, ist die Toleranz.</em></p>
<p><em>Zweitens: Die Toleranz ist eine anspruchsvolle Tugend. Sie braucht das Herz und den Verstand. Aber sie ist nicht mit Standpunktlosigkeit und Beliebigkeit zu verwechseln. Sie hat niemals das geringste Verständnis für Intoleranz, für Gewalt von Links- und Rechtsextremismus oder für Gewalt im Namen einer Religion. Die Toleranz ist ihr eigener Totengräber, wenn sie sich nicht vor Intoleranz schützt. Religionsfreiheit meint eben nicht, dass im Zweifelsfall die Scharia über dem Grundgesetz steht. Toleranz meint nicht Wegsehen oder das Messen mit zweierlei Maß. Und Respekt bedeutet nicht Unterwerfung.</em></p>
<p><em>Drittens: Freiheit in Verantwortung – das gilt auch für die Wirtschaft. Eine auf Freiheit beruhende Soziale Marktwirtschaft bietet die Spielräume, damit Menschen verantwortlich handeln können. Die Lektion, die uns die Finanz- und Wirtschaftskrise schmerzhaft erteilt hat, muss überall ankommen. Seit Ludwig Erhard gilt, dass der Staat der Hüter der Ordnung unserer Sozialen Marktwirtschaft ist.</em></p>
<p><em>Viertens: &#8220;Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.&#8221; Dieser Satz von Perikles ist heute noch genauso aktuell wie im 5. Jahrhundert vor Christus. Freiheit zu leben, erfordert Mut, und zwar jeden Tag aufs Neue, im Kleinen wie im Großen – wenn ein Jugendlicher nicht mehr mitmacht beim Mobbing eines Klassenkameraden und den Ausschluss aus der Gruppe riskiert, wenn ein Manager nicht mehr mitmacht bei unlauteren Unternehmenspraktiken und dafür seine Karriere riskiert, wenn man in einer Diktatur versucht, jeden Tag in den Spiegel schauen zu können&#8230; Ja, so ist es: Mut fängt mit der Überwindung der eigenen Verzagtheit an&#8230;</em></p>
<p><em><br />
Fünftens: Die Freiheit wird durch die schier unbegrenzten Möglichkeiten der digitalen Revolution geradezu herausgefordert. Auch ich bin fasziniert von den Möglichkeiten des World Wide Web. Trotzdem werden Sie keine Fotos von meiner letzten Geburtstagsfeier im Internet finden – zumindest keine, die ich selbst eingestellt hätte. Im Ernst: Es macht mir Sorgen, wie leichtfertig Menschen ihre Privatsphäre, den Hort individueller Freiheit, aufgeben und im Internet sensible persönliche Daten preisgeben. Gänzlich unverständlich ist mir das, wenn man bedenkt, wie erbittert wir in Deutschland über die Videoüberwachung öffentlicher Plätze oder eine Volkszählung streiten können. Politik und Medien müssen hier weiter Aufklärungs- und – ja, ich sage – Bildungsarbeit leisten, um in diesem Bereich zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Freiheit zu kommen.</em></p>
<p><em>Sechstens: Auch unsere Außenpolitik ist wertegebunden. Ich sehe mit Sorge, dass Diktaturen und autokratische Staaten den Freiheits- und Toleranzbegriff missbrauchen. Denken wir zum Beispiel an die dritte Konferenz der Vereinten Nationen gegen Rassismus im Jahre 2001. Diese Anti-Rassismus-Konferenz und ihre Nachfolgetreffen wurden leider von Abgesandten aus Diktaturen und autoritär regierten Ländern bestimmt, die den Gedanken dieser Konferenzen in ihr Gegenteil verkehrt haben.</em></p>
<p><em>In Zusammenhängen wie diesen wird oft gefragt: Ist es nicht eine kulturelle, westliche, europäische, christliche Anmaßung, dass wir unsere Werte und Freiheitsrechte für universal gültig halten? Meine Antwort ist eindeutig: Nein, es ist keine Anmaßung. Fast alle Staaten sind Mitglieder der Vereinten Nationen und haben die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte anerkannt. Die großartigen 30 Artikel der Menschenrechtserklärung machen deutlich: Wer diese Rechte bestreitet, hat nicht das Wohl der Menschen im Blick. Kein kultureller Unterschied kann die Missachtung dieser Rechte rechtfertigen.</em></p>
<p><em>Ich bin im Übrigen überzeugt: Wenn wir selbstbewusst zu unseren Werten stehen, verschafft uns das weltweit mehr Respekt und Anerkennung, als wenn wir es nur verschämt tun.</em></p>
<p><em>Meine Damen und Herren, Freiheit – ich habe es schon oft gesagt – ist für mich persönlich die glücklichste Erfahrung meines Lebens. Auch bald 21 Jahre nach dem überwältigenden Geschenk der Freiheit mit dem Fall der Mauer und 20 Jahre nach der Vollendung der Einheit Deutschlands gibt es noch immer nichts, das mich mehr begeistert, nichts, das mich mehr anspornt, nichts, das mich stärker mit positiven Gefühlen erfüllt als die Kraft der Freiheit.<br />
</em></p>
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		<title>Deutscher PR-Rat fordert klare Trennung von Redaktion und PR (Info + Kommentar)</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 22:15:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ulrich Nies, Präsident der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG), im deutschen PR-Rat zuständig für den Online-Bereich und Leiter &#8220;Information Coordination&#8221; bei einem bedeutenden Chemieunternehmen Foto: redakteur.cc-Archiv Für den Nutzer von Internetangeboten muss es jederzeit mühelos möglich sein, zu erkennen, ob er es mit unabhängigen redaktionellen Inhalten, der Meinung von Privatpersonen oder mit PR als professionellem, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4 class="mceTemp">
<dl id="attachment_6389" class="wp-caption alignleft" style="width: 170px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Ulrich.Nies_.jpg"><img class="size-medium wp-image-6389" title="Ulrich Nies" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Ulrich.Nies_-200x300.jpg" alt="" width="160" height="240" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Ulrich Nies, Präsident der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG),  im deutschen PR-Rat zuständig für den Online-Bereich und Leiter &#8220;Information Coordination&#8221; bei einem bedeutenden Chemieunternehmen<br />
Foto: redakteur.cc-Archiv</dd>
</dl>
</h4>
<p>Für den Nutzer von Internetangeboten muss es jederzeit mühelos möglich sein, zu erkennen, ob er es mit unabhängigen redaktionellen Inhalten, der Meinung von Privatpersonen oder mit PR als professionellem, interessensgesteuerten Management von Informations- und Kommunikationsprozessen zu tun hat. Dies geht aus der soeben veröffentlichten Online-Richtlinie des Deutschen Rats für Public Relations (DRPR) hervor, welche ein verbindliches Regelwerk für alle Personen, die Interessen von Unternehmen oder Organisationen im Internet professionell vertreten, ist.</p>
<p>Der Deutsche Rat für Public Relations hält es aufgrund von häufigen Vermischungen von PR und redaktionellen Inhalten für erforderlich, die bestehenden Richtlinien und Kodizes um eine spezifische Richtlinie zur PR in digitalen Medien und Netzwerken zu ergänzen. Dabei gehe es nicht darum, die freie Meinungsbildung von  Privatpersonen zu reglementieren. Ziel sei vielmehr ein verbindliches Regelwerk für  alle Personen, welche die Interessen von Unternehmen oder Organisationen in diesen  Medien und Netzwerken professionell vertreten. Dies schließt ausdrücklich Privatpersonen ein, die für ihre Kommunikationsaktivitäten durch Zahlungen oder Sachleistungen vergütet werden.<span id="more-6386"></span></p>
<p>&#8220;Parallel zum Vorgehen in den klassischen Medien wird der DRPR Verstöße gegen dieses Transparenzgebot in Eigeninitiative oder auf der Basis von Beschwerden auch im Online-Bereich rügen oder mahnen,&#8221; kündigt der deutsche PR-Rat an: &#8220;In besonderem Maß gilt dies für Personen oder Unternehmen, die mit dem Erbringen derartiger unzulässiger Leistungen sogar werben&#8221;.</p>
<p>Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) begrüsst die neue PR-Richtlinie des Deutschen Rates für Public Relations &#8220;als notwendige Grenzziehung zwischen PR und Journalismus im digitalen Zeitalter&#8221;. Dass bezahlte PR-Beiträge Medien als journalistische Artikel angeboten werden, bezeichnet die Richtlinie als &#8220;unzulässige Täuschung&#8221;.  Auch fordert sie die klare Unterscheidung zwischen redaktionellem Content und PR-Veröffentlichungen auf Webseiten.</p>
<p>&#8220;Die Richtlinie gibt Redaktionen wie Mediennutzern Sicherheit im Umgang mit Kommentaren und Meinungsbeiträgen in Online-Medien&#8221; und &#8220;trägt zur Glaubwürdigkeit der Medien bei,&#8221; erklärt DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Die Akzeptanz der PR hänge entscheidend davon ab, &#8220;ob sie seriös informiert oder mit unzulässigen Tricks versucht, Stimmung zu machen,&#8221; betont Konken. Er hoffe, dass die klaren Worte der neuen PR-Richtlinie ihren Niederschlag in der Arbeitsweise von PR-Agenturen und Unternehmen finden. Der DJV-Vorsitzende forderte den Deutschen Rat für Public Relations auf, die Einhaltung der Richtlinie konsequent zu verfolgen.</p>
<p>Die Richtlinie zu PR in digitalen Medien und Netzwerken ist <a title="PR-Richtlinie 2010" href="http://drpr-online.de/upload/downloads_112upl_file/DRPR_Richtlinie%20Online-PR_100827.pdf" target="_blank">hier downloadbar</a>.</p>
<p><em>Vorausgesetzt, dass PR-Meldungen so interessant sind, dass sie auch für die breite Öffentlichkeit von Interesse sind, werden sie üblicherweise -zumindest etwas vom PR-Schmäh entrümpelt- auch von klassischen Nachrichtenagenturen verwertet und verbreitet. Aber dennoch darf es niemals so sein, dass auf Redakteure, Chefredakteure und Geschäftsführer von Medien vor allem auch wirtschaftlicher Druck von PR-Beauftragten und/oder Agenturen ausgeübt wird oder erst recht solche bezahlt also &#8220;bestochen&#8221; werden, dass eine PR-Meldung unbedingt -und vor allem als redaktioneller Beitrag gebracht werden müsste.</em></p>
<p><em>Die Realität sieht leider vielfach anders aus: Einerseits unterliegen vor allem Geschäftsführer von rein kommerziell ausgerichteten Medien zu oft der Versuchung, sich über Werbeaufträge oder persönlich finanziell kaufen zu lassen und dann auch die Redakteure über den genehmen Chefredakteur zu instruieren, gewisse Informationen über das Auftrags- Unternehmen zu beschönigen bzw. jene des Mitbewerbers zu verschweigen oder verzerrt darzustellen. Genauso, wie es redaktionell unmoralisch ist, über gewisse Unternehmen bewusst falsche Informationen zu verbreiten, um Werbeaufträge zur Besänftigung der öffentlichen Meinung zu generieren, ist auch das Gegenteil redaktionell verwerflich: nämlich Unternehmen wegen finanziellen Vorteilen schönzuschreiben oder in der Berichterstattung vorzuziehen. Zu viele Medieninhaber gehen hier leider einen sehr bequemen und zu angepassten Weg. Würde kein Eigentümer oder Chefredakteuer oder Redakteur käuflich, würde die Korruption auf diesem Gebiet ein rasches Ende finden: Das ist erstrebenswert.</em></p>
<p><em>Insofern bin ich besonders erfreut, dass dieser nun formulierte PR-&#8221;Ehrenkodex&#8221; nicht von Seiten der Medienverantwortlichen, also der Verführten kommt, sondern von jenen, denen üblicherweise unterstellt wird, dass sie um jeden Preis ihre PR-Artikel auch redaktionell vertreten haben wollen und daher wirtschaftlich oder finanziell verführen.</em></p>
<p><em>Und ich schliesse mich hier der Meinung des Deutschen Journalisten Verbandes an, dass Grenzen zwischen Journalismus und PR notwendig sind und zwar grenzüberschreitend überall, und dass von Seiten des PR-Rates die Einhaltung der neuen Richtlinie auch konsequent verfolgt wird.</em></p>
<p>Weitere Beiträge zum Spannungsfeld PR, Unabhängigkeit, Korruption und Glaubwürdigkeit der Medien:</p>
<p>- <a title="Meinungsfreiheit in Gefahr" href="http://www.redakteur.cc/meinungsfreiheit-in-gefahr/" target="_blank">Journalisten und Juristen warnen: Meinungsfreiheit in Gefahr (Info)</a></p>
<p>- <a title="Zum Sachsen-Sumpf-Urteil über Journalisten" href="http://www.redakteur.cc/reporter-ohne-grenzen-und-djv-kritisieren-sachsen-sumpf-urteil-gegen-journalisten/" target="_blank">DJV und ROG kritisieren Sachsen-Sumpf-Urteil gegen Journalisten (Info)</a></p>
<p>- <a title="Berlusconi und Pressefreiheit" href="http://www.redakteur.cc/djv-berlusconi/" target="_blank">Berlusconi und die Pressefreiheit (Info)</a></p>
<p>- <a title="Politische Unabhängigkeit und wirtschaftliche Zwänge" href="../journalistische-unabhangigkeit-und-wirtschaftliche-zwange/" target="_blank">Politische Unabhängigkeit und wirtschaftliche Zwänge (Kommentar)</a></p>
<p>- <a title="dpa verklagt Verkehrsministerium" href="http://www.redakteur.cc/deutsche-presse-agentur-klagt-verkehrsministerium-wegen-informationsverweigerung/" target="_blank">dpa klagt Verkehrsministerium (Info + Kommentar)</a></p>
<p>- <a title="Pressefreiheit braucht keine Fesseln" href="http://www.redakteur.cc/ojc-pressefreiheit-braucht-keine-fesseln/" target="_blank">Journalistenclub: Pressefreiheit braucht keine Fesseln (Info)</a></p>
<p>- <a title="SOS ORF: warum wehren sich die ORF-Redakteure nicht gegen Faymanns Bevormundung?" href="../warum-wehren-sich-die-orf-journalisten-nicht-gegen-faymanns-bevormundung/" target="_blank">SOS ORF: Warum wehren sich die ORF-Redakteure nicht gegen Faymanns Bevormundung? (Kommentar)</a></p>
<p>- <a title="Verantwortung im Journalismus und Pressefreiheit" href="../fur-verantwortung-im-journalismus-und-pressefreiheit/" target="_blank">Für Verantwortung im Journalismus UND Pressefreiheit (Kommentar)<br />
</a></p>
<p>- <a title="Verbrechen und journalistische Verantwortung" href="../verbrechen-und-journalistische-verantwortung/" target="_blank">Verbrechen und journalistische Verantwortung (Kommentar)<br />
</a></p>
<p>- <a title="Bedrohung des Journalistenberufs" href="../deutscher-journalisten-verband-ortet-bedrohung-des-journalistenberufs/" target="_blank">Deutscher Journalistenverband ortet Bedrohung des Journalistenberufs (Info)<br />
</a></p>
<p>- <a title="Glaubwürdigkeit im Journalismus" href="../glaubwurdigkeit-im-journalismus/" target="_blank">Journalisten sind manipiuliert, korrupt und Lügner (Info)</a></p>
<p>- <a title="Korrupte Parlamentarier" href="http://www.redakteur.cc/osterreichische-parlamentarier-durfen-korrupt-sein/" target="_blank">Österreichische Parlamentarier dürfen korrupt sein (Kommentar)</a></p>
<p>- <a title="dpa-Chef will mehr Qualität im Journalismus" href="http://www.redakteur.cc/dpa-chef-fur-qualitat-im-journalismus/" target="_blank">dpa-Chefredakteur plädiert für mehr Mut im Journalismus (Info)</a></p>
<p>- <a title="Terrorismus und Meinungsfreiheit" href="../terrorismusbekaempfung/" target="_blank">Was macht einen Terroristen aus? (Kommentar)</a></p>
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		<title>Dr. Karl Renner Publizistikpreis 2010 und ÖZIV Medienpreis ausgeschrieben</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 14:41:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ÖJC-Präsident Fred Turnheim Foto: © Leimgruber Der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) hat den &#8220;Dr. Karl Renner Publizistikpreis 2010&#8243; ausgeschrieben. Der Preis wird ab sofort wieder jährlich vergeben. Neu ist auch, dass die nach eigenen Angaben höchste Auszeichnung im österreichischen Journalismus nun in den Kategorien Print, Radio, Fernsehen und Online vergeben wird. &#8220;Wir wollen damit auf [...]]]></description>
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<dl id="attachment_6193" class="wp-caption alignleft" style="width: 224px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Turnheim-PICT0164.jpg"><img class="size-medium wp-image-6193" title="Digital Camera" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Turnheim-PICT0164-268x300.jpg" alt="" width="214" height="240" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">ÖJC-Präsident Fred Turnheim<br />
Foto: © Leimgruber</dd>
</dl>
</h4>
<p>Der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) hat den &#8220;Dr. Karl Renner Publizistikpreis 2010&#8243; ausgeschrieben. Der Preis wird ab sofort wieder jährlich vergeben. Neu ist auch, dass die nach eigenen Angaben höchste Auszeichnung im österreichischen Journalismus nun in den Kategorien Print, Radio, Fernsehen und Online vergeben wird. &#8220;Wir wollen damit auf die geänderte Medienlandschaft reagieren&#8221;, begründete ÖJC-Präsident Fred Turnheim die Umstellung des traditionsreichen Preises. Ende der Einreichfrist ist der 30. September 2010.</p>
<p>Vorschläge für Preisträger können alle Mitglieder des Österreichischen Journalisten Clubs sowie die Redaktionen aller Print-, Online- und Funkmedien in Österreich, sowie alle österreichischen Journalistinnen und Journalisten einreichen. Einreichungen sind an Österreichischer Journalisten Club, Kennwort: &#8220;Rennerpreis 2010&#8243;, Blutgasse 3, 1010 Wien zu richten. Film- und Fernsehproduktionen sind auf DVD einzusenden, Hörfunksendungen auf Audio-CD und Online-Medien auf CD-ROM/DVD.<span id="more-6192"></span></p>
<p>Die Jury entscheidet am 13.Oktober 2010. Die Nominierten werden telefonisch verständigt. Die eingereichten Bewerbungsunterlagen werden nicht zurückgesandt und gehen in das Eigentum des ÖJC über. Die Verleihung des Dr. Karl Renner-Journalistenpreises 2010 findet Ende Oktober in Wien statt.</p>
<p>Mit einem geänderten Einreichschluss geht der diesjährige ÖZIV Medienpreis (in Zusammenarbeit mit dem ÖJC) in seine fünfte Auflage. Für den Preis, mit dem herausragende Berichterstattung über Menschen mit Behinderungen im Arbeitsleben/in der Wirtschaft ausgezeichnet wird, kann bis 31.12.2010 eingereicht werden. Der Galaabend mit der Prämierung des besten Beitrages geht am 31.3.2011 über die Bühne. Ausgelobt sind die Statue &#8220;Schuasch&#8221; des Künstlers Rudolf Pinter sowie ein Preisgeld in Höhe von 1.000,- Euro.</p>
<p>&#8220;Mit den vielen aktuellen Themen heuer, wie z.B. dem Europäische Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung, den Debatten um Pflegegeld und Kündigungsschutz sowie der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen steht eine breite Palette an Ansatzmöglichkeiten für interessante Stories zur Verfügung,&#8221; erklärte ÖZIV Präsident Klaus Voget.</p>
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		<title>Reporter ohne Grenzen und DJV kritisieren &#8220;Sachsen-Sumpf&#8221;-Urteil gegen Journalisten</title>
		<link>http://www.redakteur.cc/reporter-ohne-grenzen-und-djv-kritisieren-sachsen-sumpf-urteil-gegen-journalisten/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 22:31:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die verurteilten Reporter Arndt Ginzel und Thomas Datt Foto: ROG © Jan Zappner Am Freitag, 13. August, hat das Dresdner Amtsgericht die beiden Reporter Thomas Datt und Arndt Ginzel zu 50 Tagessätzen à 50 Euro verurteilt, weil sie sich im Zusammenhang mit der sogenannten &#8220;Sachsen-Sumpf&#8221;-Affäre nach Ansicht des Gerichts der üblen Nachrede schuldig gemacht haben. [...]]]></description>
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<dl id="attachment_6160" class="wp-caption alignright" style="width: 250px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Ginzel-Datt-ROG-Jan-Zappner.jpg"><img class="size-medium wp-image-6160" title="Arndt Ginzel und Thomas Datt" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Ginzel-Datt-ROG-Jan-Zappner-300x200.jpg" alt="" width="240" height="160" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Die verurteilten Reporter Arndt Ginzel und Thomas Datt<br />
Foto: ROG © Jan Zappner </dd>
</dl>
</h4>
<p>Am Freitag, 13. August, hat das Dresdner Amtsgericht die beiden Reporter Thomas Datt und Arndt Ginzel  zu 50 Tagessätzen à 50 Euro verurteilt, weil sie sich im Zusammenhang mit der sogenannten &#8220;Sachsen-Sumpf&#8221;-Affäre nach Ansicht des Gerichts der üblen Nachrede schuldig gemacht haben. Reporter ohne Grenzen (ROG) kritisiert dieses Urteil als &#8220;Skandal&#8221;:</p>
<p>In vielen Ländern der Welt seien Journalisten willkürlichen Strafverfahren wegen Verleumdung ausgesetzt. Fast immer sei dies ein Vorwand, um Pressefreiheit zu unterdrücken. &#8220;Der  Dresdner Prozess zeigt das gleiche Muster: Justizbehörden benutzen das Strafrecht gegen unliebsame Journalisten&#8221;, reagiert ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske.<span id="more-6159"></span></p>
<p>Auch der Deutsche Journalisten Verband (DJV) kritisiert das Urteil: In Zukunft könnte nun auch anderswo versucht werden, &#8220;kritisch und investigativ recherchierende Journalisten einzuschüchtern,&#8221; befürchtet DJV-Chef Michael Konken. &#8220;In Anklage und Prozess wurden völlig normale journalistische Arbeitsabläufe und Handlungen kriminalisiert. Das können wir nicht hinnehmen“, erklärte die sächsische DJV-Landesvorsitzende Sabine Bachert. Man werde die Urteilsbegründung abwarten und behalte sich weitere Schritte vor, so der DJV-Landesverband Sachsen, der die beiden freien Journalisten juristisch berät.</p>
<p>Gegenstand der Anklage sind Artikel im Nachrichtenmagazin &#8220;Der Spiegel&#8221; und bei &#8220;Zeit Online&#8221; aus dem Jahr 2008 zum &#8220;Sachsen-Sumpf&#8221; – eine mögliche Korruptionsaffäre, in dem es auch um eventuelle Verstrickungen ranghoher sächsischer Justizvertreter geht. Ginzel und Datt waren Autoren des &#8220;Zeit Online&#8221;-Berichts und an dem &#8220;Spiegel&#8221;-Artikel als Co-Autoren beteiligt. Ihnen werden ehrverletzende Tatsachenbehauptung, üble Nachrede und Verleumdung vorgeworfen. Der Hintergrund der Anklage ist <a title="Die Zeit zum Sachsen-Sumpf-Urteil" href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-08/sachsensumpf-urteil" target="_blank">hier online abrufbar</a>. Der entsprechende Beitrag bei &#8220;Zeit Online&#8221; kann <a title="Die Zeit: Sachsensumpf Jasmin" href="http://www.zeit.de/online/2008/27/sachsensumpf-jasmin" target="_blank">hier</a> gelesen werden.</p>
<p>ROG und DJV hatten bereits im Vorfeld der Gerichtsverhandlung Freispruch für die beiden Journalisten gefordert:</p>
<p>&#8220;Eine Verurteilung der beiden Journalisten würde den Rechtsstaat beschädigen und die Pressefreiheit verletzen&#8221;, betonte die stellvertretende Bundesvorsitzende des DJV, Ulrike Kaiser: &#8220;Das Verfahren war und ist in unseren Augen der Versuch der Einschüchterung von investigativ recherchierenden Journalisten.&#8221; Im Prozess wurde laut DJV durch Zeugenaussagen und Akten, die durch die Angeklagten eingeführt wurden, erwiesen, dass es die im Bericht aufgezeigten Unstimmigkeiten tatsächlich gab&#8221;. Und zudem sollte in diesem Fall &#8220;auch die mögliche Einflussnahme von Landesbehörden auf das Strafverfahren gegen die beiden freien Journalisten aufgeklärt werden&#8221;.  &#8220;Eine Verurteilung wäre nicht nachvollziehbar&#8221;, so Kaiser.</p>
<p>&#8220;Journalistische Handlungen werden in dem Prozess zu Unrecht kriminalisiert. Eine der wichtigsten Funktionen der Medien ist es, Missstände aufzudecken. Eine Verurteilung würde künftige Berichterstattung zu Korruptionsaffären behindern und damit die Pressefreiheit beeinträchtigen,&#8221; warnte Rediske: &#8220;Schon die Einleitung des Strafverfahrens gegen die freien Journalisten Arndt Ginzel und Thomas Datt, die im so genannten &#8220;Sachsen-Sumpf&#8221; recherchiert hatten, sei mehr als fragwürdig gewesen. Schließlich hätten sich die Nebenkläger nicht einmal getraut, presserechtlich gegen die angeblich diffamierenden Äußerungen vorzugehen&#8221;. Zudem habe viel in dem Prozess darauf hingedeutet, &#8220;dass Behörden Druck auf investigativ recherchierende Journalisten ausüben wollen&#8221;, kritisiert Rediske.</p>
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