Mit ‘Vertrauenswert’ getaggte Artikel

Donnerstag, 7. Februar 2013, von Elmar Leimgruber

GfK Global Trust Report 2013: Militär, Polizei und Handwerk führen

Militär und Armee stehen im Vertrauensindex hoch. Dies geht aus dem GfK Global Trust Report 2013 hervor. Das Marktforschungsinstitut GfK hat in 25 Ländern die Vertrauensfrage gestellt: Welche Wirtschaftsbranchen und Institutionen genießen am meisten Vertrauen, welche am wenigsten? Über alle 25 Länder hinweg erhalten bei den Institutionen das Militär und die Armee mit 79 Prozent das größte Vertrauen. Auf Rang zwei folgen mit 66 Prozent die Kirchen bzw. die Glaubensgemeinschaften. Das Schlusslicht der internationalen Liste bilden – wie in fast allen untersuchten Ländern – die politischen Parteien. Sie erreichen im Durchschnitt lediglich einen Vertrauenswert von 18 Prozent.

Bei den Branchen liegen die Unterhaltungselektronik- und Haushaltsgerätehersteller im Gesamtdurchschnitt an der Spitze: knapp 74 Prozent aller Befragten vertrauen diesem Wirtschaftsbereich, gefolgt vom Handwerk mit 69 Prozent. Die hinteren Plätze des Vertrauens-Rankings der Branchen belegen die Banken bzw. Versicherungen mit 62 Prozent und die Telekommunikations- und Internetanbieter sowie die Fluggesellschaften mit jeweils 60 Prozent.

Bis auf wenige Ausnahmen sind die Vertrauenswerte in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Die Autoindustrie kann ihr hohes Vertrauensniveau halten, die Energie- und Wasserversorger verlieren leicht. Als einzige Institution konnte die deutsche Regierung ihren Vertrauenswert verbessern. Zwar rangiert sie mit 34 Prozent im hinteren Drittel des Rankings, konnte im Vergleich zum Vorjahr aber fünf Prozentpunkte hinzugewinnen. „Grund für diese Entwicklung könnte die – laut Medienberichten – positive Wahrnehmung des derzeitigen Krisenmanagements durch die Bundeskanzlerin sein“, sagt Raimund Wildner, Geschäftsführer des GfK Vereins.

Bei den Institutionen genießt die Polizei das höchste Vertrauen in Deutschland. Sie erreicht 81 Prozent und führt das Ranking klar an. Im Vergleich zum Vorjahr wird jedoch ein Minus von vier Prozentpunkten gemessen. Auf Rang zwei liegt mit deutlichem Abstand die Justiz. Sie erreicht einen Vertrauenswert von 65 Prozent, gefolgt von den Nichtregierungsorganisationen (NGOs) mit 59 Prozent. Schlusslicht sind und bleiben die politischen Parteien, zu denen nur jeder Sechste Vertrauen hat. Im internationalen Vergleich liegen die deutschen Parteien mit diesem Wert allerdings noch im Mittelfeld.

Wenig Vertrauen schenken die Deutschen auch dem Internet (34 Prozent) und großen Unternehmen bzw. internationalen Konzernen (26 Prozent). An Vertrauen verloren haben auch die Energie- und Wasserversorger. Sie erreichen aktuell nur noch 51 Prozent, ein Jahr zuvor waren es noch 5 Prozentpunkte mehr. Grund dafür könnten die steigenden Ökostromumlagen sein, durch die sich die Strompreise für viele Privatkunden erhöhen.

In Deutschland hat offenbar das Handwerk auch in puncto Vertrauen goldenen Boden. 87 Prozent der Bundesbürger vertrauen dieser Branche. Damit belegt sie – wie schon im vergangenen Jahr – klar den Spitzenplatz bei den elf untersuchten Wirtschaftsbereichen. Auf Rang zwei finden sich die Unterhaltungselektronik- und Haushaltsgerätehersteller, denen 78 Prozent der Bevölkerung vertrauen, gefolgt von den Autoherstellern mit 71 Prozent.

Den letzten Platz belegen die Banken und Versicherungen. Sie büßen im Vergleich zum Vorjahr sogar noch einmal 7 Prozentpunkte ein und kommen nun auf einen Vertrauenswert von 29 Prozent. „Nicht einmal mehr jeder dritte Bundesbürger vertraut dieser Branche. Hier wirken sich wohl vor allem die Skandale der letzten Zeit aus, die von Zinsmanipulationen bis zu Razzien wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung reichen“, fasst Wildner zusammen.

Diese Ergebnisse sind ein Auszug aus dem „GfK Global Trust Report“ 2013 und basieren auf rund 28.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag des GfK Vereins im Zeitraum September bis November 2012 in insgesamt 25 Ländern durchgeführt wurden. Grundlage der Untersuchung ist die Abfrage des Vertrauens in 12 Institutionen, 11 Branchen und in die Mitmenschen allgemein mittels folgender Skala: „vertraue ich voll und ganz“, „vertraue ich überwiegend“, „vertraue ich weniger“, „vertraue ich überhaupt nicht“.

Montag, 24. September 2012, von Elmar Leimgruber

Studie: Journalisten haben nicht den besten Ruf

Das Berufsansehen der Journalisten bei der österreichischen Bevölkerung ist gering. Das wird durch eine aktuelle Studie von OGM im Auftrag des Österreichischen Journalisten Clubs – ÖJC erneut untermauert. Demnach wird Journalisten  in mäßigem Ausmaß Unabhängigkeit und hohe Arbeitsbelastung zugeschrieben, der Vertrauenswert ist jedoch fast ebenso gering wie bei den Politikern. Dazu wurden 803 repräsentativ ausgewählte Österreicher online befragt.

Weil die Medien zunehmend als vierte demokratiepolitische Säule bezeichnet werden, wurden die Journalisten mit Berufen verglichen, welche die drei traditionellen Säulen Legislative, Exekutive und Justiz repräsentieren: Politiker, Polizisten und Richter. Wenig überraschend schneiden dabei die Politiker am schlechtesten ab, denen das höchste Einkommen, aber das geringste Vertrauen attestiert wird. Journalisten erreichen bei den abgefragten Imagefaktoren keinen mehrheitlich positiven Wert. Richter und Polizisten haben dagegen ein vergleichsweise hohes Ansehen in der Bevölkerung. Aber auch bei Richtern sind im Zuge der jüngsten Debatten über die Justiz Imageprobleme sichtbar, nur die Hälfte der Befragten hat Vertrauen und hält Richter für objektiv. Dem aktuellen Fremdbild der Journalisten bei der Bevölkerung wird nun auch in einer weiteren Studie das Selbstbild der Journalisten gegenüber gestellt. Bei dieser Journalisten-Befragung des ÖJC mit OGM werden auch andere Themen wie Arbeitssituation und -zufriedenheit, Aus- und Weiterbildung, etc. behandelt. Dabei werden tausende österreichische Journalisten online befragt werden. Die Ergebnisse dazu werden bis November vorliegen.

ÖJC-Präsident Fred Turnheim verlangte – auch auf Grund der vorliegenden ersten Ergebnisse der Studie – dringend Maßnahmen zur Verbesserung des Images der Journalisten. Daher fordert der ÖJC die Erhöhung der Bundespresseförderung im Bereich der journalistischen Akademien und eine international übliche akademische Journalistenausbildung in Österreich, damit der österreichische Journalismus und die Journalisten einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft erreichen. „Denn nur höhere Qualität und eine gerechtere Bezahlung können künftig unsere Arbeitsplätze sichern“, ist ÖJC-Präsident Fred Turnheim überzeugt.