Mit ‘Raimund Theater’ getaggte Artikel

Donnerstag, 26. April 2012, von Elmar Leimgruber

Wien: Musical „Elisabeth“ mit Van Dam, Seibert und Abbasi

Annemieke Van Dam ist ab Herbst Wiens neue Kaiserin Elisabeth im gleichnamigen Musical von Sylvester Levay und Michael Kunze. Ihr Gegner und Freund zugleich ist Mark Seibert als Tod und Kurosch Abbasi wird ihr Mörder Luccheni sein. Der neue Intendant der Vereinigten Bühnen Wien (VBW) Christian Struppeck gab am Mittwoch, 25. April 2012 das Leading Team und die acht Hauptdarsteller der Produktion zum 20-jährigen Jubiläum bekannt, deren Premiere am 5. September 2012 im Wiener Raimund Theater stattfinden wird. Die drei Hauptrollen sind demnach dieselben wie auf der vor Kurzem veröffentlichten Gesamtaufnahme des Musicals auf Doppel-CD.

„Auf die internationale Top-Besetzung können die Vereinigten Bühnen Wien stolz sein“, sagt Struppeck: „Von über 1.200 Bewerbern wurden die besten 39 auserwählt. Ich freue mich in der Besetzung sowohl einzigartige neue Talente als auch arrivierte Publikumslieblinge willkommen zu heißen. Für viele erfüllt sich hiermit der Traum, Teil der Besetzung dieses Welterfolges am Uraufführungsort Wien zu sein.“

Hier sind Eindrücke in Bildern (Fotos) von der Pressekonferenz:

Hauptrollen:
Annemieke van Dam: Kaiserin Elisabeth
Mark Seibert: Der Tod
Kurosch Abbasi: Luigi Lucheni
Daniela Ziegler: Erzherzogin Sophie
Franziskus Hartenstein: Kaiser Franz Joseph
Anton Zetterholm: Erzherzog Rudolf
Carin Filipcic: Herzogin Ludovika
Christian Peter Hauser: Herzog Max in Bayern

Leading Team:
Michael Kunze: Buch
Sylvester Levay: Musik
Harry Kupfer: Regie
Koen Schoots: Musikalische Leitung
Dennis Callahan: Choreographie
Hans Schavernoch: Bühnenbild
Yan Tax: Kostümdesign
Hans Toelstede: Lichtdesign
Thomas Strebel: Sounddesign
Thomas Reimer: Videodesign
Doris Marlis: Associate Choreographer

Dienstag, 15. November 2011, von Elmar Leimgruber

Turrini gegen der Regisseure Willkür

Peter Turrini erhält den Nestroy für sein Lebenswerk
Foto: CC Manfred Werner (TSUI)

Im Wiener Raimundtheater wurde gestern Abend der Nestroy 2011 vergeben, eine der wichtigsten Kultur-Auszeichnungen im im deutschsprachigen Bereich. Peter Turrini wurde hierbei mit dem Nestroy für sein Lebenswerk ausgezeichnet. In seiner Dankesrede ging der streitbare Provokateur scharf mit Regisseuren ins Gericht, welche literarische Texte nach eigenem Gutdünken umschreiben: es gelte das Urheberrecht der Autoren und wenn man glaube, man könne so gut schreiben, möge man gefälligst seine eigenen Werke schreiben und nicht Werke von anderen verunstalten. Vieles im Theater heute sei „plem plem“, besipielsweise wenn Dramaturgen oder Regisseure einfach Dichtersprache mit heuttiger Umgangssprache vermischten, wetterte Turrini.

Schon vor der diesjährigen 12. Nestroy-Verleihung wurden einige Änderungen angekündigt, welche Kritiker auf den Plan riefen. So startete eine Initiative „Rettet den Nestroy Theaterpreis“, welche dem Veranstalter, dem Verein Wiener Theaterpreis, unter anderem vorwirft, „burglastig“ zu sein und andere Theater zu vernachlässigen. Und Burg-Chef Matthias Hartmann fand es sogar öffentlich „blöd“, dass – wie erwünscht- jedes Theater plötzlich seinen Publikumsliebling selbst nominieren sollte und verweigerte die Zusammenarbeit. Der Nestroy Theaterpreis ist nach dem Wiener Schauspieler, Sänger, Schriftsteller und Satiriker Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862) benannt.

Die aktuellen Änderungen im Detail:
– In den Kategorien „Beste Schauspielerin“, „Bester Schauspieler“ und „Beste Nebenrolle“ sind ab heuer jeweils fünf statt bisher drei Nominierungen vorgesehen. „Wir wollen damit die Schauspieler stärker in den Vordergrund rücken“, sagt dazu Karin Kathrein, die Vorsitzende der Kritiker-Jury des Nestroy.
– Stärker ins Scheinwerferlicht gerückt wird auch die Kategorie Off-Theater. Hier werden erstmals, statt nur einem, drei interessante Bühnen/Ensembles/SolistInnen präsentiert.
– Erstmals gibt es 2011 einen Bundesländer-Nestroy, um dem reichen Theaterleben außerhalb Wiens noch mehr als bisher gerecht zu werden.
Völlig neu konzipiert wurde der Publikumspreis, der zu einem spannenden Ländermatch zwischen Lieblingen der Wiener Bühnen und der Bühnen in den Bundesländern werden sollte.

Alle Nestroy 2011-Preisträger 2011 im Detail:

Beste Schauspielerin: Sarah Viktoria Frick
Bester Schauspieler: Max Mayer
Beste Regie: Andrea Breth
Beste Ausstattung: Thomas Schulte-Michels
Bestes Stück – Autorenpreis: Peter Handke
Beste Nebenrolle: Udo Samel
Bester Nachwuchs: Franziska Hackl
Beste Off-Produktion: Ganymed Boarding
Spezialpreis: Franz Wittenbrink für „Eh Wurscht“
Beste Bundesländer Aufführung: Amerika
Beste deutschsprachige Aufführung: Die Weber
Lebenswerk: Peter Turrini
Publikumspreis: Eleonore Bürcher