Mit ‘Nächstenliebe’ getaggte Artikel

Donnerstag, 24. Dezember 2009, von Elmar Leimgruber

Weihnachten christlich betrachtet

Viele Menschen wollen sich intensiver mit dem religiös-spirituellen Sinn von Weihnachten auseinandersetzen und wünschen sich, dass die ursprüngliche christliche Bedeutung des Weihnachtsfestes wieder stärker ins Bewusstsein der Menschen rückt. Dies geht aus einer von der Agentur “euroSearch dialog” für die Öffentlichkeitsarbeit der Erzdiözese Wien durchgeführten Online-Umfrage zum Inhalt und der Gestaltung des Weihnachtsfestes hervor.

magnam gloriam “Adeste Fideles/Es ist ein Ros entsprungen”

Satten 93 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage ist demnach zwar bewusst, dass Weihnachten nicht einfach nur irgendein Feiertag, sondern die Feier der Geburt unseres Erlösers Jesus Christus ist. 88 Prozent der Befragten würden sich jedoch wünschen, dass sich die Menschen diese wahre Bedeutung von Weihnachten wieder stärker bewusst machen.

Drei von vier Umfrage-Teilnehmer wollen zudem intensiver mit dem religiös-spirituellen Sinn von Weihnachten konfrontiert werden. Ebenso viele sind der Meinung, dass Weihnachten auch für weniger gläubige Menschen eine Zeit des Innehaltens und der Nächstenliebe sein sollte.

An konkreten Vorsätzen mangelt es dabei nicht: Jeweils 35 Prozent kündigten an, aus Anlass des Weihnachtsfestes einem bedürftigen Mitmenschen zu helfen oder sich bewusster um die Sorgen eigener Freunde zu kümmern. Jeder Fünfte will zum Heiligen Abend einen Streit in der Familie gezielt beenden. Zwölf Prozent bringen ihre Nächstenliebe durch Spenden zum Ausdruck.

Mehr als die Hälfte der Teilnehmer an der Umfrage gaben indes an, dass Punschstände, Firmenfeiern und das hektische Treiben rund um Weihnachten sie von der ursprünglichen Bedeutung des Festes ablenken. 49 Prozent haben sich daher nach eigenen Angaben der Weihnachtstrubel selbst entzogen. Vier von zehn Befragte würden während der Adventzeit gerne mehr Zeit mit Familie und Freunden im Gespräch zu Hause verbringen. Nur zehn Prozent gefällt die Weihnachtshektik. Soweit die Ergebnisse der Weihnachtsumfrage.

Dazu mein Standpunkt: Niemand wird daran gehindert, sondern jeder ist gefordert, den eigentlichen ursprünglichen christlichen Sinn von Weihnachten zu suchen, zu finden und zu leben.

Aber nur einmal im Jahr -weil es ja so eine romantische Zeit ist- das reicht weder, um sein soziales Gewissen zu beruhigen, noch auf keinem Fall, um sich irgendwie vielleicht doch ein zumindest kleines Zimmerchen im Himmelsparadiese zu sichern: Unser Leben, unser Glaube, unsere (Mit-)Menschlichkeit ja unsere Liebe verdienen die Menschen um uns jederzeit und nicht nur, wenn uns der Duft von frischem Nadelholz, Kerzen, Lichtern und Zimt sentimental werden lässt.

Ein wirkliches Vorbild an gelebter Solidarität praktizierte übrigens der voraussichtlich nächste britische König, Prinz William: Er verbrachte bei eisigen Temperaturen in London eine Nacht im Freien und übernachtete zusammen mit dem Vorsitzenden der Obdachlosen-Hilfsorganisation Centrepoint, Seyi Obgakin in Pappekartons unter einer Brücke. Mit dieser Aktion, bei der er beinahe von einer Kehrmaschine überfahren wurde, wollte der Prinz auf das Los der vielen Obdachlosen in London hinweisen. Der 27-Jährige dazu: “Nach einer einzigen Nacht kann ich mir nicht annähernd vorstellen, wie es sein muss, jede Nacht auf Londons Straßen zu schlafen.”

Ich wünsche Ihnen, werte Leserschaft, echte und aufrichtige, menschliche, gesegnete, friedliche und besinnliche Weihnachtsfeiertage

Elmar Leimgruber