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Montag, 1. Dezember 2014, von Elmar Leimgruber

Der Sunset Boulevard in Amstetten – Musical-Kritik

Was macht eine depressive “in die Jahre gekommene” Stummfilm-Diva? Sie engagiert einen talentierten jungen Mann, um ihr Comeback zurück ins Filmgeschäft zu ebnen. Tragisch natürlich, wenn dann auch noch Liebesgefühle den Sinn für die Realität verwirren. Und wie verhält man sich dann als junger Mann in so einer verzwickten Situation? Und wenn sich dann selbst Andrew Lloyd Webber dieses von Billy Wilder geschaffenen Dilemmas annimmt, dann verspricht dies Pathos und Spannung. Aber reicht dies, um die Aussichtslosigkeit erträglicher zu machen?

Das Musical “Sunset Boulevard” von Andrew Lloyd Webber (Musik) und Christopher Hampton und Don Black/Michael Kunze (Buch und Gesangstexte/Deutsche Fassung) nach Billy Wilders gleichnamigen Film wird -auch aufgrund des nicht wirklich massentauglichen Inhalts und der überdurchschnittlich anspruchsvollen Musik- nicht so häufig aufgeführt. Die Amstettener Veranstaltungsbetriebe wagten es dennoch, eine deutsche Tourneeproduktion dieses großartigen Musicals zumindest für einen Abend nach Österreich zu holen. Und sie hatten Recht.

Allein das Stück verdiente es aufgrund seines Anspruchs, öfters aufgeführt zu werden. Und der Abend in Amstetten selbst war hervorragend. Die Produktion leistete sich mit dem Sinfonieorchester des Nationalen Akademischen Bolschoi Opern- und Ballett-Theaters der Republik Belarus unter der Leitung von Heiko Lippmann ein volles 21-Mann-Musical-Orchester, wofür der Konzertdirektion Landgraf, welche für diese Tourneeproduktion verantwortlich zeichnet, großer Dank gebührt. Und weder die Inszenierung  von Gil Mehmert noch die Ausstattung von Heike Meixner lassen Wünsche offen.

Cornelia Drese als Norma Desmond ist hervorragend besetzt, sowohl schauspielerisch als auch stimmlich: ihre gebrochene Seele spiegelt sich in der verletzten Inbrunst ihres Gesangs. Und die musikalisch anspruchsvolle Partie des Dieners Max von Mayerling könnte wohl kaum ein Zweiter so authentisch und stimmlich so präzise und sicher und einfach wunderbar interpretieren wie Reinhard Brussmann, den ich mir viel häufiger live zu sehen wünsche. Auch Oliver Arno ist mittlerweile gereift und gibt den jungen “Liebhaber” Joe Gillis zerrissen zwischen Pflicht und Oberflächlichkeit. Und auch die Besetzung der weiteren Rollen ist in dieser Tourneeproduktion bei weitem besser gelungen als in manchen  so genannten großen Produktionen.

Schade nur, dass es diese Produktion nur einmal in Österreich live zu sehen war. Wer sie also nicht gesehen hat, hat in der Tat was versäumt.

P.S.: Ein Andrew Lloyd Webber-Musical (entstanden in Zusammenarbeit mit Jim Steinman) würde ich zu gerne endlich auch mal in Wien live erleben: “Whistle Down The Wind”: Habe dieses in London gleich zweimal mit einem Abstand von ein paar Jahren im wahrsten Sinne des Wortes genossen. Vielleicht geht dieser mein Wunsch ja in Erfüllung, wer weiss:-)

Samstag, 1. Juni 2013, von Elmar Leimgruber

Berührend: Die Seele von Kaiserin Sisi – Musical-Kritik

Gewiss: Auch dank den finanzkräftigen Vereinigten Bühnen Wien (VBW) (Wien Holding) im Hintergrund schaffte es das Musical “Elisabeth” von Sylvester Levay und Michael Kunze verdientermaßen zu Weltruhm. Doch bereits 1991 schuf der österreichische Komponist Roland Baumgartner mit “Sissi & Romy” ein Werk, welches damals bei den Seefestspielen von Mörbisch uraufgeführt wurde und welches ebenfalls in die Musicalgeschichte eingehen sollte. Später tourte dieses Musical dann mehrmals musikalisch und textlich überarbeitet vor allem unter dem Titel “Sisi – Kaiserliche Schönheit” durch Deutschland und Österreich, wo es unter anderem auch im Wiener Ronacher aufgeführt wurde. Hier sangen Domino Blue und Matthias Reinthaller die Hauptrollen.

Für das Wiener Pygmalion Theater schuf Roland Baumgartner (übrigens mit einer Fanseite auch auf Facebook vertreten) eine vollständige Neufassung seines Musicals (Premiere war am 22. Mai), in der mehr denn je zuvor “Die Seele einer Kaiserin” beleuchtet werden sollte: Baumgartner stellt Sisi ihre Seele Titania (hervorragend interpretiert von Ingeborg Mammerler) gegenüber, welche ihr Leben ständig hinterfragt: von der ersten Begegnung mit Kaiser Franz Joseph bis zu ihrer tragischen Ermordung.

Merle Saskia Krammer ist eine exzellente Kaiserin Elisabeth in der Neufassung des Musicals, diesmal mit dem Titel “Sisi – Die Seele einer Kaiserin”: sowohl schauspielerisch, tänzerisch (schon bewegend, sie auf Korfu unter den entsetzten beobachtenden Augen von Franz Joseph einen Sirtaki -der übrigens in der 1999er-Version schon mal mit dabei war- tanzen zu sehen) gesanglich berührt und bewegt sie das Publikum und nimmt es mit auf ihre tragische Lebensreise. Und ihr kaierlicher Gemahl Franz Joseph ist -optisch, gesanglich und schauspielerisch- sehr würdig interpretiert von Till von Orlowsky. Pygmalion-Chef Geirun Tino, der für Bühne und Regie der Neuproduktion in seinem Haus in der Wiener Alser Straße verantwortlich zeichnet,  inszeniert sehr feinfühlend und geschmackvoll.

Gerade Menschen auf der Bühne sterben zu lassen, ist ein sehr sensibles Thema: Tino gelingt es mit seiner Inszenierung, bedrückend realistisch sowohl Rudolf (Reinhold Gugler spricht -im Gegensatz zu vorherigen Versionen, wo der Inhalt gesungen wurde- seinen Text authentisch) als auch die Kaiserin selbst sterben zu sehen und die Zuschauer in diese Handlung mit hineinzuziehen.

Neu in dieser Inszenierung mit dabei ist Andreea Chira, eine Meisterin ihres Faches: es wirdweltweit sicher wenige Panflöten-Spieler geben, die gleichermaßen gefühlvoll wie technisch ihr Instrument beherrschen wie sie. Dafür muss man sich beim Hören von Luka Gudelj  bei der Rolle des Graf Andrasy ernsthaft Sorgen um den Verlust seiner Stimme machen, interpretiert er doch zu massiv stimmbänderbelastend, was bei seinem Duett mit Sisi (als Reitlehrer) glücklicherweise nicht so extrem, vielmehr ausgesprochen angenehmer klingt. Eine außergewöhnliche Bühnenpräsenz weist Nele Moser (Nene) auf, deren Persönlichkeit man sich kaum entziehen kann. Hingegen wirken die beiden zusätzlichen Rollen für Ingeborg Mammerler (Zeitungsjunge) und für Reinhold Gugler zu “theatralisch”.

Das Musical “Sisi – Die Seele einer Kaiserin” wird in den kommenden Wochen und Monaten noch öfters live im Wiener Pygmalion Theater live aufgeführt. Die Tickets sind zum Einheitspreis von 20 Euro erhältlich. Wer sich für Kaiserin Sisi und ihre wahre Geschichte -Roland Baumgartner erzählt sie musikalisch anhand ihrer Tagebuchaufzeichnungen- interessiert, sollte sich dieses Musical keinesfalls entgehen lassen.

 

Besetzung:

Sisi:   Merle Saskia KRAMMER
Kaiser Franz Josef:    Till VON ORLOWSKY
Nene:    Nele MOSER
Graf Andrasy / Bay Middleton:    Luka GUDELJ
Hofdame:    Astghik KHANAMIRYAN
Titania / Zeitungsjunge:    Ingeborg MAMMERLER
Lucheni / Rudolf:    Reinhold GUGLER
Hofdame / Panflöte:    Andreea CHIRA

Komposition und Texte:    Roland BAUMGARTNER

Regie & Bühne:    Geirun TINO

Korrepetitorin:   Ana CRACIUN

Mittwoch, 19. Dezember 2012, von Elmar Leimgruber

Rauchfrei ins neue Jahr

Viele Menschen leiden teils seit Jahren schon an ihrer Sucht zu rauchen: “Endlich mit dem Rauchen aufhören” lautet ein beliebter und gesunder Neujahrsvorsatz: Jeder weiß, ohne Zigaretten lebt man gesünder, meistens daher auch länger. Österreichs Apotheken, welche für viele Raucher die erste Anlaufstelle ist, um sich beraten zu lassen, laden daher zu Raucherberatungswochen von 27. Dezember bis zum 31. Jänner. Alljährlich nehmen daran etwa 30.000 Menschen teil. “2013 ist ein gutes Jahr, um ohne Zigaretten leistungsfähiger, genussfähiger und bewusster zu leben”, motiviert Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer.

Ein Drittel der Raucherinnen und Raucher ist massivst mit dem Konsum unzufrieden. Die Auswertung der Raucherberatungswochen 2011 zeigt, dass der Wunsch, sich das Rauchen abzugewöhnen, keine Altersfrage ist. 29 Prozent der Teilnehmer waren zwischen 41 und 50 Jahre alt, 2 Prozent jünger als 20 und immerhin 2,6 Prozent älter als 70 Jahre. Die Hälfte der Aktionsteilnehmer raucht zwischen 11 und 20 Zigaretten pro Tag.
Wenn es ganz leicht wäre, würden sogar noch mehr Ihren Konsum einstellen oder zumindest stark reduzieren. Die Motive dafür sind unterschiedlich: Im Vordergrund steht die Sorge um die Gesundheit. Aber auch die finanzielle Belastung wird immer mehr zum Argument. “Raucher geben bis zu 300 Euro monatlich für Zigaretten aus. Im Einzelfall sogar mehr”, weiß Univ.-Prof. Michael Kunze, Leiter des Nikotin Instituts Wien und Kooperationspartner der Raucherberatungs-Wochen. Eine weitere Motivation kann die Belastung der Familie oder die Sorge um die Kinder darstellen. Kaum ein Raucher wünscht, dass seine Kinder auch zu rauchen beginnen. Manche stört auch die Abhängigkeit von der Zigarette oder auch die zum Teil als Diskriminierung erlebte Einschränkung der Rauchmöglichkeiten.
Eine Nikotinersatztherapie bietet die Möglichkeit, sofort mit dem Rauchen aufzuhören. Die Chance, von der gewohnten Zigarette wegzukommen, wird durch Motivation und Beratung des Apothekers und zusätzlich durch rezeptfreie Nikotinersatzpräparate aus der Apotheke deutlich erhöht. Dabei kommen unterschiedliche Produkte infrage, wie der Kaugummi, der Inhalator, das Depotpflaster oder Sublingualtabletten. Eine kontinuierliche Hilfe für den ganzen Tag bietet das 16-Stunden Nikotinpflaster, welches vor allem für regelmäßige Raucher geeignet ist. Der Nikotin-Kaugummi für den unregelmäßigen Raucher wird einmal angebissen und dann in die Wangentasche gelegt, damit das Nikotin langsam über die Mundschleimhaut aufgenommen werden kann. Der Inhalator wird vor allem dann eingesetzt, wenn bei der Entwöhnung das Ritual des Rauchens vermisst wird. Die verschiedenen Methoden können auch kombiniert eingesetzt werden.

“Wir Apotheker beraten und motivieren unsere Kunden, mit dem Rauchen aufzuhören. Die Entscheidung muss aber vom Raucher selbst kommen, denn das Aufhören beginnt im Kopf. Die medikamentöse Hilfe mittels Nikotinersatz stellt aber eine wichtige Unterstützung dar”, erklärt Wellan. Die Erfahrung zeigt, dass der “harte” rauchfreie Anfang bereits nach kurzer Zeit durch Steigerung körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit sowie durch eine höhere Lebensqualität entschädigt
wird.

Montag, 1. Oktober 2012, von Elmar Leimgruber

Evita in Baden: Nur “nett” ist zu wenig

Jasmina Sakr, Franz Csencsits, Maya Hakvoort, Boris Pfeifer, Reinwald Kranner

Sie war bereits Kaiserin Elisabeth von Österreich und ist es es auch nach wie vor in Japan. Ich schätze sie sehr und ich liebe ihre Stimme. Und große Frauenrollen (wie jene von Sisi) liegen ihr grundsätzlich auch: Maya Hakvoort. Der holländische Musicalstar glänzte in den vergangenen Monaten zudem mit einem äußerst lobenswerten Solo-Programm. Und diesen Sommer war Maya in Baden erneut Evita, der strahlende, wenn auch keineswegs unproblematische Polit-Star Argentiniens. Aber -wie schreibe ich es am besten- irgendwie war ich hier enttäuscht von der großen Maya Hakvoort.

Sie ist dieser anspruchsvollen Rolle grundsätzlich zwar wohl gewachsen, so hoffe ich. So gibt es auch Songs, die sie grandios und in der nötigen Professionalität interpretiert. Dennoch darf besonders jener Song, auf den alle warten, nicht ohne große innere Stärke gesungen werden: “Ruf nicht nach mir Argentinien” (wieso heisst der unbegreiflicherweise in Baden so, wo ihn jedermann mit dem Text “Wein nicht um mich Argentinien” (deutscher Text: Michael Kunze) kennt und er im englischen Original auch “Don’t cry for me Argentina”  lautet?) zieht den Zuschauer zwar gleich auch von der Inszenierung her in den Bann, aber dann ist weder Maya präsent als Evita noch der Zuschauer bei ihr, bis es ihr erst wieder mühsam gelingt, das Publikum zurückzuerobern.

Zusammengefasst: Wo Maya in Evita auf der Bühne Baden die starke selbstbewusste Frau (welche sie zweifelsohne ist) spielen und singen darf, die sich dem Willen anderer widersetzt, ist sie schauspielerisch und gesanglich jene starke kraftvolle Maya, die man sich von ihr erwartet. Andere für diese Rolle aber genauso wichtigen Empfindungen (aktiv verführen, aufgeben und Abschied nehmen müssen) dürften ihr jedoch zu schwer fallen. Zudem stören manche ihrer rausgequetschten tiefen -vielleicht durch Tabakkonsum verstärkt schmutzigen- Töne (die beispielsweise in “Cabaret” vielleicht ideal wären) in diesem Musical ganz gewaltig.

Schlussapplaus für Evita in Baden

Eine wirkliche positive Überraschung jedoch ist Boris Pfeifer als Che: dieser Mann ist in dieser Rolle schauspielerisch wie gesanglich vorbildlich und lässt keine musikalischen Wünsche offen. Ebenfalls großartig auch Reinwald Kranner als umwerfend lustiger und gesanglich vollends überzeugender Schlagerstar Augustin Magaldi und Jasmina Sakr als verstoßene Geliebte Perons. Franz Csencsits als Peron wirkt zwar optisch passend und schauspielerisch gut, jedoch ist er stimmlich leider vielfach zu leise und damit zu schwach.

Robert Herzl ist im Prinzip ein ausgezeichneter Regisseur, was bei Evita allerdings weit weniger zutrifft als bei anderen von ihm inszenierten Stücken: Hier stört mich vor allem, dass die Brutalität, mit der Peron seine politischen Gegener verfolgte, praktisch unsichtbar bleibt. Die Ankunft Evitas in Buenos Aires findet hier (wo real damit wohl jede Eindrücke verbunden sein dürften) vor leerer Kulisse statt und die Anfangsszene mit Beginn der Rückblende würde vermutlich -so inszeniert- niemand verstehen, der das Stück nicht vorher schon kannte. Ähnlich ergeht es mir mit dem Orchester: Es spielt unter der Leitung von Oliver Ostermann wirklich schön im Sinne von beinahe fehlerfrei, aber es musiziert nicht im eigentlichen Sinne: alles viel zu eintönig vom Tempo wie von der Stimmung: es gibt viel zu wenig notwendige Spannung vor allem in einem Stück, das eigentlich bewegen und mitreißen muss.

Evita in Baden ist also (leider nur) recht nett und -allein schon wegen Boris Pfeifer und Reinwald Kranner in ihren Glanzrollensicher- sicher sehenswert,. Es wäre aber viel mehr sowohl von der Inszenierung als auch von der musikalischen und solistischen Qualität rauszuholen aus diesem großartigen Werk von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice. Und falls Evita wiederum nach Baden kommt -was wünschenswert ist- würde mehr professionelle Ernsthaftigkeit sicherlich zu einer besseren Kritik führen. Aktuell aber man sollte insgesamt keine zu hohen Erwartungen mitbringen: die würden wohl nur enttäuscht.

Und hier können Sie in Aufnamen des Musicals “Evita” reinhören:

Sonntag, 20. Mai 2012, von Elmar Leimgruber

Beautiful Musical Moments in Vienna

Er, der Deutsche, ist verliebt in die österreichische Hauptstadt Wien, hat einst auch hier studiert und lebt auch gern in Wien: Andreas Bieber. Sie ist Wienerin, könnt erst spät ihre als Musicalsängerin geplante Karriere beginnen und sie ist das Herz einer Musicalaufführung: Carin Filipcic. Er ist Deutscher und ist dort auch äußerst bekannt und erfolgreich, aber die Wiener durften ihn erst jetzt so richtig erleben: Jan Ammann. Und sie war die Überraschung selbst an diesem Musicalabend der Superlative: Katja Berg.

Nach einigen Abenden bereits im Februar gab in Deutschland kam “Musical Moments” mit den schönsten Musicalhits, interpretiert von diesen vier Interpreten nun auch für einen einzigen Abend nach Wien. Die “Band” bestand zwar nur aus drei Mitgliedern, aber dadurch dass die Arrangements der Songs vorbildlich diesen drei angepasst waren, reichten Flügel (Marina Komissartchick), Percussion und Akustikgitarre, welche exzellent gespielt wurden, dann auch als Begleitung. Und die Inszenierung hat auch voll gepasst.

Wie schön war es doch, Andreas Bieber nach so langer Zeit endlich wieder Highlights aus seinem ersten großen Erfolg “Joseph” (“Wie vom Traum verführt – Schließt jede Tür”) singen zu hören, genauso wie “Warum kannst du mich nicht lieben wie ich bin” aus “Mozart“. Weniger zu ihm passt allerdings “Electricity” aus “Billy Elliot,”.

Immer ein Genuss ist es auch,  Carin Filipcic mit “Gold” von den Sternen” aus “Mozart” und “Rebecca” aus dem gleichnamigen Musical live zu erleben. Ganz besonders aber gefielen mir von ihr “Ich hab geträumt vor langer Zeit” aus Les Miserables” und “Erinnerung” aus “Cats” sowie die beiden Duette “Ich gehör nur mir” aus “Elisabeth” (mit Katja Berg) und “Music Of The Night” aus dem “Phantom der Oper” (mit Jan Ammann): beide Songs haben übrigens auch außergewöhnlich gute Duett-Arrangements. Und “The Winner Takes It All” wäre mein Wunschsong für Carin aus “Mamma Mia!” gewesen.

Während mich -trotz Publikumsjubel- die Duette “Griechischer Wein” aus “Ich war noch niemals in New York” mit Andreas Bieber und Jan Ammann sowie “Totale Finsternis” aus dem “Tanz der Vampire” mit Jan Amman und Katja Berg und auch das Ammann-Bieber-Filipcic-Terzett “Can You Feel The Love Tonight” aus dem “Der König der Löwen” nicht wirklich überzeugt haben, hat Ammann “Bring ihn heim” aus “Les Miserables” mit einer stimmlichen Souveränität (wie wenige vor ihm) gesungen, die ihresgleichen sucht. Und auch, wenn Ammann den Grafen Krolock im “Tanz der Vampire” viel zerbrechlicher und gefühlvoller interpretiert als beispielsweise Thomas Borchert: Beide Arten der Interpretation sind für diese Rolle gleichermaßen zulässig und “Die unstillbare Gier” in jener von Ammann war ohne Zweifel eine der einfühlsamsten und schönsten, die ich bislang hörte.

Auch wenn Katja Berg vielleicht noch nicht bekannt ist wie die anderen drei an diesem Abend (sie war Special-Guest): da konnte man sehen, welches große musikalische Talent und Potential in ihr steckt: “I’m a Woman” aus “Smokey Joe’s Café” sang sie mit einer Inbrunst und Persönlichkeit, wie sie nur wenige Frauen in der Musicalbranche beherrschen. Von ihr wird man in Zukunft sicher noch mehr hören.

Die aktuell meines Erachtens nur gehypten Musicals “Ghost” “Nimm einen erfolgreichen Hollywood-Film und mach ein Musical draus” ist mir zu wenig) und vor allem “Hinterm Horizont” (ganz nach dem Motto: org mit einem Musical über einen Altstar dafür, dass er nicht in der Vergessnheit gerät) sind überhaupt nicht meine, aber das ist wohl Geschmacksache. Dafür aber ist der Frank Wildhorn-”Misserfolg” “The Civil War” zumindest musikalisch außergewöhnlich, wie man an “For The Glory”, interpretiert von allen vier (Jan Ammann, Katja Berg, Andreas Bieber und Carin Filipcic), ebenfalls in “Musical Moments” feststellen konnte.

Wer also einen Querschnitt aus den letzten 20 Jahren Musicalgeschichte live erleben möchte noch dazu mit sehr guten Interpreten, der wird mit “Musical Moments” bestens bedient.

Sound Of Music, das nun schon geraumer Zeit auserlesene Musicalabende wie diesen organisiert, bringt außer nach Deutschland in letzter Zeit zunehmend auch einige Konzerte nach Wien, so “Alle Jahre Bieber” mit Andreas Bieber sowie “If I sing” und “Borchert Besinnlich” mit Thomas Borchert (siehe dazu meine Beiträge auf kulturia.com). In Deutschland sind zudem in nächster Zeit unter anderem Solo-Abende mit Borchert, sowie mit Kevin Tarte und mit Pia Douwes geplant sowie Highlights aus den Musicals von Sylvester Levay und Michael Kunze unter dem Motto: “Ich gehör nur mir”. Alle Termine sind online abrufbar.

Donnerstag, 26. April 2012, von Elmar Leimgruber

Wien: Musical “Elisabeth” mit Van Dam, Seibert und Abbasi

Annemieke Van Dam ist ab Herbst Wiens neue Kaiserin Elisabeth im gleichnamigen Musical von Sylvester Levay und Michael Kunze. Ihr Gegner und Freund zugleich ist Mark Seibert als Tod und Kurosch Abbasi wird ihr Mörder Luccheni sein. Der neue Intendant der Vereinigten Bühnen Wien (VBW) Christian Struppeck gab am Mittwoch, 25. April 2012 das Leading Team und die acht Hauptdarsteller der Produktion zum 20-jährigen Jubiläum bekannt, deren Premiere am 5. September 2012 im Wiener Raimund Theater stattfinden wird. Die drei Hauptrollen sind demnach dieselben wie auf der vor Kurzem veröffentlichten Gesamtaufnahme des Musicals auf Doppel-CD.

“Auf die internationale Top-Besetzung können die Vereinigten Bühnen Wien stolz sein”, sagt Struppeck: “Von über 1.200 Bewerbern wurden die besten 39 auserwählt. Ich freue mich in der Besetzung sowohl einzigartige neue Talente als auch arrivierte Publikumslieblinge willkommen zu heißen. Für viele erfüllt sich hiermit der Traum, Teil der Besetzung dieses Welterfolges am Uraufführungsort Wien zu sein.”

Hier sind Eindrücke in Bildern (Fotos) von der Pressekonferenz:

Hauptrollen:
Annemieke van Dam: Kaiserin Elisabeth
Mark Seibert: Der Tod
Kurosch Abbasi: Luigi Lucheni
Daniela Ziegler: Erzherzogin Sophie
Franziskus Hartenstein: Kaiser Franz Joseph
Anton Zetterholm: Erzherzog Rudolf
Carin Filipcic: Herzogin Ludovika
Christian Peter Hauser: Herzog Max in Bayern

Leading Team:
Michael Kunze: Buch
Sylvester Levay: Musik
Harry Kupfer: Regie
Koen Schoots: Musikalische Leitung
Dennis Callahan: Choreographie
Hans Schavernoch: Bühnenbild
Yan Tax: Kostümdesign
Hans Toelstede: Lichtdesign
Thomas Strebel: Sounddesign
Thomas Reimer: Videodesign
Doris Marlis: Associate Choreographer

Donnerstag, 16. Februar 2012, von Elmar Leimgruber

Lauter fesche Katzen in Wien – Kritik Musical CATS

Vor vielen Jahren entwickelte Wien sich mit diesem Opus zur Musicalmetropole und löste damit im gesamten deutschsprachigen Raum einen Run auf das Musical als Genre aus: “Cats” (nach den Gedichten von T.S. Eliot / deutsche Texte von Michael Kunze) von Andrew Lloyd Webber (Musik). Bereits zwei Jahre nach der Uraufführung in London und ein Jahr nach Broadway-Premiere startete “Cats” 1983 in Wien und lief hier und nicht weniger als sieben Jahre hindurch unter der Intendanz von Peter Weck äußerst erfolgreich.

Hier waren die Katzen-Rollen unter anderem mit Angelika Milster (sie wurde dadurch bekannt), Steve Barton (der spätere Original Graf Krolock im “Tanz der Vampire”), Ute Lemper (die damit eine Weltkarriere begann) und dem unverwechselbaren und einmaligen und meines Erachtens bis heute in dieser Rolle weltweit unübertroffenen Gordon Bovinet (er wurde künstlerischer Leiter der Vienna Musical School) als Old Deuteronomius besetzt. In Peter Wecks Musicalschule absolvierte übrigens auch der soeben ernannte neue Musicalintendant der Vereinigten Bühnen Wien (VBW), Christian Struppeck, damals seine Ausbildung. Und nun seit Ende Januar bevölkern die Katzen wiederum Wien und treffen sich allabendlich am Müllplatz in der Hoffung auf ein neues, ein besseres Leben, und dies in der Londoner Originalinszenierung (Gillian Lynne) allerdings in deutscher Sprache.

Und das Ergebnis dieser Tourneeproduktion kann sich sehen lassen: Stimmlich ganz besonders war ich (Besetzung am 11. Februar 2011 Abend) von David Arnsperger als Munkustrap und von Eva Maria Bender als Grizabella beeindruckt. Pieter Tredoux als Old Deuteronomius wirkt zwar sehr sympathisch (und er verbleibt während der Pause als “Foto-Motiv auf der Bühne) und singt die tieferen Gesangspassagen durchaus gefällig, aber bei den höheren Tönen (vor allem gemeinsam mit dem Ensemble) hört man ihn schon nicht mehr, was natürlich auch ein Problem der Tonregie (eindeutig ein Schwachpunkt der Produktion) sein könnte. Die weiteren Stimmen waren zwar großteils gut, aber sie blieben, was auch teilweise mit der nicht wirklich perfekten Tontechnik (manchmal- besonders störend ausgerechnet im zweiten Teil von “Erinnerung”- wurde leider auch das Mikrofon viel zu spät aktiviert: das darf eigentlich nicht passieren) im Zelt zusammen hängen mag, manchmal auch textlich schwer verständlich.

Die Inszenierung hingegen hat mich vollends begeistert und genauso auch die Kostümierung und die Masken (nach John Napier). Und auch sonst vom optischen Standpunkt aus kann ich nur sagen: Lauter fesche Katzen. Sensationell waren auch die Choreographie und das tänzerische und schauspielerische Talent der Darsteller, das teilweise das übliche Maß weit überstieg: Manches verlangte den Darstellern gar artistisches Talent ab. Hier gebürt allen Beteiligten ganz großes Lob, so auch dem kleinen, aber guten Orchester unter der Leitung von Heribert Feckler.

Und ja: Der Besuch der Katzen-Show in Neu St. Marx (sie wird noch bis 28.5. in Wien zu Gast sein, anschließend in Köln, Stuttgart und Nürnberg) lohnt sich bei allen verbesserungswürdigen Schwächen allemal: Wann hat man schon die Chance, eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten live auf der Bühne zu erleben, vor allem, wenn man sich auch selbst zu den Katzenfreunden zählt wie ich. Nähere Informationen zur Tournee-Produktion sind hier abrufbar und Tickets sind hier erhältlich.

Hier können Sie in das Musical Cats (Deutsche Originalaufnahme Wien) und in englische Versionen des Musicals kostenlos reinhören.

Und hier gibts jede Menge Eindrücke in Bildern (Fotos) der ÖBB-CATS-Lok und von Mitgliedern des Ensembles, teils vom Musicalabend selbst, teils von der Eröffnung der Bahnhofcity Wien West am 24.11.2011.

Montag, 22. November 2010, von Elmar Leimgruber

Wiener Musical “Rebecca” am Londoner West End und am Broadway


Das DramaMusical REBECCA von Michael Kunze & Sylvester Levay, das in Wien seine Uraufführung erlebte, feiert im Frühjahr 2011 seine englischsprachige Premiere im Shaftesbury Theatre in London und geht anschliessend an den Broadway nach New York. Dies teilen die Vereinigten Bühnen Wien mit. Demnach bringen das New Yorker Produzententeam Ben Sprecher, Louise Forlenza (Global Broadway LP) das DramaMusical als Lizenzproduktion der Vereinigten Bühnen Wien (VBW) an das Londoner West End.

Das Musical von Michael Kunze & Sylvester Levay basiert auf Daphne du Mauriers gleichnamigem Weltbestseller und wird in der Übersetzung des Drehbuchautors und Regisseurs Christopher Hampton für die Premiere in London vom Regieteam Michael Blakemore und Francesca Zambello in Szene gesetzt. Der in Cornwall angesiedelte Mysterythriller wurde 1940 von Alfred Hitchcock mit Laurence Olivier und Joan Fontaine in den Hauptrollen verfilmt und gewann zwei Oscars und weitere neun Nominierungen.

Die Welturaufführung des DramaMusicals REBECCA fand im September 2006 unter der Regie von Francesca Zambello im Wiener Raimund Theater statt. Allein in Wien zählte die Show über 500.000 Besucher und sie gehört laut VBW-Angaben bereits jetzt neben ELISABETH, MOZART! und TANZ DER VAMPIRE zu den großen Exporterfolgen der VBW (Japan, Ungarn und Finnland). Nach der West End-Produktion, für die ein in der britischen Szene anerkanntes Leading Team engagiert ist, soll das Musical auch an den Broadway.

Und hier können Sie in das Musical “Rebecca” reinhören:

Freitag, 11. Juni 2010, von Elmar Leimgruber

Die Vögel der Nacht erobern Wien – Musical-Kritik: “Tanz der Vampire”

Thomas “Graf von Krolock” Borchert mit “Sarah” Marjan Shaki
Foto: © VBW, Brinkhoff-Mögenburg

Den “Tanz der Vampire” (nach dem gleichnamigen Film von Roman Polanski) als Musicaluraufführung in Wien hatte ich seinerzeit schon 1998 live erlebt. Und ich war damals schon inhaltlich fasziniert und musikalisch bewegt, enthält dieses Musical doch äusserst bekannte Welterfolge von Bonnie Tyler und von Meat Loaf. Beide Stars wurden damals nicht nur vom Musikmagier Jim Steinman produziert, sondern er schrieb auch vielfach deren Songs. Die ganz besonderen Highlights jener Zeit sind sicherlich “Objects In The Rear Mirror May Appear Closer Than They Are” von Meat Loaf und “Total Eclipse of The Heart” (war in den 80ern in zahlreichen Ländern ein Nummer 1-Hit) von Bonnie Tyler , die beide ins Musical einflossen als “Die unstillbare Gier” und “Totale Finsternis”.

Buch und Liedtexte stammen von Michael Kunze, der sich auch im Musicals unter anderem durch “Elisabeth“, “Mozart” und “Rebecca” einen Namen gemacht hat und der 2005 den Echo und 2010 den Musikautorenpreis -in beiden Fällen für sein Lebenswerk- erhielt.

“Professor Abronsius” Gernot Kranner
Foto: © VBW, Brinkhoff-Mögenburg

Steve Barton, jener Star aus der Weltauraufführung des Musicals in Wien, verkörperte die Rolle des Grafen schon sehr gut. Aber -und das muss ich an dieser Stelle betonen-: Thomas Borchert ist der abolute Wahnsinn, was Gesangeskunst und Interpretation betrifft: Diser schlanke Mann ist ein Musikenergie-Bündel, das seinesgleichen sucht und vermutlich nicht findet: Er verkörpert nicht nur den Vampirgrafen von Krolock: ja er ist es: so angsteinflössend und mächtig wirkt er auf der Bühne: Absolut Top. Ich kann mir keinen Darsteller und Sänger vorstellen, der diese Rolle authentischer darstellen und kraftvoller singen und interpretieren könnte wie Borchert: ein Genuss für für alle Sinne.

Gernot Kranner war bereits der Professor Abronsius der Uraufführung 1997. Und damals wie heute ist er auch die Optimalbesetzung für diese Rolle: Er ist ein hervorragender Schauspieler, ein genialer Comedian und ein wunderbarer Sänger.

Marjan Shaki ist spätestens seit “Romeo und Julia” eine der ganz Grossen unter den jungen Musicaldarstellerinnen. Und der Rolle der vom Grafen magisch angezogenen Sarah ist sie nicht nur vollends gewachsen, sondern ist sie glänzt durch Perfektion. In der von mir besuchten Vorstellung des Musicals am 7. Juni 2010 interpretierte nicht Lukas Perman den Abronsius-Schüler und in Sarah verliebten Alfred, sondern Sebastian Smulders. Smulders (der mir übrigens schon in “Frühlingserwachen” positiv aufgefallen ist) ist ein exzellenter Schauspieler mit komödiantischem Talent und auch ein ausgezeichneter Sänger, der die Rolle des Alfred bestens, jedenfalls nicht störend “schnulzig” interpretiert. Daher bin ich eigentlich verwundert, dass er hier nur die Zweitbesetzung ist.

Ebenfalls ganz besonders positiv erwähnt sei an dieser Stelle auch Maike Katrin Schmidt: Auch sie verdiente grössere Rollen: Als Magda ist sie kraftvoll, energiegeladen und sensibel und hilflos gleichzeitig: eine grossartige Künstlerin mit einer aussergewöhnlich kräftigen Stimme.

Im Vergleich zur Wiener Fassung von 1997 ist nun nicht mehr Roman Polanski der offizielle Regisseur des Musicals, sondern Cornelius Baltus, der unter anderem auch nach wie vor Künstlerischer Leiter des Walt Disney Musicals “König der Löwen” in Hamburg ist. Inszenierung und Choreographie stammen heute wie damals von Dennis Callahan. Das neue Bühnenbild und die Kostüme (teilweise sogar Gothic-Style) kommen hingegen nun vom ungarischen Künstler Kentaur (damals von William Dudley). Diesen drei im Leading Team sei an dieser Stelle auch ein grosses Lob ausgesprochen, vor allem Callahan für die grossartige Choreographie. Und Michael Römer, der Dirigent des Abends (der mir schon im Udo Jürgens-Musical “Ich war noch niemals in New York” positiv aufgefallen ist), ist ein Herzblutmusiker: Das konnte man als Zuschauer und Zuhörer auch erleben: Kompliment.

Auf den Punkt gebracht: Der “Tanz der Vampire” hat alles, was ein erfolgreiches Musical braucht: saugeile Musik, eine spannende Story, gut inszeniert und authentische Interpreten. Und diese sind im Wiener Ronacher live zu erleben: hoffentlich noch sehr lange.

Derzeit zu sehen ist das Musical in Wien noch bis zum 3. Juli und dann wieder ab 11. September. In Lizenz durch die Vereinigten Bühnen Wien (VBW) wird es zudem noch bis Jänner auch in Stuttgart aufgeführt.

Und hier können Sie in die 2007er-Version vom “Tanz der Vampire” mit Borchert, Kranner, Shaki, Perman… reinhören (eine Besprechung der aktuellen Gesamtaufnahme folgt):

Freitag, 16. April 2010, von Elmar Leimgruber

Deutscher Musikautorenpreis für Michael Kunze – 841 Mio. Umsatz 2009 für die deutsche Musikindustrie

Michael Kunze
Foto: Alexander Wulz michaelkunze.info

Der bekannteste Textautor im deutschsprachigen Raum, Michael Kunze erhält den Deutschen Musikautorenpreis für sein Lebenswerk. Dies gab Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der Gema, im Rahmen der Jahrespressekonferenz in Berlin bekannt. “Mit Michael Kunze wird ein Urheber ausgezeichnet, der als Textdichter und Librettist, aber auch als Schriftsteller, Dramatiker, Buch- und Fernsehautor unvergessliche Meisterwerke geschaffen hat und damit seit Jahrzehnten national wie international Erfolge feiert”, begründet die Gema ihre Entscheidung. Der Deutsche Musikautorenpreis ist initiiert von der Gema und Teil des Kulturauftrags der Verwertungsgesellschaft. Mit diesem Preis, der seit 2009 jährlich verliehen wird, werden Komponisten und Textdichter für herausragende Qualität ihrer Werke ausgezeichnet.

Alle deutschen Musikpreise der Gema werden übrigens am 22. April im Rahmen einer festlichen Gala verliehen.

Die diesjährigen Nominierten sind:

Komposition Dance

  • Alex Christensen
  • Manuel Reuter & Yann Peifer (Cascada)
  • Vicente de Teba & Marc Schneider (Die Atzen / Frauenarzt & Manny Marc)

Komposition Experimentelle Musik

  • Carola Bauckholt
  • Robert HP Platz
  • Gerhard Stäbler

Komposition Instrumentalmusik

  • Enno Poppe
  • Rebecca Saunders
  • Charlotte Seither

Komposition Jazz

  • Achim Kaufmann
  • Rainer Tempel
  • Nils Wogram

Komposition Rock/Pop

  • David Jost, Dave Roth, Pat Benzner (u.a. Tokio Hotel)
  • Matthias Hass (u.a. Anett Louisan, Roger Cicero)
  • Simon Triebel (Juli)

Text Rock/Pop

  • Jan Delay
  • Inga Humpe (2raumwohnung)
  • Silbermond

Text Schlager

  • Kristina Bach
  • Heike Fransecky
  • Hans-Joachim Horn-Bernges

Nachwuchsförderung (dotiert mit 10.000 Euro)

  • Johannes Kreidler
  • Elena Mendoza
  • Johannes X. Schachtner

Erfolgreichstes Werk

Der/Die Preisträger/in in dieser Kategorie wird im Rahmen der Preisverleihung am 22. April 2010 bekannt gegeben.

Michael Kunze (geb. am 9. November 1943 in Prag) wuchs in München auf und studierte dort Rechtswissenschaften, Geschichte und Philosophie. In den späten 60er-Jahren begann er Texte zu schreiben und wurde schnell einer der bekanntesten deutschen Textautoren. Schon mit seinem ersten internationalen Werk „Fly, Robin, Fly“ erreichte Michael Kunze Platz 1 der amerikanischen Billboard Charts. Als erster Deutscher überhaupt erhielt er dafür im Jahre 1976 einen Grammy (zusammen mit Komponist Sylvester Levay). Deutschsprachige Stars wie Peter Maffay, Udo Jürgens und die Band Münchener Freiheit verdanken ihm einige ihrer größten Hits: „Du“, „Ich war noch niemals in New York“ oder „Ohne Dich (schlaf ich heut Nacht nicht ein)“ führten die Hitparaden an und wurden zu Evergreens. In den 80er-Jahren brachte Kunze mit seinen Adaptionen die großen angloamerikanischen Musical-Hits auf deutsche Bühnen, u.a. „Cats“, „König der Löwen“ und „Das Phantom der Oper“. Kurze Zeit später begann er auch eigene Musicals zu schreiben – „Elisabeth“, „Tanz der Vampire“, „Mozart“ u.v.m. sind seitdem Publikums-Magneten. Michael Kunze erhielt neben dem Grammy zahlreiche weitere Auszeichnungen, u.a. den Echo für sein Lebenswerk (2005), drei Golden Europe-Awards und zwei Bestes Musical-Awards.

Vor Kurzem habe ich hier den Umsatz der österreichischen Musikindustrie publiziert. Und hier sind die Zahlen für Deutschland:

Die Gesamteinnahmen der Gema für ihre Rechteinhaber aus aller Welt betrug nach eigenen Angaben im abgelaufenen Geschäftsjahr 841,0 Mio. €. Dies bedeutet eine Steigerung um 18,0 Mio. € (2,2 %) gegenüber dem Vorjahr. Im Gesamtergebnis 2009 sind 218,9 Mio. € Erträge aus Inkassomandaten enthalten. Die rückläufigen Erträge bei der Lizenzierung von Tonträgern spiegeln die Marktentwicklung im In- und Ausland wider, die insbesondere durch zunehmende Musiknutzungen im Internet bei rückläufigen Um- und Absätzen im Tonträgerbereich gekennzeichnet ist. Die seit Ende der 1990er Jahre andauernde Marktschwäche hielt auch 2009 an, jedoch mit einem weit weniger starken Rückgang als in den Vorjahren (2009: 149,4 Mio. €, 2008: 150,3 Mio. €, 2007: 182,0 Mio. €, 2006: 214,9 Mio. €).

Im Bereich Rundfunk und Fernsehen konnte, nachdem eine vertragliche Einigung erreicht wurde, aufgrund einmaliger Nachzahlungen der Kabelunternehmen für die Jahre 2007 und 2008 eine deutliche Erlössteigerung im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden. Dadurch stiegen die Erträge im Bereich Kabelweiterleitung um 60,6 Mio. €. Der Gesamtertrag im Bereich Rundfunk und Fernsehen fällt deshalb mit 287,3 Mio. € um 19,0 % höher aus als im Vorjahr. Der Gesamtertrag für den Bereich Online konnte 2009 um 45 % auf 10,6 Mio. € gesteigert werden.

In der Musikbranche wird laut Gema eine Fortsetzung der Trends der letzten Jahre mit erneut rückläufigen Um- und Absatzwerten für Tonträger und guten Aussichten für Live-Musik erwartet. Im Online-Bereich ist von einer weiterhin zunehmenden Musiknutzung auszugehen, an deren wirtschaftlichen Ergebnissen werden die Urheber allerdings nach wie vor nicht in ausreichendem Maße beteiligt. Die Gema versucht, durch inter­nationale Kooperationen sowie eine Vielzahl von Verhandlungen, aber auch Schiedsstellen- und Gerichtsverfahren die Rechte ihrer Mitglieder auf eine angemessene Vergütung auch in diesem Bereich durchzusetzen.

Insgesamt erwartet die Gema für das Geschäftsjahr 2010 einen Rückgang ihrer Erträge.Die Gesellschaft vertritt in Deutschland die Urheberrechte von mehr als 60.000 Mitgliedern (Komponisten, Textautoren und Musikverleger) sowie von über 1 Mio. Rechteinhabern aus aller Welt. Sie ist weltweit eine der größten Autorengesellschaften für Werke der Musik.