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Dienstag, 25. Oktober 2011, von Elmar Leimgruber

SHREKlich schönes und ROCKiges Musicalvergnügen in London

Vielleicht sollte ich tatsächlich öfters nicht mal in die Musik vorher reinhören, bevor ich eine Musical-Aufführung besuche. Meine nun in London besuchten Produktionen waren beide gut, wobei sie schon in jeder Hinsicht gänzlich unterschiedlich sind: „Shrek“ und „Rock Of Ages„.

Jeanine Tesori mag vieleicht nur Insidern ein Begriff sein, aber spätestens seit ihrer Musik für das Musical „Shrek“ sollte man sich diesen großen Namen einprägen: Die Frau hat Stil und ihre Musik lebt vom echten, tief empfundenen Soul. Allein ihrer Musik wegen lohnt sich ein Musicals schon, aber auch Buch und Lyrics von David Lindsay-Abaire sind märchenhaft und humorvoll.

Und dann diese wunderbar märchenhafte Regie und Inszenierung von Jason Moore und Rob Ashford und die Choreographie von Josh Prince. Und die ausgezeichneten Darsteller (sowohl schauspielerisch, als auch tänzerisch als auch singend) Nigel Lindsay als Shrek, Kimberly Walsh als Prinzessin Fiona, Richard Blackwood als Esel, Nigel Harman als Prinz Charmin und ganz besonders Landi Oshinowo als (Soul-Diva-)Drache: Bei diesem Musical passt einfach alles: So wohl in einer Produktion wie in dieser habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Also: ohne Einschränkungen: Absolut top.

Ganz anders musikalisch ist „Rock of Ages“. Es gibt keinen eigentlichen Komponisten, der das „Musical“ geschrieben hätte. Vielmehr wurden hier bekannte Hits, vor allem der 80-er Jahre verwendet, um das Buch von Chris D’Arienzo musikalisch zu untermauern.

Die Story ist zweitrangig, hier geht es eindeutig um die Musik: die sensationelle Band, bestehend aus zwei E-Gitarren, Bass, Keyboards und Schlagzeug, spielt direkt auf der Bühne und exzellente Sänger (vor allem Justin Lee Collins, Shayne Ward, Ami Pemberton und Jody Jacobs) interpretieren teils noch rockiger und mitreissender als ihre Originale „The Final Countdown“, „I want to know what love is“, „Wanted Dead Or Alive“, „Here I Go Again“, „We build This city“ und viele andere Rocknummern aus vergangenen Jahrzehnten. Insgesamt war mir die Produktion zwar eine Spur zu laut, aber wer mal gerne zweieinhalb Stunden geile Rockmusik aus den 80ern live hören will, dem sei sie empfohlen.