Mit ‘Jeanine Tesori’ getaggte Artikel

Donnerstag, 2. April 2015, von Elmar Leimgruber

Ein SHREKlich schönes Musical in Wien

Im Jahr 2008 hatte das Musical „Shrek“ von Jeanine Tesori (Musik) und David Lindsay-Abaire (Buch) seine Premiere am Broadway. Im Jahr 2011 erlebte ich das Musical „Shrek“ nach dem gleichnamigen Dreamworks-Film dann erstmals live in London. Nun einige Jahre später wurde Shrek in Deutschland neu produziert und gelangte über diesen Weg auch in die Wiener Stadthalle:

Es ist dies die Geschichte des eigenbrötlerischen Oger Shrek und „seines“ aufdringlichen Freundes Esel, die sich mehr aus Zwang denn aus Freiheit dazu entscheiden, gemeinsam die schöne Prinzessin Fiona zu retten. Mit dabei bei diesem Abenteuer ist nicht nur der extrakleine aber mächtige Lord  Farquaad der Möchtegern-Gemahl von Fiona, sondern auch jede Menge Märchen- und Fabelwesen, darunter natürlich auch ein geheimnisvoller Drache, der Fiona beschützen soll…

Die Aufführung in Wien unter der am amerikanischen Original angelehnten Regie von Andreas Gergen (inzwischen übrigens auch auf DVD und Blu Ray erhältlich) ist ein Leckerbesser für die gesamte Familie: sehr lustig und unterhaltsam und dennoch nicht ohne Tiefgang, wie es sich für eine Dreamworks-Produktion gehört: Die Rollen sind durchwegs gut besetzt, allen voran Jessica Kessler, als Rotkäppchen und Lebkuchenmann: eine Wahnssinnsstimme, die ihresgleichen sucht. Leider in dieser Rolle mit zu wenig Soul Ausdruck begnadet ist Deborah Woodson als Drachenlady. Dafür ganz hervorragend: Stephan Luethy als Pinocchio (wow!) sowie Fiona Innitzer als kleine Fiona und Celine Vogt als Teen Fiona.

Andreas Lichtenberger ist ein vorbildlicher Shrek und sein ihn begleitendes Plappermaul Esel könnte kaum besser besetzt sein als mit Andreas Wolfram. Bettina Mönch als Fiona ist nicht nur optisch eine Augenweise, sondern auch schauspielerisch und gesanglich. Und Paul Kribbe ist der Rolle des Zwerglords Lord Farquaad auch bestens gewachsen, wobei seine Stärke vor allem im Schaupiel liegt.

Leider war dieses Musical in Wien nur für kurze Zeit live zu erleben, wer es aber gesehen hat, für den hat es sich sehr gelohnt: Ich bin sehr begeistert.

Hier reinhören in: Shrek The Musical (Original Cast Recording).

 

Und hier sind noch weitere Eindrücke in Bildern (Fotos) der Shrek-Aufführung in Wien:

 

Donnerstag, 5. Februar 2015, von Elmar Leimgruber

Sensations-Musicals „Shrek“ und „We will Rock You“ in Wien

SHREK, der im Grunde ganz und gar nicht schreckliche kommt im März live nach Wien. Und wers lieber rockiger hat, darf sich bereits jetzt über „We will Rock You“ in Wien freuen.

Der tollkühne Held Shrek und seine geliebte Prinzessin Fiona begeisterten auf der Leinwand weltweit ein Millionenpublikum und wurden mit einem Oscar als bester animierter Spielfilm belohnt. Die Theaterproduktion von DreamWorks Theatricals steht dieser Auszeichnung in nichts nach: Sie wurde gleich mit acht Nominierungen für den TONY Award, den renommiertesten Preis für Broadway-Theaterproduktionen, bedacht.

Shrek feierte im Dezember 2008 Premiere am Broadway und beendete die Spielzeit nach über 12 Monaten im Januar 2010. Es folgte eine zweijährige Tournee durch über 60 Städte der USA. 2011 zog Shrek ins britische Königreich und feierte im Juni Premiere am Londoner West End. Die Lizenzrechte wurden weltweit verkauft. So eroberte der tollkühne Held bis heute u.a. Israel, Polen, Spanien, Frankreich, Brasilien, Italien und die Niederlande. Am 19. Oktober 2014 fand die deutschsprachige Erstaufführung unter der Regie von Andreas Gergen in Düsseldorf statt und diese Produktion kommt nun auch in die Wiener Stadthalle.

Andreas Lichtenberger, den das Wiener Publikum bereits durch seine Hauptrolle in „Ich war noch niemals in New York“ bestens in Erinnerung hat, spielt den grünen Helden. Seine Prinzessin Fiona ist Bettina Mönch,, als gesprächiger Esel ist Andreas Wolfram, in der Rolle seines Widersachers Lord Farquaad Carsten Lepper zu erleben. Ganz persönlich freue ich mich auf Deborah Woodson, hat Komponistin Jeanine Tesori (Buch: David Lindsay-Abaire) ihr als Drachen doch die musikalisch interessanteste Rolle mit viel Soul zugedacht.

WE WILL ROCK YOU, war bereits vor 7 Jahren in Wien und hatte bereits damals weit über 250.000 Zuschauer. Bis 1. März gastiert es erneut in der Wiener Stadthalle. We Will Rock You, produziert unter Mitwirkung von Brian May und Roger Taylor und unter der Regie von Ben Elton, ist eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten. Über 16 Millionen Zuschauer weltweit hat es bereits bis in die Grundfesten gerockt, davon mehr als 6,5 Millionen allein im Dominion Theater, einer der größten Bühnen im Londoner West End.

In der Stadthalle F wird die überarbeitete Originalversion des QUEEN-Musicals zu erleben sein, unter anderem mit aktualisierten Videoanimationen, kreiert vom verstorbenen Production Designer Mark Fisher in Zusammenarbeit mit dem renommierten Lighting Designer Willie Williams. Fisher und Williams zeichneten für die Inszenierung vieler spektakulärer Rock-Shows verantwortlich. Besonders herausragend ist ihre gemeinsame Arbeit für die Band U2. Die Dialoge sind in deutsch, die Songs sind großteils im englischen Original zu hören. Die Hauptrollen singen Stefan Müller-Ruppert, Leon Van Leeuwenberg, Martin Berger, Christopher Brose, Jeannine Wacker, Brigitte Oelke, Markus Neugebauer (der Österreicher war u.a. bereits in der Titelrolle des Musicals „Joseph“ in der Wiener Stadthalle zu sehen) und Linda Holmgren.

Dienstag, 25. Oktober 2011, von Elmar Leimgruber

SHREKlich schönes und ROCKiges Musicalvergnügen in London

Vielleicht sollte ich tatsächlich öfters nicht mal in die Musik vorher reinhören, bevor ich eine Musical-Aufführung besuche. Meine nun in London besuchten Produktionen waren beide gut, wobei sie schon in jeder Hinsicht gänzlich unterschiedlich sind: „Shrek“ und „Rock Of Ages„.

Jeanine Tesori mag vieleicht nur Insidern ein Begriff sein, aber spätestens seit ihrer Musik für das Musical „Shrek“ sollte man sich diesen großen Namen einprägen: Die Frau hat Stil und ihre Musik lebt vom echten, tief empfundenen Soul. Allein ihrer Musik wegen lohnt sich ein Musicals schon, aber auch Buch und Lyrics von David Lindsay-Abaire sind märchenhaft und humorvoll.

Und dann diese wunderbar märchenhafte Regie und Inszenierung von Jason Moore und Rob Ashford und die Choreographie von Josh Prince. Und die ausgezeichneten Darsteller (sowohl schauspielerisch, als auch tänzerisch als auch singend) Nigel Lindsay als Shrek, Kimberly Walsh als Prinzessin Fiona, Richard Blackwood als Esel, Nigel Harman als Prinz Charmin und ganz besonders Landi Oshinowo als (Soul-Diva-)Drache: Bei diesem Musical passt einfach alles: So wohl in einer Produktion wie in dieser habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Also: ohne Einschränkungen: Absolut top.

Ganz anders musikalisch ist „Rock of Ages“. Es gibt keinen eigentlichen Komponisten, der das „Musical“ geschrieben hätte. Vielmehr wurden hier bekannte Hits, vor allem der 80-er Jahre verwendet, um das Buch von Chris D’Arienzo musikalisch zu untermauern.

Die Story ist zweitrangig, hier geht es eindeutig um die Musik: die sensationelle Band, bestehend aus zwei E-Gitarren, Bass, Keyboards und Schlagzeug, spielt direkt auf der Bühne und exzellente Sänger (vor allem Justin Lee Collins, Shayne Ward, Ami Pemberton und Jody Jacobs) interpretieren teils noch rockiger und mitreissender als ihre Originale „The Final Countdown“, „I want to know what love is“, „Wanted Dead Or Alive“, „Here I Go Again“, „We build This city“ und viele andere Rocknummern aus vergangenen Jahrzehnten. Insgesamt war mir die Produktion zwar eine Spur zu laut, aber wer mal gerne zweieinhalb Stunden geile Rockmusik aus den 80ern live hören will, dem sei sie empfohlen.