Mit ‘Herr der Ringe’ getaggte Artikel

Donnerstag, 16. September 2010, von Elmar Leimgruber

Wiener Filmmusikpreis 2010 vergeben – Kompositions-Workshops mit Badelt und Kolonovits

Christof Unterberger gewinnt den Wiener Filmmusikpreis 2010

Der Wiener Cellist Christof Unterberger hat den Wiener Filmmusikpreis 2010 gewonnen. Er erhielt am 14. September die von der Stadt Wien gestiftete Auszeichnung in Höhe von 7.000 Euro im Rahmen der Film Composers Lounge, wo er seine musikalische Untermalung des Streifens „Der Räuber“ auch live vortrug. Die beiden ex Equo am zweiten Platz sind Juan Manuel Abras und Wolfgang Rabl und der dritte Platz ging an den begnadeten Cellisten Thomas Reinhardt. Hintergründe und Infos zum von Reinhard Karger (Professor für Komposition an der Musikuniversität Wien) und Alexander Kukelka (Österreichischer Komponistenbund ÖKB) ausgeschriebenen Wiener Filmmusikpreis sind hier abrufbar.

Wolfgang Radl wird mit dem 2. Platz ausgezeichnet von Prof. Gerold W. Gruber und von Vize-Rektorin Claudia Walkensteiner-Preschl

Am Montag abend wurden die Nachwuchskünstler im Wiener Jazz-Lokal Porgy & Bess im Rahmen der Film Composers Lounge ausgezeichnet. Musikalische Einlagen boten die österreichischen Komponisten und Formationen Gerd Schuller, Mia Zabelka, Quin Huang & Alpar Balazs, Long (Chris Eckman und Rupert Huber), die Sofa Surfers, Lothar Scherpe, Walther Soyka & Karl Stirner sowie Gerhard Gruber, Adula Ibn Quadr und Peter Rosmanith. Fotos der Star-Performances sind hier abrufbar.

Juan Manuel Abras (2. Platz) mit Alexander Kukelka, Gruber und Walkensteiner-Preschl

Am 15. September fand an der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst das International Film Music Symposium Vienna (Wiener Filmmusiksymposium) statt. Neben Vorträgen der Hollywoodkomponisten Howard Shore („Lord of The Rings„, „Philadelphia“) und Klaus Badelt („Pirates of The Caribbean – The Curse of the Black Pearl“) und dem Co-Produzenten des Films „Lord Of The Rings“ Rick Porras, boten Christian Kardeis (Vienna Symphonic Library), Wolfgang Schlögl (Sofa Surfers), Klaus Badelt und der österreichische Dirigent, Arrangeur und Komponist Christian Kolonovits Kompositions-Workshop und trafen sich Kolonovits und die Regie-Legende Peter Patzak („Kottan ermittelt“) zum öffentlichen Talk.

Thomas Reinhardt schafft den 3. Platz (hier mit Gruber und Walkensteiner-Preschl)

Howard Shore kündigte bei der Pressekonferenz die Veröffentlichung seines Scores für den teils in Wien gedrehten „Freud“-Film von David Cronenberg mit November 2010 an. Bei seinem Workshop für Komponisten und Filmmusik-Freaks erklärte Klaus Badelt, dass er es liebt „Fehler zu machen“, also Musik zu schreiben und diese immer wieder neu zu überarbeiten. Zuerst stehe die musikalische Idee, die lediglich 10 Prozent des Aufwandes bedeute, die anschliessende Feinarbeit hingegen würde die restliche Zeit bis zur Veröffentlichung benötigen. Sein Produktionsteam sei eine Art „Architektenteam“ mit klaren Aufgabengebieten für jeden Mitarbeiter.

Hollywood-Komponist Klaus Badelt hielt einen Kompositions-Workshop

Der realistischste Weg zum Erfolg beginne als „Kaffeekocher“ in einer Musikproduktionsfirma, so habe er auch nach seiner Zeit als Komponist in Deutschland für TV-Serien und Werbung in Kalifornien seine Tätigkeit bei Hans Zimmer begonnen. Zudem müsse man „sich selbst der grösste Kritiker sein“. Aber „Filmmusik zu schreiben kann man nicht lernen“.

Klaus Badelt beim Kompositionsworkshop

Er beginne einen Track meistens mit Strings oder mit Piano anschliessend würden dann unzählige Variationen programmiert und arrangiert und allen Beteiligten (Produzent, Regisseur…) online zur Verfügung gestellt, bis schliesslich zwischen 80 und 140 Spuren vorhanden sind und der Track bereit ist für die Orchesteraufnahme. Badelts persönlichen Lieblings-Kompositionen -auf deren Veröffentlichung er nach eigenen Angaben keinen Einfluss hat, auch weil die dafür nötigen Rechte meist die Filmproduktionsfirma innehat- sind übrigens „Pour Elle“ (2008), „Der kleine Nick“ (2009) und „The Promise“ (2006).

Mittwoch, 15. September 2010, von Elmar Leimgruber

Woche der Filmmusik in Wien – Eindrücke in Bildern

Die Hollywoodkomponisten Howard Shore („Lord Of The Rings„-Trilogie, Philadelphia) und Klaus Badelt („Fluch der Karibik„, „The Time Machine“) sind in diesen Tagen zu Gast in Wien. Der mehrfach Oscar-prämierte Shore erhält den von der Stadt Wien vergebenen Max Steiner Filmpreis 2010 (Max Steiner Film Music Achievement Award) und Klaus Badelt leitete unterem anderem einen Intensiv-Kompositions-Workshop an der Musikuniversität Wien. Beide Hollywoodkomponisten werden im Rahmen der am Donnerstag stattfindenden ausverkauften „Hollywood in Vienna„-Gala im Wiener Konzerthaus neben dem österreichischen Komponisten und Dirigenten Christian Kolonovits und dem amerkanischen Dirigenten John Axelrod ihre Filmmusik dirigieren.

Und hier gibts Eindrücke in Bildern von der Wiener Film Composers Lounge und des Wiener Filmmusiksymposiums (Fotos der Vergabe des Wiener Filmmusikpreises sind inklusive nähere Infos sind hier zu finden):

(jeweils von links nach rechts:)

Erste Reihe:

1. Dirigent John Axelrod, Organisatorin Sandra Tomek (Best of Film Music), Hollywoodkomponist „Herr der Ringe“ Howard Shore 2. Hollywoodkomponist „Fluch der Karibik“ Klaus Badelt, Produzent Rick Porras (Herr der Ringe), Dirigent John Axelrod, Tomek, Shore, Komponist Christian Kolonovits (VSOP, Nordwand) 3. Der österreichische Filmmusik-Komponist „Kommissar Rex“ Gerd Schuller (Keyboard) mit Band 4. Organisator Univ. Prof. Gerold W. Gruber (Musikuniversität)

Zweite Reihe:

1. Axelrod 2. Sänger und E-Gitarrist Chris Eckman (Long) 3. Pianist und Komponist Rupert Huber (Long, Tosca) 4. Der österreichische Komponist Lothar Scherpe (MA2412, Dorfer-Filme)

Dritte Reihe:

1. Film-Regisseur Peter Patzak im Talk mit Kolonovits 2.Porras und Shore 3. Shore und Porras 4. Sängerin Rebekka Bakken

Vierte Reihe:

1. Howard Shore 2. Die österreichische Formation Sofa Surfers („Silentium“, „Komm süsser Tod“, „Der Knochenmann“) 3. Die österreichischen Komponisten Karl Stirner (Zither) und Walther Soyka (Akkordeon) 4. Die österreichische Extremviolinistin und -Komponistin Mia Zabelka

Alle Fotos (und viele mehr) sind auf Bestellung auch in besserer Auflösung erhältlich und © Elmar Leimgruber, redakteur.cc

Freitag, 29. Januar 2010, von Elmar Leimgruber

Armin van Buurens Trance-Music von klassischem Orchester interpretiert

Armin van Buuren
Foto: arminvanbuuren.com

Er ist der ungeschlagene King des Trance, er ist das dritte Jahr in Folge der weltweit beste DJ (vom renommierten DJ Magazine erkoren) und gibt umjubelte Auftritte in aller Welt, unter anderem in den USA, Europa, in Kanada, Russland, Brasilien und in Dubai. Er ist Armin van Buuren.

Seine Nummer „In And Out Of Love“, gesungen von der Within Temptation Sängerin Sharon den Adel erhielt nicht nur den IDMA Award for Best Music Video 2009, sondern diese seine Veröffentlichung hat bei youtube inzwischen bald schon 44 Millionen (!) Zugriffe. Heuer wurde er gleich 8 Mal (u.a.Best European Dj, Best Global DJ, Best Producer, Best Full Length DJ Mix und 2x Best Trance Track, für einen IDMA Award nominiert; die Verleihung findet vom 23. bis 25. März in Miami Beach/Florida statt.

Das Noord Nederlands Orkest (NNO) interpretiert im März Trance-Musik Armin van Buurens
Foto: nno.nu

Als begeisterter Fan von Trance-Music (ich produziere auch selbst Trance-Musik und habe immerhin auch mein eigenes Label elmadonmusic) habe ich immer schon gewisse Parallelen zwischen Trance und Klassik gesehen: ich komme ja ursprünglich auch als dem klassischen Bereich.

Bislang gab es zwar immer wieder klassische Arrangements von sogenannter U-Musik: So spielten beispielsweise das Royal Philharmonic Orchestra
unter anderen die grössten Werke von Queen, Abba, Beatles, Pink Floyd, Simon & Garfunkel und Genesis ein und das auch aus den Star Wars-Filmen bekannte London Symphony Orchestra veröffentlichte gleich mehrere CDs mit Welthits der Pop- und Rockmusik, gefolgt von den Wiener Symphonikern (Vienna Symphonic Orchestra Project VSOP) mit Christian Kolonovits als Arrangeur und Dirigent, den Münchner Symphonikern (MSSO) und anderen. Ebenfalls unter der Leitung des Österreichers Christian Kolonovits gab dann die Metal-Band Scorpions zusammen mit den Berliner Philharmonikern das einmalige Sonderkonzert „Moment of Glory“ auf der EXPO Hannover : ein absolutes Highlight der zeitgenössischen Musikgeschichte.

Aber zurück zu Armin van Buuren: Diesem Meister des Trance wird nun in seinem Heimatland, den Niederlanden eine ganz besondere Ehre zuteil: Ein klassisches Orchester wird seine Werke gleich an zwei Abenden interpretieren: Armin (der sich dennoch nicht mit klassischen Komponisten vergleichen will) schreibt dazu auf seiner Homepage: „There’s been a lot of flirting between these two styles (classical and trance), but for the first time this is really happening. Fantastic!“ und via Twitter: „I definitely wanna see that!

Ich sehe es genauso und freue mich mit ihm: Denn spätestens jetzt ist Armin auf jedem Fall Teil nicht nur der Jugend-Kultur, sodnern insgesamt der Kultur als Ganzer. Und daher schreibe ich hier auf kulturia.com auch über dieses Ereignis:

Am 4. (in Leeuwarden) und 5. März (in Groningen) dieses Jahres interpretiert das älteste regionale Orchester der Niederlande, das Noord Nederlands Orkest (NNO) unter der Leitung von Hans Leenders in Latenight-Konzerten um 22.30 Uhr (mit Lasershow und offizieller anschliessender After-Party) die grössten Erfolge Armin Van Buurens (von Communication zu Serenity und In & Out of Love) in klassischen Neuarrangements des amerikanischen Komponisten Tom Trapp. Trapp hat schon für Frank Zappa arrangiert und seine eigenenen Kompositionen sind von der Minimal Music beeinflusst: Steve Reich, Charles Ives, John Cage and John Adams.

Das Programm:

1. Hymne
2. In and out of love
3. Zocalo
4. Touch me
5. The sound of goodbye
6. Wall of Sound
7. Serenity
8. Blue fear
9. Exhale
10. Shivers
11. Communication

Armin van Buuren selbst am Konzert von Groningen am 5. März teilnehmen. Tickets für beide Konzerte gibts hier. Wer -wie ich leider auch- leider nicht direkt vor Ort sein kann, hat die Möglichkeit, virtuell am Konzert teilzuhaben: Das niederländische Klassikradio 4 überträgt live.

Für die Live-Aufführung der „Lord Of The Rings Symphony“ des London Philharmonic Orchestra unter der Leitung des Komponisten Howard Shore bin ich selbst auch eigens nach London, genauso wie für das klassische Jubiläumskonzert mit der Academy Of Ancient Music (AAC) mit und zu gunsten von Christopher Hogwood ebendort; leider gingen sich die Niederlande jetzt nicht aus:-(

Zurück zu Armin van Buuren: Hier können Sie in seine Musik reinhören und können dann vielleicht nachvollziehen, warum er eines meiner ganz grossen musikalischen Vorbilder ist:

Und hier ist das oben erwähnte Musik-Video, das knapp 44 Millionen Zugriffe auf youtube erhielt:


Und zuletzt noch als Bonus: Armins Dankesrede, nachdem er zum dritten Mal in Folge zum besten DJ der Welt gekürt wurde:

Samstag, 20. Dezember 2003, von Elmar Leimgruber

Film-Highlight des Jahres: Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs

Über drei Stunden lang dauert der dritte und letzte Teil des Herrn der Ringe: Die Menschheit rüstet sich zum finalen Kampf gegen den Bösen. Doch wird die schwache Menschheit wiederum der Verführung des Machtmißbrauchs erliegen? Und hat die Liebe zwischen der schönen Elben-Prinzessin Arwen (Liv Tyler) und Aragorn (Viggo Mortensen) Zukunft? Und bringt das denn alles was, wenn Frodo es nicht schafft, den Ring ein für allemal zu vernichten? Wird der weiße Zauberer Gandalf (Ian McKellen) auch durch die Macht des Ringes geblendet werden? Und wie ist es mit der Freundschaft zwischen Frodo (Elijah Wood) und Sam (Sean Astin) bestellt? Und wie ist der wahre Charakter von Gollum/Smeagol (Andy Serkis): treu und untergeben oder hinterhältig und falsch?
Spannend und actiongeladen und aufwendig hat Regisseur Peter Jackson das große Finale bös gegen gut und gut gegen bös inszeniert, über das ich inhaltlich aber doch nicht mehr verraten möchte. Eine kleine Kritik aber dennoch: das Ende des Films ist meines Erachtens unnötig in die Länge gezogen: die letzte halbe Stunde bringt nicht wirklich Neues;-)
Für mich ist dieser Film dennoch wieder eindeutig Movie of the Year wie die beiden vohergehenden Teile auch.
Musik: Howard Shore: Unglaublich passend zum Film und für mich wiederum die Filmmusik des Jahres! HIER können Sie in die Filmmusik reinhören.
Und HIER können Sie nachsehehn, was es alles an Fanartikeln zu dieser Film-Trilogie zu kaufen gibt (CDs, DVDs, Videos, Figuren, Bücher…).

Samstag, 21. Dezember 2002, von Elmar Leimgruber

Frodos Reise zu den zwei Türmen: ein grossartiges Abenteuer im Kino

Wirklich erstaunlich: Üblicherweise sind zweite Teile von Kino-Filmen billiger Abklatsch. Nicht so beim zweiten Teil der „Herr der Ringe“-Trilogie: Auch „Die zwei Türme“, entstanden wieder unter der Regie von Peter Jackson mit denselben wunderbaren Schauspielern und gedreht abermals in Neuseeland sind ein einmaliges Meisterwerk in jeglicher Hinsicht.
Diesmal wird es für Frodo und Gefährten noch gefährlicher, je näher sie dem Schicksalsberg kommen. Zudem wird die menschliche Schwäche für die dunkle Seite der Macht noch intensiver spürbar. Und der Böse errichtet mit des Magiers Hilfe eine Streitmacht, die die gesamte Menschheit vernichten soll. Für Hoch-Spannung ist also gesorgt. Dieser Film: Ein unbedingtes Muss für alle Film-Freaks. Musik: Der Score von Howard Shore ist wiederum ein einmalig schönes Meisterwerk. Auch diesmal wurde er mit dem London Philharmonic Orchestra unter der Leitung des Komponisten eingespielt. Hier kann kostenlos in die Filmmusik reingehört werden. Fanartikel zum Film sind hier erhältlich.
Mehr aktuelle Kinokritiken sind auf meiner Kino-Seite verfügbar.