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Sonntag, 3. Dezember 2023, von Elmar Leimgruber

Kaiserlicher Advent mit Stadtführung und Fest-Dinner in Wien

Im fernen Jahr 1870 -noch mitten in der Monarchie- wurde an der Wiener Ringstrasse das erste 5 Sterne Hotel Wiens und das Grand Hotel der Welt errichtet. Als eines der wenigen damals gebauten Paläste besteht dieses Hotel noch heute und wird laut seinem Generaldirektor Oliver Geyer ab dem kommenden Jahr -bei laufendem Betrieb- vollständig umgebaut.

Eines der fünf hauseigenen Restaurants ist das im obersten Stockwerk gelegene und mit Terrasse ausgestattete 1870:
In diesem mit zwei Hauben ausgezeichneten Restaurant soll ab dem 21. Dezember regelmässig ein wahrhaft monarchisches Mahl angeboten werden.

Die Idee für ein imperiales Abendessen im 1870 stammt aus hochadeligem Haus:
Herta Margarete Habsburg-Lothringen hat ein kaiserliches Kochbuch als Grundlage für den besonderen Abend geschrieben: „So kocht Habsburg“.

An diesem kaiserlichen Advent im Edelrestaurant soll dann auch nicht nur 3-gängig habsburgisch aufgekocht werden, sondern die Veranstaltung wird zudem auch mit Live-Musik und einer entsprechenden Lesung umrahmt.
Und eine geführte Tour durchs kaiserliche Wien wird ebenfalls angeboten.

Anmeldungen für dieses imperiale Event am 21.12. nimmt John Herzog (john.herzog@gmx.at), welcher auch die Veranstaltung moderieren wird, entgegen.

Dienstag, 5. Juli 2011, von Elmar Leimgruber

R.I.P. Otto von Habsburg – Ein Nachruf

Otto von Habsburg-Lothringen (1912-2011)
Foto: CC Nvpswitzerland

Ein ganz großer Europäer ist tot: Otto von Habsburg-Lothringen. Er verstarb im Alter von 98 Jahren am 4. Juli 2011.

Es spielt sicherlich auch mit eine Rolle, dass er der vorgesehene Thronfolger des letzten Kaisers von Österreich-Ungarn, des seligen Karl war. Aber ihn darauf zu beschränken und dabei in Nostalgiegedanken zu schwelgen, würde seiner außergewöhnlichen Persönlichkeit nicht gerecht:

Nach dem Sturz der Monarachie lebte die Familie Habsburg in ärmsten Verhältnissen und anschließend auch von den Nationalsozialisten ausser Landes verwiesen, offenbarte Otto sich in den USA als einer, dem sein Land Österreich ein Herzensanliegen war: er setzte sich dort unter anderem gegen die Bombardierung Österreichs im zweiten Weltkriegs ein. Otto war auch maßgeblich für den Fall des Eisernen Vorhangs mitverantwortlich, war er doch zeitlebens nicht nur ein energischer Gegner des Nationalsozialismus, sondern auch des Kommunismus.  Trotzdem verweigerte ihm die SPÖ selbst lange Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg noch die Einreise nach Österreich.

Otto von Habsburg 1998 vor dem Wiener Belvedere
Foto: Gryffindor

Otto der Große hat zwar für sein Land Österreich gelebt, aber noch viel über die Grenzen hinweg für Europa, für ein geeintes Europa: Schon lange, bevor andere an Europa dachten, stand er für die Paneuropa-Bewegung. Und er war darüber froh, in jedes europäische Land zu reisen, wo es keine Staatsgrenzen mehr gab: Schengen war ein großes Erfolgserlebnis für ihn. Den großen europäischen Gedanken pflegte Habsburg auch über 20 Jahre hindurch als Mitglied des Europäischen Parlaments für die bayerische CSU. Und jetzt wenige Tage vor seinem Tod, wurde von den österreichischen Parteien ein Gesetz aufgehoben, das es Mitgliedern von europäischen Herrscherhäusern bislang verbot, für politische Ämter zu kandidieren.

Otto von Habsburg wird am Samstag, den 16. Juli, in der Wiener Kapuzinergruft beigesetzt. Nach Requien in den kommenden Tagen in Pöcking, München,  Mariazell, Wien und Budapest erfolgt am 14. und 15. Juli die Aufbahrung von Otto und Regina von Habsburg in der Kapuzinerkirche am Neuen Markt in Wien. Schließlich feiert Kardinal Christoph Schönborn, der auch über den Hochadelsorden vom Goldenen Vlies tief mit langjährigen Großmeister Otto von Habsburg verbunden ist, am Samstag, 16. Juli, um 15.00 Uhr, das feierliche Requiem im Stephansdom. Es folgt ein Trauerkondukt durch die Wiener Innenstadt bei dem die  sterbliche Hülle von Otto von Habsburg zur Kapuzinerkirche gebracht wird. In der Kapuzinergruft werden dann Otto und Regina von Habsburg beigesetzt.

Vieles von dem, was Otto von Habsburg für Österreich und für Europa geleistet hat, wird vermutlich erst Jahrzehnte nach seinem Tod offenbar werden. Tatsache ist aber: er war ein großer Österreicher und ein großer Europäer, dem sowohl Österreich als auch Europa zu tiefer Dankbarkeit verpflichtet sind. Er möge in Frieden ruhen und von Gott, dem er sich zeitlebens als überzeugter Katholik verpflichtet fühlte, für sein Wirken reich belohnt werden.