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Donnerstag, 2. Mai 2013, von Elmar Leimgruber

Amadeus Award 2013 für Parov Stelar, STS und Hubert von Goisern

Gleich drei der begehrten Amadeus Awards gingen gestern (1. Mai) Abend an. Parov Stelar: „Bestes Album“, „Best Live Act“ und „Best Electronic /Dance“. STS wurden mit einem Amadeus Austrian Music Award für ihr Lebenswerk geehrt, Hubert von Goisern erhielt einen Ehrenpreis für genre- und völkerverbindende Musik und Die Toten Hosen erhielten ihren Amadeus in der Kategorie „Best Live Act International“.

In der Kategorie „Song des Jahres“ setzen sich Klangkarussell gegen ihre vier Konkurrenten durch und die Sofa Surfers machten in der Kategorie „Alternative“ das Rennen. Alkbottle gewannen in der Kategorie „Hard & Heavy“, Nazar wurde in der Kategorie „HipHop/RnB“ ausgezeichnet und 5/8erl in Ehr’n triumphierten in der Kategorie „Jazz/World/Blues“. Catastrophe & Cure freuten sich über den Gewinn des FM4 Awards und Julian Le Play durfte eine Amadeus-Trophy der Kategorie „Pop & Rock“ mit nach Hause nehmen. DJ Ötzi bekam den Award in der Kategorie „Schlager“ und Andreas Gabalier freute sich über seine Auszeichnung in der Kategorie „Volkstümliche Musik“


Für den Auftakt der Show sorgten Russkaja mit ihrem Hit „Energia“ und Christina Stürmer begeisterte mit „Millionen Lichter“. Julian Le Play überzeugte mit seinem neuen Song „Der Wolf“ und Lukas Plöchl heizte dem Publikum mit „Freiheit“ ein. Die Sportfreunde Stiller sorgten mit ihrer aktuellen Singe „Applaus Applaus“ für Stimmung, bevor Catastrophe & Cure ihren Song „Shipwreck“ performten. Natália Kelly hatte ihren Song Contest Beitrag „Shine“ mit im Gepäck und Die Toten Hosen sorgten mit „Altes Fieber“ für wahre Begeisterungsstürme. Krönenden Abschluss bildete die Hommage von Depeche Ambros und Friends an STS, mit ihrer eigenen „Fürstenfeld“-Version. Der TV-Privatsender Puls4 zeigt heute (Donnerstag) die Awadeus-Award-Gala ab 22.05 Uhr.

Die Amadeus Austrian Music Awards  wurden (heuer bereits zum 13. Mal) alljährlich von IFPI Austria, dem Verband der Österreichischen Musikwirtschaft vergeben. Nominierte, GewinnerInnen und Showacts boten ein eindrucksvolles Zeugnis der vitalen österreichischen Musikszene.Manuel Rubey und Isabella Richtar führten durch den Abend im Wiener Volkstheater.

Alle Gewinner der Amadeus Austrian Music Awards 2013 in der Übersicht:

Lebenswerk: STS
Ehrenpreis für genre- und völkerverbindende Musik: Hubert von Goisern
Best Live Act International: Die Toten Hosen
Album des Jahres: Parov Stelar – The Princess
Song des Jahres: Klangkarussell – Sonnentanz
Best Live Act powered by Ö-Ticket: Parov Stelar
FM4 Award: Catastrophe & Cure
Alternative: Sofa Surfers
Electronic/Dance: Parov Stelar
Hard & Heavy: Alkbottle
HipHop / RnB: Nazar
Jazz / World / Blues: 5/8erl in Ehr´n
Pop / Rock: Julian Le Play
Schlager: DJ Ötzi
Volkstümliche Musik: Andreas Gabalier

Donnerstag, 10. Mai 2012, von Elmar Leimgruber

Start frei für die Wiener Festwochen 2012

Emmanuel Tjeknavorian
© ORF/Vadim Shults

Morgen ist es wieder so weit: Die 61. Wiener Festwochen werden am Rathausplatz eröffnet. Als Höhepunkt der Gala, die ab 21.20 Uhr in ORF 2 und 3sat live übertragen wird (sowie auch via http://TVthek.ORF.at als Live-Stream und Video-on-Demand verfügbar ist), steht das große Finale des zweijährlich stattfindenden Klassik-Nachwuchswettbewerbs „Eurovision Young Musicians“ auf dem Programm. Dieser feiert 2012 sein 30-jähriges Bestehen und findet heuer wieder mit österreichischer Teilnahme in Person des virtuosen 17-jährigen Geigers Emmanuel Tjeknavorian als einer von sieben vielversprechenden Finalisten statt.

Begleitet werden die sieben Finalisten aus Österreich, Deutschland, der Tschechischen Republik, Polen, Norwegen, Armenien und Weißrussland vom ORF-Radio-Symphonieorchester (RSO) unter der Leitung seines Chefdirigenten Cornelius Meister. Weiters wirken im Rahmen der Live-Eröffnungsgala, die der ORF als Host-Broadcaster mit insgesamt zehn Kameras überträgt (Regie: Karina Fibich), Mnozil Brass und Martin Grubinger, Multi-Percussionist und Moderator des Abends, solistisch mit. „European Young Musicians 2012“ ist eine Koproduktion von Europäischer Rundfunkunion (EBU), Wiener Festwochen und ORF.

Cate Blanchett in „Groß und Klein“
© ORF/Wiener Festwochen/Lisa Tomasetti

Die 61. Wiener Festwochen präsentieren mit ihren diesjährigen Produktionen eine zeitkritische und offenherzige Analyse der Gesellschaft von heute und deren Entwicklungen. Bis zum 17. Juni präsentiert das traditionelle Wiener Kulturfestival an mehr als 30 verschiedenen Spielstätten insgesamt 36 aufsehenerregende internationale wie heimische Produktionen aus den Sparten Theater, Musik, Performance, Tanz und Film zu den Themen „Anatomie der Krise“ und  „Blick-Verschärfung“.

Zehn Uraufführungen und zehn Auftragswerke stehen auf dem Programm des fünfwöchigen Festivals. Peter Handke, Ulrich Seidl und Paulus Hochgatterer sind unter anderen die Masterminds der Uraufführungen. Zu den internationalen Gästen zählen Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett (siehe Foto) in Botho Strauß‘ „Groß und Klein“ und Ariane Mnouchkine mit ihrem „Théâtre du Soleil“. Der britische Dramatiker Simon Stephens zeigt mit dem Theaterthriller „Three Kingdoms“ eine Österreichpremiere.

Mit Spannung erwartet wird auch die Oper „La Traviata“, mit der die Wiener Festwochen ihre Verdi-Trilogie fortsetzen. Die britische Starregisseurin Deborah Warner inszeniert, die junge und mit internationalen Preisen (u. a. beim Belvedere-Wettbewerb und Placido Domingos „Operalia“) ausgezeichnete moldawische Sopranistin Irina Lungu gibt die Violetta.

Jungfinalisten: Eivind Holtsmark; Alexandra Dzenisenia; Emmanuel Tjeknavorian; Narek Kazazyan; Jagoda Krzeminska; Dominic Chamot; Michaela Spacková
© ORF/Günther Pichlkostner

Das „Quartett“ ist ein neues Werk des italienischen Komponisten Luca Francesconi in der Mailänder Inszenierung von Àlex Ollé, einem der fantasievollen Mitbegründer der katalanischen Theatergruppe „La Fura dels Baus“. Mit den beiden Opernschöpfungen versuchen die Wiener Festwochen neuerlich eine Verbindung zwischen den Epochen herzustellen, um damit unsere moderne Zeit aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten.

Auch der ORF widemet sich den Wiener Festwochen: Nach einer bereits am 6. Mai gesendeten Doku über 30 Jahre „Eurovision Young Musicians“, der bevorstehenden Live-Eröffnung am morgigen 11. Mai und umfassender aktueller TV-Kulturberichterstattung in den Monaten Mai und Juni präsentiert ORF 2 am 13. Mai, um 10.15 Uhr als Festivalüberblick eine weitere Doku mit dem Titel „Blick-Verschärfung: Die Wiener Festwochen 2012“ (um 17.40 Uhr auch in ORF III Kultur und Information). Außerdem setzt der „Kulturmontag“ am 14. Mai, um 23.15 Uhr, einen Festwochen-Schwerpunkt. Ö1 berichtet ebenfalls aktuell und präsentiert in den nächsten Wochen nicht weniger als 19 Festwochenkonzerte. FM4 gibt mit regelmäßigen Festwochen-Tipps on air und online einen Überblick über die interessantesten Produktionen. Und auch in der aktuellen Kulturberichterstattung der ORF-Landesstudios, von ORF.at und ORF TELETEXT (Seite 415) sind die Wiener Festwochen 2012 zentrales Thema.

Mittwoch, 2. Mai 2012, von Elmar Leimgruber

Amadeus Awards 2012 für Hubert Von Goisern und Andreas Gabalier

Mit den Amadeus Austrian Music Awards wurden, gestern Dienstag, erstmals im Wiener Volkstheater, stellvertretend für die gesamte Musikszene Österreichs die Preise in insgesamt 13 Kategorien an beliebte heimische Stars vergeben: Gleich zwei der begehrten Trophäen gingen an Hubert von Goisern (Album des Jahres & Pop/Rock) sowie Andreas Gabalier (Best Live Act & Schlager). In der Kategorie „Song des Jahres“ konnten sich die Vorarlberger Holstuonarmusigbigbandclub gegen ihre vier Konkurrenten durchsetzen und 3 Feet Smaller machten in der Kategorie „Alternative“ das Rennen. Ludwig Hirsch wurde posthum mit einem Amadeus Award für sein Lebenswerk geehrt.

Parov Stelar gewann in der Kategorie „Electronic/Dance“, Krautschädl entschieden die Kategorie „Hard & Heavy“ für sich. Die Vamummtn wurden in der Kategorie „HopHop/RnB“ ausgezeichnet und 5/8erl in Ehr’n triumphierten in der Kategorie „Jazz/World/Blues“. M185 freuten sich über den Gewinn des FM4 Awards und die Die jungen Zillertaler durften eine Amadeus-Trophy der Kategorie „Volkstümliche Musik“ mit nach Hause nehmen. Die Amadeus Austrian Music Awards werden seit dem Jahr 2000 jährlich durch die IFPI Austria – Verband der Österreichischen Musikwirtschaft vergeben.

Die Amadeus-Preisträger 2012
Foto: © Andreas Tischler

Für den Auftakt der Show sorgten die Trackshittaz mit ihren Hits „Oida Taunz!“ und „Woki mit deim Popo!“ ür ordentlich Stimmung. Tosenden Applaus erntete der internationale Stargast Jason Mraz, der neben seiner aktuellen Single „I Won´t Give Up“ auch ein Duett mit der österreichischen Soul- und Newbluessängerin Saint Lu zum Besten gab. Hubert von Goisern berührte das Publikum mit seinem Titel „Suach da an Anderen“ bevor Wolfgang Ambros seinen neuen Song „Ausg´lacht“ präsentierte, eine wienerische Adaption des Randy VanWarmer-Klassikers „Just when I needed you most“.

Auch die Gewinner des FM4 Awards M185 überzeugten bei ihrem Live-Auftritt. Die jungen Zillertaler begeisterten mit einem Medley ihrer bekanntesten Hits. !Dela Dap und Rene Rodriguezz präsentierten einen Mix aus den Nummern „Crazy Swing“ (!Dela Dap) und „Shake 3x“ (Rene Rodrigezz). Krönenden und zugleich traurigen Abschluss bildete die Hommage an den im November des Vorjahres verstorbenen Künstler Ludwig Hirsch. Manuel Rubey und Bianca Schwarzjirg führten durch den Abend, der via Puls4 auch im TV zu sehen war.

Alle Gewinner der Amadeus Austrian Music Awards 2012 im Detail:

Lebenswerk: Ludwig Hirsch

Album des Jahres: Hubert von Goisern – ENTWEDERundODER

Song des Jahres: Holstuonarmusigbigbandclub – Vo Mello bis ge Schoppornou

Best Live Act: Andreas Gabalier

FM4 Award: M185

Alternative: 3 Feet Smaller

Electronic/Dance: Parov Stelar

Hard & Heavy: Krautschädl

HipHop / RnB: Die Vamummtn

Jazz / World / Blues: 5/8erl in Ehr´n

Pop / Rock: Hubert von Goisern

Schlager: Andreas Gabalier

Volkstümliche Musik: Die jungen Zillertaler

Dienstag, 5. April 2011, von Marek Nowicki

Festivalsommer ’11

Pünktlich mit dem Frühlingsbeginn kommen auch die großen Musikfestivals wieder. Da heisst es Kompromisse einzugehen:
In Österreich fällt die Entscheidung einigermaßen leicht, da es eigentlich nur 2 „konkurrierende“ Festivals gibt: für die Fm4-Hörer das Frequency in St. Pölten und für die, die es  härter brauchen, das Nova-Rock.

Beide haben bis zum jetzigen Zeitpunkt mindestens einen Höhepunkt, Foo Fighters und System of a Down: zwei Bands die genug Jugendliche in den letzten 15 Jahren beeinflusst haben. Generationenübergreifend treten am Nova Rock IRON MAIDEN, Motörhead und Wolfmother auf. Das Frequency kann sich trotz anderem Genre mit dem Nova messen: Hier kommen unter anderem Jochen Distelmeyer (ehem. Blumfeld Sänger), Seeed, Beady Eye (Ja, die haben einmal Oasis geheißen!), Interpol, die Brooklyner Indie Helden The National und (noch nicht offiziell bestätigt unter anderem) Kele (Bloc Party), The Kooks und Deichkind.

Leider ist Österreich noch immer um einiges chwächer als Deutsche Festivals: deshalb weichen viele ins nördliche Nachbarland aus um auf Veranstaltungen zu kommen, die Ihr Geld wert sind. Southside beim Bodensee ist ein Beispiel dafür, 20 Gruppen die jeder egal welcher Subkultur anhängig, sich anschauen kann, ohne Langeweile zu verspüren, z.B.: Portishead, Arcade Fire, Blink-182, Sick of it All, etc. Dies alles um 120€ die sich lohnen. Österreichische Festivals kosteten früher 90€ für 3-Tage, jetzt ist der Preis unverständlicher Weise auf die 120€ gestiegen.

Samstag, 16. Oktober 2010, von Elmar Leimgruber

Was sind Freie Medien? (Info und Kommentar zum Tag der Freien Medien)

Sie diskutierten über Freie Medien. (v.l.n.r.:) Peter Krotky (diepresse.com), Michaela Wein (mokant.at), Martin Aschauer (Medienverband), Martin Blumenau (ORF FM4), Michaela Adelberger (Freie Radios)
Foto: © Leimgruber

Was im Radiobereich durchaus möglich ist, hält FM4-Mann Martin Blumenau bei Printmedien nicht nichtexistent: „Der Begriff Freie Medien im Printbereich exitiert nicht,“ sagte Blumenau bei einer Podiumsdiskussion zum Thema “ProduzentInnen brauchen keine Sender” am Tag der Freien Medien im Wiener Museumsquartier. So lange sich der Österreichische Medienverband bzw. seine Mitglieder nicht auf eine Definition einigen könnten, welche die Kriterien von Freien Medien sind, dürfe man sich weder wundern, dass er zu wenig wahrgenommen werde, noch dass der (für die Diskussion angekündigte aber nicht anwesende) Staatssekretär für Medien, Josef Ostermayer (SPÖ) nicht komme und erst recht keine (erwarteten) Geldmittel in Aussicht stelle. Und was vor Jahrzehnten noch funktioniert hatte, nämlich dass man über die Mitarbeit bei kleinen Medien den Weg zu kommerziellen Medien finde, das klappe heute aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr, sagte Blumenau.

Er sei zwar dankbar für die gute Mitarbeiter, die von Freien Medien rekruitiert wurden, man müsse es aber als Medienmacher einfach zur Kenntnis nehmen und einsehen, wenn die Leser das Produkt nicht sosehr schätzten, dass sie dafür zahlen, sagte Peter Krotky, Verantwortlicher der Presse Online: Dann funktioniere dieses Medium eben nicht. Er halte es für „unanständig“, wenn kommerziell ausgerechtete Massenmedien ihre Vollzeitmitarbeiter nicht entsprechend bezahlten, er sei aber dennoch gegen die Presseförderung, auch bei Tageszeitungen.

Medienverband-Präsident Martin Aschauer lauscht FM4-Mann Martin Blumenau
Foto: © Leimgruber

Martin Aschauer, Präsident des Österreichischen Medienverbandes sprach sich bei der Podiumsdiskussion erneut gegen „Gießkannenförderung“ im Medienbereich und dafür für die Schaffung eines freien Medienfonds aus, der jedenfalls Banken und Versicherungen vom Zugang zu Presse- und Publizsitikförderungen ausschliesst. Der ORF sollte Werbefenster für nichtkommerzielle Medien zur Verfügung stellen, die GIS-Gebühren sollten verpflichtend ausschliesslich für Medien verwendet werden dürfen und die Freien Medien sollten zudem eine Rechtschutzversicherung erhalten, forderte Aschauer.

Die Freien Radios hätten einen „emanzipatorischen Ansatz“, bieteten „offenen Zugang“ und der Schwerpunkt liege auf Inhalten und hätten ein „politisches Statement“, erklärte Michaela Adelberger von den Freien Radios. Im Vorfeld des Tages Freien Medien hatte einige weitere Vereine, einen Offenen Brief veröffentlicht, in welchem dem Medienverband unter anderem der Tagungsort „Museumsquartier“ als „Hot Spot neoliberal gesteuerter Kreativwirtschaft in Wien“ und das verlangte Eintrittsgeld (3 Euro) für unangemeldete Teilnehmer vorgeworfen wurde und die daher die Teilnahme an dieser Veranstaltung verweigerten. Zudem kritisieren sie, dass bei „zunehmend nach rechts rückenden politischen Verhältnissen“ ein „politisches Selbstverständnis oder eine politische Positionierung“, beispielsweise ein „antidiskriminatorischer Grundkonsens“ fehle: Freie Medien müssten daher eine „Plattform für linke, emanzipatorische Positionen – insbesondere jene von Migrant_innen – anbieten,“ fordern die Kritiker.

Peter Krotky (Die Presse Online)
Foto: © Leimgruber

Mal vorausgeschickt: Ich bin für die Presseförderung. Und dass öffentliche Gelder für Werbezeitschriften fehl fehl am Platz sind, ist auch klar. Was aber nicht und zwar keinesfalls passieren darf ist, dass nach ideologischen Kriterien entschieden werden kann, wer Anspruch auf Presseförderung hat und wer nicht. Grundsätzlich aber sollte diese nicht nur an grosse Tageszeitungen fliessen, sondern gleichermassen auch an Freie Print- und Onlinemedien, sofern sie journalistischen Grundsätzen und Ansprüchen entsprechen (wollen).

Und ich finde es gut, dass es den Österreichischen Medienverband gibt mit dem Ziel, die Anliegen der Freien Medien zu unterstützen. Aber natürlich ist es sinnvoll zu definieren, unter welchen Kriterien man eine Freies Medium ist. Aber es wäre vollkommen falsch, gäbe es ein „politisches Statement“ auf welchem Konsens auf immer beruhend: Zum einen müssen freie Medien nicht zwangsmässig politisch sein und vor allem müssen sie keinesfalls das, was von den Kritikern gefordert wird sein: radikal links sein. In einem Medienverband muss, sofern es sowas gibt, Platz für all jene Medien sein, die sich aufgrund ihrer nicht rein wirtschaftlichen Ausrichtung als Freie Medien empfinden, unabhängig davon, ob sie über aussterbende Tierarten, über Heiligenbilder, über Migranten, über eine Volkstanzgruppe oder über Randgruppen der Gesellschaft berichten. Was wäre es denn für eine Unabhängigkeit und eine Freiheit in einem Medienverband, wenn vorgeschrieben würde, wie die Mitglieder (egal ob Einzelpersonen, Vereine oder Medien) denken müssen bzw. wo sie politisch zu stehen haben?

Aber bei einem engstirnigen, nur im eigenen Sumpf kreisenden Denken versteht man sowas nicht. Was den politisch Rechten immer -vollkommen zu Recht- vorgeworfen wird, dass sie nämlich einseitig und intolerant sind, dasselbe ist auf der anderen Seite eben auch typisch für gewisse linksalternative Gruppierungen: Sie beanspruchen all das für sich und nur für sich, was sie Andersdenkenden sofort verwehren würden. Und der „offene Zugang“ und der Antidiskriminierungsgrundsatz gilt in ihrem Denken natürlich auch nur für die eigenen (politischen und sozialen) Positionen, jedoch nicht für entgegengesetzte. Dabei ist es gerade das rote Wien, das immer wieder auch und vor allem linksalternative Vereine und Institutionen wie beispielsweise das äusserst umstrittene Amerlinghaus mit Umsummen von Geldern (2009: 250.000 Euro) ausstattet.

Und auch die angeblich so verschmähten und verschwiegenen „linken emanzipatorischen Positionen“ speziell jene, Migranten und Randgruppen betreffend, werden von den meisten Massenmedien mehr als ausreichend thematisiert und oft vor allem durch den ORF sogar künstlich aufgebauscht. Zu behaupten, dass link-alternative Themen bei den kommerziellen Medien nicht vorkommen, ist also vollkommener Unfug. Zudem: Auf der einen Seite gegen den Kunst finanzierenden „Neoliberalismus“ zu wettern und auf der anderen Seite Gelder von der Öffentlichen Hand zu fordern, macht die Kritiker-Anliegen auch keinesfalls glaubwürdiger.

Und wer -vollkommen zu Recht- für sich, sein Gedankengut, seine Meinung Toleranz und Freiheit einfordert, sollte als Demokrat (und ein uneingeschränktes Bekenntnis zur Demokratie fordere ich einfach ein) diese auch jedem anderen zugestehen, gemäss dem (vielleicht fälschlich) Voltaire zugeschriebenen Zitat: Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst”. Das ist echte Meinungs- und auch Pressefreiheit, wie sie die Demokratie erfordert. Und für diese sollten vor allem Freie Medien kompromisslos einstehen.


Donnerstag, 14. Oktober 2010, von Elmar Leimgruber

15.10.: Tag der Freien Medien

Der 15. Oktober steht in Wien ganz im Zeichen der Freien Medien. Der Österreichische Medienverband lädt hierzu ins Museumsquartier ein. Neben den Präsentationen der Freien Medien, die das hautnahe Erleben des Medienalltags möglich machen, taucht der Medienverband in der Podiumsdiskussion in die Herausforderungen, Möglichkeiten und Gefahren des Medienumbruchs ein. Medienstaatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ), Martin Blumenau (Fm4), Peter Krotky (Die Presse), und Michaela Wein (mokant.at) werden unter der Leitung von Corinna Milborn (News) die Veränderungen der Medienbranche und ihre Herausforderungen diskutieren. Freier Eintritt mit Voranmeldung (office@medienverband.at), 3 Euro Eintritt ohne Voranmeldung.

„Der Tag der Freien Medien ermöglicht es den Freien Medien in Österreich, ihr Schaffen und ihre Anliegen einem breiten Publikum zu präsentieren“, erklärt Martin Aschauer, Präsident des Österreichischen Medienverbandes. „Gleichzeitig soll damit auf die teils prekäre Situation innerhalb der Freien Medienszene aufmerksam gemacht und Probleme zur Sprache gebracht werden“, so Aschauer. „Freie Medienprojekte sind meist auf Ehrenamtlichkeit ihrer MitarbeiterInnen angewiesen. Finanzielle Sorgen und keinerlei rechtliche Absicherung gehören zu ihrem Alltag. Diese Missstände aufzuzeigen und gegenzusteuern, ist unser Ziel“, erklärt Aschauer.

Ort: Quartier für digitale Kultur (QDK), Museumsplatz 1, 1070 Wien

Programm:
15:30h: Medienworkshop für Freie Medien. Digitalks erklärt digitale Medien in verständlicher Sprache

17:00h: Eröffnung der Medienmesse – Medienvielfalt erleben. Infostände der Freien Medien Österreichs

19:00h: Freie Medien on stage: Ausgewählte Medien präsentieren ihre Arbeit und Schwerpunkte am Podium

20:00h: Podiumsdiskussion zur Stellung der Freien Medien in Österreich – „ProduzentInnen brauchen keine Sender“. Mit: Peter Krotky (DiePresse.com), Michael Ostermayer (Medienstaatssekretär), Martin Blumenau (Fm4), Michaela Wein (mokant.at). Moderiert von Corinna Milborn (News)
Weitere Informationen gibts online.

Freitag, 20. August 2010, von Elmar Leimgruber

11. Amadeus Awards Show am 16. September – Alle Nominierten

Die Amadeus Trophäe
Alle Fotos in diesem Beitrag: amadeusawards.at

Die Verleihung der diesjährigen, der 11. Amadeus Awards, findet am 16. September 2010 in der Wiener Stadthalle statt. Das neue Konzept mit Schwerpunkt auf österreichische Musik, Genre-Vielfalt und Publikums-Voting bildet auch die Basis für die diesjährige Verleihung der Amadeus Awards.Über die Nominierten haben Genre-Experten entschieden, die Bestseller haben einen Fixplatz in der jeweiligen Genre-Kategorie erhalten. Durch die Verleihung von Preisen in acht Genre-Kategorien und vier allgemeinen Kategorien präsentiert der Amadeus ein möglichst breites Spektrum heimischen Musikschaffens. Alle Musikfans haben die Möglichkeit, am Abstimmungsprozess teilzunehmen.

Die Amadeus-Jury unterteilte sich in acht Genre-Jurys zu jeweils 20 Personen pro Genre. Für die genre-übergreifenden Allgemeinen Awards Album und Song nominierte jeder Genre-Spezialist seine persönlichen Top-3-Alben und Songs. Die fünf meistgenannten über alle Genres hinweg ergeben die fünf Nominierten. Bei den Genre-Awards ist der jeweilige Genre-Bestseller fix nominiert. Die restlichen vier Nominierten pro Genre wurden von den Genre-Jurymitgliedern bestimmt. Die Gewinner des Lebenswerks werden vom Veranstalter, dem Verband der Österreichischen Musikwirtschaft – IFPI Austria (Präsident Hannes Eder), ausgewählt, der FM4 Award wird von Radio FM4 ermittelt.

IFPI Austria-Präsident Hannes Eder

Das Voting-Tool für die User ist auf mehreren Online-Plattformen eingesetzt, unter anderem auf www.amadeusawards.at, auf der Facebook-Fanpage sowie auf den Websites der nominierten Künstler. Die Online-Community erhält somit eine entscheidende Funktion: Sie wählt die Gewinner der Amadeus Austrian Music Awards. Das Voting läuft bis inklusive 29.8.2010.

Die Gewinner werden in der Amadeus Awardshow am 16. September 2010 präsentiert. Live an Stage werden unter anderem Wir sind Helden, Charlee, Boon, Camo & Crooked sowie die Jungen Zillertaler zu sehen sein. Puls 4 und FM4 übertragen die von Schallbert Gilet alias Michael Ostrowski moderierte Show.

Album
Anna F. – For Real
Bunny Lake – The Beautiful Fall
Garish – Wenn dir das meine Liebe nicht beweist
Nik P. – Weißt du noch
Skero – Memoiren eines Riesen

Song
Boon – Right Now
Bunny Lake – 1994
Ja, Panik – Alles hin, hin, hin
James Cottrial – Unbreakable
Skero – Kabinenparty

FM4-Award
Camo & Krooked
Garish
The Incredible Staggers
Kommando Elefant
Der Nino aus Wien

Alternative
Bauchklang
Der Nino aus Wien
Garish
Ja, Panik
The Beth Edges

Electronic/Dance
Bunny Lake
Darius & Finlay
Elektro Guzzi
Ogris Debris
Sofa Surfers

Hard&Heavy
Belphegor
Boon
Days Of Loss
Kontrust
Mastic Scum

HipHop/RnB
Chakuza
Skero
S.K. Invitational
Sua Kaan
The Clonious

Jazz/World/Blues
Ernst Molden
Hans Theessink
Max Nagl
Sabina Hank
Wolfgang Muthspiel

Pop/Rock
Anna F.
Eva K. Anderson
Falco
Saint Lu
Violetta Parisini

Schlager
Andy Borg
Gilbert
Nik P.
Semino Rossi
Udo Jürgens

Volkstümliche Musik
Andreas Gabalier
Die Jungen Zillertaler
Hansi Hinterseer
Klostertaler
Ursprung Buam