Mit ‘Fachhochschule’ getaggte Artikel

Donnerstag, 20. Januar 2011, von Elmar Leimgruber

Österreichs Unternehmen sollen Unis mitfinanzieren

Haupt-Uni Wien

Während sich in Österreich nach wie vor viele eine Vollfinanzierung der Universitäten durch die öffentliche Hand erwarten, investieren in Deutschland bereits jetzt rund 60 Prozent der Unternehmen in Hochschulbildung. Dies teilt der deutsche Stifterverbund mit. Es ist also durchaus wünschenswert, wenn auch in Österreich viele Unternehmen in die Universitäten investierten. Sorgen um die Unabhängigkeit der Forschung wären meines Erachtens nur berechtigt, wenn einige wenige einflussreiche Unternehmen viel Geld in die Unis steckten.

Österreich aber ist anders: Jede Instituation mit viel Geld will ihr eigenes Süppchen kochen, weswegen es ja auch Unmengen an Fachhochschulen gibt, deren Sinnhaftigkeit (nicht grundsätzlich, aber dennoch konkret) angezweifelt werden kann und muss. Und natürlich kann man sich von Unternehmen, die bereits FHs finanzieren, nicht erwarten, dass sie auch noch Universitäten zusätzlich unterstützen. Aber letztlich geht es um die Universitäten in Österreich, die die eigentlichen Akademikerschmieden des Landes sind.

Und wenn diese -wie es heisst- nicht so ausbilden, dass nach dem Studienabschluss die Voraussetzungen für die Beschäftigung in den Unternehmen gegeben sind, dann sind die Lehrpläne falsch. Und dann müssen Unis inhaltlich reformiert werden. Sinnlose Eigenbrötlerei, auch in Form der Gründung ständig neuer FHs ist jedenfalls abzulehnen. Es muss im Sinne der Politik, der öffentlichen Hand und der Wirtschaft sein, dass die Universitäten ein hohes und effizientes Ausbildungsniveau bieten, das den Akademikern Türen und Tore zu ihrer beruflichen Zukunft öffnet.

Ich will damit keine Privatiniativen verbieten -natürlich soll die Gründung von FHs in einer Demokratie möglich sein- ob sie (in vielen Fällen) sinnvoll sind, ist eine andere Frage. Viel sinnvoller wäre es, wenn ähnlich wie in die Deutschland all jene Unternehmen, denen die Berufsausbildung ihrer künftigen Mitarbeiter wichtig ist (was hoffentlich so ist), in Ausbildungs-Stiftungen einzahlen, die damit direkt die Universitäten -neben der öffentlichen Hand- mitfinanzieren. Natürlich muss das Spektrum der Unternehmen möglichst breit sein, um zu verhindern, dass ein paar grosse Unternehmen über die Universitäten regierten. Das Geld zur Mitfinanzierung der universitären Ausbildung ist auch in Österreich vorhanden, nur wird  es hierzulande (als Privatvergnügen?) in Privat-Unis und in FHs investiert anstatt an die Unis.

Doch zurück zur soeben veröffentlichten deutschen Studie im Detail: Jedes fünfte deutsche Unternehmen hat in einer aktuellen repräsentativen Umfrage angegeben, dass es 2010 seine Ausgaben für akademische Bildung im Vergleich zum Vorjahr erhöht hat. Weniger als jedes zehnte Unternehmen habe dagegen seine Investitionen gesenkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, die erstmals den Beitrag der Wirtschaft zu Studium und Hochschullehre ermittelt hat. Gefragt wurde unter anderem nach der Finanzierung von Stipendien, Stiftungsprofessuren, studentischen Praktika, dualen Studiengängen, Sach- und Finanzspenden an Hochschulen. Die Studie ist soeben zur Vorstandsitzung des Stifterverbandes mit den Spitzen der deutschen Wirtschaft erschienen und online abrufbar unter www.stifterverband.info .

Rund 60 Prozent der Unternehmen in Deutschland investieren in Hochschulbildung. Bei Unternehmen zwischen 50 und 250 Mitarbeitern ist es jedes zweite, bei Großunternehmen sind es sogar 75 Prozent. Insgesamt fördert die Wirtschaft Studierende und Hochschulen mit 2,2 Mrd. Euro.

Am stärksten unterstützen die Unternehmen die Studenten und ihre Ausbildung im Unternehmen: Dafür gaben Unternehmen 2009 insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro aus, darunter 41 Millionen Euro für Stipendien. Für die Ausstattung der Universitäten und Fachhochschulen wurden 2009 fast 642 Millionen Euro – also ein gutes Viertel der gesamten Förderung – aufgewendet, wobei allein 485 Millionen Euro für Stiftungsprofessuren, den Bau neuer Gebäude oder als allgemeine Spende vorgesehen waren. Sachspenden machten immerhin 157 Millionen Euro aus.

Sonntag, 7. März 2010, von Elmar Leimgruber

FH-Ranking 2010: OÖ, Joanneum Graz und MCI Innsbruck führen an

Das FH-Ranking des Industriemagazins 2010
Grafik: industriemagazin.at

Die Fachhochschulen Oberösterreich, Joanneum (Graz) und das MCI Innsbruck sind die Hochangesehensten ihrer Art in Österreich, während FH Technikum Kärnten und die Lauder Business School in Wien irrerelevant für Personalentscheider der wichtigsten Unternehmen Österreichs sind. Dies geht aus dem aktuellen FH-Ranking 2010 des Industriemagazins hervor. Demnach habe es sogar Manipulationsversuche gegeben.

Das „bereinigte“ Resultat bestätigt aber einen Trend, der sich seit einigen Jahren verstärkt: Die Spitzennausbildung am FH-Sektor konzentriert sich auf einige wenige Standorte mit Branchenschwerpunkten. Wie im Vorjahr führt die FH Oberösterreich an mit ihren Standorten Steyr, Wels und Hagenberg das Imageranking mit einem Wert von 3,68 (fünf Punkte bedeuten exzellente Ausbildung, ein Punkt mangelhafte Ausbildung) an. Mit 600 aus 3126 Einzelbewertungen ergibt sich ein Bekanntheitsgrad von fast 20 Prozent. Die Studiengänge der FH Joanneum in Graz und Kapfenberg (Imagewert von 3,64) und das Management Center Innsbruck (MCI, Imagewert 3,63).

Abgeschlagen auf den letzten Rängen kommen – wie schon in den vergangenen Jahren – die Marken FH Technikum Kärnten und Lauder Business School nicht vom Fleck. Dabei ist die FH Technikum Kärnten und ihre Standorte in Klagenfurt, Spittal und Villach vielen Umfrageteilnehmern ein Begriff: Mit 280 Bewertungen liegen die Kärntner bei den Bekanntheitswerten nur knapp hinter der FH Oberösterreich und dem Joanneum.

516 Personalentscheider hatten laut Industriemagazin an der FH-Umfrage des teilgenommen. Ausgewählt wurden lediglich Studiengänge, die bereits Absolventen hervorgebracht haben – aus Wirtschaft (ohne Tourismus und Gesundheitswirtschaft) und Technik. Gefragt wurde: „Wie beurteilen Sie in einer Skala von 5 (sehr gut) bis 1 (mangelhaft) die Reputation dieses Studienganges? Und: Beschäftigen Sie Absolventen des Studienganges? Mit 3126 Einzelbewertungen sei die Datenbasis jetzt so dicht wie noch nie, schreibt das Industriemagazin.

Das Fachmagazin feierte übrigens vor wenigen Tagen seinen 20. Geburtstag. redakteur.cc gratuliert dem Team um Geschäftsführer Alois Weiß und Hans Florian Zangerl, der sich zu diesem Anlass als grosser Fan von Rankings outete.