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Dienstag, 29. November 2011, von Elmar Leimgruber

Österreichischer Kabarettpreis 2011 an Sigi Zimmerschied und Louise Martini

Im Rahmen einer Gala wurde am Montagabend im Wiener Jazz-Lokal Porgy&Bess der „Österreichische Kabarettpreis“ 2011 verliehen: Der Hauptpreis, dotiert mit 5001 Euro ging heuer an den Bayern Sigi Zimmerschied. Den Programmpreis, dotiert mit 4999 Euro erhielt Christof Spörk für sein erstes Solo-Programm „Lieder der Berge“.

Der heuer neu eingeführte Sonderpreis ging an die krankheitsbedingt nicht anwesende Louise Martini. Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny würdigte die Schauspielerin als „herausragendes künstlerisches Multitalent, dem es gelungen ist, mit Kabarettgrößen wie Gerhard Bronner, Georg Kreisler und Helmut Qualtinger auf Augenhöhe zu spielen“.

Sigi Zimmerschied
Foto: © Sigi Zimmerschied

Als „intellektuelles, bösartig komödiantisches Bühnengewächs“ bezeichnete Werner Schneyder in seiner von Wolfram Berger vorgetragenen Laudatio den Ausnahmekünstler Sigi Zimmerschied. Der gebürtige Passauer gilt als einer der artikuliertesten und kompromisslosesten Kabarettisten des deutschen Sprachraums. Bei der Kabarettpreisverleihung erhielt das begeisterte Publikum einen Eindruck von seiner enormen Sprachkraft und Wortgewalt, seiner bemerkenswerten Mimik, seinem abgründigen Humor und parteiübergreifenden Witz.

Einen nicht weniger eindrucksvollen Ausschnitt aus seinem Musik-Kabarett-Programm „Lieder der Berge“ bot der Steirer Christof Spörk. Abwechselnd sich selbst am Klavier und an der steirischen Harmonika begleitend, sang und palaverte er in bester österreichischer Spott- und Satire-Tradition über den Wiener Neid, über den Anstand in der Politik, über die Logorrhö der Schickeria oder seiner geplanten Lärmschutzwand-Erstbesteigung.

Louise Martini
Foto: © Louise Martini

„Das Kabarett ist wichtiger Bestandteil einer lebendigen Gesellschaft, es lebt vom Angriff, von der Ironie, vom Spott und es gedeiht nur in einem Klima der Furchtlosigkeit und Unabhängigkeit. In Wien fällt kritischer Humor und politische Satire auf besonders fruchtbaren Boden. Deshalb unterstützt die Stadt Wien aus voller Überzeugung den österreichischen Kabarettpreis und stellt damit sicher, dass anspruchsvolles und ambitioniertes Kabarett in dieser Stadt auch künftig eine entsprechende Würdigung erfährt“, betonte Mailath-Pokorny. Für den kabarettistischen Teil seiner Rede verdiente sich der Kulturstadtrat seine ersten zwei Euro auf einer Bühne, die ihm Christof Spörk spontan von seinem Preisgeld abtrat.

Ernst Stankovski gab nicht nur den „Gschupftn Ferdl“ zum Besten, sondern hielt auch die Laudatio für die krankheitshalber abwesende Louise Martini, die mit dem neu eingeführten Sonderpreis geehrt wurde. Christoph Wagner Trenkwitz führte gewohnt gekonnt durch den Abend, der von der Musikkabarettgruppe „Die Dornrosen“ musikalisch begleitet wurde. In diesem Jahr wurden bereits zum zwölften Mal Kabarettisten mit diesem einzigartigen Preis ausgezeichnet.