Mit ‘Bundespresseförderung’ getaggte Artikel

Montag, 24. September 2012, von Elmar Leimgruber

Studie: Journalisten haben nicht den besten Ruf

Das Berufsansehen der Journalisten bei der österreichischen Bevölkerung ist gering. Das wird durch eine aktuelle Studie von OGM im Auftrag des Österreichischen Journalisten Clubs – ÖJC erneut untermauert. Demnach wird Journalisten  in mäßigem Ausmaß Unabhängigkeit und hohe Arbeitsbelastung zugeschrieben, der Vertrauenswert ist jedoch fast ebenso gering wie bei den Politikern. Dazu wurden 803 repräsentativ ausgewählte Österreicher online befragt.

Weil die Medien zunehmend als vierte demokratiepolitische Säule bezeichnet werden, wurden die Journalisten mit Berufen verglichen, welche die drei traditionellen Säulen Legislative, Exekutive und Justiz repräsentieren: Politiker, Polizisten und Richter. Wenig überraschend schneiden dabei die Politiker am schlechtesten ab, denen das höchste Einkommen, aber das geringste Vertrauen attestiert wird. Journalisten erreichen bei den abgefragten Imagefaktoren keinen mehrheitlich positiven Wert. Richter und Polizisten haben dagegen ein vergleichsweise hohes Ansehen in der Bevölkerung. Aber auch bei Richtern sind im Zuge der jüngsten Debatten über die Justiz Imageprobleme sichtbar, nur die Hälfte der Befragten hat Vertrauen und hält Richter für objektiv. Dem aktuellen Fremdbild der Journalisten bei der Bevölkerung wird nun auch in einer weiteren Studie das Selbstbild der Journalisten gegenüber gestellt. Bei dieser Journalisten-Befragung des ÖJC mit OGM werden auch andere Themen wie Arbeitssituation und -zufriedenheit, Aus- und Weiterbildung, etc. behandelt. Dabei werden tausende österreichische Journalisten online befragt werden. Die Ergebnisse dazu werden bis November vorliegen.

ÖJC-Präsident Fred Turnheim verlangte – auch auf Grund der vorliegenden ersten Ergebnisse der Studie – dringend Maßnahmen zur Verbesserung des Images der Journalisten. Daher fordert der ÖJC die Erhöhung der Bundespresseförderung im Bereich der journalistischen Akademien und eine international übliche akademische Journalistenausbildung in Österreich, damit der österreichische Journalismus und die Journalisten einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft erreichen. „Denn nur höhere Qualität und eine gerechtere Bezahlung können künftig unsere Arbeitsplätze sichern“, ist ÖJC-Präsident Fred Turnheim überzeugt.

Sonntag, 13. November 2011, von Elmar Leimgruber

Journalistenclub fordert Presseförderung auch für Onlinemedien

Online-Medien müssen genauso in den Genuss der Presseförderung kommen, forderte Fred Turnheim, Präsident des Österreichischen Journalistenclubs (ÖJC), am Freitag Abend bei einer Podiumsdiskussion (Video ist hier abrufbar) anlässlich der Verleihung des „New Media Journalism Award 2011“ an die Redaktion der Polemik- und Diskursplattform „Supertaalk“: „Ich sehe nicht ein, dass die “Krone” Bundespresseförderung bekommt und kleine Medien nicht unterstützt werden,“ erklärte Turnheim: „Der ÖJC ersucht daher dringend um eine Änderung des Presseförderungsgesetzes, damit sich Österreich zu einem modernen Medienstandort entwickeln kann. Das dient auch der Arbeitsplatzsicherung der Medienmacher.“

Derzeit erlaubt das Gesetz aus dem Jahre 2004 nur eine Vertriebsförderung, eine Regionalförderung und eine Ausbildungsförderung.“Die innovative Entwicklung und Förderung von neuen Medien und damit der Erhalt und die Weiterentwicklung des Journalismus unter den Bedingungen des Web 2.0 muss dringend im Presseförderungsgesetz seinen Niederschlag finden“, fordert der ÖJC-Präsident.

Am Freitag Abend wurde in Wien die von jungen Journalisten und Medienmacherinnen gegründete Online -, Diskurs- und Polemik-Plattform „Supertaalk“ (www.supertaalk.at) mit dem „New Media Journalism Award 2011“ vom ÖJC ausgezeichnet. Das mit dem Preis ausgezeichnete Kernteam besteht aus: Florian Christof, Maria Herold, Markus Kienast, Markus Otti, Werner Reisinger, Karl Schönswetter, Georg Schütz und Maria Sulzer. Die Redaktion von „Supertaalk“ ist auch für den heurigen „Dr. Karl Renner Publizistikpreis“ nominiert, der am 20. Dezember 2011 im Wiener Rathaus verliehen wird. Der Preis wurde heuer zum sechsten Mal vergeben.

Für das neue Sendeformat von Supertaalk wird das Medium Internet genutzt. Als Retourkanal vom User zu den Sendungsmachern werden Web 2.0 Möglichkeiten, wie Twitter, verwendet. Die Sendungen werden jeden letzten Dienstag im Monat um 20:15 Uhr ausgestrahlt. Maskottchen der Sendungen ist die im Social Web bekannte Kunstfigur „Superbertram“ von Georg Schütz. „Erfreulich dabei ist, dass sich die Gestalterinnen und Gestalter der Sendungen nicht von der Tagesaktualität und Skandalen hetzen lassen, sondern dass ausschließlich Themen diskutiert werden, die gesamtgesellschaftliche Relevanz haben“, so die Begründung der Jury des Medienpreises.

Und hier sind Eindrücke in Bildern (Fotos) von der Verleihung des New Media Journalism Awards 2011: