Mit ‘bedrohte Sprachen’ getaggte Artikel

Donnerstag, 21. Februar 2013, von Elmar Leimgruber

Heute (21.2.): Internationaler Tag der Muttersprache

Heute (21. Februar) ist der Internationale Tag der Muttersprache. Doch Krieg, Vertreibung und Stigmatisierung aber auch Migration und Vermischung der Sprachen gefährden die Sprachenvielfalt. Zudem begünstigen neue Medien weltweit den Einfluss einzelner Sprachgruppen, insbesondere des Englischen.

Von den heute rund 6.000 gesprochenen Sprachen ist knapp die Hälfte vom Verschwinden bedroht. Daran erinnert die UNESCO, die Kulturorganisation der Vereinten Nationen (UNO)  zum heutigen Welttag der Muttersprache. Ein Großteil der etwa 2.500 gefährdeten Sprachen (43% aller Sprachen) wird demnach von weniger als 10.000 Menschen gesprochen.

In diesem Jahr steht das Wechselverhältnis von Buchproduktion und gesprochener Sprache im Mittelpunkt. In vielen Ländern werden immer weniger Bücher und Lehrbücher in lokalen Sprachen und Dialekten gedruckt. Dies bedroht die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen und die soziale Inklusion kleinerer Sprachgemeinschaften. Jede Sprachvariante steht für eine eigene Sicht der Welt. Dies gilt für Ureinwohnersprachen auf Papua-Neuguinea genauso wie für die Weltsprache Englisch.

Seit dem Jahr 2000 macht der internationale Tag der Muttersprache auf sprachliche und kulturelle Vielfalt und Mehrsprachigkeit aufmerksam. Die UNESCO hat zudem einen Atlas der bedrohten Sprachen („Atlas Of The World’s Languages in Danger“) erstellt, der hier kostenlos im Download (englisch) verfügbar ist. Derzeit sind darin 2.473 Sprachen nach Name, Bedrohungsgrad und Region aufgelistet, darunter auch 231 Sprachen, die seit 1950 ausgestorben sind.

In Deutschland sind aktuell die Regional- und Minderheitensprachen Nordfriesisch und Saterfriesisch ernsthaft gefährdet. Neun weitere Dialekte sind gefährdet, darunter das Ostfränkische oder das Alemannische. In Deutschland gibt es vielfältige Aktionen zum internationalen Tag der Muttersprache. An der Universität Bonn etwa hält die Sprachwissenschaftlerin Claudia Wich-Reif eine Vorlesung zum Kommen und Gehen von Dialekten. Auch Medien greifen das Thema auf: Der Saarländische Rundfunk wird zum Tag der Muttersprache das regionale TV-Magazin „aktueller bericht“ auf saarländisch senden.