Südtirols Vater der Autonomie, Silvius Magnago, zu Grabe getragen

+ Silvius Magnago
Foto: LPA

Tausende Südtiroler und Gäste, unter anderem die Spitze der österreichischen Regierung mit Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Josef Pröll haben Altlandeshauptmann Silvius Magnago gestern das letzte Geleit gegeben. Magnago „war, ist und bleibt der Vater unserer Autonomie, er war, ist und bleibt der Vater des modernen Südtirol – eines fortschrittlichen, aufgeschlossenen, wohlhabenden sozial ausgeglichenen und auf den Ausgleich bedachten Südtirol“, sagte Landeshauptmann Luis Durnwalder.

„Er war uns Südtirolern ein liebender, aber auch strenger und ernsthafter, ein sich stets um und für unser Wohl sorgender Vater“. Nicht die Konfrontation, der Konflikt waren für ihn zentrale Bestandteile der Politik, sondern der Dialog und Kompromiss. Magnagos Politik des Machbaren könne und solle allen Vorbild sein, und er versuche, Magnagos Lebenswerk weiterzuführen, „damit Deine Opfer und Dein Einsatz nicht umsonst waren. Deshalb, sehr verehrter, lieber Silvius: von Herzen Vergelt’s Gott!“

Tausende begleiteten den „Vater der Autonomie“ zur letzten Ruhestätte
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Altlandeshauptmann Silvius Magnago sei nicht nur der Vater der Südtiroler Autonomie, er sei auch ein aufrechter Christ gewesen. Dies unterstrich Bischof Karl Golser beim Trauergottesdienst für Magnago im bis auf den letzten Platz gefüllten Bozner Dom.

Magnago habe stets dafür gesorgt, dass die Südtiroler deutscher und ladinischer Muttersprache an einem Strang gezogen hätten: „So hat uns auch der stärkste Staat nicht in die Knie zwingen können“, betonte SVP-Obmann Richard Theiner. „Seine Glaubwürdigkeit hat auch den deutschen und ladinischen Südtirolern Glaubwürdigkeit verliehen“.

Im Namen der Republik Österreich sprach Bundeskanzler Werner Faymann sein tiefstes Mitgefühl aus. Magnago habe stets hart gekämpft, aber Gewalt nie als politisches Mittel zugelassen. „Er hat das Gemeinsame gesucht und es vor das Trennende gestellt“, sagte der österreichische Bundeskanzler Faymann. Südtirol sei dank Silvius Magnagos Lebenswerk beispielgebend für Konfliktlösungen weltweit, ergänzte Vizekanzler Pröll. Staatssekretär Carlo Giovanardi würdigte namens der italienischen Regierung die Weitsicht, das Verantwortungsbewusstsein und die Kompromissbereitschaft des Altlandeshauptmanns. „Dieser große Mann geht – respektiert von ganz Italien“, würdigte ihn der ehemalige Präsident der italienischen Abgeordnetenkammer Pier Ferdinando Casini.

Mit Silvius Magnago verliert Südtirol einen ganz grossen Poltiker. Er entstammte einer mutigen Generation, die sich nicht mit Peanuts abspeisen liess, sondern die nicht nur einen klaren Standpunkt und Weitsicht hatte, sondern auch bereit war, alles Machbare für sein Volk zu erkämpfen. Südtirol ist dem Vater der Autonomie zu grosser Dankbarkeit verpflichtet. Und ich würde mir wünschen, wenn die heutigen Politiker in Südtirol sich mehr an Magnago orientieren würden: Mehr guter Kampfgeist für Südtirol und die Südtiroler würde letztlich allen Menschen in Südtirol zugute kommen.

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