Bernd Hagenkord: „Papst Franziskus ist angstfrei“

Wollte man Papst Franziskus auf eine Grundeigenschaft beschränken, dann wohl diese: „Papst Franziskus ist angstfrei“, vor allem im Umgang mit kranken und gestrauchelten Menschen. Mit diesen Worten charakterisierte P. Bernd Hagenkord SJ, Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan in einem Hintergrundgespräch mit Journalisten auf Einladung des Verbandes katholischer Publizisten Österreichs in Wien.

Armut und Gerechtigkeit zählten eindeutig zu den Schwerpunkten seiner pastoralen Tätigkeit. Franziskus sei ein „Hl. Geist-Papst“, während man dessen Vorgänger Benedikt XVI. als „Jesus-Papst“ bezeichnen könne. Papst Franziskus sei -im Gegensatz zu seinem Vorgänger- auch kein „Intellektueller“, sondern ein „Seelsorger“: Die Geschichte der Kirche betrachte er daher als „Geschichte der Liebe mit Fehlern“, berichtete Hagenkord.

Der aktuelle Papst thematisiere zudem unter dem Motto „Der Heilige Geist drängt und wir sind bequem“ gezielt immer wieder die „Bequemlichkeit der Einzelnen“ in der Kirche. Franziskus betone immer wieder, dass es „zu wenig Konzil“ und gleichzeitig „zu wenig Kontinuität“ in der Kirche gebe. Die Konzilstexte seien auch „nicht mehr in unserer Sprache“, ergänzte Hagenkord. Aber letztlich gehe es hier nicht um Worte, sondern um den Sinn, den Geist, den Hl. Geist: „Wir brauchen heute kein Konzil, keine langen Texte, sondern wir sollten uns bewegen lassen“, appellierte Hagenkord.

Das eigentliche Problem der so genannten Pius-Bruderschaft mit der Kirche sei auch ein liturgisches, sondern eines der Religionsfreiheit: „Und auch da stand Papst Benedikt voll auf Konzilslinie“.  Er, Hagenkord rechne daher auch nicht damit, dass dieser Konflikt mit den Traditionalisten bald lösbar sein werde.

Von Diskussionsleiter Paul Wuthe (Leiter der Kathpress) auf die Vorgänge um den Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI. angesprochen, meinte Hagenkord: „Durch dieses Konklave wurde die Kirche endlich zur Weltkirche“. Und jeder, der Papst Benedikt schon länger kannte, wusste, dass wenn wer zurücktreten könnte, dann er. Doch auch er selbst sei von diesem Schritt Benedikts überrascht worden, bekannte Hagenkord. Benedikt habe zudem auf seine bevorzugten geplanten Aktionen „Jahr des Glaubens“ und eine neue Enzyklika verzichtet, weswegen sein Krankheitszustand als Begründung für seinen Rücktritt jedenfalls glaubwürdig sei, so Hagenkord. Benedikt XVI. habe durch diesen Schritt zudem auch eines deutlich gezeigt: „Jemand steht zu seiner Krankheit“.

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