Goldene Palme für Laienfilm „Entre Les Murs“

Das nenne ich eine mehrfach mutige Entscheidung, die wir wohl dem diesjährigen Juryvorsitzenden in Cannes Sean Penn zu verdanken zu haben: Die Goldene Palme 2008 geht an den französischen Film „Entre les murs“.
Zum einen ist die Produktion von Laurent Cantet eine Dokumentation, zum anderen wurde sie mit Laien gedreht: Der Film erzählt mit echten Schülern und Lehrern in improvisiertem Stil die Dramen eines Schuljahres in einem multikulturellen Umfeld.
Sean Penn, den ich seit Jahren gleichermaßen als Schauspieler (Dead Man Walking) wie als Regisseur (Das Versprechen) ausserordentlich schätze, nannte die Auseinandersetzung mit der Gegenwart -man müsse wissen, in welchen politischen Zeiten man lebe- als entscheidend für die Preisvergabe.
Die meisten Preise wandern heuer nach Italien, während Wim Wenders mit seinem Film „Palermo Shooting“ und sein Hauptdarsteller Campino (Die Toten Hosen) leer ausgingen.

Weitere wichtige Auszeichnungen:
Regiepreis: Nuri Bilge Ceylan (Türkei) für „Üc Maymun“
Großer Preis der Jury: „Gomorra“ (Matteo Garrone, Italien)
Preis der Jury: „Il Divo“(Paolo Sorrentino, Italien)
Bestes Drehbuch: „La silence de Lorna“ (Jean-Pierre und Luc Dardenne, Belgien)
Spezialpreis für das Lebenswerk: Cathérine Deneuve (Frankreich)
Bester Schauspieler: Benicio Del Toro für „Che“ (Steven Soderbergh, USA)
Beste Schauspielerin: Sandra Corveloni für „La ligna de passe“ (Walter Salles, Brasilien)
Caméra d’or für den besten Debütfilm: „Hunger“ (Steve McQueen, Großbritannien)
Goldene Palme für den besten Kurzfilm: „Megatron“ (Marian Crisan, Rumänien)

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