Gebt den Bauern, was der Bauern ist!

Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass Europas Bauern streiken: Es kann einfach nicht sein, dass die Milchpreise immer weiter nach oben schießen und die Bauern davon kaum was zu sehen bekommen.
Ok, eine Milchkuh gibt zwischen 25 und 60 Kg Milch pro Tag und „Hochleistungskühe“ liefern bis zu 17.000 Kg pro Jahr. Und ein guter Mittelwert liegt pro Kuh zwischen 9.000 und 11.000 kg jährlich.
Aber der Bauer bekommt für einen Liter Milch in Deutschland pro kg von den Molkereien zwischen 25 und 35 Cent. Das ergibt bei einer guten Durchschnittskuh auf das Jahr gesehen zwischen 2.500 und 3.500 Euro. Und davon müssen Ausgaben wie Aufzucht, Betreuung, Strom und Nahrungsmittel noch abgezogen werden: Dabei trinkt eine Kuh bei heissem Wetter allein schon bis zu 180 Liter Wasser pro Tag, ganz zu schweigen von weiteren Nahrungsmitteln, die entweder geerntet oder zugekauft werden müssen.
Dass in der derzeitigen Teuerungswelle im Lebensmittel- und Energiebreich vor allem Kleinbauern die finanzielle Luft zum Atmen ausgeht, und dass sie derzeit zumindest 40 Cent pro kg (in Österreich derzeit teilweise schon umgesetzt, aber wieder rückläufig) fordern, ist mehr als nachvollziehbar.
Es ist viel zu schade um dieses wertvolles Grundnahrungsmittel, wenn die Milch nun verfüttert oder gar weggeschüttet wird, um auf die eigene Not aufmerksam zu machen.
Und ich fordere daher: gebt den Bauern ihren wohlverdienten Sold und bereichert euch nicht an ihnen!

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