Freizeitverhalten von Jugendlichen: Freunde stehen an erster Stelle

Unternehmungen mit Freunden sind für die meisten Jugendlichen das Wichtigste. Eine repräsentative Umfrage der GfK Marktforschung Nürnberg im Auftrag der „Apotheken Umschau“ ergab, dass die 14- bis 19-Jährigen sich am häufigsten regelmäßig mit Freunden treffen, um sich in ihrer Freizeit zu entspannen (87,6 %). Gleich an zweiter Stelle nennen die jungen Leute „Musik hören“ (79,9 %). Erst auf Rang drei und vier folgen dann das Fernsehen (72,5 %) und das Internetsurfen (62,8 %).

Sechs von zehn (58,6 %) relaxen regelmäßig beim Computerspielen, jeder zweite (51,3 %) reagiert sich beim Sport ab. Mehr als vier von zehn chatten bzw. unterhalten sich in Online-Communities (43,7 %). Und ein Drittel der Teens outet sich als Leseratte: Sie geben an, zum Abschalten regelmäßig Bücher (34,1 %) oder Zeitschriften/ Zeitungen (33,5 %) zu lesen.

Die 2009 vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest durchgeführte JIM-Studie kam übrigens zu folgeden Ergebnis: An erster Stelle steht bei den Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren  -abgesehen von der Mediennutzung- mit 88 Prozent das Treffen mit  Freunden (mindestens mehrmals pro Woche). 70 Prozent treiben ebenso häufig Sport und  zwei Drittel (67 %) ruhen sich regelmäßig aus und machen gar nichts. Etwa jeder vierte Jugendliche (23 %) unternimmt zumindest mehrmals pro Woche etwas mit seinen Eltern. Jeder sechste Jugendliche spielt ein Instrument oder singt regelmäßig (18 %), 14 Prozent  malen und basteln in ihrer Freizeit und 13 Prozent gehen mehrmals pro Woche zu Sportveranstaltungen. Jeweils jeder Zehnte geht ebenso häufig zum Shoppen oder auf Partys. Discos sind für jeden Zwanzigsten eine gängige Freizeitoption, drei Prozent nutzen regelmäßig eine Bibliothek. Je zwei Prozent schreiben Karten und besuchen mehrmals pro Woche einen Gottesdienst.

Im Alltag von Jugendlichen werden Fernseher und Internet in nahezu identischem Umfang genutzt. Und das, obwohl drei Viertel der 12- bis 19-Jährigen einen eigenen Computer und nur noch 60 Prozent ein eigenes Fernsehgerät haben. 90 Prozent sehen mindestens mehrmals pro Woche fern, ebenso häufig wird das Internet genutzt. Computer (100 %) und Internet (98 %) sind heute in allen Haushalten, in denen 12- bis 19-Jährige aufwachsen, vorhanden. Mehr als jeder Zweite kann vom eigenen Zimmer aus online gehen und 90 Prozent gehen auch mehrmals wöchentlich oder täglich online. Das Internet bleibt für Jugendliche vor allem Kommunikationsmedium, knapp die Hälfte ihrer Nutzungszeit verbringen sie in sozialen Netzwerken, halten Kontakt über Instant Messenger, schicken Mails oder chatten.

Das größte Interesse der Jugendlichen besteht laut JIM-Studie am aktuellen Zeitgeschehen und bei der Lösung persönlicher Probleme, hier ist es für 85 Prozent „wichtig“ oder „sehr wichtig“ über neueste Entwicklungen schnell Bescheid zu wissen. In gleicher Größenordnung liegt das Interesse an Musik (84 %). Vier Fünftel (79 %) wollen über das Thema „Ausbildung und Beruf“ Bescheid wissen. Großes Interesse besteht auch, wenn es um Neues aus den Bereichen „Sport“ (70 %), „Internet“ (65 %) und „Mode“  (61 %) geht. Jeder Zweite will zum Thema „Handy“ (56 %) sowie „Bundes- und Lokalpolitik“ (54 bzw. 53 %) rasch informiert sein. Knapp die Hälfte der Jugendlichen zeigt beim Thema  „Computer- und Konsolenspiele“ (46 %) sowie lokalen Konzerten (46 %) ein gesteigertes Informationsbedürfnis. 39 Prozent wollen schnell über Neues aus der Welt der Stars und Sternchen auf dem Laufenden sein.

Jungen zeigen mehr Interesse an den Themen „Sport“, „Internet“, „Bundespolitik“ sowie „Computer- und Konsolenspiele“. Mädchen wollen eher Informationen zur Lösung persönlicher Probleme sowie zu den Themen „Musik“, „Mode“, „Handy“, „lokale Konzerte“ und „Stars“. Auch machen Jungen in ihrer Freizeit eher selbst Musik als Mädchen. Dagegen ruhen sich Mädchen eher aus und sind zu einem größeren Anteil kreativ und malen oder basteln. Die gesamte Jim-Studie 2009 ist hier downloadbar.

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Eine Antwort zu “Freizeitverhalten von Jugendlichen: Freunde stehen an erster Stelle”

  1. […] – heute sind es über drei Viertel (76 Prozent). 71 Prozent wünschen sich heute mehr gute Freunde. Und obwohl 91 Prozent der Kinder ihre Eltern als “die besten, die ich mir vorstellen […]

Hinterlasse eine Antwort