Die tiefe Kluft zwischen oben und unten

Während Herr und Frau Österreicher im letzten Jahr knapp über 27.000 Euro brutto verdienten, lagen die Gehälter von ATX-Vorständen (Chefs der großen börsennotierten Unternehmen in Österreich) bei durchschnittlich 1,3 Mio. Euro.
Die bestbezahlten Vorstände sitzen -bei immer höherer Belastung der Kunden- in der OMV (3,1 Mio. Euro pro Vorstand), gefolgt von Andritz und Erste Bank.
Die Arbeiterkammer (AK) fordert nun bei einem Gehalt, das den Durchschnitt um mehr als 20-fach übersteigt (derzeit werden manche bis zu 48x so hoch bezahlt), dass diese Einkommen nicht mehr als Betriebsausgabe steuerlich absetzbar sein sollen und dass die aktiennotierten Gesellschaften gesetzlich verpflichtet werden, die Vorstandsgehälter einzeln aufzudecken.
Meines Erachtens liegt derzeit eine zu große Kluft zwischen denen „da oben“ und uns „da unten“. Obwohl in Deutschland Höchstmanager noch um einiges mehr verdienen als in Österreich, ist es nicht zu rechtfertigen oder zu verstehen, dass sie hier das bis zu 48-Fache eines Durchschnittseinkommens einstreifen.
Genausowenig ist es nachvollziehbar, dass sich Nationalratsabgeordnete ihre Gehälter schon wieder erhöhen, wo man in so mancher Branche froh sein muss, nicht gekündigt zu werden, geschweige denn eine Gehaltserhöhung zu bekommen.
Dennoch bin ich mir sicher, dass viele „da oben“ aus eigennützigen Gründen Ex-Finanzminister Hannes Androsch (SPÖ) zustimmen, der sich in diesem Zusammenhang mit der geforderten Offenlegung von zu hohen Gehältern gegen eine „Neiddebatte“ wehrt.

Hinterlasse eine Antwort