Der Ring des Nibelungen als Musical in Bonn

Der Musiker Frank Nimsgern hat schon durch mehrere Musicals auf sich aufmerksam gemacht, so durch „Poe“ und „Paradise of Pain“. Seit Dezember 2007 läuft nun seine Version vom Ring des Nibelungen namens „Der Ring“ am Opernhaus Bonn in der Uraufführung. Am Dienstag war ich live dabei:
Das Vorspiel sowie einige weitere Nummern, so „Was kommt, bleibt“, Der Drachenkampf“ und „Dein Blut ist die Glut“ könnten von meinem Lieblingskomponisten Hans Zimmer sein, der Rest des Musicals ist stilistisch eine bunte Mischung, in der ziemlich viele Ohrwürmer dabei sind, so beispielsweise „Macht“, „Dreifach die Triebe“, „Wenn ich nur will“, „Brenn mir den Tag“, „Das Schwert der Rache“, „Steig hinab kleiner Mann“, „Lass uns Erinnerung sein“, „Gottheit von den Augen“.
Die Inszenierung wirkte etwas eigenartig auf mich, aber dafür wirkte Frank Nimsgern persönlich live mit (manchmal wurden die Musiker durch eine Hebebühne in den sichtbaren Raum gerückt).
Wirklich großartig aber fand ich hingegen die Besetzung des Wotan durch Karim Khawatmi (von ihm wird man in Zukunft sicher noch viel hören) und des Siegfried durch Marcus Hezel (auf der CD „Der Ring – Das Musical“ interpretiert diesen Part Serkan Kaya). Und mir als Stimmfetischisten fiel uch die herrliche Sprecherstimme von Frank Felicetti auf. Lobenswert erwähnt seien auch die Tänzerinnen und Tänzer, die in der Choreographie von Marvin A. Smith glänzten.
Aino Laos, die gemeinsam mit Nimsgern das Musical „Arena“ schrieb, als Brunhild aber hat mich an diesem Abend leider nicht wirklich überzeugt, genauso wenig wie Darius Merstein-MacLeod als Alberich oder Judith Jakob, Michaela Kovarikova, Maricel Wölk und Stephanie Theiß als Rheintöchter.
Vielleicht war ich an diesem Abend schon etwas müde, aber bei wirklich großartigen Produktionen nicke ich üblicherweise nicht ein; hier aber passierte es mir beim ersten Teil gleich mehrmals.
Dennoch: einige Nummern sind wirklich gut, und auch sehr hörenswert. Veilleicht sollte ich mir den Nimsgern-Ring noch ein zweites Mal ansehen, um eventuell ein objektiveres Urteil abgeben zu können. Als Musical-Freak sollte man ihn auf jedem Fall gesehen haben.

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