Das Ross am Neusiedlerseee

Normalerweise laufen in Mörbisch ja klassische Operetten, vor allem von Strauss oder Lehar. Aber heuer war „Mister Wunderbar“ Intendant Harald Serafin echt mutig:
Das Weisse Rössl von Ralph Benatzky in der Inszenierung von Karl Absenger läuft in dieser Saison am Neusiedlersee, ein Singpsiel, das mehr Menschen anspricht als das reine Operettenpublikum. Und er tat gut damit.
Nicht nur, dass Serafin als Kaiser Franz Joseph glänzt, sondern auch die Besetzung des Leopold durch Rainhard Fendrich und der Josepha durch Sabine Kapfinger waren großartige Ideen, die auch in der Umsetzung und Interpretation keinerlei Enttäuschung aufkommen lassen:
Natürlich kommt niemand, auch nicht Rainhard Fendrich, an DEN Leopold heran, an Peter Alexander. Aber Fendrich liefert ein insgesamt gutes Schauspiel und -auch wenn er an manchen Gesangsstellen unsicher erscheint, weil er wohl mehr operettenhaft singen muss als er es gewohnt ist- seine Rolle als verschmähter Liebender durchaus glaubwürdig auch musikalisch wiedergibt.
Und Zabine brilliert in jeder Hinsicht: nicht nur durch ihre bereits seit ihrer Zeit mit Hubert von Goisern bekannte aussergewöhnliche Jodelstimme, die sich seither übrigens noch sehr weiterentwickelt hat, sondern auch durch ein bewunderswert aussergewöhnlich gutes Schauspiel.
Und Klaus Eberhartinger überzeugt als der schöne Sigismund, wenn er auch gegenüber den beiden Hauptdarstellern leider etwas abfällt.
Insgesamt betrachtet ist das Weisse Rössl am Neusiedlersee eine wohlgelungene klassiche Inszenierung mit einer optimalen Besetzung an der Spitze.
Die Original-CD von den Seefestspielen Mörbisch 2008 mit dem Singspiel „Im weissen Rössl“ ist übrigens schon erhältlich (leider mit teils anderer Besetzung) und zwar hier (reinhören möglich) .

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