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	<title>Elmar Leimgruber &#187; Unilever</title>
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		<title>Hipp erhält den Goldenen Windbeutel 2012 für die dreisteste Werbelüge des Jahres</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jun 2012 13:03:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Firmenchef Claus Hipp bürgt in der Werbung  für die Qualität seiner Produkte &#8220;mit seinem Namen&#8221;. Dennoch wurden seine Instant-Tees für Kinder mit über 44.000 Stimmen von Konsumentenschützern zur &#8220;Dreistesten Werbelüge des Jahres&#8221; gekürt. Hipp erhielt für dieses Produkt daher (Preisannahme verweigert) den von der Konsumentenschutzorganisation foodwatch alljährlich vergebenen &#8220;Goldenen Windbeutel&#8221;. An zweiter Stelle der Werbelügen-Charts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/foodwatch-Werbelüge-Hipp-Instant-Tee.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-12959" title="foodwatch-Werbelüge-Hipp-Instant-Tee" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/foodwatch-Werbelüge-Hipp-Instant-Tee-300x204.jpg" alt="" width="300" height="204" /></a>Firmenchef Claus Hipp bürgt in der Werbung  für die Qualität seiner Produkte &#8220;mit seinem Namen&#8221;. Dennoch wurden seine Instant-Tees für Kinder mit über 44.000 Stimmen von Konsumentenschützern zur &#8220;Dreistesten Werbelüge des Jahres&#8221; gekürt. Hipp erhielt für dieses Produkt daher (Preisannahme verweigert) den von der Konsumentenschutzorganisation foodwatch alljährlich vergebenen &#8220;Goldenen Windbeutel&#8221;. An zweiter Stelle der Werbelügen-Charts steht die &#8220;Viva Vital Hackfleisch-Zubereitung&#8221; von Netto, gefolgt von Becel pro.activ von Unilever.</p>
<div>&#8220;Zuckrige  Instant-Tees bewirbt Hipp -trotz des Zuckergehalts von umgerechnet  zweieinhalb Stück Würfelzucker pro fertiger 200-Milliliter- Tasse- als geeignete Getränke für Kleinkinder schon ab dem  12. Monat: diese Irreführungskampagne haben Zehntausende Verbraucher zur  dreistesten Werbelüge des Jahres gewählt,&#8221; schreibt foodwatch dazu: &#8220;Zuckergranulat mit Wasser aufgegossen:  Eltern ein solches Produkt  für Kleinkinder zu empfehlen ist unverantwortlich und  passt in keiner  Weise zu dem so oft betonten Anspruch von Hipp, ,kindgerechte&#8217;  und  ,gesunde&#8217; Produkte anzubieten<em>&#8220;</em>, so Oliver Huizinga von  foodwatch. Experten  hingegen empfehlen, kleinen Kindern nur ungesüßte Getränke zu geben. <span id="more-12955"></span></div>
<div>
<p>Das  Ergebnis der Werbelügenwahl 2012 im Detail:</p>
<ol>
<li>Platz: Instant-Tees    ab dem 12. Monat von Hipp (44.013 Stimmen/34,1 Prozent)</li>
<li>Platz: Viva Vital    Hackfleisch-Zubereitung mit pflanzlichem Eiweiß von Netto-Markendiscount    (35.549 Stimmen/27,5 Prozent)</li>
<li>Platz: Becel    pro.activ von Unilever (28.686 Stimmen/22,2 Prozent)</li>
<li>Platz: Clausthaler    von Radeberger (13.104 Stimmen/10,1 Prozent)</li>
<li>Platz: Landlust    Mirabelle &amp; Birne von Teekanne (7.877 Stimmen/6,1 Prozent)</li>
</ol>
<p><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/2012-06-19Windbeutel-AktionHipp-Tor_ger.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-12960" title="2012-06-19Windbeutel-AktionHipp-Tor_ger" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/2012-06-19Windbeutel-AktionHipp-Tor_ger-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Bereits im Mai 2012 hatte foodwatch die  Hipp-Tees kritisiert und eine E-Mail-Aktion an den Hersteller gestartet. Mehr  als 10.000 Verbraucher beschwerten sich draufhin laut foodwatch direkt bei Unternehmenschef Claus Hipp.  Das Unternehmen kündigte daraufhin an, seine Zuckergranulat-Tees nicht länger  als &#8220;Durstlöscher&#8221; zu bewerben. In einer Antwort an Verbraucher bezeichnete sie  Hipp stattdessen als &#8220;Genussmittel&#8221;, die &#8220;gut für die Seele&#8221; der Kinder seien.  Nach Bekanntgabe der Nominierung für den Goldenen Windbeutel versprach der  Hersteller, die Produkte bis Ende des Jahres durch neue Produkte ohne  Zuckerzusatz ersetzen zu wollen.</p>
<p><em> </em></p>
<p>&#8220;Vom vermeintlich gesunden Durstlöscher zum  Genussmittel für die Seele &#8211; diese bemerkenswerte Umdeutung zeigt, dass die  Unternehmen offenbar nur durch den öffentlichen Druck der Verbraucher  reagieren&#8221;, sagte Oliver  Huizinga von foodwatch. Es sei  richtig, die völlig überflüssigen und für Kleinkinder ungeeigneten  Zuckergranulat-Tees aus dem Sortiment zu nehmen.</p>
<p>Inwieweit die Nachfolgeprodukte  dem Hipp-Anspruch von &#8220;kindgerechten&#8221; und &#8220;gesunden&#8221; Produkten genügen werden  und ob der Protest wirklich einen Fortschritt für die Verbraucher bringt, lasse  sich jedoch noch nicht beurteilen: Das Unternehmen hat die Zusammensetzung der  Ersatzprodukte noch nicht bekannt gegeben. &#8220;Eigentlich gibt es keine Notwendigkeit,  andere Produkte zu entwickeln, denn Hipp hat geeignete Kleinkind-Getränke längst  im Sortiment: die guten alten Teebeutel&#8221;, so Oliver Huizinga. Bis zur  Markteinführung der Ersatzprodukte will Hipp seine Zucker-Instant-Tees offenbar  weiterhin wider besseres Wissen im Kleinkind-Sortiment und mit der Empfehlung ab  dem 12. Lebensmonat verkaufen, so foodwatch.</p>
<p>Die Wahl zum Goldenen Windbeutel lief vom  22. Mai bis zum 18. Juni 2012 auf <a href="http://www.abgespeist.de/" target="_blank">www.abgespeist.de</a>. Insgesamt haben sich laut eigenen Angaben am  foodwatch-Portal gegen Etikettenschwindel, 129.229 Verbraucher an der Wahl zum  Goldenen Windbeutel 2012 beteiligt. foodwatch vergab den  Preis 2012 für die dreisteste Werbelüge des Jahres bereits zum vierten Mal. 2011  wählten die Verbraucher die &#8220;Milch-Schnitte&#8221; von Ferrero zum Windbeutel-Sieger,  2010 erhielt die Molkerei Zott die Negativ-Auszeichnung für ihren &#8220;Monte Drink&#8221;,  2009 Danone für seinen probiotischen Joghurt  &#8220;Actimel&#8221;.</p>
</div>
<p><strong> </strong></p>
</div>
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		<title>Vorwurf: Mediziner lassen sich von Danone und Unilever missbrauchen</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jun 2012 14:01:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es kann nicht sein, dass sich Ärzte von Konzernen wie Danone oder Unilever als Markenbotschafter missbrauchen lassen. Um Becel pro.activ, Actimel und Activia zu bewerben, haben die Hersteller Unilever und Danone über Jahre hinweg versucht, Ärzte zu instrumentalisieren, wirft ihnen die Konsumentenschutzorganisation foodwatch vor: Ziel der speziellen Marketingkampagnen: Mediziner sollten die Functional-Food-Lebensmittel in ihren Praxen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es kann nicht sein, dass sich Ärzte von Konzernen wie <a title="Danone" href="http://www.redakteur.cc/?s=Danone" target="_blank">Danone</a> oder <a title="Unilever" href="http://www.redakteur.cc/?s=Unilever" target="_blank">Unilever</a> als Markenbotschafter missbrauchen lassen. Um <a title="Becel" href="http://www.redakteur.cc/?s=becel" target="_blank">Becel  pro.activ</a>, <a title="Actimel" href="http://www.redakteur.cc/?s=actimel" target="_blank">Actimel</a> und <a title="Activia" href="http://www.redakteur.cc/?s=Activia" target="_blank">Activi</a>a zu bewerben, haben die  Hersteller Unilever und  Danone über Jahre hinweg versucht, Ärzte zu  instrumentalisieren, wirft ihnen die Konsumentenschutzorganisation <a title="foodwatch" href="http://www.redakteur.cc/?s=foodwatch" target="_blank">foodwatch</a> vor:<strong></strong> Ziel der  speziellen Marketingkampagnen: Mediziner sollten die  Functional-Food-Lebensmittel in ihren Praxen an Patienten empfehlen. Die  Konzerne setzten dabei auf irreführende Angaben und verschwiegen relevante  Informationen, wie die Verbraucherorganisation foodwatch heute in Berlin  kritisierte.</p>
<p>&#8220;Nicht nur die Pharmaindustrie, sondern auch  Lebensmittelhersteller bedrängen Ärzte, den Patienten ihre zweifelhaften  Produkte anzudienen&#8221;, erklärte Oliver Huizinga von foodwatch. &#8220;Das  Ärzte-Marketing läuft genauso irreführend und manipulativ wie die direkte  Werbung an Endverbraucher.&#8221;<span id="more-12905"></span></p>
<p>Beispiele von -laut foodwatch- fragwürdigen  Ärzte-Kampagnen:<strong><br />
</strong></p>
<ul>
<li>Im April 2012 veröffentlichte Unilever einen Offenen Brief an die    Ärzteschaft in Form ganzseitiger Anzeigen in der Ärztezeitung und im    Ärzteblatt über seine mit Pflanzensterinen angereicherte, cholesterinsenkende    Margarine. &#8220;Über 45 Humanstudien wurden durchgeführt, um sowohl die Sicherheit    als auch die Wirksamkeit von Pflanzensterinen zu belegen&#8221;, argumentiert    Unilever-Deutschland-Chef Harry Brouwer und verweist darauf, dass die    &#8220;wichtigsten europäischen Fachgesellschaften für Kardiologie (ECS) und    Atherosklerose (EAS)&#8221; Pflanzensterin-angereicherte Lebensmittel in ihre    Empfehlungen zur Behandlung erhöhter Cholesterinwerte aufgenommen hätten.    Unilever unterschlägt dabei, dass eben diese Leitlinien den gesundheitlichen    Nutzen und die Sicherheit solcher Produkte anzweifeln &#8211; darin heißt es:    &#8220;Aktuell gibt es keine Daten, die belegen, dass die Cholesterinsenkung    mithilfe von Pflanzensterinen präventiv gegen koronare Herzkrankheiten wirkt.    Um die Sicherheit von Lebensmitteln mit Pflanzensterinzusatz bei regelmäßiger    Einnahme zu garantieren, sind außerdem Langzeitstudien nötig.&#8221;</li>
<li>Im November 2011 verschickte Unilever Broschüren und Bestellscheine für    kostenlose Beratungsmaterialien per Post an Arztpraxen. Vor allem die    &#8220;Online-Services für Sie und Ihre Patienten&#8221; auf den Internetseiten    herzalter.de, mein-fettrechner.com und becel.de wurden beworben, verbunden mit    dem Appell: &#8220;Empfehlen Sie unsere Online-Services auch Ihren Patienten.&#8221; Die    wissenschaftlichen Zweifel an Lebensmitteln mit Pflanzensterinen verschweigt    Unilever auch hier, so foodwatch..</li>
<li>Auf www.actimel.de steht bis heute ein passwortgeschützter  Expertenbereich    speziell für &#8220;Ärzte und Wissenschaftler&#8221; zur  Verfügung. Danone dokumentiert    dort Fortbildungen zu Themen wie  &#8220;Probiotika und Immunsystem&#8221;, die das    Unternehmen gesponsert hat. Der  Konzern bietet Zusammenfassungen seiner    Studien an, mit denen  jahrelang die Gesundheitseffekte von Actimel belegt    werden sollte.  Danone suggeriert, Actimel sei mehr als ein gewöhnlicher    Joghurt und  könne unter anderem vor Erkältungen schützen. Dies wird durch die     Studien jedoch nicht belegt.</li>
<li>Bereits 2008 legte Danone  Actimel-Gutscheine in Arztpraxen aus, um in    einem vertrauenswürdigen  Umfeld für den Joghurt zu werben.</li>
</ul>
<p>foodwatch hatte Unilever bereits kritisiert, weil das Unternehmen in seiner  Werbung an Verbraucher suggeriert, dass ein gesundheitlicher Nutzen belegt sei,  und Hinweise auf mögliche Nebenwirkungen verschleiert.<br />
<strong></strong></p>
<p>&#8220;Actimel activiert Abwehrkräfte&#8221; &#8211; jahrelang hat Danone den Eindruck erweckt,  der probiotische Joghurtkeim &#8220;L. casei defensis&#8221; könne vor Erkältungen schützen. Inzwischen wurden die ursprüngliche Werbung und das Ärzte-Marketing von  der Realität überholt: Der &#8220;Defensis&#8221;-Keim ist heute offiziell nur noch für den  &#8220;typischen und leckeren Actimel-Geschmack&#8221; und für einen &#8220;starken Start in den  Tag&#8221; verantwortlich. Denn mit gesundheitsbezogenen Aussagen für den Joghurt-Keim  darf Danone nicht mehr werben: Es gibt keinen von der Europäischen  Lebensmittelbehörde zugelassenen Claim. Die Genehmigung einer Aussage zum Schutz  vor Erkältungen hatte Danone gar nicht erst beantragt &#8211; stattdessen einen Claim  über die Wirkung auf Durchfallerkrankungen. Dieser Antrag wurde jedoch  abgelehnt; weitere Anträge zog Danone zurück, bevor es zur Prüfung  kam, so foodwatch.</p>
<p>Bei der Wahl zum von foodwatch ausgeschriebenen Goldenen  Windbeutel 2011 hatte das Produkt den zweiten Platz  belegt. 2009 erhielt Actimel den Goldenen Windbeutel für die dreisteste Werbelüge des  Jahres. Becel pro.activ ist  derzeit einer von fünf Kandidaten für den &#8220;Goldenen  Windbeutel&#8221; 2012, der noch  bis zum 18. Juni laufenden Verbraucherwahl  zum Preis für die Werbelüge des  Jahres auf <a href="http://www.abgespeist.de" target="_blank">www.abgespeist.de</a>.</p>
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		<title>foodwatch fordert: Becel pro activ in die Apotheke</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Nov 2011 23:02:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_11097" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Becel_foodwatch.jpg"><img class="size-medium wp-image-11097 " title="Becel_foodwatch" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Becel_foodwatch-300x214.jpg" alt="" width="240" height="171" /></a></dt>
<h4 class="wp-caption-dd">Becel pro aktiv<br />
Foto: foodwatch</h4>
</dl>
</div>
<p>Nach ihrem Kampf unter anderem gegen Danone und Ferrero sagt die deutsche Verbraucherorganisation foodwatch nun Unilever den Kampf an: Ihr &#8220;Becel pro aktiv&#8221; verführe als cholesterinsenkende Margarine zu einer unkontrollierten Selbstmedikation mit unklaren Risiken und Nebenwirkungen. Die Verbraucherorganisation foodwatch fordert daher den Verkaufsstopp von Becel pro.activ im Supermarkt und hat hierfür <a title="Infos und Mailaktion gegen Unilever" href="http://www.abgespeist.de/becel_proactiv/index_ger.html" target="_blank">online eine  E-Mail-Aktion</a> an Unilever gestartet, bei der Verbraucher den Konzern  auffordern können, das Produkt aus dem Supermarktregal zu nehmen.</p>
<p>foodwatch fordert auch Hersteller anderer cholesterinsenkender  Produkte auf, diese als Medikament zu behandeln und nicht länger frei  als Lebensmittel zu verkaufen. Dazu gehören Deli Reform Active  von den  Walter Rau Lebensmittelwerken, Benecol von Emmi sowie Danacol von  Danone.<span id="more-11093"></span></p>
<p>Zu Becel pro aktiv: „Der gesundheitliche Nutzen ist nicht belegt, es gibt Hinweise auf beträchtliche Risiken und nicht zuletzt empfehlen das Bundesinstitut für Risikobewertung und die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA allen gesunden Menschen ohne erhöhten Cholesterinspiegel ausdrücklich, solche Produkte zu meiden“, erklärte Oliver Huizinga von foodwatch: „Becel pro.activ sollte nur auf ärztliche Empfehlung in der Apotheke abgegeben werden. Unilever sollte den freien Verkauf an Jedermann im Supermarkt stoppen und ein Zulassungsverfahren als Medikament anstrengen, damit die nach dem Arzneimittelrecht zuständigen Behörden den gesundheitlichen Nutzen sowie die Risiken und Nebenwirkungen beurteilen können.“</p>
<p>Becel pro.activ sind hochkonzentriert pflanzliche Phytosterine zugesetzt, bestimmte chemische Verbindungen, die praktisch baugleich sind mit Cholesterin. Unilever hat nachgewiesen, dass sie das „schlechte“ LDL-Cholesterin im Blut senken können. Doch Wirkung ist nicht gleich Nutzen, sagt foodwatch: Ob eine durch Pflanzensterine bewirkte Senkung des Cholesterinspiegels auch das Risiko für Herzinfarkte senkt, ist nicht belegt, anders als bei cholesterinsenkenden Arzneimitteln. In der Beeinflussung von Blut-Laborwerten allein jedoch liegt noch kein gesundheitlicher Nutzen. Im Gegenteil gibt es in Studien Hinweise auf erhebliche Nebenwirkungen von Pflanzensterinen. Diese könnten das Risiko für Herzerkrankungen sogar erhöhen, anstatt es zu senken, indem sie verursachen, was sie eigentlich verhindern sollen: Ablagerungen in Gefäßen. Im Herbst 2010 stellten Wissenschaftler in den Niederlanden außerdem erstmals vergrößerte Venenim menschlichen Auge durch Pflanzensterine fest – auch dies könnte für erhöhtes Infarktrisiko sprechen, was dringend eingehend erforscht werden sollte, fordern die Konsumentenschützer.</p>
<p>In Übereinstimmung mit der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), „dass der Verzehr von Lebensmitteln mit Phytosterinen von gesunden Menschen, die keinen erhöhten Cholesterinspiegel haben, ausdrücklich vermieden werden sollte“. Dazu Oliver Huizinga: „Wenn das staatliche Bundesinstitut für Risikobewertung und sogar die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde so eindeutig vor dem Verzehr warnen, sollte sich Verbraucherministerin Ilse Aigner dafür einsetzen, dass medikamentenähnliche Lebensmittel wie Becel pro.activ nicht mehr frei im Supermarkt verkauft werden dürfen. Das Beispiel zeigt, dass man den Gesundheitsschutz nicht der Lebensmittelindustrie überlassen darf.“</p>
<p>Bisher ist gesetzlich zwar ein Hinweis auf der Verpackung vorgeschrieben, dass Lebensmittel mit Pflanzensterinzusatz für Personen gedacht sind, die ihren Cholesterinspiegel senken möchten. So steht auch auf der Becel-pro.activ-Verpackung im Kleingedruckten: „Exklusiv bestimmt für Personen mit überhöhtem Cholesterinspiegel.“ In seiner Werbung jedoch suggeriert der Konzern, mit der Margarine könnte praktisch Jedermann, der nur „ein wenig besorgt“ über seinen Cholesterinspiegel ist, vorsorglich – eben „pro activ“ – etwas Gutes für seine Gesundheit tun. Oliver Huizinga: „Wer sich Sorgen über seinen Cholesterinspiegel macht, sollte zum Arzt gehen und nicht in den Supermarkt – und zu Risiken und Nebenwirkungen fragt man auch besser nicht Unilever, dort redet man über diesen Aspekt von Becel pro.activ nämlich nicht so gerne.“</p>
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