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	<title>Elmar Leimgruber &#187; Mittelschule</title>
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		<title>Schulstreit in Südtirol</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 23:05:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Grundschule-Girlan_Gemeinde-Eppan.jpg"><img class="size-medium wp-image-11649" title="Grundschule Girlan_Gemeinde Eppan" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Grundschule-Girlan_Gemeinde-Eppan-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></a></dt>
<h4 class="wp-caption-dd">Grundschule Girlan in der Gemeide Eppan in Südtirol<br />
Foto: Gemeinde Eppan</h4>
</dl>
</div>
<p>In Südtirol herrscht derzeit ein offener Schulstreit zwischen der Landesregierung und Eltern: Die Südtiroler Landesregierung hatte sich, um Verwaltungskosten zu  sparen, am 5. Dezember 2011 grundsätzlich für die 5-Tage-Woche an den Schulen  ausgesprochen und den endgültigen Beschluss hierzu mit Ende Januar geplant.  Die Brixner Ärztin Veronika Dellasega hat daher eine <a title="Online-Unterschriftenaktion gegen die 5-Tagewoche an Südtirols Schulen" href="http://openpetition.de/petition/online/eltern-fuer-die-6tagewoche-an-den-schulen-suedtirols-genitori-per-i-6-giorni-lavorativi-a-scuola" target="_blank">Online-Unterschriftenaktion</a> gegen das Vorhaben der Südtiroler Landesregierung gestartet. Bislang wird in den vielen Schulen Südtirols von Montag bis Samstag unterrichtet, künftig soll auch der Samstag unterrichtsfrei werden.  Dagegen wehren sich Eltern nun mit einer Petition, die noch 171 Tage andauert. Bis Redaktionsschluss dieses Beitrags gab es 850 Unterschriften.<strong><br />
</strong></p>
<p><strong></strong>Per Beschluss des Landtags war die Landesregierung beauftragt worden,  den <a title="Schulkalender in Südtirol" href="http://www.provinz.bz.it/schulamt/service/schulkalender.asp" target="_blank">Schulkalender in Südtirol</a> zu vereinheitlichen. Von  den insgesamt 65.000 Kindern und Jugendlichen, die Kindergärten,  Grund-,  Mittel-, Ober- und Berufsschulen im Land besuchen, entfallen 44  Prozent  auf Schulen mit einer 5-Tage-Woche, 32 Prozent auf solche mit  einer  6-Tage-Woche, 13 Prozent gehen in Schulen, die das alternierende  Modell  anwenden, die verbleibenden elf Prozent besuchen schließlich  Schulen,  die die 6-Tage-Woche vorgeschrieben, allerdings einige freie  Samstage in  den Schulkalender eingebaut haben.<span id="more-11645"></span></p>
<p>&#8220;Die Fünf-Tage-Woche nimmt weder Rücksicht auf die unterschiedlichen   Bedürfnisse und Besonder­heiten der verschiedenen Schulstufen   (Grundschule, Mittelschule und Oberschule) noch der Altersstufen der   Schüler/innen&#8221;, kritisiert Dellasega und plädiert für die Schulauonomie: &#8220;Die bestmögliche Verteilung der Unterrichtszeit auf die Wochentage ist   aber wesentlich für  das Erreichen der Ziele der jeweiligen Schule&#8221;. Daher sollte -da das bisherige Sysem auch zu guten PISA-Ergbenissen geführt hat- jede Südtiroler Schule auch weiterhin selbst entscheiden können, welches   Modell sie aufgrund ihrer Bedürfnisse und Situation umsetzen will, so Dellasega.</p>
<p>Die 5-Tagewoche führe, da zusätzlich mehrmals pro Woche am Nachmittag ebenfalls unterrichtet werden müsse, zu einer massiven Überbelastung der Schüler: &#8220;Mit jedem Nachmittagsunterricht  wird ihnen das Lernen erschwert&#8221; und &#8220;Übermäßiger Stress kann bei Kindern und  Jugendlichen zu Psychosen führen, die sich negativ auf ihre Entwicklung  auswirken&#8221;. Vor allem Schülern von Mittel- und Oberschulen würde durch den Nachmittagsunterricht auch die Chance verweigert, ihren Hobbies nachzugehen: &#8220;Sportvereine, Musikkapellen und Feuerwehren müssen daher um ihren   Nachwuchs bangen, alles ehrenamtliche Einrichtungen, die im Laufe der   letzten Jahrzehnte erheblichen Zuspruch und Zuwachs erfahren haben und   nur durch den unermüdlichen Einsatz vieler Personen, auch Jugendlicher,   zu dem geworden sind, was sie heutzutage auch über unsere Landesgrenzen   darstellen&#8221;.</p>
<p>Der bei einer 5-Tage-Woche um eine Woche früher beginnende Schulbeginn und die eine Woche später beginnenden Ferien kann &#8220;das begehrte Sommerpraktikum von deutlich weniger  Oberschülern  in Anspruch genommen werden&#8221; und auch &#8220;die geliebte erste Ferienwoche der Familien im Juni (ab Mitte Juni),   in der sie zum Vorzugspreis ans Meer fahren können, fällt weg&#8221;. Und nicht zu unterschätzen sei auch die zusätzliche finanzielle  Belastung der Eltern, wenn durch die Ganztagsschule bedingt auch  für die Schulabspeisung bezahlt werden müsste, kritisiert Dellasega.</p>
<p>Während laut Plan der Südtiroler Landesregierung in Kindergarten und Grundschule die 5-Tagewoche künftig ohne Ausnahmen gilt, sollen nur in der deutschen Schule auch die Mittelschulen gänzlich auf  das 5-Tage-Modell umgestellt werden. In den italienischen Schulen regt sich dagegen schon seit einiger Zeit Widerstand. &#8220;Dieser ist auch bis zu einem gewissen  Grad verständlich, weil die Realitäten in Stadt und Land sehr  unterschiedlich sind&#8221;, reagierte Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder. Künftig soll daher eine Ausnahme  von der 5-Tage-Woche vorgesehen werden. So kann sich der Schulrat mit Drei-Viertel-Mehrheit  für die 6-Tage-Woche aussprechen. &#8220;Nur dann ist eine solche auch  zulässig&#8221;, so der Landeshauptmann. Selbiges gelte auch für alle  Oberschulen.</p>
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		<title>Pisa und das österreichische Schulsystem</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Dec 2010 22:11:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einerseits spricht ja Einiges für die gemeinsame Mittelschule (Neue Mittelschule) aller Kinder in Österreich: So sind die Erfahrungen jener Länder, die ähnliche Schulsysteme haben, nicht immer negativ (in Südtirol beispielsweise gibts die Mittelschule für alle bereits seit 1962). Dies ist auch insofern verständlich, weil die meisten Zehnjährigen noch nicht in der Lage sind, einen Schultypus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Schule-PICT2924.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-8189" title="Digital Camera" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Schule-PICT2924-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a>Einerseits spricht ja Einiges für die gemeinsame Mittelschule (Neue Mittelschule) aller Kinder in Österreich: So sind die Erfahrungen jener Länder, die ähnliche Schulsysteme haben, nicht immer negativ (in Südtirol beispielsweise gibts die Mittelschule für alle bereits seit 1962). Dies ist auch insofern verständlich, weil die meisten Zehnjährigen noch nicht in der Lage sind, einen Schultypus zu wählen, der für ihren möglichen Beruf eventuell relevant sein könnte. Natürlich ist es daher sinnvoll, die Kinder erst mit 14 vor diese Wahl zu stellen.</p>
<p>Nur -und da beginnen die eigentlichen Probleme-: Die Einführung der gemeinsamen Mittelschule hätte, wie in anderen Ländern auch, vor Jahrzehnten erfolgen müssen, und das System würde so mittlerweile vermutlich auch funktionieren. Inzwischen aber leidet Österreich  -und hier in besonderer Weise Wien- dank jahrelanger unverantwortlicher und leichtsinniger SPÖ-Förderung unter vielen (vor allem durch &#8220;Familienzusammenführungen&#8221; bedingt) Zuwanderern,  die nicht oder unzureichend die deutsche Sprache beherrschen. Dies musste in Folge natürlich vor allem in klassischen Wiener Zuwanderungsbezirken dafür sorgen, dass das Schulniveau drastisch sank. Und dies mag auch mit ein Grund sein, warum Österreich beim aktuellen PISA-Test im Lesen vom 16. auf dem 31. Platz von ingesamt 34 abstürzte.<span id="more-7728"></span></p>
<p>Eine verpflichtende Zusammenlegung aber von Gymnasien in der Unterstufe mit Niedrig-Niveau-Hauptschule in eine &#8220;Neue Mittelschule&#8221; würde aber vermutlich eher das Gesamt-Niveau nach unten ziehen als umgekehrt, vor allem auch weil es vier mal so viele (!) Hauptschüler als Gymnasiasten gibt. Es würde also wohl das Gegenteil von dem eintreten, womit die rote Unterrichtsministerin wirbt: weitere Bildungsniveau-Senkung und nicht -Hebung.</p>
<p>Zudem waren sowohl die Idee der Mittelschule als auch der Ganztagsschule seit jeher in vielen betroffenen Ländern ideologisch tiefrot besetzt und hatten das vorrangige Ziel, Kinder möglichst früh dem Erziehungseinfluss der Eltern zu entziehen um sie unter staatlicher Obhut als treue Gefolgsleute von linkem Gedankengut heranzuzüchten und zu missbrauchen. Dies darf natürlich nicht passieren, genau so wie eine aufgezwungene allgemeine Verpflichtung für alle, die Neue Mittelschule und die Ganztagsschulen einzuführen, kontrapoduktive Geldverschwendung wäre. Der aktuelle Schulen-Kompetenzstreit zwischen Bund und (nicht SPÖ-regierten) Ländern in Österreich, hat wohl auch diesen ideologischen Hintergrund.</p>
<p>Die Folge des aktuellen niederschmetternden PISA-Ergebnisses wird jedoch für Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) wohl leider (anstatt über ideologiefreie Reformen nachzudenken) sein, ihre ideologischen sogenannten &#8220;Reformen&#8221;als Antwort voranzutreiben, die da lauten: Neue Mittelschule und Ganztagsschule. Wenn auch positiv ist, dass die &#8220;Neue Mittelschule&#8221; den AHS-Unterstufen-Lehrplan (also den der Gymnasien) hat:</p>
<p>Doch die Neue Mittelschule -und dies muss in aller Deutlichkeit gesagt werden- ist nicht die eigentliche Lösung des Problems, dass Österreichs Kinder nach dem Pflichtschulabschluss Schlusslichter beim Lesen sind und auch sonst eher schlecht abschneiden. Dies belegt auch die Tatsache, dass bereits die aus der &#8220;Gesamtschule&#8221;  Volksschule kommenden Kinder vielfach nicht mal die nötigsten  Grundkenntnisse im Lesen mitbringen. Die verschiedenen Unterstufen in Österreichs sorgten zudem früher ja auch für ein Bildungsniveau, das für alle Absolventen des Pflichtschulbereich verantwortbar war. Das Problem muss also ganz wo anders liegen.</p>
<p>Vielmehr müssen die Lehrpläne endlich zeitgemäss konkret überarbeitet werden mit klaren Zielvorgaben, was die Schüler nach Abschluss eines Schuljahres können müssen.  Und der Schwerpunkt der Pflichtschulausbildung (inklusive Förderungen) muss ausnahmslos der sein, dass niemand die Volksschule verlässt, der nicht grundsätzlich lesen oder rechnen kann. Zudem wäre vielleicht neben der Leistungskontrolle von Schülern selbiges auch für Lehrer überlegenswert.</p>
<p>So lange aber wirklich notwendige Reformen (wie die bezüglich der Lehrpläne) nicht mal überlegt werden, kann man sich -vor allem in Zeiten des Sparens- Diskussionen über neue mehr oder weniger sinnvolle kostspielige Schulversuche wie der Neuen Mittelschule oder gar der Ganztagsschulen gern sparen.</p>
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