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	<title>Elmar Leimgruber &#187; Michael Rediske</title>
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		<title>Tag der Pressefreiheit: ROG fordert UN-Sonderbeauftragten für Journalisten</title>
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		<pubDate>Tue, 03 May 2016 09:42:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anlässlich des heutigen internationalen Tag der Pressefreiheit fordert Reporter ohne Grenzen (ROG) einen UN-Soderbeauftragten für Journalisten. &#8220;Pressefreiheit darf nicht nur in Sonntagsreden hochgehalten werden. Wo Journalisten wegen ihrer Arbeit um Leib und Leben fürchten müssen, nehmen Zensur und Desinformation überhand“, betont ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske.  &#8220;Ein UN-Sonderbeauftragter mit einem starken Mandat würde den Schutz von Journalisten [...]]]></description>
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<p>Anlässlich des heutigen internationalen Tag der Pressefreiheit fordert  Reporter ohne Grenzen (ROG) einen UN-Soderbeauftragten für Journalisten. &#8220;Pressefreiheit darf nicht nur in Sonntagsreden  hochgehalten werden. Wo  Journalisten wegen ihrer Arbeit um Leib und  Leben fürchten müssen,  nehmen Zensur und Desinformation überhand“, betont   ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske.  &#8220;Ein UN-Sonderbeauftragter mit   einem starken Mandat würde den Schutz von Journalisten international zur   Chefsache machen&#8221;. Die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen werden daher aufgerufen,  schnellstmöglich einen UN-Sonderbeauftragten für den Schutz von  Journalisten einzusetzen.<span id="more-16394"></span>In einem Brief an alle UN-Botschafter wirbt die Organisation für einen Mechanismus, um die Staaten endlich  wirksam zur Einhaltung ihrer völkerrechtlichen Pflicht zum Schutz von  Journalisten vor Gewaltverbrechen anzuhalten. Ziel ist es, endlich die  seit Jahren konstant hohen Zahlen getöteter Medienschaffender zu senken. Internationale Organisationen, Nichtregierungsorganisationen und Medien sind aufgerufen, den Aufruf ebenfalls zu unterstützen.</p>
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<p>Der Initiative von Reporter ohne Grenzen haben sich jetzt Menschenrechtsorganisationen, Medien- und Journalistenverbände sowie namhafte Medienunternehmen von allen Kontinenten angeschlossen, darunter der Weltzeitungsverband  WAN-IFRA, Human Rights Watch, das Committee to Protect Journalists und  viele weitere Nichtregierungsorganisationen, die sich für Presse- und  Meinungsfreiheit einsetzen. Auch viele Zeitungen wie die <em>New York Times</em>, <em>The Hindu</em> und <em>Bangkok Post</em> sowie Mediengruppen wie <em>ABP</em> (Indien) und <em>Grupo RBS</em> (Brasilien) unterstützen den Aufruf.</p>
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<div>
<p>Trotz zahlreicher UN-Beschlüsse zur Sicherheit von  Journalisten bleiben die Zahlen besorgniserregend: Im Laufe der  vergangenen zehn Jahre sind weltweit mindestens 787 Journalisten wegen ihres Berufs getötet worden, 67 davon allein im Jahr 2015. Die meisten Reporter sterben  außerhalb von Kriegsgebieten, weil sie in Ländern wie Brasilien oder  Mexiko über organisierte Kriminalität, Korruption, Machtmissbrauch oder  Menschenrechtsverletzungen berichtet haben. Viele dieser Verbrechen  bleiben ungestraft.</p>
</div>
<div>
<p>Der von Reporter ohne Grenzen vorgeschlagene  Sonderbeauftragte für den Schutz von Journalisten sollte überwachen,  inwieweit die UN-Mitgliedsstaaten ihre einschlägigen völkerrechtlichen  Verpflichtungen erfüllen. Er  sollte direkt dem UN-Generalsekretär  unterstehen und die Befugnis zu eigenständigen Untersuchungen haben,  wenn Staaten nach Gewalttaten gegen Journalisten nicht ermitteln.</p>
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<div>
<p>Durch diese zentrale und dauerhafte Stellung im System der Vereinten Nationen könnte ein Sonderbeauftragter helfen, den UN-Aktionsplan zur Sicherheit von Journalisten besser umzusetzen. Ebenso könnte er die Bemühungen anderer Institutionen für mehr Schutz von Journalisten unterstützen, darunter UN-Organe wie  die UNESCO, der UN-Menschenrechtsrat, der UN-Hochkommissar für  Menschenrechte und der UN-Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit,  aber auch andere Organisationen wie der Europarat und der  Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit der Interamerikanischen  Menschenrechtskommission.</p>
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<p>Details zur Rolle des vorgeschlagenen UN-Sonderbeauftragten finden Sie in den Empfehlungen von Reporter ohne Grenzen im September.</p>
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<div>
<p>In den vergangenen Jahren haben verschiedene Gremien der  Vereinten Nationen eine ganze Reihe von Resolutionen zum besseren Schutz  von Reportern verabschiedet – ohne, dass sich die Situation dadurch  grundlegend verändert hätte.</p>
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<p>So rief der Weltsicherheitsrat am 27. Mai 2015 die Staaten auf, ihren Verpflichtungen zum Schutz von Journalisten in  bewaffneten Konflikten nachzukommen. In seiner einstimmig angenommenen Resolution 2222 nahm er zugleich erstmals direkt auf das Recht auf Meinungsfreiheit gemäß Artikel 19 der Allgemeinen Menschenrechtserklärung.</p>
</div>
<div>
<p>Am 18. Dezember 2014 verabschiedete die UN-Vollversammlung die Resolution Nr. 69/185,  die unter anderem die Rolle von Bürgerjournalisten anerkennt. Ferner  betont diese Resolution, dass Journalisten besonders gefährdet sind, zu  Zielen von gesetzeswidriger oder willkürlicher Überwachung zu werden. Im  September 2014 konkretisierte der UN-Menschenrechtsrat das Spektrum geeigneter Schutzmechanismen für gefährdete Journalisten, darunter die Schaffung von  Frühwarnsystemen und von spezialisierten Staatsanwaltschaften für die  Verfolgung der Täter.</p>
</div>
<div>
<p>2013 legte die UN-Vollversammlung den 2. November als jährlichen Welttag gegen Straflosigkeit fest, um auf die fortdauernde Untätigkeit vieler Staaten bei der Bekämpfung von Verbrechen an Journalisten aufmerksam machen.</p>
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		<title>Medienpreis für &#8220;Standing Man&#8221; in Istanbul</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Aug 2013 22:09:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seine Bilder gingen um die Welt: Weil der islamistische türkische Diktator Recep Tayyip Erdoğan angekündigt hatte, die Demonstrationen in Istanbul niederzuschlagen, startete Erdem Gündüz einen stehenden schweigenden Protest und ging daher als &#8220;Standing Man&#8221; (türkisch: &#8220;Duran Adam&#8221;) in die Geschichte der türkischen Demokratiebewegung ein. Der Tänzer und Choreograph Erdem Gündüz erhält hierfür den diesjährigen M100 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Seine Bilder gingen um die Welt: Weil der islamistische türkische Diktator Recep Tayyip Erdoğan angekündigt hatte, die Demonstrationen in Istanbul niederzuschlagen, startete Erdem Gündüz einen stehenden schweigenden Protest und ging daher als &#8220;Standing Man&#8221; (türkisch: &#8220;Duran Adam&#8221;) in die Geschichte der türkischen Demokratiebewegung ein. Der Tänzer und Choreograph Erdem Gündüz  erhält hierfür den diesjährigen M100 Media Award.<span id="more-15287"></span></div>
<div>Gündüz wurde als &#8220;stehender  Mann&#8221; bekannt, als er im Juni aus Protest gegen Polizeigewalt in der <a title="Türkei" href="http://www.redakteur.cc/rog-tuerkei-agiert-gegen-meinungs-und-pressefreiheit/" target="_blank">Türkei</a> und das  Schweigen der türkischen Medien über die Gezi-Protestbewegung etwa 8 Stunden lang regungslos auf dem Istanbuler Taksim-Platz verharrte und das Porträt des Staatsgründers der modernen Republik Türkei, Mustafa Kemal Atatürk anstarrte. Nachdem  die Polizei die großen Demonstrationen auf dem Platz gewaltsam beendet  hatte, inspirierte er mit seinem friedlichen Protest zahlreiche  Nachahmer.</div>
<p>Das Potsdamer Medienforum M100, dessen Kooperationspartner Reporter  ohne Grenzen ist, zeichnet Gündüz deshalb für sein Engagement für freie  Meinungsäußerung und Menschenrechte aus. „Die Berichterstattung über die  Gezi-Proteste in Istanbul hat gezeigt, wie groß der Druck auf  Journalisten in der Türkei ist, Kritik an der Regierung aus Rücksicht  auf die unternehmerischen Aktivitäten der Medieneigentümer unter den  Teppich zu kehren“, sagte Michael Rediske, Vorstandssprecher von  Reporter ohne Grenzen. „Mit seiner spektakulären Aktion auf dem  Taksim-Platz hat Erdem Gündüz demonstriert, dass selbst ein einzelner  Mensch ein Zeichen für die <a title="Meinungsfreiheit" href="http://www.redakteur.cc/?s=Meinungsfreiheit" target="_blank">Meinungsfreiheit</a> setzen kann.&#8221;</p>
<p>Der M100 Media Award wird jedes Jahr an eine Persönlichkeit  vergeben, die sich um den Schutz der freien Meinungsäußerung und die  Vertiefung der <a title="Demokratie" href="http://www.redakteur.cc/?s=Demokratie" target="_blank">Demokratie</a> verdient gemacht hat. Der undotierte Preis  wird Erdem Gündüz am 5. September in Potsdam verliehen.</p>
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		<title>Reporter ohne Grenzen (ROG) solidarisiert sich mit Netzwerk investigativer Journalisten</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Aug 2013 22:09:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt &#8220;Schikanen gegen das Netzwerk investigativer Journalisten&#8221; wie David Miranda, Laura Poitras und Jacob Appelbaum. ROG ist zutiefst besorgt über das Vorgehen der britischen Behörden gegen David Miranda, den Lebenspartner des Guardian-Journalisten Glenn Greenwald: „Die USA und Großbritannien versuchen offenbar, das Netzwerk zu zerstören, das hinter den journalistischen Veröffentlichungen über die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt &#8220;Schikanen gegen das Netzwerk investigativer Journalisten&#8221; wie David Miranda, Laura Poitras und Jacob Appelbaum. ROG ist zutiefst besorgt über das Vorgehen der britischen Behörden gegen David Miranda, den Lebenspartner des <em>Guardian</em>-Journalisten <strong>Glenn Greenwald</strong>:  „Die USA und Großbritannien versuchen offenbar, das Netzwerk zu  zerstören, das hinter den journalistischen Veröffentlichungen über die  staatlichen Überwachungsprogramme beider Länder steht“, kritisiert der  Vorstandssprecher von Reporter ohne Grenzen, Michael Rediske. Großbritannien steht in der ROG-Rangliste der  Pressefreiheit auf Platz 29 von 179 Ländern.<span id="more-15223"></span></div>
<div>Dass  Miranda unter Berufung auf Anti-Terror-Gesetze über die Arbeit  Greenwalds befragt wurde, bewertete er als klaren Missbrauch. „Das  bestätigt unsere immer wieder geäußerte Befürchtung, dass die seit 2001  in vielen Ländern beschlossenen Anti-Terror-Gesetze für ganz andere, oft  beliebige Zwecke der Staatsräson benutzt werden“, sagt Rediske.</div>
<p>Ermittler hatten den Brasilianer Miranda am Sonntag beim Umsteigen auf dem Londoner Flughafen Heathrow stundenlang festgehalten und verhört.  Er hatte nach Angaben des in Brasilien lebenden investigativen  Reporters Greenwald dessen Recherchepartnerin Laura Poitras in Berlin  besucht und ihr im Auftrag des Guardian Datenträger mit verschlüsselten  Informationen zu den Recherchen über Geheimdienstprogramme überbracht;  auf dem Rückweg trug er Speichermedien bei sich, die ihm Poitras für  Greenwald mitgegeben hatte. Auch über die Inhalte dieser Datenträger  befragten die Ermittler Miranda und beschlagnahmten sie.</p>
<p>Dieses Vorgehen offenbart laut ROG, wie überbordende Behördenbefugnisse  den modernen investigativen Journalismus gefährden: Selbst dort, wo die  umfassenden Datensammlungen der NSA nicht greifen, versuchen die  Ermittler, die handelnden Personen des investigativen Netzwerks um  Greenwald persönlich abzufangen und ihnen unter Vorwänden ihre  elektronischen Geräte abzunehmen oder die Inhalte zu kopieren.</p>
<p>Ein ähnlicher Fall sind laut ROG die kontinuierlichen Schikanen gegen<strong> Laura Poitras</strong>,  die zusammen mit Greenwald in zahlreichen Artikeln immer neue  Einzelheiten aus den Unterlagen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward  Snowden publik gemacht hat. Seit sie 2006 einen Dokumentarfilm über die  Folgen des Irak-Kriegs herausbrachte – lange vor ihren derzeitigen  NSA-Recherchen – wurde Poitras rund sechs Jahre lang bei mehr als  vierzig Gelegenheiten an Flughäfen in den USA und im Ausland verhört und  ihr Gepäck vom Sicherheitspersonal durchsucht. Dabei waren die Behörden  offenbar besonders an ihren Arbeitsunterlagen interessiert; nachdem sie  aufhörte, auf Reisen Papiere mitzuführen, konzentrierten sie sich auf  ihre Computer und Mobiltelefone und beschlagnahmten diese in einem Fall  mehrere Wochen lang. Aufgrund des eingeschränkten Rechtsschutzes bei  Befragungen an US-Grenzübergängen wurde Poitras bei diesen Verhören  anwaltlicher Beistand verwehrt.</p>
<p>Auch der Journalist, Wikileaks-Aktivist und Verschlüsselungsexperte <strong>Jacob Appelbaum</strong> hat laut Reporter one Grenzen ähnliche Schikanen erlebt. In einem Fall wurde er bei der Rückkehr  von einer Europa-Reise am US-Flughafen Newark drei Stunden lang festgehalten<a title="Opens external link in new window" href="http://www.rollingstone.com/culture/news/the-most-dangerous-man-in-cyberspace-20100818" target="_blank"> </a>und  über die jüngsten Wikileaks-Veröffentlichungen befragt. Dabei kopierten  die Ermittler Unterlagen und konfiszierten Appelbaums Computer sowie  drei Mobiltelefone.  Wegen seines Einsatzes für den Schutz der  Privatsphäre versuchten US-Ermittler, sich per Geheimbeschluss Zugriff  auf Daten seines Twitter-Kontos zu verschaffen. Auch Appelbaum war an  den Guardian-Enthüllungen zu Prism und anderen NSA-Programmen beteiligt  und hat darüber unter anderem für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel  geschrieben. Ebenso wie Poitras hält er sich derzeit in Deutschland auf,  weil sie befürchten, in den USA ständiger Überwachung ausgesetzt zu  sein.</p>
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		<title>ROG: Türkei agiert gegen Meinungs- und Pressefreiheit</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Aug 2013 22:05:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Ergenekon-Prozess offenbart Mängel bei Pressefreiheit und Rechtsstaatlichkeit in der Türkei. Zu diesem Schluss kommt &#8220;Reporter ohne Grenzen&#8221;. Beim Prozess waren nicht nur ranghohe Militärs (darunter der ehemalige Generalstabchef), welche seit Gründung der Partei Wächter einer laizistischen Türkei sein sollten, wegen (angeblichem) Putschversuchs gegen den islamistischen Premier Erdogan zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden, sondern unter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Der Ergenekon-Prozess offenbart Mängel bei Pressefreiheit und Rechtsstaatlichkeit in der Türkei. Zu diesem Schluss kommt &#8220;Reporter ohne Grenzen&#8221;. Beim Prozess waren nicht nur ranghohe Militärs (darunter der ehemalige Generalstabchef), welche seit Gründung der Partei Wächter einer laizistischen Türkei sein sollten, wegen (angeblichem) Putschversuchs gegen den islamistischen Premier Erdogan zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden, sondern unter anderem auch Journalisten:<span id="more-15132"></span></div>
<div>Die langjährigen Haftstrafen gegen mindestens zwölf  Journalisten im Rahmen des Ergenekon-Prozesses werfen laut ROG ein Schlaglicht  auf die ungelösten Probleme der Türkei mit Pressefreiheit und  Rechtsstaatlichkeit. „Der Prozess hat einmal mehr gezeigt, wie nötig  grundlegende Justizreformen in der Türkei sind“, sagte der  Vorstandssprecher von <em>Reporter ohne Grenzen</em>, Michael Rediske.  „Überlange Untersuchungshaft, unklare Anschuldigungen und fragwürdige  Beweise kennzeichnen auch viele andere Verfahren gegen Journalisten, die  etwa wegen ihrer Arbeit für pro-kurdische Medien verfolgt werden.“</div>
<p>Als  Beweismaterial in dem am Montag zu Ende gegangenen Prozess dienten  unter anderem illegal abgehörte Telefonate sowie Aussagen anonymer  Zeugen. Zwei der nun verurteilten Journalisten, Mustafa Balbay und Tuncay Özkan, verbrachten während des Prozesses vier bzw. fünf Jahre in Untersuchungshaft. Zwei Tage vor der Urteilsverkündung wurden laut ROG zudem in Istanbul die Wohnungen mehrerer Journalisten durchsucht, darunter Ilker Yücel und Osman Erbil von der Zeitung <em>Aydinlik </em>sowie Mustafa Kaya und Mehmet Kivanc vom nationalistischen Sender <em>Ulusal Kanal</em>.  Die Staatsanwaltschaft verdächtigte sie, zu Demonstrationen gegen den  Ergenekon-Prozess aufgerufen zu haben, die „die Verfassungsordnung  gefährden“ und die Geschworenen bei der Urteilsfindung unter Druck  setzen könnten.</p>
<p>Verurteilt wurde nun unter anderem<a title="Opens external link in new window" href="http://en.rsf.org/turkey-journalist-arrested-and-charged-in-11-03-2009,30548.html" target="_blank"> Mustafa Balbay</a>, früherer Kolumnist der Zeitung <em>Cumhuriyet</em> und Parlamentsabgeordneter der Republikanischen Volkspartei CHP. Er  erhielt 34 Jahre und acht Monate Haft. Der ebenfalls politisch aktive  frühere Besitzer des Fernsehsenders <em>Biz TV</em>, Tuncay Özkan, wurde zu lebenslanger Haft ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Freilassung verurteilt. Mehmet Haberal, Eigentümer des Senders <em>Baskent TV,</em> erhielt eine Haftstrafe von zwölfeinhalb Jahren, die wegen der langen Untersuchungshaft zur Bewährung ausgesetzt wird. Deniz Yildirim, ehemals leitender <em>Aydinlik</em>-Redakteur, erhielt 16 Jahre und zehn Monate Haft.</p>
<p>Der<em> Aydinlik</em>-Journalist Hikmet Cicek, der zugleich eine führende Figur der Arbeiterpartei ist, wurde zu 21 Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Der Journalist Vedat Yenener erhielt siebeneinhalb Jahre Haft, ebenso der frühere Chef von <em>Ulusal Kanal</em>, Serhan Bolluk. Dessen Nachfolger Adnan Türkkan bekam eine zehneinhalbjährige Haftstrafe. Der Fernsehjournalist Turan Özlü erhielt neun Jahre Haft, der frühere Kolumnist Güler Kömürcü Öztürk sieben Jahre und Ünal Inanc vom Nachrichtenportal <em>Aykiri Haber</em> 19 Jahre und einen Monat. Der Journalist Caner Taspinar ist einer der 21 Freigesprochenen in dem Mammut-Prozess mit insgesamt 275 Angeklagten.</p>
<p>Unabhängig  von den nun verhängten Urteilen geht der Prozess gegen 13 Angeklagte  weiter, denen vorgeworfen wird, sie hätten durch Bücher und  Veröffentlichungen auf der Webseite des oppositionellen  Online-Fernsehens <em>Oda TV </em>das Ergenekon-Netzwerk unterstützt und  dessen juristische Verfolgung diskreditiert. Unter ihnen sind die  bekannten Investigativjournalisten Ahmet Sik und Nedim Sener. Sik gehörte zu den Reportern des Magazins<em> Nokta,</em> die den Ergenekon-Geheimbund aufdeckten und damit ihre strafrechtliche  Aufarbeitung erst ermöglichten. Sener machte sich einen Namen als  Enthüller von Korruptionsfällen, bevor er intensiv zum Mord an Hrant  Dink recherchierte. Die Vorwürfe gegen beide sind äußerst vage. In ihren  Verhören wurde deutlich, dass sich die Anschuldigungen der  Strafverfolger vor allem auf ihre <a title="Opens external link in new window" href="http://en.rsf.org/turquie-four-journalists-released-but-13-03-2012,42106.html" target="_blank">journalistischen Recherchen zum Ergenekon-Komplex stützen</a>.</p>
<p>Einen ausführlichen Bericht zum Verfahren gegen Ahmet Sik und Nedim Sener ist <a title="Opens external link in new window" href="http://en.rsf.org/turquie-a-book-is-not-a-bomb-16-06-2011,40471.html" target="_blank">hier</a> abrufbar, allgemeine Informationen zur Lage der Pressefreiheit in der Türkei sind <a title="Opens external link in new window" href="http://en.rsf.org/turkey.html" target="_blank">hier</a>.</p>
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		<title>2012: 88 Journalisten und 47 Blogger getötet</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jan 2013 23:04:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[88 Journalisten sowie 47 Blogger und Bürgerjournalisten wurden 2012 bei ihrer Arbeit getötet &#8211; mehr als je zuvor, seit Reporter ohne Grenzen (ROG) 1995 die erste Jahresbilanz veröffentlichte. Das geht aus der ROG-Bilanz für 2012 hervor. Die vollständige ROG-Jahresbilanz 2012 ist hier abrufbar. &#8220;Zu den enorm hohen Opferzahlen haben vor allem der Syrien-Konflikt, die Gewalt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>88 Journalisten sowie 47 Blogger und Bürgerjournalisten wurden 2012 bei ihrer Arbeit getötet &#8211; mehr als je zuvor, seit Reporter ohne Grenzen (ROG) 1995 die erste Jahresbilanz veröffentlichte. Das geht aus der ROG-Bilanz für 2012 hervor. <a title="ROG Jahresbilanz" href="http://bit.ly/UIHGpO" target="_blank">Die vollständige ROG-Jahresbilanz 2012 ist hier abrufbar.</a><span id="more-14049"></span><br />
&#8220;Zu den enorm hohen Opferzahlen haben vor allem der Syrien-Konflikt, die  Gewalt der Taliban in Pakistan und der Bürgerkrieg in Somalia  beigetragen&#8221;, sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske in Berlin. Die Bürgerkriegsländer Syrien und Somalia, das von den Taliban und Stammesrivalitäten destabilisierte Pakistan sowie Mexiko und Brasilien, wo Drogenkartelle und Banden die Staatsmacht herausfordern, gehörten 2012 zu den gefährlichsten Orten für Journalisten.</p>
<p>Die meisten inhaftierten Journalisten und Blogger zählte Reporter ohne Grenzen 2012 in der Türkei, wo sich die Zahl der Festnahmen seit der Verschärfung des Kurdenkonflikts verdoppelte, sowie in China, wo die Regierung die Zensur vor dem Parteitag enorm verschärfte. Zahlreiche Journalisten sitzen zudem in Syrien und im Iran im Gefängnis sowie in Eritrea, das seit Jahren den letzten Platz auf der ROG-Rangliste einnimmt.</p>
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		<title>Reporter Ohne Grenzen und der Eurovision Song Contest</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 11:25:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Eurovision Song Contest ist nicht unpolitisch, kritisieren Reporter ohne Grenzen Grafik: eurovision.de/NDR &#8220;Der Eurovision Song Contest (ESC) ist nicht einfach eine unpolitische Musikveranstaltung, wie die Organisatoren uns weismachen wollen&#8221;, sagt ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. &#8220;Er findet in einem Land statt, in dem es keine freie Berichterstattung gibt und kritische Journalisten bedroht werden&#8221;, so Rediske. Reporter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_12041" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/LOgo-Eurovision-Songcontest-2012-Baku_eurovision.de_.jpg"><img class="size-medium wp-image-12041 " title="Eurovision Songcontest 2012 Baku_eurovision.de" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/LOgo-Eurovision-Songcontest-2012-Baku_eurovision.de_-300x136.jpg" alt="" width="300" height="136" /></a></dt>
<h4 class="wp-caption-dd">Der Eurovision Song Contest ist nicht unpolitisch, kritisieren Reporter ohne Grenzen<br />
Grafik: eurovision.de/NDR</h4>
</dl>
</div>
<p>&#8220;Der Eurovision Song Contest (ESC) ist nicht einfach eine unpolitische Musikveranstaltung, wie die Organisatoren uns weismachen wollen&#8221;, sagt ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. &#8220;Er findet in einem Land statt, in dem es keine freie Berichterstattung  gibt und kritische Journalisten bedroht werden&#8221;, so Rediske. Reporter ohne Grenzen fordert daher von der aserbaidschanischen Regierung, die  Visavergabe und Akkreditierung für ausländische Journalisten frei und  transparent zu gestalten. Unbehinderte Recherche muss vor, während und  nach dem ESC sowohl in Baku als auch im Rest des Landes möglich sei.  Journalisten dürfen in ihrer Arbeit nicht thematisch beschränkt werden.</p>
<p>Einen Tag vor dem Deutschland-Finale des Eurovision Song Contests (ESC)  ruft Reporter ohne Grenzen (ROG) zudem alle am Contest daher alle Beteiligten auf, sich intensiv mit  dem Gastgeberland Aserbaidschan auseinanderzusetzen und öffentlich  Position zu den Verletzungen der Presse- und Meinungsfreiheit dort zu  beziehen. Rediske: &#8220;Jury,  Journalisten, Produzenten und Sänger – sie alle können und sollten dazu  beitragen, dass die Menschenrechtsverletzungen nicht ignoriert werden.&#8221;<span id="more-12040"></span><br />
Zum Eurovision Song Contest versucht die aserbaidschanische Regierung –  mit tatkräftiger Hilfe westlicher PR-Agenturen – ihr Land als modernen,  offenen Staat zu präsentieren. Als für den Bau einer millionenschweren  Veranstaltungshalle im Zentrum Bakus etliche Einwohner mit Gewalt aus  ihren Häusern vertrieben wurden, versuchten die Behörden hingegen, eine  unabhängige Berichterstattung zu verhindern. „Die Diskrepanz zwischen  der glitzernden PR-Fassade und der bitteren Wirklichkeit Aserbaidschans  kann nur eine unabhängige Presse sichtbar machen“, betont  ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske.</p>
<p>ROG zählt den aserbaidschanischen Präsidenten Ilcham Alijew zu den Feinden der Pressefreiheit, Journalisten arbeiten in dem südkaukasischen Land unter ständiger Bedrohung. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben lokaler NGOs über 50 Medienvertreter überfallen oder von der Polizei angegriffen, besonders während der Proteste gegen die Regierung im Frühjahr 2011. Immer wieder werden Journalisten und Blogger aus fadenscheinigen Gründen verhaftet. Awas Sejnalli, Chefredakteur der Zeitung Chural, sitzt seit Ende Oktober 2011 im Gefängnis, nachdem er in Artikeln den autokratisch regierenden Präsidenten Ilcham Alijew kritisiert hatte. Gegen mehrere Blogger, die im Frühjahr zu Protesten aufgerufen hatten, wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Morde an den Journalisten Elmar Husejnow (2005) und Rafik Tagi (2011) sind bis heute nicht aufgeklärt.</p>
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		<title>66 ermordete Journalisten 2011</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 00:30:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Zahl der Bedrohung von Journalisten nimmt weltweit zu: Bereits 66 Journalisten wurden im Jahr 2011 (2010: 57) während ihrer Arbeit oder wegen ihres Berufs ermordet. Und auch die Zahl der Festnahmen, Entführungen und Übergriffe stieg 2011 weiter. Dies geht aus der aktuellen Jahresbilanz von Reporter Ohne Grenzen (ROG) hervor. 1.044 Journalisten wurden demnach seit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/ROG-Bilanz-2011.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11440" title="ROG-Bilanz-2011 © Reporter ohne Grenzen" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/ROG-Bilanz-2011-300x109.jpg" alt="" width="300" height="109" /></a>Die Zahl der Bedrohung von Journalisten nimmt weltweit zu: Bereits 66 Journalisten wurden im Jahr 2011 (2010: 57) während ihrer Arbeit oder wegen ihres Berufs ermordet. Und auch die Zahl der Festnahmen, Entführungen und Übergriffe stieg 2011 weiter. Dies geht aus der aktuellen Jahresbilanz von Reporter Ohne Grenzen (ROG) hervor. 1.044 Journalisten wurden demnach seit vergangenem Januar weltweit festgenommen  (2010: 535), 1.959 wurden angegriffen oder bedroht (2010: 1.374), 71  wurden entführt (2010: 51).</p>
<p>Zu den Ländern mit der höchsten Zahl an getöteten  Journalisten gehören  wie bereits im vergangenen Jahr Pakistan (10  Todesfälle), Irak (7) und  Mexiko (5). Zu dieser Gruppe zählt erstmals  auch Libyen mit fünf  getöteten Journalisten. In seiner aktuellen Bilanz  veröffentlicht ROG  außerdem eine Liste der zehn gefährlichsten Regionen,  Städte und Plätze  für Medienschaffende weltweit: Dazu gehören zum  Beispiel die syrischen  Städte Deraa, Homs und Damaskus, der Tahrir-Platz  in Kairo, der  Distrikt Khuzdar in der südwestpakistanischen Provinz  Belutschistan  oder der mexikanische Bundesstaat Veracruz.<span id="more-11436"></span></p>
<p>Auch  die Repressionen gegen Blogger und Internetaktivisten haben laut ROG in  diesem  Jahr weiter zugenommen. So wurden bisher 199 Cyberdissidenten   festgenommen (2010: 152), zudem verloren mindestens fünf   Online-Aktivisten ihr Leben. Der Anstieg der Repressionen gegen Blogger   und Internetnutzer hängt mit deren zunehmend wichtigen Rolle bei der   Verbreitung von Informationen und Nachrichten zusammen. &#8220;In  einigen Ländern haben Blogger eine zentrale Rolle bei der   Berichterstattung übernommen, vor allem, wenn konventionelle Medien   stark zensiert oder internationale Journalisten nicht ins Land gelassen   wurden&#8221;, sagt ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. Damit seien sie stärker in das Visier von   Behörden oder gewaltbereiter Gruppen geraten, so Rediske weiter.</p>
<p>Einen  Anstieg verzeichnet ROG auch bei der Zahl der Länder mit  Online-Zensur,  die sich von 62 auf 68 erhöht hat. Dagegen ist die  Zensur  konventioneller Medien mit rund 500 zensierten Medien konstant   geblieben. Zudem registrierte ROG in den vergangenen zwölf  Monaten mehr als 70  Journalisten, die aus ihrer Heimat flüchten mussten.  In zehn dieser  Fälle leistete das Nothilfe-Referat der deutschen  ROG-Sektion  Unterstützung bei der Beantragung von Asyl für die Aufnahme  in  Deutschland.</p>
<p>Ein bedeutender Faktor für den  starken Anstieg an Repressionen und Gewalt gegen Medienschaffende waren  die Ereignisse um den &#8220;Arabischen Frühling&#8221; sowie Proteste in Ländern  wie Sudan, Belarus oder Uganda. &#8220;2011 war in vielen Ländern ein Jahr der  Demonstrationen und Kämpfe für Freiheit und Demokratie&#8221;, so  Rediske. &#8220;Die meisten Machthaber  antworteten mit systematischer Gewalt. Nicht nur die Proteste sollten im  Keim erstickt, sondern auch Berichte darüber unterdrückt werden&#8221;, so  Rediske weiter. Überwiegend treffe die Gewalt einheimische Journalisten,  deren Schicksal ROG mit der Bilanz in das Blickfeld der Öffentlichkeit  rücken will. Die ROG-Jahresbilanz 2011 ist <a title="ROG-Jahresbilanz 2011" href="http://bit.ly/t5mSR1" target="_blank">hier online </a>abrufbar.</p>
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		<title>Reporter ohne Grenzen und DJV kritisieren &#8220;Sachsen-Sumpf&#8221;-Urteil gegen Journalisten</title>
		<link>http://www.redakteur.cc/reporter-ohne-grenzen-und-djv-kritisieren-sachsen-sumpf-urteil-gegen-journalisten/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 22:31:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die verurteilten Reporter Arndt Ginzel und Thomas Datt Foto: ROG © Jan Zappner Am Freitag, 13. August, hat das Dresdner Amtsgericht die beiden Reporter Thomas Datt und Arndt Ginzel zu 50 Tagessätzen à 50 Euro verurteilt, weil sie sich im Zusammenhang mit der sogenannten &#8220;Sachsen-Sumpf&#8221;-Affäre nach Ansicht des Gerichts der üblen Nachrede schuldig gemacht haben. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4 class="mceTemp">
<dl id="attachment_6160" class="wp-caption alignright" style="width: 250px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Ginzel-Datt-ROG-Jan-Zappner.jpg"><img class="size-medium wp-image-6160" title="Arndt Ginzel und Thomas Datt" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Ginzel-Datt-ROG-Jan-Zappner-300x200.jpg" alt="" width="240" height="160" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Die verurteilten Reporter Arndt Ginzel und Thomas Datt<br />
Foto: ROG © Jan Zappner </dd>
</dl>
</h4>
<p>Am Freitag, 13. August, hat das Dresdner Amtsgericht die beiden Reporter Thomas Datt und Arndt Ginzel  zu 50 Tagessätzen à 50 Euro verurteilt, weil sie sich im Zusammenhang mit der sogenannten &#8220;Sachsen-Sumpf&#8221;-Affäre nach Ansicht des Gerichts der üblen Nachrede schuldig gemacht haben. Reporter ohne Grenzen (ROG) kritisiert dieses Urteil als &#8220;Skandal&#8221;:</p>
<p>In vielen Ländern der Welt seien Journalisten willkürlichen Strafverfahren wegen Verleumdung ausgesetzt. Fast immer sei dies ein Vorwand, um Pressefreiheit zu unterdrücken. &#8220;Der  Dresdner Prozess zeigt das gleiche Muster: Justizbehörden benutzen das Strafrecht gegen unliebsame Journalisten&#8221;, reagiert ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske.<span id="more-6159"></span></p>
<p>Auch der Deutsche Journalisten Verband (DJV) kritisiert das Urteil: In Zukunft könnte nun auch anderswo versucht werden, &#8220;kritisch und investigativ recherchierende Journalisten einzuschüchtern,&#8221; befürchtet DJV-Chef Michael Konken. &#8220;In Anklage und Prozess wurden völlig normale journalistische Arbeitsabläufe und Handlungen kriminalisiert. Das können wir nicht hinnehmen“, erklärte die sächsische DJV-Landesvorsitzende Sabine Bachert. Man werde die Urteilsbegründung abwarten und behalte sich weitere Schritte vor, so der DJV-Landesverband Sachsen, der die beiden freien Journalisten juristisch berät.</p>
<p>Gegenstand der Anklage sind Artikel im Nachrichtenmagazin &#8220;Der Spiegel&#8221; und bei &#8220;Zeit Online&#8221; aus dem Jahr 2008 zum &#8220;Sachsen-Sumpf&#8221; – eine mögliche Korruptionsaffäre, in dem es auch um eventuelle Verstrickungen ranghoher sächsischer Justizvertreter geht. Ginzel und Datt waren Autoren des &#8220;Zeit Online&#8221;-Berichts und an dem &#8220;Spiegel&#8221;-Artikel als Co-Autoren beteiligt. Ihnen werden ehrverletzende Tatsachenbehauptung, üble Nachrede und Verleumdung vorgeworfen. Der Hintergrund der Anklage ist <a title="Die Zeit zum Sachsen-Sumpf-Urteil" href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-08/sachsensumpf-urteil" target="_blank">hier online abrufbar</a>. Der entsprechende Beitrag bei &#8220;Zeit Online&#8221; kann <a title="Die Zeit: Sachsensumpf Jasmin" href="http://www.zeit.de/online/2008/27/sachsensumpf-jasmin" target="_blank">hier</a> gelesen werden.</p>
<p>ROG und DJV hatten bereits im Vorfeld der Gerichtsverhandlung Freispruch für die beiden Journalisten gefordert:</p>
<p>&#8220;Eine Verurteilung der beiden Journalisten würde den Rechtsstaat beschädigen und die Pressefreiheit verletzen&#8221;, betonte die stellvertretende Bundesvorsitzende des DJV, Ulrike Kaiser: &#8220;Das Verfahren war und ist in unseren Augen der Versuch der Einschüchterung von investigativ recherchierenden Journalisten.&#8221; Im Prozess wurde laut DJV durch Zeugenaussagen und Akten, die durch die Angeklagten eingeführt wurden, erwiesen, dass es die im Bericht aufgezeigten Unstimmigkeiten tatsächlich gab&#8221;. Und zudem sollte in diesem Fall &#8220;auch die mögliche Einflussnahme von Landesbehörden auf das Strafverfahren gegen die beiden freien Journalisten aufgeklärt werden&#8221;.  &#8220;Eine Verurteilung wäre nicht nachvollziehbar&#8221;, so Kaiser.</p>
<p>&#8220;Journalistische Handlungen werden in dem Prozess zu Unrecht kriminalisiert. Eine der wichtigsten Funktionen der Medien ist es, Missstände aufzudecken. Eine Verurteilung würde künftige Berichterstattung zu Korruptionsaffären behindern und damit die Pressefreiheit beeinträchtigen,&#8221; warnte Rediske: &#8220;Schon die Einleitung des Strafverfahrens gegen die freien Journalisten Arndt Ginzel und Thomas Datt, die im so genannten &#8220;Sachsen-Sumpf&#8221; recherchiert hatten, sei mehr als fragwürdig gewesen. Schließlich hätten sich die Nebenkläger nicht einmal getraut, presserechtlich gegen die angeblich diffamierenden Äußerungen vorzugehen&#8221;. Zudem habe viel in dem Prozess darauf hingedeutet, &#8220;dass Behörden Druck auf investigativ recherchierende Journalisten ausüben wollen&#8221;, kritisiert Rediske.</p>
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