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	<title>Elmar Leimgruber &#187; Krankheitsbild</title>
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		<title>Wien: Schlüssel-Gen für Gehirnentwicklung entdeckt</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Dec 2012 23:04:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gentechnisch veränderter Mausembryo am 12. Tag der Entwicklung. Zellen, die das Tubb5-Protein bilden, fluoreszieren grün (besonders auffällig im Gehirn und Rückenmark). Foto: © IMP Ist die Gehirnentwicklung gestört, führt dies unter anderem zu einem krankhaft verkleinerten Kopf. Oder umgekehrt: Wenn Kinder mit dieser als Mikrozephalie bezeichneten Störung (dies betrifft eines von 10.000 Kindern) zur Welt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_14007" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Mausembryo_Breuss_C-IMP.jpg"><img class="size-medium wp-image-14007 " title="Mausembryo_Breuss_C IMP" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Mausembryo_Breuss_C-IMP-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" /></a></dt>
<h4 class="wp-caption-dd">Gentechnisch veränderter Mausembryo am 12. Tag der Entwicklung. Zellen, die das Tubb5-Protein bilden, fluoreszieren grün (besonders auffällig im Gehirn und Rückenmark).<br />
Foto: © IMP</h4>
</dl>
</div>
<p>Ist die Gehirnentwicklung gestört, führt dies unter anderem zu einem krankhaft verkleinerten Kopf. Oder umgekehrt: Wenn Kinder mit dieser als Mikrozephalie bezeichneten Störung (dies betrifft eines von 10.000 Kindern) zur Welt kommen, liegt die Ursache in einer fehlerhaften Entwicklung des Gehirns. Die Betroffenen sind geistig schwer beeinträchtigt und ihre Lebenserwartung ist deutlich verringert. Auch bestimmte Fälle von Autismus und Schizophrenie werden mit der Regulation der Gehirngröße in Verbindung gebracht.</p>
<p>Neurobiologen am Wiener Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) haben nun eines der Schlüssel-Gene für die menschliche Gehirnentwicklung identifiziert. Mutationen dieses Gens führen zu schweren Entwicklungsstörungen. Einige bekannte Krankheitsbilder könnten damit erklärt werden. Die Arbeit &#8220;Mutations in the beta-tubulin Gene TUBB5 Cause Microcephaly  with Structural Brain Abnormalities&#8221; erschien am 13. Dezember 2012 im  Online-Journal &#8220;Cell Reports&#8221;.<span id="more-14003"></span></p>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_14006" class="wp-caption alignright" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Human_brain_coronal_C-IMP.jpg"><img class="size-medium wp-image-14006 " title="Human_brain_coronal_C IMP" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Human_brain_coronal_C-IMP-300x115.jpg" alt="" width="300" height="115" /></a></dt>
<h4 class="wp-caption-dd">Größenvergleich zwischen einem gesunden Gehirn (links) und einem Mikrozephalus. Zeichnung nach einem coronaren Schnitt durch ein menschliches Hirn.<br />
Grafik: © IMP</h4>
</dl>
</div>
<p>Der australische Biologe David Keays, der am IMP eine Forschungsgruppe leitet, hat gemeinsam mit  seinem Doktoranden Martin Breuss ein für Mikrozephalie  verantwortliches Gen namens TUBB5 identifiziert. Es gehört einer Familie  von Genen an, die Varianten des Proteins Tubulin produzieren. Aus  Tubulin baut die Zelle ihr inneres Skelett auf, das sowohl bei  Bewegungen als auch bei der Teilung von Zellen eine wichtige Rolle  spielt.</p>
<p>In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Monash-Universität  (Australien) konnten die IMP-Forscher im Gehirn ungeborener Mäuse  gezielt die Funktion von TUBB5 stören. Dies führte zu Veränderungen im  Stammzellen-Pool und beeinträchtigte die Wanderung der Nervenzellen.  Beides &#8211; der ungehinderte Nachschub von Neuronen aus dem  Stammzell-Reservoir und ihre korrekte Positionierung am Bestimmungsort  in der Hirnrinde &#8211; sind wichtige Voraussetzungen für die  Gehirnentwicklung.</p>
<p>Diese Vorgänge sind auch aus einem evolutionären Blickwinkel  interessant. Die Anzahl der Nervenzellen relativ zum Körpergewicht und  ihre Anordnung in einem stark gefalteten Großhirn korrelieren mit der  Entwicklung von niederen Affen zu Primaten und schließlich zum Menschen.  Gene, die entweder die Zahl oder die Wanderung der Neuronen  beeinflussen, erlauben deshalb oft Rückschlüsse auf die genetischen  Grundlagen dieser Evolution.</p>
<p>Um zu überprüfen, ob die an Mäusen gewonnenen Erkenntnisse auch auf  den Menschen anwendbar sind, arbeitet David Keays mit Klinikern der  Pariser Sorbonne zusammen. Das französische Team unter Jamel Chelly  untersuchte 120 Patienten, deren Gehirnstruktur krankhaft verändert war  und die unter starken Behinderungen litten. Bei drei betroffenen Kindern  fanden sie ein mutiertes TUBB5-Gen. Für David Keays ist die  Aufklärung der Funktion von TUBB5 eine  wichtiger Schlüssel zum  Verständnis der Gehirnentwicklung. Und er fügt  hinzu: &#8220;Unsere Arbeit ist  ein gutes Beispiel dafür, wie sich  Erkenntnisse aus der  Grundlagenforschung an Tiermodellen auf die  Humanmedizin übertragen  lassen.&#8221;</p>
<p>Für die Mediziner ist ein solch ursächlicher Zusammenhang eine  wertvolle Information. Sie können Eltern von schwer  entwicklungsgestörten Kindern genetisch beraten und ihnen unter  Umständen die Angst vor weiteren Schwangerschaften nehmen. Langfristig  ist damit auch die Hoffnung verknüpft, eines Tages mit<br />
gezielten Therapien helfen zu können. Die Ursachen des verminderten Gehirnwachstums können -neben einem Gendeekt- umweltbedingter  Stress (zum Beispiel Alkoholmissbrauch, erhöhte radioaktive Strahlung) aber auch virale Infektionen (etwa eine Rötelnerkrankung in der  Schwangerschaft) sein.</p>
<p>Das Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie betreibt in Wien  biomedizinische Grundlagenforschung und wird dabei maßgeblich von  Boehringer Ingelheim unterstützt. Mehr als 200 ForscherInnen aus über 30  Nationen widmen sich der Aufklärung grundlegender molekularer  unellulärer Vorgänge, um komplexe biologische Phänomene im Detail zu  verstehen und Krankheitsmechanismen zu entschlüsseln.</p>
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		<title>Wiener Studie: Stress führt zu Leberkrebs</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 22:09:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auch Stress und Stoffwechselstörungen können zu Leberkrebs führen. Eine Forschungsgruppe des Ludwig Boltzmann Instituts (LBI) für Krebsforschung entdeckte nun einen wichtigen Zusammenhang zwischen chronischem Stress und der Entstehung von Leberkrebs. Leberkrebs ist weltweit der fünfthäufigste Krebs und die dritthäufigste tumorassoziierte Todesursache. Ziel einer am LBI Krebsforschung durchgeführten mehrjährigen Studie war es, den Wirkmechanismus der hepatischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch Stress und Stoffwechselstörungen können zu Leberkrebs führen. Eine Forschungsgruppe des Ludwig Boltzmann Instituts (LBI) für Krebsforschung entdeckte nun einen wichtigen Zusammenhang zwischen chronischem Stress und der Entstehung von Leberkrebs. Leberkrebs ist weltweit der fünfthäufigste Krebs und die dritthäufigste tumorassoziierte Todesursache.</p>
<p>Ziel einer am LBI Krebsforschung durchgeführten mehrjährigen Studie  war es, den Wirkmechanismus der hepatischen Signalmoleküle STAT5 und GR  in der Entstehung von Fettleber bis hin zum Leberkrebs zu verstehen. Die  Untersuchungen zeigen, dass diese Signalwege die Energiespeicher in der  Leber regulieren und letztlich den Fett- und Zuckerstoffwechsel  regulieren. Eine Beeinträchtigung der Signalwege führt auf Grund von  unkontrollierter Neusynthese von Lipiden zu einer Verfettung der Leber  sowie zu Diabetes-ähnlichen Krankheitsbildern.<span id="more-10495"></span></p>
<p>Zudem werden Stresshormone in vermehrter Konzentration ausgeschüttet,  was einen Zustand von chronischem Stress bewirkt, der die Freisetzung  von Fettsäuren aus dem Fettgewebe zur Folge hat. Diese werden dann  zusätzlich in der Leber eingelagert. Die enorme Verfettung der Leber  bewirkt eine Verdoppelung des Organvolumens und es kommt durch  schädigende Einflüsse von Sauerstoffradikalen und der Ausschüttung von  Entzündungsmediatoren zu einer permanenten Schädigung der Leberzellen  und der Leberzell-DNA. Hierdurch werden onkogene Signalwege aktiviert,  die letztendlich zu der Enstehung von Leberkrebs führen.</p>
<p>Dieses Forschungsprojekt wurde durch den FWF (SFB-F28: Jak/Stat and  Disease) gefördert. Die Durchführung verantwortete die Arbeitsgruppe von  Richard Moriggl (Ludwig Boltzmann Institut für Krebsforschung) in enger  Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien, der  Veterinärmedizinischen Universität Wien, sowie dem Ludwig Boltzmann  Institut für Traumatologie durchgeführt. Aufgrund des besonders hohen  Stellenwertes wurde diese Arbeit kürzlich im international renommierten  Journal &#8220;Hepatology&#8221; veröffentlicht.</p>
<p>Bislang galten vor allem Virusinfektionen wie Hepatitis B und C, aber auch übermäßiger Alkoholkonsum als Hauptauslöser für Leberkrebs. Heute treten allerdings immer häufiger Leberkrebsarten auf, die durch Stoffwechselstörungen gefördert werden. Vor allem ungünstige Ernährungsgewohnheiten können Diabetes oder Fettleibigkeit fördern und schließlich zu Leberkrebs führen.</p>
<p>Das Spektrum der Lebererkrankungen, die durch Stoffwechselstörungen verursacht werden, inkludiert die Fettleber sowie die nichtalkoholische Steatohepatitis mit einem hohen Grad der Entzündung des Lebergewebes. Die charakteristische Leberzellverfettung kann dabei auf den vermehrten Fluss von freien Fettsäuren und auf die gesteigerte Fettsynthese der Leberzellen selbst zurückgeführt werden.</p>
<p>Weitere Risikofaktoren bei der Entstehung von bösartigem Leberkrebs sind Übergewicht und Diabetes, die weltweit steigend sind. Die Regulation des Fett- und Glukosestoffwechsels wird unter anderem durch neuroendokrine Faktoren wie das Wachstumshormon und Glukokortikoide, so genannte Stresshormone kontrolliert. Physischer Stress stellt nun einen Sekretionsstimulus für die Ausschüttung dieser Hormone dar, um so die Energieversorgung des Körpers zu gewährleisten.</p>
<p>Unphysiologische Konzentrationen beider Faktoren und die damit verbundene Fehlfunktion der abhängigen Signalwege tragen allerdings<br />
zur Entstehung von metabolischen Erkrankungen bei. Beide Faktoren spielen außerdem in der genetischen Regulation des sexuellen<br />
Unterschiedes zwischen Frauen und Männern bei, was z.B. unterschiedliche Gerüche, Stoffwechselvorgänge, Hormonschwankungen<br />
als auch ein unterschiedliches Größenwachstum bedingt. Hierzu interagieren die Signalmoloküle STAT5 und der Glukokortikoidrezeptor<br />
über ihre Aktivierung durch Hormone in der Leber miteinander.</p>
<p>&nbsp;</p>
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