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	<title>Elmar Leimgruber &#187; Diskriminierungsverbot</title>
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		<title>EU-Parlament sorgt sich um EU-Grundrechte in Ungarn</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Feb 2012 23:07:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Victor-Orban_C_EU-Parlament.jpg"><img class="size-medium wp-image-12053 " title="Victor Orban_C_EU-Parlament" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Victor-Orban_C_EU-Parlament-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></dt>
<h4 class="wp-caption-dd">Ungarns Regierungschef Victor Orban vor dem EU-Parlament<br />
Foto: © EU-Parlament</h4>
</dl>
</div>
<p>Ungarn mit seinem Regierungschef Victor Orban (Fidesz) steht unter Beobachtung des EU-Parlaments. In einer nicht bindenden  Resolution wird die EU-Kommission aufgefordert,  mögliche Änderungen  und Umsetzungen der ungarischen Gesetze genau zu  verfolgen. Das Europäische Parlament ist &#8220;zutiefst besorgt über die  Lage in  Ungarn in Bezug auf die Praxis der Demokratie, die  Rechtsstaatlichkeit,  die Achtung und den Schutz der Menschenrechte und  der sozialen Rechte,  die Gewaltenteilung, die Gleichheit und das  Diskriminierungsverbot&#8221;.</p>
<p>Ungarn muss die Grundwerte der EU einhalten, sind die Abgeordneten überzeugt. Das EU-Parlament hat daher am Donnerstag entschieden, zu untersuchen, ob EU-Rechte und Grundwerte  in Ungarn geachtet werden. Zusätzlich zum Bericht wird dann darüber  entscheiden, ob <a title="EU-Vertrag (englisch)" href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:C:2010:083:0013:0046:EN:PDF" target="_blank">Artikel 7 des EU-Vertrags</a> aktiviert werden soll. Artikel  7 wird benutzt, um eine eindeutige Gefahr einer schwerwiegenden  Verletzung der Grundwerte der Union zu prüfen. Das Parlament beauftragt den Ausschuss für bürgerliche  Freiheiten,  Justiz und Inneres in Zusammenarbeit mit der Kommission, dem  Europarat  und der Venedig-Kommission weiterzuverfolgen, wie die  Empfehlungen der  Kommission und des Europäischen Parlaments umgesetzt  wurden und hierzu  einen Bericht vorzulegen.<span id="more-12049"></span></p>
</div>
</div>
<p>Die Abgeordneten fordern konkret die Kommission dazu auf, die   Rechtsvorschriften Ungarns und ihre Umsetzung sorgfältig auch darauf hin   zu prüfen, ob sie nicht nur buchstabengetreu, sondern auch mit dem   Geist der europäischen Rechtsvorschriften im Einklang stehen. Die   Kommission soll eine eingehende Studie in Auftrag geben, um die   folgenden Punkte zu gewährleisten:</p>
<p>- die vollständige Unabhängigkeit der Justiz,<br />
- dass die Regelungen über die ungarische Nationalbank mit den Rechtsvorschriften der EU vereinbar sind,<br />
- dass die institutionelle Unabhängigkeit in Bezug auf  Datenschutz  und Informationsfreiheit wiederhergestellt und garantiert  ist,<br />
- dass die Befugnis des Verfassungsgerichts zur Prüfung  sämtlicher  Gesetze in vollem Umfang wiederhergestellt wird,  einschließlich des  Rechts auf Prüfung von Haushalts- und Steuergesetzen,<br />
-  dass die Medienfreiheit und der Medienpluralismus im Wortlaut und bei   der Durchführung des ungarischen Mediengesetzes garantiert werden,<br />
- dass das neue Wahlgesetz den demokratischen Normen der EU entspricht und der Grundsatz des politischen Wechsels geachtet wird,<br />
-  dass das Recht auf Ausübung politischer Opposition auf demokratischem   Wege innerhalb und außerhalb der Institutionen gewährleistet ist,<br />
-  dass das Gesetz über Kirchen und Glaubensgemeinschaften die  Grundsätze  der Gewissensfreiheit achtet und auch davon Abstand genommen  wird, die  Registrierung von Glaubensgemeinschaften einer Billigung  durch das  Parlament Ungarns mit Zweidrittelmehrheit zu unterwerfen.</p>
<p>Die ungarischen Behörden indes müssen den Empfehlungen,  Einwänden und Forderungen der Kommission, des Europarats und der  Venedig-Kommission nachkommen und die betroffenen Gesetze unter  Einhaltung der Grundwerte und Normen der EU abändern, heißt es in der  von Fraktionen S&amp;D, ALDE, Grünen/EFA und der VEL/NGL-Fraktion  vorgelegten Entschließung. Der Text wurde mit 315 Ja-Stimmen bei 263  Nein-Stimmen und 49 Enthaltungen angenommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zum Hintergrund der Aktion des EU-Parlaments: Am 18. April 2011 hat das ungarische Parlament die neue Verfassung angenommen, die am 1. Januar 2012 in Kraft getreten ist. Am  17. Januar 2012 hat die Europäische Kommission  Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn in drei Angelegenheiten  eingeleitet und hat daher auch Regierungschef Victor Orban bereits am 18. Januar nach Straßburg zitiert: in Bezug auf die Unabhängigkeit der ungarischen  Zentralbank, die Herabsetzung des verbindlichen Ruhestandsalters von  Richtern von 70 auf 62 Jahre und die Unabhängigkeit der  Datenschutzbehörde. Die Kommission hat die staatlichen Stellen Ungarns  außerdem um weitere Informationen über die Unabhängigkeit der Justiz  ersucht hat. Die ungarische Regierung hat einen Monat Zeit, um darauf zu  reagieren.</p>
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