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	<title>Elmar Leimgruber &#187; Christian Mihr</title>
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		<title>Kreml Goes Olympia: Reporter ohne Grenzen warnt</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Oct 2013 22:03:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anlässlich des Olympischen Fackellaufs in Moskau weist Reporter ohne Grenzen (ROG) mit dem Bericht „Der Kreml auf allen Kanälen“ auf die &#8220;systematische Unterdrückung unabhängiger Stimmen in russischen Medien&#8221; hin. ROG fordert die russische Regierung auf, ihrem eigenen Anspruch ernst zu nehmen, dass die Olympischen Spiele in Sotschi zur Modernisierung des Landes beitragen sollen: &#8220;Dies darf [...]]]></description>
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<p><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/ROG-Der-Kreml-auf-allen-Kanälen.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-15592" title="ROG Der Kreml auf allen Kanälen" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/ROG-Der-Kreml-auf-allen-Kanälen-213x300.jpg" alt="" width="170" height="240" /></a>Anlässlich des Olympischen Fackellaufs in Moskau weist Reporter ohne Grenzen (ROG) mit dem Bericht „<a title="Download Russland-Bericht" href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/images/Kampagnen/Sotschi/ROG-Russland-Bericht-2013_web.pdf">Der Kreml auf allen Kanälen</a>“ auf die &#8220;systematische Unterdrückung unabhängiger Stimmen in russischen Medien&#8221; hin. ROG fordert die russische Regierung auf,  ihrem eigenen Anspruch ernst zu  nehmen, dass die Olympischen Spiele in  Sotschi zur Modernisierung des  Landes beitragen sollen: &#8220;Dies darf sich  nicht auf Wirtschaft oder  Infrastruktur beschränken, sondern muss auch  die Entwicklung einer  lebendigen Zivilgesellschaft einschließen. Dazu  gehört ein freier Zugang  aller Bürger zu umfassenden Informationen, der  momentan nicht  gewährleistet ist,&#8221; so ROG.</p>
<div><em>Reporter ohne Grenzen</em> beobachtet mit Sorge, dass sportliche  Großereignisse häufig an  autoritär regierte Staaten vergeben werden,  die Menschenrechte  missachten. „Mit der Entscheidung für Russland  übernimmt das  Internationale Olympische Komitee die Verantwortung  dafür, dass   demokratische Grundrechte während der Winterspiele gewahrt  werden“,  sagte Christian Mihr. „Das IOK muss den Anspruch seiner  eigenen Charta  einlösen und eine umfassende, freie Berichterstattung  über die  Olympischen Spiele 2014 sicherstellen. Es sollte den Grundsatz  der  Pressefreiheit weitaus deutlicher als bisher verteidigen und sich  nicht  scheuen, die Einhaltung grundlegender Bürgerrechte in der  Russischen  Föderation anzumahnen.“<span id="more-15591"></span></div>
<div>
<div>Seit dem  Amtsantritt Wladimir Putins im Jahr 2000 hat der Kreml  laut ROG die landesweiten  Fernsehsender wieder weitgehend unter seine Kontrolle  gebracht und durch  gezielte Personalpolitik kritische Journalisten aus  den Redaktionen  gedrängt. Übrig bleiben bei den drei wichtigsten  landesweiten  Fernsehsendern (<em>Perwyj Kanal, Rossija</em> und <em>NTV</em>)  demnach Redakteure,  die sich den Machthabern nicht offen entgegenstellen oder  ihre  Überzeugungen nicht offen auf dem Bildschirm vertreten. Ihren  Einfluss  stützen diese Sender auf ein noch aus sowjetischer Zeit  stammende  Übertragungssystem, das fast alle Haushalte des riesigen  Landes  erreicht. Kremlkritische Sender, wie der vor dreieinhalb Jahren   gegründete Kanal <em>TV Doschd</em> werden auf diesem Weg nicht   übertragen. Unabhängige Zeitungen oder Onlinemedien spielen bei der   politischen Willensbildung im Land nur eine geringe Rolle.</div>
<p>Dies &#8220;steht in krassem Widerspruch zum Image eines modernen  und offenen  Landes, als das sich Russland zu den Winterspielen in  Sotschi  präsentieren will“, sagte ROG- Geschäftsführer Christian Mihr in  Berlin:  „Der Kreml nutzt das landesweite Fernsehen, um seine Macht zu  sichern  und mit der Kraft kontrollierter Bilder seine Sicht auf die Welt  zu  vermitteln“, so Mihr. ROG appelliert an die Programmverantwortlichen   der deutschen Rundfunkanstalten, in der Sotschi-Berichterstattung   Problemen wie Umweltzerstörung, Zwangsumsiedlungen und der Ausbeutung   von Gastarbeitern einen angemessenen Platz einzuräumen.</p>
</div>
<div>Internationale Journalisten ruft <em>Reporter ohne Grenzen</em> zu einem transparenten und verantwortungsvollen Umgang mit  Fernsehbildern und journalistischem Material aus Russland auf.  Angesichts der massiven Kontrolle des russischen Fernsehens durch den  Staat sollten Rundfunkanstalten, die Material staatsnaher russischer  Sender übernehmen, dies deutlich kennzeichnen und die Herkunft der  Bilder durch Quellennachweise transparent machen. Berichterstatter  sollten die Realität vor Ort im Blick behalten und sich nicht durch  professionell produziertes, vermeintlich journalistisches Material  täuschen lassen, das im Auftrag der russischen Führung entsteht und  deren Image im Ausland verbessern soll.</div>
<p>Der Bericht „<a title="Download Russland-Bericht" href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/images/Kampagnen/Sotschi/ROG-Russland-Bericht-2013_web.pdf">Der Kreml auf allen Kanälen</a>“  fußt auf rund 30 Interviews mit Journalisten, Medienexperten und  Beobachtern, die ROG-Pressereferentin Ulrike Gruska im Sommer 2013 in  Moskau und Berlin geführt hat. Viele Kollegen – vor allem aus  staatlichen oder staatsnahen russischen Medien – waren nur anonym dazu  bereit, mit <em>Reporter ohne Grenzen</em> zu sprechen, um ihre weitere  Tätigkeit nicht zu gefährden. Russland steht auf der ROG-Rangliste der  Pressefreiheit Russland nur auf Platz 148 von 179 Staaten. Seinen  Präsidenten Wladimir Putin zählt<em> Reporter ohne Grenzen</em> seit Jahren zu den größten <a title="ROG-Feinde der Pressefreiheit" href="http://www.redakteur.cc/?s=%22Feinde+der+Pressefreiheit%22" target="_blank">Feinden der Pressefreiheit</a> weltweit.</p>
</div>
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		<title>Reporter ohne Grenzen: Merkel sei hart zu Putin! (Info und Kommentar)</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Apr 2013 09:54:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>INFO: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel soll bei  ihrem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Sonntag  (7. April) ihre Sorge um die zunehmende Kontrolle des Internets in  Russland zum Ausdruck zu bringen, forert &#8220;Reporter ohne Grenzen&#8221; (ROG). „Die neuen Regeln, die angeblich  Kinder und Jugendliche schützen sollen, sind so schwammig formuliert,  dass sie leicht gegen Oppositionelle und kritische Medien benutzt werden  können“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr in Berlin. „Es ist  hochproblematisch, wenn einige wenige Beamte darüber entscheiden, welche  Seiten sich Nutzer anschauen dürfen und welche nicht.“<span id="more-14651"></span></p>
<p>Seit November 2012 führt laut ROG die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor eine schwarze Liste von Webseiten, die Internetprovider im Land blockieren müssen (<a title="Internetzensur" href="http://www.redakteur.cc/?s=Internetzensur" target="_blank">Internetzensur</a>).  Offiziell dient sie dem Jugendschutz und soll Pornografie und Themen wie  Drogenkonsum oder Selbstmord aus dem Netz fernhalten. Doch schon kurz  nach dem Start fanden sich darauf auch Seiten von Oppositionellen und  angeblichen Extremisten. So sperrte der  russische Blog-Anbieter Live Journal im Februar das Konto von Michael  Jakowlew, dem Oppositionsführer in Russlands siebtgrößter Stadt Omsk.  Kurz zuvor hatte der Youtube-Beitreiber Google vor einem Moskauer  Gericht gegen die Sperrung eines angeblich jugendgefährdenden Videos geklagt.</p>
<p>Mehr als 2000 Seiten finden sich Angaben der russischen Piratenpartei zufolge inzwischen auf  der schwarzen Liste. Vor allem Seiten über Homosexualität und  „Extremismus“, Glücksspiel und Drogen seien in den vergangenen Monaten  gesperrt worden, so der russische Journalist Andrej Soldatow. Er hat sich mit seiner Webseite <em>Agentura.ru</em> auf Überwachung und Geheimdienste spezialisiert und dokumentiert akribisch alle bekannten Fälle von Internetzensur. Soldatow berichtet von einem Experiment in der  Region Kostroma, wo lokale Internetprovider ihren Nutzern nur noch  Zugang zu einem „gesäuberten“ Internet anböten.</p>
<p>Doch es sind  nicht nur strenge Internetgesetze, die die Pressefreiheit in Russland  bedrohen. Im März verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das den  Gebrauch von Schimpfwörtern in den Medien verbietet und dafür bis zu  5000 Euro Strafe vorsieht. Dies hielt selbst die russische Regierung für  so unpräzise, dass sie die Abgeordneten bat, das Gesetz noch einmal zu  überarbeiten. Im November 2012 hatten Abgeordnete der Regierungspartei  Einiges Russland versucht, das umstrittene Agentengesetz von  Nichtregierungsorganisationen (NGOs) auf Medien auszuweiten. Medien, die über  russische Politik berichten und sich zu 50 Prozent aus dem Ausland  finanzieren, müssten sich als ausländische Agenten registrieren,  forderten sie in ihrem Gesetzvorschlag.</p>
<p>Nur wenige Medien wagen in dieser Lage noch offene Kritik an der Regierung. Zu ihnen gehören der Internet-Sender <em>Doschd TV</em>, die Boulevard-Zeitung <em>Moskowski</em> Komsomolez, die Zeitung <em>Nowaja Gaseta </em>und der Radiosender <em>Echo Moskwy</em>. Auf der ROG <a title="ROG-Rangliste der Pressefreiheit 2013" href="http://www.redakteur.cc/rog-ranking-pressefreiheit-2013/" target="_blank">Rangliste der Pressefreiheit</a> steht Russland auf Platz 148 von 179 – nur zwei Plätze vor dem Irak. <em>Nowaja Gaseta</em>-Chefredakteur Dmitri Muratow zeichnete zum 20-jährigen Jubiläum seiner Zeitung ein entsprechend düsteres Bild:  In Russland habe die Presse ihre grundlegende Aufgabe aufgegeben, die  Mächtigen zu kontrollieren. „Heute kontrollieren die Medien eher die  Bevölkerung“, so Muratow.</p>
<p>KURZKOMMENTAR: <em>Sicher ist es notwendig, dass gegen Internetzensur aufgetreten wird. Dies gilt auch und im Besonderen für Russland. Und sicher ist es auch sinnvoll, dass &#8220;Frau Europa&#8221; <a title="Angela Merkel plädiert für Pressefreiheit" href="http://www.redakteur.cc/merkel-verteidigt-meinungs-und-pressefreiheit/" target="_blank">Angela Merkel (CDU), die sich immer wieder für Pressefreiheit</a> eingesetzt hat, hier beim russischen Machthaber auftritt. Aber mindestens genauso notwendig wäre es, dass das, was ROG von Merkel verlangt, auch von Deutschlands Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) erwartet wird, der immerhin nun in Diensten Putins steht.</em></p>
<p><em>Und bei aller berechtigten Kritik Russland gegenüber sollte nicht vergessen werden, dass Internet-Überwachung und -Zensur inzwischen auch im &#8220;freien&#8221; Europa auf der Tagesordnung steht und dies hier nicht nur toleriert, sondern offensichtlich sogar erwünscht ist. Erinnert sei hier beispielsweise an die fast kritiklose Umsetzung von Internetkontrollmaßnahmen durch das als besonders liberal geltende Frankreich. <a title="UNO fordert Internet-Totalkontrolle" href="http://www.redakteur.cc/uno-fuer-internet-ueberwachung/" target="_blank">Ebenfalls fragwürdig in diesem Zusammenhang ist auch, dass bekanntlich selbst die Vereinten Nationen (UNO) eine weltweite Kontrolle des Internet fordern.</a> Es wäre daher angemessen, dass Reporter ohne Grenzen auch hier mahnt.</em></p>
<p><em>Und noch eine grundsätzliche Frage sei abschließend gestattet: In welchem (auch westlichen) Land manipulieren und kontrollieren nicht &#8220;öffentliche Meinung&#8221; und Medien die Bevölkerung?</em></p>
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