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	<title>Elmar Leimgruber &#187; Allgemeine Erklärung der Menschenrechte</title>
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		<title>10.12: Internationaler Tag der Menschenrechte</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Dec 2012 23:09:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder hat das  Recht darauf, seine Menschenrechte so früh wie möglich kennen zu lernen. Daher fordern die Deutsche UNESCO-Kommission und das Deutsche Institut für  Menschenrechte anlässlich des heutigen (10. Dezember) Welttags der Menschenrechte, bundesweit in Kindergärten, Schulen, Berufsschulen und  Universitäten die Menschenrechte stärker zu vermitteln. Auch in Berufsfeldern wie der Polizei, den Strafvollzugsbehörden und  dem Pflegepersonal müssen die Menschenrechte intensiver in der Aus- und  Fortbildung behandelt werden, betont die UNESCO-Kommission.<span id="more-13965"></span></p>
<p>Die <acronym title="Vereinte Nationen">UN</acronym>-Generalversammlung  in New York hatte dieses Recht im vergangenen Jahr erstmals in der  &#8220;Erklärung über Menschenrechtsbildung und -training&#8221; festgehalten. Die  Deutsche UNESCO-Kommission und das Deutsche Institut für Menschenrechte  haben jetzt die deutsche Übersetzung der Erklärung mit Fachinstituten  aus der Schweiz und Österreich veröffentlicht (<a title="Erklärung der Vereinten Nationen über Menschenrechtsbildung und -training" href="http://www.unesco.de/erklaerung_menschenrechtsbildung.html" target="_blank">hier abrufbar</a>). Sie soll neue Impulse für  die Umsetzung des Rechts auf Menschenrechtsbildung in Schule und Beruf  in Deutschland geben.</p>
<p>Weltweit, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz, haben die  Menschen laut UNO zu geringe Kenntnisse über die Menschenrechte. Bekannt sind  meist grundlegende Rechte wie Folterschutz, Meinungsfreiheit und  Gleichberechtigung. Kinder und Jugendliche erfahren aber im Schulunterricht  nur wenig über die Menschenrechte und lernen diese zu selten als ihre  eigenen Rechte kennen. Die Vereinten Nationen betonen deshalb, dass die  Staaten die Fähigkeit der Menschen fördern sollen, ihre Rechte  wahrzunehmen und die Rechte anderer zu achten.</p>
<p>Seit Jahrzehnten setzen sich daher die Vereinten Nationen dafür ein, die  Bildungssysteme an den Menschenrechten auszurichten. Bereits die  Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 betont die Rolle der  Bildung für ein gerechtes und friedliches Zusammenleben. Zwar ist auch  die im vergangenen Jahr verabschiedete Erklärung für die Staaten  rechtlich nicht verbindlich. Aber sie bietet eine wichtige Grundlage, um  den Stellenwert der Menschenrechtsbildung im Bildungssystem zu fördern.</p>
<p>Die nun vorgelegte deutsche Übersetzung der Erklärung haben Experten  des deutschsprachigen Netzwerks der Menschenrechtsbildung aus  Deutschland, der Schweiz und Österreich übersetzt. Beteiligt waren die  Deutsche UNESCO-Kommission in Bonn, das Deutsche Institut für  Menschenrechte in Berlin, das Zentrum für Menschenrechtsbildung an der  Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz in Luzern, das Zentrum polis –  Politik Lernen in der Schule in Wien und das Europäische Trainings- und  Forschungszentrum für Menschenrechte und Demokratie in Graz.</p>
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		<title>Der Papst (im deutschen Bundestag) über den freiheitlichen Rechtsstaat</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 22:02:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elmar Leimgruber</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Benedikt-XVI-c-frei.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-10513" title="Benedikt XVI (c-frei)" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/Benedikt-XVI-c-frei-238x300.jpg" alt="" width="238" height="300" /></a>Der Maßstab und der Grund um Politiker zu sein, &#8221; darf nicht der Erfolg und schon gar nicht  materieller Gewinn sein&#8221;, betonte der aus Deutschland stammende Papst Benedikt XVI. (mit bürgerlichem Namen Joseph Ratzinger) bei seiner mit Spannung erwarteten Rede im deutschen Bundestag am 22. September: &#8220;Die Politik muß Mühen um Gerechtigkeit sein und  so die Grundvoraussetzung für Frieden schaffen&#8221;. Erfolg könne auch &#8220;Verführung  sein und so den Weg auftun für die Verfälschung des Rechts, für die  Zerstörung der Gerechtigkeit&#8221; erläuterte der Papst den Parlamentariern seine Gedanken: &#8220;Dem Recht zu dienen und der Herrschaft des Unrechts zu wehren ist und bleibt die grundlegende Aufgabe des Politikers&#8221;.</p>
<p>Das Christentum habe im Unterschied zu anderen  Religionen nie eine  staatliche Rechtsordnung aufgrund göttlicher  Offenbarung vorgegeben. Eine (auch parlamentarische) Mehrheit könne zwar für &#8220;einen Großteil der rechtlich zu regelnden Materien ein genügendes Kriterium sein&#8221;. Dies gelte jedoch nicht in &#8220;den Grundfragen des Rechts, in denen es um die Würde des Menschen und der Menschheit geht&#8221;. geltendes Recht könne auch genauso Unrecht sein. In dieser Überzeugung hätten auch &#8220;Widerstandskämpfer gegen das Naziregime und gegen  andere totalitäre Regime gehandelt und so dem Recht und der Menschheit  als ganzer einen Dienst erwiesen&#8221;.<span id="more-10503"></span></p>
<p>Bei der Suche nach der Wahrheit und nach den richtigen Antworten auf die aktuellen Probleme appellierte der Papst, &#8220;geöffnete Vernunft&#8221; (Gewissen) und Natur (beide begründet &#8220;in der schöpferischen Vernunft Gottes&#8221;) als Grundlagen und Rechtsquellen zu erkennen, die letztlich über die Jahrhunderte hindurch auch zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte geführt hätten, erklärte der Papst.</p>
<p>&#8220;Von der Überzeugung eines Schöpfergottes her ist  die Idee der Menschenrechte, die Idee der Gleichheit aller Menschen vor  dem Recht, die Erkenntnis der Unantastbarkeit der Menschenwürde in jedem  einzelnen Menschen und das Wissen um die Verantwortung der Menschen für  ihr Handeln entwickelt worden&#8221;. Die &#8220;zu ignorieren oder als bloße Vergangenheit zu  betrachten, wäre eine Amputation unserer Kultur insgesamt und würde sie  ihrer Ganzheit berauben. Die Kultur Europas ist aus der Begegnung von  Jerusalem, Athen und Rom – aus der Begegnung zwischen dem Gottesglauben  Israels, der philosophischen Vernunft der Griechen und dem Rechtsdenken  Roms entstanden. Diese dreifache Begegnung bildet die innere Identität  Europas. Sie hat im Bewußtsein der Verantwortung des Menschen vor Gott  und in der Anerkenntnis der unantastbaren Würde des Menschen, eines  jeden Menschen Maßstäbe des Rechts gesetzt, die zu verteidigen uns in  unserer historischen Stunde aufgegeben ist&#8221; forderte Papst Benedikt XVI.</p>
<p>&#8220;Dramatisch&#8221; seien hingegen aktuelle Tendenzen die besagten: &#8220;Was nicht verifizierbar oder falsifizierbar ist, gehört danach nicht in den Bereich der Vernunft im strengen Sinn. Deshalb müssen Ethos und Religion dem Raum des  Subjektiven zugewiesen werden und fallen aus dem Bereich der Vernunft im  strengen Sinn des Wortes heraus.&#8221; Hierzu fordert der Papst eine öffentliche Diskussion. Das &#8220;positivistische Konzept von Natur und Vernunft&#8221; sei zwar &#8220;großartig&#8221; und gar &#8220;notwendig&#8221;, aber es reiche bei weitem nicht aus, sondern &#8220;verkleinert den Menschen&#8221; und &#8220;bedroht seine Menschlichkeit&#8221;. Als Antwort appelliert Benedikt XVI, die inneren Fenster zu öffnen und &#8220;die Weite der Welt, den Himmel und die Erde&#8221; zu sehen &#8220;und all  dies recht zu gebrauchen lernen&#8221;. Hier gelte es auf die &#8220;Ökologie des Menschen&#8221; zu achten: &#8220;Auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muß und die er nicht beliebig manipulieren kann.&#8221;</p>
<p>In Anlehnung an die weise Bitte König Salomons an Gott (im Alten Testament der Bibel), appellierte der Papst schließlich: &#8220;Ich denke, auch heute könnten wir letztlich nichts  anderes wünschen als ein hörendes Herz – die Fähigkeit, Gut und Böse zu  unterscheiden und so wahres Recht zu setzen, der Gerechtigkeit zu  dienen und dem Frieden&#8221;.</p>
<p>Die Rede von Papst Benedikt XVI. im deutschen Bundestag   im Wortlaut ist <a title="Papst-Rede im deutschen Bundestag" href="http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/speeches/2011/september/documents/hf_ben-xvi_spe_20110922_reichstag-berlin_ge.html" target="_blank">hier</a> vollständig online und (inklusive Empfang und Begrüßung; Papstrede ab Minute 41) <a title="Papstrede als Video" href="http://player.rv.va/vaticanplayer.asp?language=it&amp;tic=VA_U6I4DMP9" target="_blank">hier als Video</a> abrufbar.</p>
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		<title>10. Dezember: Standpunkte zum Tag der Menschenrechte</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 23:07:38 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3813503437?ie=UTF8&amp;tag=elmarswunderb-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3813503437"><img class="alignleft" style="border: 0pt none;" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41bzZ8f11SL._SS500_.jpg" border="0" alt="" width="300" height="300" /></a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=elmarswunderb-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3813503437" border="0" alt="" width="1" height="1" /><br />
Heute vor 62 Jahren wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris die <a title="Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" href="http://www.un.org/Depts/german/grunddok/ar217a3.html" target="_blank">&#8220;Allgemeine Erklärung der Menschenrechte&#8221;</a> (<a title="Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" href="http://www.ohchr.org/EN/UDHR/Documents/UDHR_Translations/ger.pdf" target="_blank">hier downloadbar</a>) verabschiedet und verkündet: &#8220;An diesem Tag der Menschenrechte sollen diejenigen uns inspirieren, die unsere Welt gerechter machen wollen,&#8221; sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon anlässlich des heutigen Tages der Menschenrechte: &#8220;Die Menschenrechte sind die Grundlage von  Freiheit, Frieden, Entwicklung und Gerechtigkeit &#8211; und das Herz der  Arbeit der Vereinten Nationen auf der ganzen Welt&#8221;.</p>
<p>Menschenrechtsverteidiger &#8220;spielen eine  entscheidende Rolle im Kampf gegen Diskriminierung&#8221; und haben &#8220;die gemeinsame  Verpflichtung, Fehlverhalten zu entlarven, gefährdete  Menschen zu  schützen und der Straflosigkeit ein Ende zu bereiten&#8221;. &#8220;Sie können Teil einer zivilgesellschaftlichen  Organisation sein, ein Journalist oder auch ein einzelner Bürger, der  durch den Missbrauch in seiner Umgebung angespornt wird, etwas zu tun&#8221;. Aber &#8220;in vielen Ländern werden sie  gefoltert, geschlagen und ermordet&#8221;. Daher haben wir &#8220;an diesem Tag der Menschenrechte die Gelegenheit, den Mut und  die Errungenschaften der  Menschenrechtsverteidiger zu würdigen. Wir  wollen auch versprechen, mehr  zu tun, um ihre Arbeit zu schützen&#8221; und &#8220;erinnern wir  uns daran, dass jeder &#8211; unabhängig von seinem Hintergrund  oder seiner  Ausbildung &#8211; ein Verfechter der Menschenrechte sein kann,&#8221; so der UNO-Generalsekretär.<span id="more-7767"></span></p>
<p>Anlässlich des internationalen Tages der <a title="Bücher über Menschenrechte" href="http://http://www.amazon.de/gp/search?ie=UTF8&amp;keywords=Menschenrechte&amp;tag=elmarswunderb-21&amp;index=books&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742" target="_blank">Menschenrechte</a> am 10. Dezember appellieren das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR und UNICEF Österreich, Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, an das österreichische Parlament, die UN-Kinderrechtskonvention uneingeschränkt in die Verfassung aufzunehmen. &#8220;Kinderrechte sind unteilbar und müssen auch für Asyl suchende Kinder, sowie Flüchtlings- und Migrantenkinder gelten, unabhängig von ihrem Zuwanderungsstatus und unabhängig von ihrer Nationalität&#8221;, erklärte Christoph Pinter, Leiter der UNHCR-Rechtsabteilung in Österreich.</p>
<p>Dieselben Forderungen wie von UNICEF kommen auch von der Initiative &#8220;Gegen-Unrecht: Kinder gehören nicht ins Gefängnis&#8221; von Caritas, Diakonie, SOS-Kinderdorf und Amnesty International an die Bundesregierung. Landau, Chalupka, Moser und Patzelt betonen: &#8220;Kinderrechte müssen für alle Kinder in unserem Land gelten!&#8221;</p>
<p>&#8220;Religionsfreiheit ist ein  grundlegendes Menschenrecht&#8221;, und dennoch seien die Christen die weltweit am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft. Daran erinnert Österreichs Missio-Nationaldirektor,  Leo Maasburg, am Tag der Menschenrechte. &#8220;Glaubens- und Kultusfreiheit, Gewissens- und  Bekenntnisfreiheit gehören zum Grundbestand der Menschenrechte&#8221;. Immer  wieder aber würden Christen weltweit -vor allem in China, Indien, im Irak und Sudan- Opfer von Diskriminierung,  Folter,  Zwangskonversion, Vertreibung, Vergewaltigung und Mord: &#8220;Mehr  als 200  Millionen Christen werden derzeit in mehr als 50 Ländern wegen  ihres  Glaubens verfolgt&#8221; und &#8220;und 80 Prozent aller wegen ihres Glaubens  verfolgten  Menschen sind Christen&#8221;.&#8221;Bei  Menschenrechtsverletzungen wegzuschauen, hat todbringende Folgen&#8221;, betont Massburg.</p>
<p>Dabei werde der Artikel 18 der UN-Menschenrechtserklärung rigoros missachtet &#8211; das   Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, kritisiert Massburg. Aber selbst  in Europa &#8220;greifen eine zunehmende Christophobie und Angriffe auf  das  Recht der Religionsfreiheit um sich:&#8221; Aber &#8220;nicht das Recht, seine eigene Religion  weiterzugeben, also zu  missionieren, gefährdet den Frieden,&#8221; sondern die Unterdrückung  der Verkündigung des jeweiligen Glaubens  gefährdet die Freiheit aller  und somit den Frieden&#8221;, so Maasburg.</p>
<p>20 christliche Organisationen haben sich daher in der Plattform &#8220;Solidarität mit  verfolgten Christen&#8221; zusammengetan, um auf die zunehmende Diskriminierung und Verfolgung von Christen in vielen Ländern der Welt aufmerksam zu machen: Heute von 12 bis 17 Uhr wird auf dem Stock-im-Eisen-Platz über Christenverfolgungen in aller Welt informiert und um 17.15 Uhr folgt ein Fackelzug von der Staatsoper zum Stephansdom mit anschließendem ökumenischen Gottesdienst im Stephansdom mit Weihbischof Franz Scharl.</p>
<p>Die Verfolgung Andersgläubiger &#8220;im Namen Gottes&#8221; sei besonders schmerzlich und &#8220;schlechthin blasphemisch&#8221; hatte der Präsident der Stiftung &#8220;Pro Oriente&#8221;,  Hans Marte, am Montag bei einer Pressekonferenz der Plattform &#8220;Solidarität mit verfolgten Christen&#8221; erklärt: Er appellierte an die Muslime in Österreich, sich für die Freiheitsrechte der Christen in islamisch dominierten Ländern einzusetzen. Die Lage vieler Christen in diesen Ländern sei unerträglich geworden, so Marte.</p>
<p>Und der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland, Martin   Schindehütte, hat anlässlich des Tages der Menschenrechte an die vielen politischen Gefangenen erinnert, die wegen ihres   Einsatzes für die Meinungsfreiheit weltweit in Gefängnissen sitzen. &#8220;Es   ist unerträglich und nicht hinzunehmen, dass ein Mensch wegen seiner   politischen Auffassung eingesperrt wird, zumal wenn er seine Auffassung   ohne Gewalt vertritt&#8221;, sagte Schindehütte in Hannover.</p>
<div><span style="font-size: x-small;"> </span></div>
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		<title>Deutsche Kanzlerin plädiert für Selbstbewusstsein, Toleranz, Religions-, Meinungs- und Pressefreiheit</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Sep 2010 22:02:49 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel zeichnet den dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard aus Foto: REGIERUNGonline/Hanschke Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat anlässlich der Verleihung des Medienpreises &#8220;M 100 Sanssouci Colloquium&#8221;an den dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard die Bedeutung von Presse- und Meinungsfreiheit hervorgehoben. Dieser muss für seine Mohammed-Karikaturen seit 2005 um sein Leben bangen. &#8220;Europa ist ein Ort, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4 class="mceTemp">
<dl id="attachment_6502" class="wp-caption alignright" style="width: 250px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/merkel-westergaard-auszeichnung-medienpreis.jpg"><img class="size-medium wp-image-6502" title="&quot;M100-Sanssouci Medienpreis&quot;" src="http://www.redakteur.cc/wp-content/uploads/merkel-westergaard-auszeichnung-medienpreis-300x214.jpg" alt="" width="240" height="171" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel zeichnet den dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard aus<br />
Foto: REGIERUNGonline/Hanschke</dd>
</dl>
</h4>
<p>Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat anlässlich der Verleihung des Medienpreises &#8220;M 100 Sanssouci Colloquium&#8221;an den dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard die Bedeutung von Presse- und Meinungsfreiheit hervorgehoben. Dieser muss für seine Mohammed-Karikaturen seit 2005 um sein Leben bangen. &#8220;Europa ist ein Ort, in dem ein Zeichner so etwas zeichnen darf. Das ist im Übrigen kein Widerspruch dazu, dass Europa auch ein Ort ist, in dem die Freiheit des Glaubens und der Religion sowie der Respekt vor Glaube und Religion ein hohes Gut sind&#8221;, sagte Merkel.  &#8220;Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.&#8221; Dieser Satz von Perikles sei heute noch genauso aktuell wie im 5. Jahrhundert vor Christus. &#8220;Freiheit zu leben, erfordert Mut, und zwar jeden Tag aufs Neue, im Kleinen wie im Großen,&#8221; betonte die deutsche Kanzlerin.</p>
<p>Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat sich indes gegen die laut gewordene Kritik von Moslem-Organisationen an der Ehrung des dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard gewandt. &#8220;Satire und Karikatur sind ironische Stilmittel der Pressefreiheit“, stellte der DJV-Vorsitzende Michael Konken klar: &#8220;Sie zu akzeptieren, selbst wenn man sich angegriffen fühlt, ist demokratisches Prinzip.“</p>
<p>redakteur.cc dokumentiert in Ausschnitten die beeindruckende und bedenkenswerte Jahrhundertrede von Angela Merkel zur Verleihung des Medienpreises am 8. September 2010 in Potsdam:<span id="more-6501"></span></p>
<p><em>Die Wirkung der präzisen Frage zum richtigen Zeitpunkt, die Freiheit, sie stellen zu können, und vor allem die Freiheit, über die Antwort zu berichten, und zwar ungekürzt, unverändert, unverzüglich – welch hohes Gut. Niemals dürfen wir dieses hohe Gut als selbstverständlich ansehen – auch bei Themen nicht, die nicht sofort die Welt verändern, sondern Fragen des Alltags berühren&#8230;<br />
</em></p>
<p><em></em><em>Reden wir also Klartext&#8230;</em><em> Aussagen, zum Beispiel von mir, münden in eine Debatte, eine breite Debatte um Artikel 5 unseres Grundgesetzes. Er lautet: &#8220;Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre. Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.&#8221; – So weit Artikel 5. Er ist es wert, gerade bei einer solchen Tagung zum Thema &#8220;Freiheit und Pressefreiheit&#8221; in Gänze vorgetragen zu werden. Er ist das auch wert, weil er neben Artikel 1 zur Unantastbarkeit der Würde des Menschen, Artikel 2 zur freien Entfaltung der Persönlichkeit, Artikel 3 zur Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz und Artikel 4 zur Freiheit des Glaubens für mich zu den größten Schätzen unserer Gesellschaft gehört&#8230;</em></p>
<p><em>Das Thema Sarrazin ist aber gerade kein Thema der Gefährdung der Meinungsfreiheit, sondern es geht darum, ob und gegebenenfalls welche Folgen zum Beispiel ein Buch für einen Autor in einer besonders wichtigen öffentlich-rechtlichen Institution haben kann oder nicht&#8230;</em></p>
<p><em>Der heutige Tag kann uns für unser Thema &#8220;Pressefreiheit in Europa&#8221; – da bin ich mir sicher – Orientierung geben. Bei dem Mann, den Sie heute auszeichnen, dem dänischen Zeichner und Karikaturisten Kurt Westergaard, geht es um die Meinungs- und Pressefreiheit. Bei ihm geht es darum, ob er in einer westlichen Gesellschaft mit ihren Werten seine Mohammed-Karikaturen in einer Zeitung veröffentlichen darf, ja oder nein; egal, ob wir seine Karikaturen geschmackvoll finden oder nicht, ob wir sie für nötig und hilfreich halten oder eben nicht. Darf er das? Ja, er darf. Er ist ein Zeichner, wie es in Europa viele gibt. Europa ist ein Ort, in dem ein Zeichner so etwas zeichnen darf. Das ist im Übrigen kein Widerspruch dazu, dass Europa auch ein Ort ist, in dem die Freiheit des Glaubens und der Religion sowie der Respekt vor Glaube und Religion ein hohes Gut sind. Wenn ein fundamentalistischer evangelikaler Pastor in Amerika am 11. September den Koran verbrennen will, so finde ich das deshalb – kurz gesagt – schlicht respektlos, sogar abstoßend und einfach falsch.</em></p>
<p><em>In der Diskussion um die Veröffentlichung der so genannten Mohammed-Karikaturen geht es also genau darum, ob wir in Europa mit unseren Werten – Sie haben die von mir genannten ersten fünf Artikel unseres Grundgesetzes sicher noch im Ohr – aus Angst vor Gewalt und Massendemonstrationen davon absehen, die Zeichnungen dieses Karikaturisten zu veröffentlichen oder nicht, ob sie auch in anderen Zeitungen nachgedruckt werden oder nicht und, wenn nein, warum nicht.</em></p>
<p><em>Denen, die das seinerzeit aus welchen Gründen auch immer nicht gemacht haben, werfe ich nichts vor. Jeden Tag stehen Sie bei Ihrer Berichterstattung vor Abwägungsfragen; sie gehören zur Verantwortung der Medien in Ausübung ihrer Pressefreiheit ganz selbstverständlich dazu. Ich kenne solche Abwägungsfragen auch selbst: Soll die deutsche Bundeskanzlerin die Hauptrede anlässlich dieser Veranstaltung halten? Soll sie den Dalai Lama empfangen? Soll sie Briefe, die sie zum Beispiel von &#8220;Reporter ohne Grenzen&#8221; bekommt, ernst nehmen und den neuen ukrainischen Präsidenten bei seinem ersten Besuch in Berlin auf die Einschränkungen der Pressefreiheit in seinem Land ansprechen oder damit besser bis zur zweiten Begegnung warten?</em></p>
<p><em>Wie also verhält es sich mit den Werten und den Interessen, den politischen wie wirtschaftlichen, die für unser Land wichtig sind – für Sie wie für mich? Ich habe für mich die genannten drei Fragen drei Mal mit Ja beantwortet, und zwar aus einem einzigen Grund, der mich seit Beginn meiner politischen Arbeit leitet: Deutsche Politik vertritt ihre Interessen wertegebunden – nach innen wie nach außen. Werte und Interessen gehören zusammen. Wer einen Gegensatz aufmacht, hat sich bereits aufs Glatteis führen lassen&#8230;</em></p>
<p><em>Ja, geben wir den Menschen eine Stimme – in politischen Parteien genauso wie in den Medien. Aber überzeugen wir sie gleichzeitig, dass es in unserem Land am wenigsten darum geht, was gesagt werden darf. Richtige Entscheidungen, Taten statt Worte – das hingegen führt zum Kern dessen, was notwendig ist, zum Beispiel damit Integration gelingt und nicht scheitert, damit Parallelgesellschaften verhindert und nicht auch noch gefördert werden, damit jugendliche Gewalt eingedämmt und nicht hingenommen wird, damit der Sozialstaat denen hilft, die ihn brauchen, und nicht denen, die ihn missbrauchen, und vieles mehr&#8230;</em></p>
<p><em>Erstens: Freiheit ist nicht bindungslos. Das gilt für unser persönliches Leben, das gilt in der Politik, das gilt für die Verantwortung der Medien, das gilt für uns alle. Freiheit ist stets und für alle mit Verantwortung verbunden. Freiheit steht nie nur für sich. Sie ist eine Medaille mit zwei Seiten: Auf der einen Seite steht die Freiheit von etwas, auf der anderen Seite die Freiheit zu etwas. Wenn wir also von Freiheit sprechen, dann sprechen wir tatsächlich immer auch von der Freiheit des anderen. Was uns in Deutschland wie Europa auszeichnet, das ist der Umgang mit unserer Vielfalt, unserer Freiheit und der Freiheit der anderen. Wir Deutsche und Europäer haben in unserer Geschichte gelernt, aus der Vielfalt das Meiste zu machen. Die Eigenschaft, die uns dazu befähigt, ist die Toleranz.</em></p>
<p><em>Zweitens: Die Toleranz ist eine anspruchsvolle Tugend. Sie braucht das Herz und den Verstand. Aber sie ist nicht mit Standpunktlosigkeit und Beliebigkeit zu verwechseln. Sie hat niemals das geringste Verständnis für Intoleranz, für Gewalt von Links- und Rechtsextremismus oder für Gewalt im Namen einer Religion. Die Toleranz ist ihr eigener Totengräber, wenn sie sich nicht vor Intoleranz schützt. Religionsfreiheit meint eben nicht, dass im Zweifelsfall die Scharia über dem Grundgesetz steht. Toleranz meint nicht Wegsehen oder das Messen mit zweierlei Maß. Und Respekt bedeutet nicht Unterwerfung.</em></p>
<p><em>Drittens: Freiheit in Verantwortung – das gilt auch für die Wirtschaft. Eine auf Freiheit beruhende Soziale Marktwirtschaft bietet die Spielräume, damit Menschen verantwortlich handeln können. Die Lektion, die uns die Finanz- und Wirtschaftskrise schmerzhaft erteilt hat, muss überall ankommen. Seit Ludwig Erhard gilt, dass der Staat der Hüter der Ordnung unserer Sozialen Marktwirtschaft ist.</em></p>
<p><em>Viertens: &#8220;Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.&#8221; Dieser Satz von Perikles ist heute noch genauso aktuell wie im 5. Jahrhundert vor Christus. Freiheit zu leben, erfordert Mut, und zwar jeden Tag aufs Neue, im Kleinen wie im Großen – wenn ein Jugendlicher nicht mehr mitmacht beim Mobbing eines Klassenkameraden und den Ausschluss aus der Gruppe riskiert, wenn ein Manager nicht mehr mitmacht bei unlauteren Unternehmenspraktiken und dafür seine Karriere riskiert, wenn man in einer Diktatur versucht, jeden Tag in den Spiegel schauen zu können&#8230; Ja, so ist es: Mut fängt mit der Überwindung der eigenen Verzagtheit an&#8230;</em></p>
<p><em><br />
Fünftens: Die Freiheit wird durch die schier unbegrenzten Möglichkeiten der digitalen Revolution geradezu herausgefordert. Auch ich bin fasziniert von den Möglichkeiten des World Wide Web. Trotzdem werden Sie keine Fotos von meiner letzten Geburtstagsfeier im Internet finden – zumindest keine, die ich selbst eingestellt hätte. Im Ernst: Es macht mir Sorgen, wie leichtfertig Menschen ihre Privatsphäre, den Hort individueller Freiheit, aufgeben und im Internet sensible persönliche Daten preisgeben. Gänzlich unverständlich ist mir das, wenn man bedenkt, wie erbittert wir in Deutschland über die Videoüberwachung öffentlicher Plätze oder eine Volkszählung streiten können. Politik und Medien müssen hier weiter Aufklärungs- und – ja, ich sage – Bildungsarbeit leisten, um in diesem Bereich zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Freiheit zu kommen.</em></p>
<p><em>Sechstens: Auch unsere Außenpolitik ist wertegebunden. Ich sehe mit Sorge, dass Diktaturen und autokratische Staaten den Freiheits- und Toleranzbegriff missbrauchen. Denken wir zum Beispiel an die dritte Konferenz der Vereinten Nationen gegen Rassismus im Jahre 2001. Diese Anti-Rassismus-Konferenz und ihre Nachfolgetreffen wurden leider von Abgesandten aus Diktaturen und autoritär regierten Ländern bestimmt, die den Gedanken dieser Konferenzen in ihr Gegenteil verkehrt haben.</em></p>
<p><em>In Zusammenhängen wie diesen wird oft gefragt: Ist es nicht eine kulturelle, westliche, europäische, christliche Anmaßung, dass wir unsere Werte und Freiheitsrechte für universal gültig halten? Meine Antwort ist eindeutig: Nein, es ist keine Anmaßung. Fast alle Staaten sind Mitglieder der Vereinten Nationen und haben die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte anerkannt. Die großartigen 30 Artikel der Menschenrechtserklärung machen deutlich: Wer diese Rechte bestreitet, hat nicht das Wohl der Menschen im Blick. Kein kultureller Unterschied kann die Missachtung dieser Rechte rechtfertigen.</em></p>
<p><em>Ich bin im Übrigen überzeugt: Wenn wir selbstbewusst zu unseren Werten stehen, verschafft uns das weltweit mehr Respekt und Anerkennung, als wenn wir es nur verschämt tun.</em></p>
<p><em>Meine Damen und Herren, Freiheit – ich habe es schon oft gesagt – ist für mich persönlich die glücklichste Erfahrung meines Lebens. Auch bald 21 Jahre nach dem überwältigenden Geschenk der Freiheit mit dem Fall der Mauer und 20 Jahre nach der Vollendung der Einheit Deutschlands gibt es noch immer nichts, das mich mehr begeistert, nichts, das mich mehr anspornt, nichts, das mich stärker mit positiven Gefühlen erfüllt als die Kraft der Freiheit.<br />
</em></p>
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